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* [[Offleben]] (mit [[Hohnsleben]] und [[Reinsdorf]])
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Die Kernstadt umfasst den Bereich der traditionellen [[Altstadt (Stadtviertel)|Altstadt]] sowie die angrenzenden neuen Siedlungsgebiete, die überwiegend nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen wurden. In diesem Stadtteil leben fast 21.100 Einwohner. Die beiden Dörfer [[Barmke]] (ca. 800 Einwohner) und [[Emmerstedt]] (ca. 2.150 Einwohner) liegen 4,5 km bzw. 1 km nordwestlich der Kernstadt und wurden im Jahr [[1974]] im Zuge einer Gebietsreform nach Helmstedt eingemeindet. Das im 19. Jahrhundert besiedelte und mitten im [[Lappwald]] gelegene [[Bad Helmstedt]] (ca. 150 Einwohner) befindet sich rund 3,5 km östlich des Innenstadtbereiches. Südöstlich der Kernstadt befinden sich [[Büddenstedt]] und [[Offleben]] (mit [[Hohnsleben]] und [[Reinsdorf]]).
Die Kernstadt umfasst den Bereich der traditionellen [[Altstadt (Stadtviertel)|Altstadt]] sowie die angrenzenden neuen Siedlungsgebiete, die überwiegend nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen wurden. In diesem Stadtteil leben fast 21.100 Menschen. Die beiden Dörfer [[Barmke]] (etwa 800 Einwohner:innen) und [[Emmerstedt]] (etwa 2.150 Einwohner:innen) liegen 4,5 km bzw. 1 km nordwestlich der Kernstadt und wurden im Jahr [[1974]] im Zuge einer Gebietsreform nach Helmstedt eingemeindet. Das im 19. Jahrhundert besiedelte und mitten im [[Lappwald]] gelegene [[Bad Helmstedt]] (etwa 150 Einwohner:innen) befindet sich rund 3,5 km östlich des Innenstadtbereiches. Südöstlich der Kernstadt befinden sich [[Büddenstedt]] (etwa 1300 Einwohner:innen) und [[Offleben]] (mit [[Hohnsleben]] und [[Reinsdorf]]).


=== Klima ===
=== Klima ===
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== Geschichte ==
== Geschichte ==
=== Frühgeschichte ===
=== Frühgeschichte ===
Helmstedt und die Umgebung sind reich an archäologischen Fundstätten. Die ältesten Spuren hier anwesender Menschen wurden während der Ausgrabungen im Braunkohletagebau gefunden. Quer durch das Helmstedter Kreisgebiet verlief mit der Löß- auch eine Kulturgrenze. Während sich auf den fruchtbaren Lößböden bereits bäuerliche Kulturen niedergelassen hatten, lebten nördlich von Helmstedt in den Gebieten mit minderer Bodenqualität noch mittelsteinzeitliche Jäger und Sammler. Die ältesten Siedlungen errichteten die Bauern der Jungsteinzeit im 6. Jahrtausend vor Chr. Die erste bäuerliche Kultur nördlich der Lößgrenze zeichnete sich durch ihre besondere Keramik in Form von Trichterbechern aus. Diese Menschen bestatteten ihre Toten in Großsteingräbern. Bekannt sind auch die [[Lübbensteine]] westlich von Helmstedt aus dem 4. Jahrtausend vor Chr. sowie die Großsteingräber bei [[Süpplingenburg]] und [[Groß Steinum]].
Helmstedt und die Umgebung sind reich an archäologischen Fundstätten. Die ältesten Spuren in dieser Region lebender Menschen wurden während der Ausgrabungen im Braunkohletagebau gefunden. Quer durch das Helmstedter Kreisgebiet verlief mit der Löß- auch eine Kulturgrenze. Während sich auf den fruchtbaren Lößböden bereits bäuerliche Kulturen niedergelassen hatten, lebten nördlich von Helmstedt in den Gebieten mit minderer Bodenqualität noch mittelsteinzeitliche Jäger und Sammler. Die ältesten Siedlungen errichteten die Bauern der Jungsteinzeit im 6. Jahrtausend vor Chr. Die erste bäuerliche Kultur nördlich der Lößgrenze zeichnete sich durch ihre besondere Keramik in Form von Trichterbechern aus. Diese Menschen bestatteten ihre Toten in Großsteingräbern. Bekannt sind auch die [[Lübbensteine]] westlich von Helmstedt aus dem 4. Jahrtausend vor Chr. sowie die Großsteingräber bei [[Süpplingenburg]] und [[Groß Steinum]].


