Helmstedt: Unterschied zwischen den Versionen

 
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== Geografie ==
== Geografie ==
=== Geografische Lage ===
=== Geografische Lage ===
Die Kreisstadt Helmstedt liegt im Übergangsbereich zwischen dem nördlichen Harzvorland und dem Norddeutschen Tiefland in einer Senke (''Helmstedter Mulde'') zwischen den Höhenzugen [[Elm]] (ca. 10 km westlich) und [[Lappwald]], der unmittelbar an das Stadtgebiet angrenzt.
Die Kreisstadt Helmstedt liegt im Übergangsbereich zwischen dem nördlichen Harzvorland und dem Norddeutschen Tiefland in einer Senke (''Helmstedter Mulde'') zwischen den Höhenzügen [[Elm]] (ca. 10 km westlich) und [[Lappwald]], der unmittelbar an das Stadtgebiet angrenzt.


Das Stadtgebiet erstreckt sich über eine Fläche von 46,97 km² und hat mit den Ortsteilen eine Nord-Süd-Ausdehnung von rund 9 km bzw. von rund 8 km in West-Ost-Richtung. Das innere Stadtgebiet ist durch eine Hügellage gekennzeichnet, so dass die Höhenangaben teilweise erheblich differieren. Im Innenstadtbereich befindet sich der tiefste Punkt bei 123 m über Normalhöhennull (Messpunkt [[Albrechtstraße]]), die höchste Stelle bei 144 m über Normalhöhennull (Messpunkt [[Eulenturm]]). Im gesamten Stadtgebiet ist die höchste Erhebung der [[Am Bötschenberg|Bötschenberg]] mit 171,6 m über Normalhöhennull, der tiefste Punkt der Stadt liegt bei 114,1 m über Normalhöhennull (Messpunkt [[Mühlgraben]]).
Das Stadtgebiet erstreckt sich über eine Fläche von 46,97 km² und hat mit den Ortsteilen eine Nord-Süd-Ausdehnung von rund 9 km bzw. von rund 8 km in West-Ost-Richtung. Das innere Stadtgebiet ist durch eine Hügellage gekennzeichnet, so dass die Höhenangaben teilweise erheblich differieren. Im Innenstadtbereich befindet sich der tiefste Punkt bei 123 m über Normalhöhennull (Messpunkt [[Albrechtstraße]]), die höchste Stelle bei 144 m über Normalhöhennull (Messpunkt [[Eulenturm]]). Im gesamten Stadtgebiet ist die höchste Erhebung der [[Am Bötschenberg|Bötschenberg]] mit 171,6 m über Normalhöhennull, der tiefste Punkt der Stadt liegt bei 114,1 m über Normalhöhennull (Messpunkt [[Mühlgraben]]).
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Der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Deutschen Reich führte auch in Helmstedt zur Gleichschaltung der Medien und der Behördenstrukturen. Bereits im Jahr [[1933]] gab es erste Ausschreitungen gegenüber der relativ kleinen jüdischen Gemeinde der Stadt. Am 17. August [[1936]] wurde der Abschnitt Braunschweig-Helmstedt der Reichsautobahn 4 (heute [[Bundesautobahn 2]]) und die fertig gestellten Brücken (u. a. die ''[[Talbrücke Brunnental|Brunnentalbrücke]]'' und die ''[[Talbrücke Birkerteich|Maschtalbrücke]]'') dem Verkehr übergeben. Die Planungen für die Autobahn wurden allerdings weitgehend vor der nationalsozialistischen Machtergreifung ausgearbeitet.
Der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Deutschen Reich führte auch in Helmstedt zur Gleichschaltung der Medien und der Behördenstrukturen. Bereits im Jahr [[1933]] gab es erste Ausschreitungen gegenüber der relativ kleinen jüdischen Gemeinde der Stadt. Am 17. August [[1936]] wurde der Abschnitt Braunschweig-Helmstedt der Reichsautobahn 4 (heute [[Bundesautobahn 2]]) und die fertig gestellten Brücken (u. a. die ''[[Talbrücke Brunnental|Brunnentalbrücke]]'' und die ''[[Talbrücke Birkerteich|Maschtalbrücke]]'') dem Verkehr übergeben. Die Planungen für die Autobahn wurden allerdings weitgehend vor der nationalsozialistischen Machtergreifung ausgearbeitet.
