Langeleben: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Gemeinde Langeleben wurde am 1. April 1936 aufgelöst, da sie nicht mehr lebensfähig war und die restlichen Bewohner einer verbliebenen Waldgaststätte sowie des Kinderheimes gehörten zum 3 km weiter östlich gelegenen [[Lelm]] (heute [[Königslutter am Elm]]). In diesem Jahr wurden die letzten Waldarbeiterhäuser abgerissen, bereits 1935 waren ihre Bewohner nach Königslutter umgesiedelt worden. | Die Gemeinde Langeleben wurde am 1. April 1936 aufgelöst, da sie nicht mehr lebensfähig war und die restlichen Bewohner einer verbliebenen [[Waldgaststätte Tetzelstein|Waldgaststätte]] sowie des Kinderheimes gehörten zum 3 km weiter östlich gelegenen [[Lelm]] (heute [[Königslutter am Elm]]). In diesem Jahr wurden die letzten Waldarbeiterhäuser abgerissen, bereits 1935 waren ihre Bewohner nach Königslutter umgesiedelt worden. | ||
Von 1935 bis 1937 wurde die Elm-Autostraße errichtet, damit hat Langeleben auch eine direkte Straßenverbindung nach Schöningen. Zuvor bestanden direkte Straßenverbindungen nur nach Königslutter, Lelm und Tetzelstein. | Von 1935 bis 1937 wurde die Elm-Autostraße errichtet, damit hat Langeleben auch eine direkte Straßenverbindung nach Schöningen. Zuvor bestanden direkte Straßenverbindungen nur nach Königslutter, Lelm und Tetzelstein. | ||
In den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkriegs kam es zu einem tragischen Vorfall. Einen Tag vor der Besetzung durch die Alliierten griffen am 11. April 1945 amerikanische Tiefflieger]] Langeleben an. Sie zerstörten das Gebäude einer Waldgaststätte und töteten bei dem nur wenige Minuten andauernden Angriff 53 Menschen. Darunter waren 35 Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren und zwei Helferinnen aus dem Kindererholungsheim. Die Kinder waren aus dem Großen Waisenhaus in Braunschweig evakuiert worden, um sie im Elm vor Bombenangriffen zu schützen. | In den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkriegs kam es zu einem tragischen Vorfall. Einen Tag vor der Besetzung durch die Alliierten griffen am 11. April 1945 amerikanische Tiefflieger]] Langeleben an. Sie zerstörten das Gebäude einer [[Waldgaststätte Tetzelstein|Waldgaststätte]] und töteten bei dem nur wenige Minuten andauernden Angriff 53 Menschen. Darunter waren 35 Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren und zwei Helferinnen aus dem Kindererholungsheim. Die Kinder waren aus dem Großen Waisenhaus in Braunschweig evakuiert worden, um sie im Elm vor Bombenangriffen zu schützen. | ||
Die Zivilisten in Langeleben waren in die militärischen Kämpfe im Elm zwischen vorrückenden amerikanischen Einheiten und sich absetzenden Wehrmachtseinheiten geraten. Bereits einen Tag zuvor hatte sich die Braunschweiger Schutzpolizei in den Elm abgesetzt. Sie wurde ebenfalls von Jagdbombern sowie durch Artilleriebeschuss angegriffen. <ref>Polizei im Rückspiegel. Die Geschichte der Polizeidirektion Braunschweig, Volker Dowidat, Braunschweig, 2003</ref> | Die Zivilisten in Langeleben waren in die militärischen Kämpfe im Elm zwischen vorrückenden amerikanischen Einheiten und sich absetzenden Wehrmachtseinheiten geraten. Bereits einen Tag zuvor hatte sich die Braunschweiger Schutzpolizei in den Elm abgesetzt. Sie wurde ebenfalls von Jagdbombern sowie durch Artilleriebeschuss angegriffen. <ref>Polizei im Rückspiegel. Die Geschichte der Polizeidirektion Braunschweig, Volker Dowidat, Braunschweig, 2003</ref> | ||
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=== Britischer Funkabhöranlage === | === Britischer Funkabhöranlage === | ||
[[Datei:Langeleben Kaserne.jpg|mini|Einfahrt zum bereits verlassenen Militärgelände der [[Anderson Barracks]] ([[2006]])]] | |||
{{Hauptartikel|Anderson Barracks}} | |||
Ab [[1948]] betrieb die britische Besatzungsmacht in Langeleben eine Funküberwachungsstation zur Aufklärung des sowjetischen Militärverkehrs. [[1951]] entstand zunächst ein Zeltlager für neun Soldaten der „101st Wireless Troop“, ab [[1955]] wurden Holzbaracken genutzt und ab [[1963]] feste Unterkünfte errichtet. Die Station, intern „Langeleben Camp“ oder „Langy“ genannt, überwachte insbesondere den Truppenübungsplatz Colbitz-Letzlinger Heide und wurde von rund 120 bis 140 Soldaten betrieben. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands verlor die Anlage ihre Funktion und wurde Ende November [[1992]] geschlossen. In den folgenden Jahren kam es zu Vandalismus; ab [[2008]] wurden die Gebäude abgerissen. Erhalten blieben nur Bodenplatten und Zufahrtswege. [[1993]] gründeten ehemalige Angehörige des ''Royal Signals'' und des ''Intelligence Corps'' die „Langeleben Reunion Association“ zur Pflege der Kameradschaft und zur Organisation regelmäßiger Treffen. Am 13. Juni [[2009]] wurde in der Nähe des ehemaligen Standorts ein Gedenkstein mit Inschriften auf Deutsch und Englisch eingeweiht, finanziert von der Vereinigung und gefertigt vom britischen Steinmetz Paul Ellis. | |||
Am 13. Juni 2009 wurde | |||
=== Friedwald-Bestattungsplatz === | === Friedwald-Bestattungsplatz === | ||
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{{Coordinate |NS=52/12/31.99/N |EW=10/48/50.19/E |type=landmark |dim=300 |region=DE-NI}} | {{Coordinate |NS=52/12/31.99/N |EW=10/48/50.19/E |type=landmark |dim=300 |region=DE-NI}} | ||
[[Kategorie:Langeleben| ]] | |||
[[Kategorie:Wüstung im Landkreis Helmstedt]] | |||
[[Kategorie: | [[Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Helmstedt)]] | ||