=== Mittelalter ===
=== Mittelalter ===
[[Datei:Helmstedt Stadtansicht Merian 1640.jpg|mini|Stadtansicht von Helmstedt um [[1654]] nach einem Kupferstich von Matthäus Merian]]
[[Datei:Helmstedt Stadtansicht Merian 1640.jpg|mini|Stadtansicht von Helmstedt um [[1654]] nach einem Kupferstich von Matthäus Merian]]
Helmstedt entwickelte sich in der Nähe des Benediktinerklosters [[Kloster St. Ludgeri|St. Ludgeri]], das vermutlich um [[800]] als Missionszelle von Liudger, dem ersten Bischof von Münster, gegründet wurde. Es bestand stets eine enge Verbindung zum [[Kloster Werden]] (heute ein Stadtteil von Essen), die seit der Mitte des 12. Jahrhunderts auch urkundlich belegt ist. Die älteste politische Einteilung der Region geht bis ins frühe Mittelalter auf die Gaue zurück. Die Region Helmstedt war Teil von Derlingau und Nordthüringgau. Im Laufe des Mittelalters ersetzten die Grafschaften die Gaue. Über Kaiser Lothar III. von [[Süpplingenburg]] fielen die umliegenden Helmstedter Besitzungen an die Welfen. Bis zum Jahr [[1490]] waren noch die Äbte des Klosters Werden-Ludgeri die Stadtherren von Helmstedt, die anschließend ihre Rechte an die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg abtraten.
Helmstedt entwickelte sich in der Nähe des Benediktinerklosters [[Kloster St. Ludgeri|St. Ludgeri]], das vermutlich um [[800]] als Missionszelle von Liudger, dem ersten Bischof von Münster, gegründet wurde. Es bestand stets eine enge Verbindung zum Kloster Werden (heute ein Stadtteil von Essen), die seit der Mitte des 12. Jahrhunderts auch urkundlich belegt ist. Die älteste politische Einteilung der Region geht bis ins frühe Mittelalter auf die Gaue zurück. Die Region Helmstedt war Teil von Derlingau und Nordthüringgau. Im Laufe des Mittelalters ersetzten die Grafschaften die Gaue. Über Kaiser Lothar III. von [[Süpplingenburg]] fielen die umliegenden Helmstedter Besitzungen an die Welfen. Bis zum Jahr [[1490]] waren noch die Äbte des Klosters Werden-Ludgeri die Stadtherren von Helmstedt, die anschließend ihre Rechte an die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg abtraten.


Helmstedt wurde als ''Helmonstede'' das erste Mal in einer Urkunde von König Otto I. im Jahr [[952]] erwähnt. Verbriefte Stadtrechte sind für Helmstedt bereits im Jahr [[1247]] durch den Abt von Werden dokumentiert.
Helmstedt wurde als ''Helmonstede'' das erste Mal in einer Urkunde von König Otto I. im Jahr [[952]] erwähnt. Verbriefte Stadtrechte sind für Helmstedt bereits im Jahr [[1247]] durch den Abt von Werden dokumentiert.


Im Zuge des Deutschen Thronstreites zwischen den Welfen und Staufern wurde die Stadt zur Jahreswende [[1199]]/[[1200]] von Truppen des magdeburgischen Erzbischofs Ludolf und des Königs Philipp von Schwaben fast vollständig zerstört. Nach dem Wiederaufbau wurden die Befestigungsanlagen der Stadt verstärkt, so dass einer Belagerung im Jahr [[1279]] während der welfischen Erbstreitigkeiten zwischen den Söhnen des verstorbenen Herzogs Albrecht dem Großen standgehalten werden konnte. Nach jahrelangen kriegerischen Auseinandersetzungen wurde der als Vermittler zwischen den Kriegsparteien tätige Abt von Werden Otto II. im Jahr [[1288]] unter nicht näher geklärten Umständen von aufgebrachten Helmstedter Bürgern getötet. Daraufhin wurde über die Stadt und deren Bürger die Reichsacht verhängt, die erst [[1290]] von König Rudolf I. aufgehoben wurde.
Im Zuge des Deutschen Thronstreites zwischen den Welfen und Staufern wurde die Stadt zur Jahreswende [[1199]]/[[1200]] von Truppen des magdeburgischen Erzbischofs Ludolf und des Königs Philipp von Schwaben fast vollständig zerstört. Nach dem Wiederaufbau wurden die Befestigungsanlagen der Stadt verstärkt, so dass einer Belagerung im Jahr [[1279]] während der welfischen Erbstreitigkeiten zwischen den Söhnen des verstorbenen Herzogs Albrecht dem Großen standgehalten werden konnte. Nach jahrelangen kriegerischen Auseinandersetzungen wurde der als Vermittler zwischen den Kriegsparteien tätige Abt von Werden Otto II. im Jahr [[1288]] unter nicht näher geklärten Umständen von aufgebrachten Helmstedter Bürger:innen getötet. Daraufhin wurde über die Stadt und deren Bürger:innen die Reichsacht verhängt, die erst [[1290]] von König Rudolf I. aufgehoben wurde.


