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St. Barbara (Büddenstedt): Unterschied zwischen den Versionen

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== Geschichte ==
== Geschichte ==
Vor der Reformation war [[Büddenstedt]] Sitz eines katholischen Pfarrers. Die erste Erwähnung der Pfarrei stammt aus der Zeit um [[1220]]. Sie unterstand dem Archidiakon von [[Ochsendorf]] und gehörte zum Bistum Halberstadt. [[1568]] führte Herzog Julius im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg die Reformation ein,<ref name="Chronik">{{Webarchiv|url=http://www.dekanat-wob-he.de/fileadmin/user_upload/Keller_Thomas/Chronik_Off.pdf |wayback=20160501140917 |text=Chronik der kath. Kirchengemeinde Offleben / Büddenstedt |archiv-bot=2019-05-15 04:02:35 InternetArchiveBot }} (PDF; 100&nbsp;kB), abgerufen am 20. Juli 2013.</ref> infolgedessen bekam Büddenstedt [[1569]] einen evangelisch-lutherischen Geistlichen.<ref>Joachim Schmid: ''Büddenstedt. Geschichte einer Bergbaugemeinde und ihrer Ortsteile Büddenstedt, Offleben und Reinsdorf-Hohnsleben.'' Gemeinde Büddenstedt (Hrsg.), Büddenstedt 2006, S. 121.</ref>
Vor der Reformation war [[Büddenstedt]] Sitz eines katholischen Pfarrers. Die erste Erwähnung der Pfarrei stammt aus der Zeit um [[1220]]. Sie unterstand dem Archidiakon von [[Ochsendorf]] und gehörte zum Bistum Halberstadt. [[1568]] führte Herzog Julius im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg die Reformation ein,<ref name="Chronik">{{Webarchiv|url=http://www.dekanat-wob-he.de/fileadmin/user_upload/Keller_Thomas/Chronik_Off.pdf |wayback=20160501140917 |text=Chronik der kath. Kirchengemeinde Offleben / Büddenstedt}} (PDF; 100&nbsp;kB), abgerufen am 20. Juli 2013.</ref> infolgedessen bekam Büddenstedt [[1569]] einen evangelisch-lutherischen Geistlichen.<ref>Joachim Schmid: ''Büddenstedt. Geschichte einer Bergbaugemeinde und ihrer Ortsteile Büddenstedt, Offleben und Reinsdorf-Hohnsleben.'' Gemeinde Büddenstedt (Hrsg.), Büddenstedt 2006, S. 121.</ref>


Ab [[1935]] wurde die Ortschaft [[Neu Büddenstedt]] (später in [[Büddenstedt]] umbenannt) errichtet, als Ersatz für das zum Abriss vorgesehene [[Büddenstedt]]. Bereits [[1939]] hatte [[Neu Büddenstedt]] 610 Einwohner, darunter viele im [[Helmstedter Braunkohlerevier]] beschäftigte Katholiken. Damalige Planungen der Vikarie [[Heilige Familie (Offleben)|Heilige Familie]] in [[Offleben]], in [[Neu Büddenstedt]] ein katholisches Gotteshaus zu errichten, konnten durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nicht umgesetzt werden. Nach [[1945]] vergrößerte sich die Zahl der katholischen Einwohner durch den Zuzug von Heimatvertriebenen aus den Deutschen Ostgebieten sowie durch Flüchtlinge aus der Sowjetischen Besatzungszone.
Ab [[1935]] wurde die Ortschaft [[Neu Büddenstedt]] (später in [[Büddenstedt]] umbenannt) errichtet, als Ersatz für das zum Abriss vorgesehene [[Büddenstedt]]. Bereits [[1939]] hatte [[Neu Büddenstedt]] 610 Einwohner, darunter viele im [[Helmstedter Braunkohlerevier]] beschäftigte Katholiken. Damalige Planungen der Vikarie [[Heilige Familie (Offleben)|Heilige Familie]] in [[Offleben]], in [[Neu Büddenstedt]] ein katholisches Gotteshaus zu errichten, konnten durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nicht umgesetzt werden. Nach [[1945]] vergrößerte sich die Zahl der katholischen Einwohner durch den Zuzug von Heimatvertriebenen aus den Deutschen Ostgebieten sowie durch Flüchtlinge aus der Sowjetischen Besatzungszone.