   
   
Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden auch dem städtischen Leben erhebliche Beschränkungen auferlegt. Von Luftangriffen blieb Helmstedt nicht verschont. Am 2. Januar [[1944]] stürzte ein alliierter Bomber über [[Bad Helmstedt]] ab und beschädigte ein Lazarett. Die schwerste gezielte Bombardierung der Stadt erfolgte am 20. Februar [[1944]] im Rahmen der „Big Week“. Nachdem das eigentliche Ziel Halberstadt unter Wolken lag und für die Bomberverbände nicht auszumachen war, wurde Helmstedt als Ausweichziel („target of opportunity“) ausgewählt. Zu dieser Zeit gab es einige kriegswichtige Rüstungsbetriebe an der [[Emmerstedter Straße]] in Helmstedt sowie einen Fliegerhorst der deutschen Luftwaffe im nahegelegenen [[Mariental-Horst]]. 58 B-24 Bomber warfen zwischen 13:23 Uhr und 13:27 Uhr 1.000 Stabbrand- und 344 Sprengbomben ab, wobei 126 Menschen, davon 16 Kinder, starben. Insgesamt wurde wurden 125 Häuser schwer getroffen. 500 weitere Gebäude wurden leicht beschädigt.<ref>vgl. [[Hans-Ehrhard Müller]]: ''Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt'', Seite 867.</ref><ref>{{Internetquelle |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/helmstedt/article151345694/126-Menschen-starben-damals-im-Helmstedter-Bombenhagel.html |titel=126 Menschen starben damals im Helmstedter Bombenhagel |autor=Jürgen Paxmann |werk=Braunschweiger Zeitung |datum=2014-02-19 |abruf=2025-05-20}}</ref> Besonders betroffen waren Gebäude an der [[Poststraße]]/[[Kleiner Wall]] und die Eisenbahnbrücke über der [[Magdeburger Straße]]. Auch im Bereich des [[Elzweg]]es, der [[Henkestraße]], der [[Vorsfelder Straße]] und der [[Schulstraße]] gab es erhebliche Zerstörungen.
Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden auch dem städtischen Leben erhebliche Beschränkungen auferlegt. Von Luftangriffen blieb Helmstedt nicht verschont. Am 2. Januar [[1944]] stürzte ein alliierter Bomber über [[Bad Helmstedt]] ab und beschädigte ein Lazarett. Die schwerste gezielte Bombardierung der Stadt erfolgte am 20. Februar [[1944]] im Rahmen der „Big Week“. Nachdem das eigentliche Ziel Halberstadt unter Wolken lag und für die Bomberverbände nicht auszumachen war, wurde Helmstedt als Ausweichziel („target of opportunity“) ausgewählt. Zu dieser Zeit gab es einige kriegswichtige Rüstungsbetriebe an der [[Emmerstedter Straße]] in Helmstedt sowie einen Fliegerhorst der deutschen Luftwaffe im nahegelegenen [[Mariental-Horst]]. 58 B-24 Bomber warfen zwischen 13:23 Uhr und 13:27 Uhr 1.000 Stabbrand- und 344 Sprengbomben ab, wobei 126 Menschen, davon 16 Kinder, starben. Insgesamt wurden 125 Häuser schwer getroffen. 500 weitere Gebäude wurden leicht beschädigt.<ref>vgl. [[Hans-Ehrhard Müller]]: ''Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt'', Seite 867.</ref><ref>{{Internetquelle |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/helmstedt/article151345694/126-Menschen-starben-damals-im-Helmstedter-Bombenhagel.html |titel=126 Menschen starben damals im Helmstedter Bombenhagel |autor=Jürgen Paxmann |werk=Braunschweiger Zeitung |datum=2014-02-19 |abruf=2025-05-20}}</ref> Besonders betroffen waren Gebäude an der [[Poststraße]]/[[Kleiner Wall]] und die Eisenbahnbrücke über der [[Magdeburger Straße]]. Auch im Bereich des [[Elzweg]]es, der [[Henkestraße]], der [[Vorsfelder Straße]] und der [[Schulstraße]] gab es erhebliche Zerstörungen.