Aufgrund seiner günstigen Verkehrslage zwischen den Handelsstraßen Lüneburg-Halberstadt und Braunschweig-Magdeburg entwickelte sich Helmstedt frühzeitig zu einem recht bedeutenden Handelsort. Zwischen [[1426]] und [[1518]] bestand eine Mitgliedschaft im Städtebund der Hanse, wenngleich auch als kleinstes Mitglied.
Aufgrund seiner günstigen Verkehrslage zwischen den Handelsstraßen Lüneburg-Halberstadt und Braunschweig-Magdeburg entwickelte sich Helmstedt frühzeitig zu einem recht bedeutenden Handelsort. Zwischen [[1426]] und [[1518]] bestand eine Mitgliedschaft im Städtebund der Hanse, wenngleich auch als kleinstes Mitglied.
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Nach der Gründung der DDR im Oktober [[1949]] wurde der Ausbau der Grenzanlagen von ostdeutscher Seite vorangetrieben, sodass die Stadt Helmstedt den Zugang zu ihrem östlichen Umland verlor. Eine Ausnahme bildete eine zeitlang das in Sichtweite der Stadt gelegene Kraftwerk Harbke, das nun im Grenzgebiet der DDR lag und eine grenzüberschreitende Stromversorgung sicherstellte. Hier konnten Mitarbeiter der westdeutschen [[Braunschweigische Kohlen-Bergwerke|Braunschweigischen Kohlen-Bergwerke AG]] (BKB) ebenso wie in den grenznahen Braunkohletagebauen ihrer Arbeit nachgehen. Nachdem das Kraftwerk Harbke im Jahr [[1952]] als Volkseigener Betrieb von der DDR verstaatlicht wurde und die Grenze in diesem Bereich vollständig geschlossen wurde, erfolgte die Stromversorgung Helmstedts ab [[1954]] durch das neu errichtete [[Kraftwerk Offleben]].
Nach der Gründung der DDR im Oktober [[1949]] wurde der Ausbau der Grenzanlagen von ostdeutscher Seite vorangetrieben, sodass die Stadt Helmstedt den Zugang zu ihrem östlichen Umland verlor. Eine Ausnahme bildete eine zeitlang das in Sichtweite der Stadt gelegene Kraftwerk Harbke, das nun im Grenzgebiet der DDR lag und eine grenzüberschreitende Stromversorgung sicherstellte. Hier konnten Mitarbeiter der westdeutschen [[Braunschweigische Kohlen-Bergwerke|Braunschweigischen Kohlen-Bergwerke AG]] (BKB) ebenso wie in den grenznahen Braunkohletagebauen ihrer Arbeit nachgehen. Nachdem das Kraftwerk Harbke im Jahr [[1952]] als Volkseigener Betrieb von der DDR verstaatlicht wurde und die Grenze in diesem Bereich vollständig geschlossen wurde, erfolgte die Stromversorgung Helmstedts ab [[1954]] durch das neu errichtete [[Kraftwerk Offleben]].