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[[1996]] wurde eine die katholischen Kirchen in [[Büddenstedt]], [[Maria von der Immerwährenden Hilfe (Jerxheim)|Jerxheim]], [[Offleben]] und [[Schöningen]] umfassende Seelsorgeeinheit eingerichtet. Am 1. März [[1998]] wurde das [[Dekanat Helmstedt]], zu dem auch die Kirche gehörte, mit dem Dekanat Wolfenbüttel zum neuen [[Dekanat Wolfsburg–Helmstedt]] zusammengeschlossen. Seit dem 1. November [[2006]] gehörte die Kirche zum damals neu gegründeten [[Dekanat Wolfsburg–Helmstedt]], das aus den Dekanaten Wolfsburg und dem Helmstedter Teil des [[Dekanat Wolfsburg–Helmstedt|Dekanates Wolfsburg–Helmstedt]] entstand. Ebenfalls am 1. November [[2006]] entstand aus der Seelsorgeeinheit die heutige Pfarrgemeinde [[Pfarrgemeinde St. Marien|Maria Hilfe der Christen]].<ref>Bischöfliches Generalvikariat: ''Urkunde über die Aufhebung der katholischen Pfarrgemeinden Maria Hilfe der Christen, Schöningen, Hl. Familie, Büddenstedt-Offleben, Maria von der Immerwährenden Hilfe, Jerxheim und über die Errichtung der katholischen Pfarrgemeinde Maria Hilfe der Christen, Schöningen.'' Kirchlicher Anzeiger Nr. 10/2006, S. 49–51.</ref> Am 3. März [[2015]] wurde die Kirche in [[Offleben]] profaniert, seitdem war die St.-Barbara-Kirche die östlichste Kirche im [[Dekanat Wolfsburg–Helmstedt]].
[[1996]] wurde eine die katholischen Kirchen in [[Büddenstedt]], [[Maria von der Immerwährenden Hilfe (Jerxheim)|Jerxheim]], [[Offleben]] und [[Schöningen]] umfassende Seelsorgeeinheit eingerichtet. Am 1. März [[1998]] wurde das [[Dekanat Helmstedt]], zu dem auch die Kirche gehörte, mit dem Dekanat Wolfenbüttel zum neuen [[Dekanat Wolfsburg–Helmstedt]] zusammengeschlossen. Seit dem 1. November [[2006]] gehörte die Kirche zum damals neu gegründeten [[Dekanat Wolfsburg–Helmstedt]], das aus den Dekanaten Wolfsburg und dem Helmstedter Teil des [[Dekanat Wolfsburg–Helmstedt|Dekanates Wolfsburg–Helmstedt]] entstand. Ebenfalls am 1. November [[2006]] entstand aus der Seelsorgeeinheit die heutige Pfarrgemeinde [[Pfarrgemeinde St. Marien|Maria Hilfe der Christen]].<ref>Bischöfliches Generalvikariat: ''Urkunde über die Aufhebung der katholischen Pfarrgemeinden Maria Hilfe der Christen, Schöningen, Hl. Familie, Büddenstedt-Offleben, Maria von der Immerwährenden Hilfe, Jerxheim und über die Errichtung der katholischen Pfarrgemeinde Maria Hilfe der Christen, Schöningen.'' Kirchlicher Anzeiger Nr. 10/2006, S. 49–51.</ref> Am 3. März [[2015]] wurde die Kirche in [[Offleben]] profaniert, seitdem war die St.-Barbara-Kirche die östlichste Kirche im [[Dekanat Wolfsburg–Helmstedt]].