Im März [[1944]] wurde das nahegelegene KZ-Außenlager Beendorf (häufig auch als ''KZ Helmstedt-Beendorf'' bezeichnet) errichtet, in dem einige tausende Häftlinge für die Flugzeugproduktion des Dritten Reiches in unterirdischen Stollen arbeiten mussten. Die logistische Versorgung dieses KZ-Außenlagers erfolgte teilweise direkt über Helmstedt.
Im März [[1944]] wurde das nahegelegene KZ-Außenlager Beendorf (häufig auch als ''KZ Helmstedt-Beendorf'' bezeichnet) errichtet, in dem einige tausende Häftlinge für die Flugzeugproduktion des Dritten Reiches in unterirdischen Stollen arbeiten mussten. Die logistische Versorgung dieses KZ-Außenlagers erfolgte teilweise direkt über Helmstedt.
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== Persönlichkeiten ==
== Persönlichkeiten ==
=== Ehrenbürgermeister ===
=== Ehrenbürgermeister:innen ===
* [[Hans-Otto Kieschke]] ([[1994]]), ehemaliger [[Liste der Bürgermeister:innen von Helmstedt|Bürgermeister]] der Stadt
* [[Hans-Otto Kieschke]] ([[1994]])
* [[Karl Birker]] ([[2016]]), ehemaliger [[Liste der Bürgermeister:innen von Helmstedt|Bürgermeister]] der Stadt
* [[Karl Birker]] ([[2016]])
<small>In Klammern das Jahr der Ernennung.</small>
<small>In Klammern das Jahr der Ernennung.</small>


=== Ehrenbürger ===
=== Ehrenbürger:innen ===
Die Stadt Helmstedt hat in ihrer Geschichte unter anderem folgende Personen mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet:
Die Stadt Helmstedt hat in ihrer Geschichte unter anderem folgende Personen mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet:
* [[Carl von Hohnhorst]] ([[1850]]), Kreisdirektor von [[1844]] bis [[1850]]
* [[Carl von Hohnhorst]] ([[1850]]), Kreisdirektor von [[1844]] bis [[1850]]
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* [[Johann Heinrich Helmuth]] ([[1731]]–[[1813]]), lutherischer Geistlicher und Autor populärwissenschaftlicher Werke
* [[Johann Heinrich Helmuth]] ([[1731]]–[[1813]]), lutherischer Geistlicher und Autor populärwissenschaftlicher Werke
* [[Justus Henry Christian Helmuth]] ([[1745]]–[[1825]]), lutherischer Theologe, Pfarrer und Professor in Philadelphia
* [[Justus Henry Christian Helmuth]] ([[1745]]–[[1825]]), lutherischer Theologe, Pfarrer und Professor in Philadelphia
* [[John Andrew Graefer]] ([[1745]]/[[1946]]–[[1825]]), Botaniker und Gartengestalter
* [[John Andrew Graefer]] ([[1745]]/[[1746]]–[[1825]]), Botaniker und Gartengestalter
* [[Georg Rudolph Lichtenstein]] ([[1747]]–[[1807]]), Arzt und Apotheker
* [[Georg Rudolph Lichtenstein]] ([[1747]]–[[1807]]), Arzt und Apotheker
* [[Franz Ernst Christoph Leuckart]] (1748–1817), Musikverleger, Kunst- und Musikalienhändler in Breslau
* [[Franz Ernst Christoph Leuckart]] ([[1748]]–[[1817]]), Musikverleger, Kunst- und Musikalienhändler in Breslau
* [[Anton August Heinrich Lichtenstein]] (1753–1816), Zoologe und Bibliothekar
* [[Anton August Heinrich Lichtenstein]] ([[1753]]–[[1816]]), Zoologe und Bibliothekar
* [[Johann Carl Daniel Curio]] (1754–1815), Pädagoge, Privatlehrer und Publizist
* [[Johann Carl Daniel Curio]] ([[1754]]–[[1815]]), Pädagoge, Privatlehrer und Publizist
* [[Wilhelm Julius Ludwig von Schubert]] (1755–1835), Jurist und Regierungsbeamter
* [[Wilhelm Julius Ludwig von Schubert]] ([[1755]]–[[1835]]), Jurist und Regierungsbeamter
* [[Johann Christian Gottlieb Wernsdorf]] (1755–1822), Hochschullehrer an der Universität Helmstedt und Philosoph
* [[Johann Christian Gottlieb Wernsdorf]] ([[1755]]–[[1822]]), Hochschullehrer an der Universität Helmstedt und Philosoph