Die Vertriebenenzuwanderung aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und der Flüchtlingsstrom aus der sowjetischen Besatzungszone nach dem Zweiten Weltkrieg ließen die Einwohnerzahl der Stadt sprunghaft ansteigen. Verzeichnete Helmstedt vor dem Krieg noch rund 18.000 Einwohner, so wurden Mitte der 1950er-Jahre bereits knapp 30.000 Einwohner registriert. Diesem Bevölkerungszuwachs versuchte man durch umfangreiche Erschließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete Rechnung zu tragen. Auf Grund der über Jahrzehnte bestehende Randlage an der Innerdeutschen Grenze verlor die Stadt in der Folgezeit wieder stetig an Einwohnern.
Die Zuwanderung von Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und der Zuzug von Geflüchteten aus der sowjetischen Besatzungszone nach dem Zweiten Weltkrieg ließen die Bevölkerungszahl der Stadt sprunghaft ansteigen. Verzeichnete Helmstedt vor dem Krieg noch rund 18.000 Einwohner:innen, so wurden Mitte der 1950er-Jahre bereits knapp 30.000 Einwohner:innen registriert. Diesem Bevölkerungszuwachs versuchte man durch umfangreiche Erschließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete Rechnung zu tragen. Auf Grund der über Jahrzehnte bestehende Randlage an der Innerdeutschen Grenze verlor die Stadt in der Folgezeit wieder stetig an Bevölkerung.


Im Jahr [[1973]] wurde der südlich der Stadt liegende [[Tagebau Helmstedt]] aufgeschlossen, der über viele Jahre die Braunkohleförderung sicherstellte, aber auch das direkt angrenzende Landschaftsbild der Stadt prägte.
Im Jahr [[1973]] wurde der südlich der Stadt liegende [[Tagebau Helmstedt]] aufgeschlossen, der über viele Jahre die Braunkohleförderung sicherstellte, aber auch das direkt angrenzende Landschaftsbild der Stadt prägte.


=== Herkunft des Ortsnamens ===
=== Herkunft des Ortsnamens ===
Alte Bezeichnungen des Ortes sind um 802 Helmonstedi, 952 Helmonstedi, Ende 10. Jahrhundert Helmonstedi, 10./11. Jahrhundert Helmonstedi, 1012 Helmanstidi, um 1050 Helmunstedi, 1119 Helmonstede, 1126-1133 Helmenstad, um 1150 Helmenstide, um 1150 Helmenstad, 1159 Helmonstat, 1162 Helmestaden, 1176 Helmenstide, 1178-1179 Helmestedunum, 1182 Helmenstad, 1189 Helmenstat, 1192 Helmenstad, 1195 Helmenstat, 1202 Helmenstad und um 1203 Heilminstede.
Alte Bezeichnungen des Ortes sind um [[802]] ''Helmonstedi'', [[952]] ''Helmonstedi'', Ende 10. Jahrhundert ''Helmonstedi'', 10./11. Jahrhundert ''Helmonstedi'', [[1012]] ''Helmanstidi'', um [[1050]] ''Helmunstedi'', [[1119]] ''Helmonstede'', [[1126]] bis [[1133]] ''Helmenstad'', um [[1150]] ''Helmenstide'', um [[1150]] ''Helmenstad'', [[1159]] ''Helmonstat'', [[1162]] ''Helmestaden'', [[1176]] ''Helmenstide'', [[1178]] bis [[1179]] ''Helmestedunum'', [[1182]] ''Helmenstad'', [[1189]] ''Helmenstat'', [[1192]] ''Helmenstad'', [[1195]] ''Helmenstat'', [[1202]] ''Helmenstad'' und um [[1203]] ''Heilminstede''.


Das Grundwort ist „-stedt“. Namengebend ist wohl die durch die Topographie geprägte Lage. Es gibt Steigungen und Gefälle innerhalb des Stadtkerns, und somit gibt es wohl eine Verbindung mit „kel“ („ragen, hoch“).
Das Grundwort ist „-stedt“. Namengebend ist wohl die durch die Topographie geprägte Lage. Es gibt Steigungen und Gefälle innerhalb des Stadtkerns, und somit gibt es wohl eine Verbindung mit „kel“ („ragen, hoch“). Helmstedt bedeutet wahrscheinlich „Stätte an einer Erhebung, Stätte an einer Schräge“.<ref>[http://www.ndr.de/ndr1niedersachsen/programm/ortsnamenforscher115.html Der ''Ortsnamenforscher'' auf NDR 1 Niedersachsen], Recherche Jürgen Udolph</ref>
Helmstedt bedeutet wahrscheinlich „Stätte an einer Erhebung, Stätte an einer Schräge“.<ref>[http://www.ndr.de/ndr1niedersachsen/programm/ortsnamenforscher115.html Der ''Ortsnamenforscher'' auf NDR 1 Niedersachsen], Recherche Jürgen Udolph</ref>