Am 18. August [[2024]] erfolgte auch die Profanierung der St.-Barbara-Kirche, die Bischof Heiner Wilmer nach einer letzten Heiligen Messe vornahm.<ref>Erik Beyen: [https://www.braunschweiger-zeitung.de/niedersachsen/helmstedt/article407030019/aus-fuer-die-katholische-kirche-in-bueddenstedt.html ''Aus für die katholische Kirche in Büddenstedt.''] [[Helmstedter Nachrichten]], 16. August 2024, abgerufen am 18. August 2024.</ref> Das Grundstück mit der Kirche wurde von der Stadt [[Helmstedt]] erworben. Pläne der Stadt, das Kirchengebäude zu einem Feuerwehrhaus oder zu einer Kindertagesstätte umzubauen, wurden aus wirtschaftlichen Gründen wieder verworfen. Die Kirche soll abgerissen und das Grundstück mit Wohnhäusern bebaut werden.<ref>Markus Brich: ''Kirche in Büddenstedt soll abgerissen werden.'' [[Helmstedter Nachrichten]], Ausgabe vom 11. Februar 2025.</ref> Gegen den beschlossenen Abriss des katholischen Gotteshauses formiert sich in Büddenstedt Widerstand.<ref>Katja Weber-Diedrich: ''Aufruf an die Stadt: „Lasst die Kirche im Dorf“'' In: [[Helmstedter Sonntag]] vom 20. April [[2025]], S. 3.</ref>
Am 18. August [[2024]] erfolgte auch die Profanierung der St.-Barbara-Kirche, die Bischof Heiner Wilmer nach einer letzten Heiligen Messe vornahm.<ref>Erik Beyen: [https://www.braunschweiger-zeitung.de/niedersachsen/helmstedt/article407030019/aus-fuer-die-katholische-kirche-in-bueddenstedt.html ''Aus für die katholische Kirche in Büddenstedt.''] [[Helmstedter Nachrichten]], 16. August 2024, abgerufen am 18. August 2024.</ref> Das Grundstück mit der Kirche wurde von der Stadt [[Helmstedt]] erworben. Pläne der Stadt, das Kirchengebäude zu einem Feuerwehrhaus oder zu einer Kindertagesstätte umzubauen, wurden aus wirtschaftlichen Gründen wieder verworfen. Die Kirche soll abgerissen und das Grundstück mit Wohnhäusern bebaut werden.<ref>Markus Brich: ''Kirche in Büddenstedt soll abgerissen werden.'' [[Helmstedter Nachrichten]], Ausgabe vom 11. Februar 2025.</ref> Gegen den beschlossenen Abriss des katholischen Gotteshauses formiert sich in Büddenstedt Widerstand.<ref>{{Literatur |Titel=Aufruf an die Stadt: „Lasst die Kirche im Dorf“ |Autor=Katja Weber-Diedrich |Sammelwerk=[[Helmstedter Sonntag]] |Datum=2025-04-20 |Seiten=3}}</ref> Am 25. November [[2025]] wurden die drei historischen Bronzeglocken aus dem Kirchturm ausgebaut. Voraussichtlich im Frühjahr [[2026]] werden sie dauerhaft in den Turm der [[Kloster St. Ludgeri#Klosterkirche St. Ludgeri|Klosterkirche St. Ludgeri]] in [[Helmstedt]] eingebaut und dort wieder läuten.<ref>{{Literatur |Titel=Eine Kirche verschwindet, ihr Klang bleibt |Autor=Shirin-Sophie Porsiel |Sammelwerk=[[Helmstedter Sonntag]] |Datum=2025-11-30 |Seiten=4}}</ref>


Die nächstliegenden katholischen Kirchen sind heute [[Kloster St. Ludgeri|St. Ludgeri]] in [[Helmstedt]] und [[Pfarrgemeinde St. Marien|Maria Hilfe der Christen]] in [[Schöningen]] in rund sieben Kilometer Entfernung.
Die nächstliegenden katholischen Kirchen sind heute [[Kloster St. Ludgeri|St. Ludgeri]] in [[Helmstedt]] und [[Pfarrgemeinde St. Marien|Maria Hilfe der Christen]] in [[Schöningen]] in rund sieben Kilometer Entfernung.