* [[Karl Friedrich Häberlin]] ([[1756]]–[[1808]]), Diplomat, Jurist und Hochschullehrer
* [[Karl Friedrich Häberlin]] ([[1756]]–[[1808]]), Diplomat, Jurist und Hochschullehrer
* [[Friedrich Theodor von Schubert]] ([[1758]]–[[1825]]), Astronom
* [[Friedrich Theodor von Schubert]] ([[1758]]–[[1825]]), Astronom
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== Trivia ==
== Trivia ==
* [[1986]] veröffentlichet die deutsche Punkrock ''Die Toten Hosen'' einen Song mit dem Namen ''Helmstedt Blues''. Bei dem Titel handelt es sich um ein genau 21 Sekunden langes Instrumentalstück, das der Ex-Drummer der Toten Hosen, Wolfgang Rohde, einst komponierte. Es ist, wie man das vom Blues erwartet – schwermütig, verträumt, anklagend… Und leitet den nächsten Song ein: Großalarm.<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Damenwahl_(Album)#Text_und_Musik,_Titelliste</ref>
* [[1986]] veröffentlichte die deutsche Punkrock ''Die Toten Hosen'' einen Song mit dem Namen ''Helmstedt Blues''. Bei dem Titel handelt es sich um ein genau 21 Sekunden langes Instrumentalstück, das der Ex-Drummer der Toten Hosen, Wolfgang Rohde, einst komponierte. Es ist, wie man das vom Blues erwartet – schwermütig, verträumt, anklagend… Und leitet den nächsten Song ein: Großalarm.<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Damenwahl_(Album)#Text_und_Musik,_Titelliste</ref>
* Die Begleitband des Ärzte-Musikers Bela B. trägt seit [[2006]] den Namen ''Los Helmstedt''.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/kultur/article150117744/Helmstedt-steht-fuer-verlorenen-Glanz.html |titel="Helmstedt steht für verlorenen Glanz" |werk=Braunschweiger Zeitung |datum=2009-11-09 |abruf=2025-12-09}}</ref>
* Die Begleitband des Ärzte-Musikers Bela B. trägt seit [[2006]] den Namen ''Los Helmstedt''.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/kultur/article150117744/Helmstedt-steht-fuer-verlorenen-Glanz.html |titel="Helmstedt steht für verlorenen Glanz" |werk=Braunschweiger Zeitung |datum=2009-11-09 |abruf=2025-12-09}}</ref>
* [[2012]] wurden Teile des deutschen Kriminalfilms ''Banklady'', der [[2013]] in die Kinos kam, in Helmstedt und Umgebung gedreht.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/kultur/article150659128/Kinofilm-Banklady-wird-in-Helmstedt-gedreht.html |titel=Kinofilm „Banklady“ wird in Helmstedt gedreht |autor=Florian Arnold |werk=Braunschweiger Zeitung |datum=2012-05-11 |abruf=2025-04-11}}</ref><ref>{{Internetquelle |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/helmstedt/article150707546/Blick-hinter-die-Kulissen-am-Filmset-zur-Banklady.html |titel=Blick hinter die Kulissen am Filmset zur „Banklady“ |autor=Jürgen Paxmann |werk=Braunschweiger Zeitung |datum=2012-07-11 |abruf=2025-04-11}}</ref>
* [[2012]] wurden Teile des deutschen Kriminalfilms ''Banklady'', der [[2013]] in die Kinos kam, in Helmstedt und Umgebung gedreht.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/kultur/article150659128/Kinofilm-Banklady-wird-in-Helmstedt-gedreht.html |titel=Kinofilm „Banklady“ wird in Helmstedt gedreht |autor=Florian Arnold |werk=Braunschweiger Zeitung |datum=2012-05-11 |abruf=2025-04-11}}</ref><ref>{{Internetquelle |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/helmstedt/article150707546/Blick-hinter-die-Kulissen-am-Filmset-zur-Banklady.html |titel=Blick hinter die Kulissen am Filmset zur „Banklady“ |autor=Jürgen Paxmann |werk=Braunschweiger Zeitung |datum=2012-07-11 |abruf=2025-04-11}}</ref>