=== Eingemeindungen ===
=== Eingemeindungen ===
Am 1. April [[1960]] wurde Runstedt nach Helmstedt eingemeindet. Am 1. März [[1974]] wurden die Gemeinden [[Barmke]] und [[Emmerstedt]] eingegliedert.<ref>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): ''Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982.'' W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 272.</ref> Zum 1. Juli [[2017]] fusionierte Helmstedt mit der angrenzenden Gemeinde [[Büddenstedt]] zur neuen Stadt Helmstedt.
Am 1. April [[1960]] wurde [[Runstedt]] nach Helmstedt eingemeindet. Am 1. März [[1974]] wurden die Gemeinden [[Barmke]] und [[Emmerstedt]] eingegliedert.<ref>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): ''Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982.'' W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 272.</ref> Zum 1. Juli [[2017]] fusionierte Helmstedt mit der angrenzenden Gemeinde [[Büddenstedt]] zur neuen Stadt Helmstedt.


=== Wiedervereinigung und Gegenwart ===
=== Wiedervereinigung und Gegenwart ===
[[Datei:Grenzdenkmal La voûte des mains.jpg|miniatur|Grenzdenkmal „[[La voûte des mains]]“ bei Helmstedt]]
[[Datei:Grenzdenkmal La voûte des mains.jpg|miniatur|Grenzdenkmal „[[La voûte des mains]]“ bei Helmstedt]]
Als am 9. November 1989 die Wende in der DDR eingeleitet wurde, hatte dies auch unmittelbare Auswirkungen auf die niedersächsische Grenzstadt Helmstedt. Bereits in der Nacht zum 10. November überquerten viele DDR-Bürger den [[Grenzübergang Helmstedt–Marienborn]]. In den folgenden Tagen erlebte die Stadt einen ungeahnten Besucheransturm durch die östlichen Nachbarn. Bis zum Jahresende 1989 wurden fast alle jahrzehntelang durch die innerdeutsche Grenze gesperrten Straßenverbindungen seitens der DDR-Grenztruppen wieder geöffnet, so beispielsweise nach Harbke, Morsleben oder Beendorf. Bereits vor dem Inkrafttreten der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen den beiden deutschen Staaten Mitte 1990 entfielen auf beiden Seiten die Personenkontrollen. Mit der Deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 verlor Helmstedt endgültig die Rolle einer abseits gelegenen Grenzstadt und sah sich neuen Herausforderungen gegenübergestellt. Eine nicht unerhebliche Zahl ostdeutscher Übersiedler ließen die Stadtbevölkerung kurzfristig wieder anwachsen. Mit dem Wegfall der westdeutschen Zonenrandförderung und gleichzeitiger staatlicher Subventionierung von benachbarten Regionen in Sachsen-Anhalt erwuchsen der Kreisstadt neue Konkurrenz hinsichtlich Gewerbeansiedlungen und Absatzmärkte. Die Stadt Helmstedt versuchte dieser Entwicklung durch die Schaffung einer am östlichen Stadtrand liegenden Gewerbefläche („[[Magdeburger Berg]]“) entgegenzuwirken und durch Investitionen in die Infrastruktur an Attraktivität zu gewinnen.
Als am 9. November [[1989]] die Wende in der DDR eingeleitet wurde, hatte dies auch unmittelbare Auswirkungen auf die niedersächsische Grenzstadt Helmstedt. Bereits in der Nacht zum 10. November überquerten viele DDR-Bürger:innen den [[Grenzübergang Helmstedt–Marienborn]]. In den folgenden Tagen erlebte die Stadt einen ungeahnten Besucheransturm durch die östlichen Nachbar:innen. Bis zum Jahresende [[1989]] wurden fast alle jahrzehntelang durch die innerdeutsche Grenze gesperrten Straßenverbindungen seitens der DDR-Grenztruppen wieder geöffnet, so beispielsweise nach Harbke, Morsleben oder Beendorf. Bereits vor dem Inkrafttreten der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen den beiden deutschen Staaten Mitte [[1990]] entfielen auf beiden Seiten die Personenkontrollen. Mit der Deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober [[1990]] verlor Helmstedt endgültig die Rolle einer abseits gelegenen Grenzstadt und sah sich neuen Herausforderungen gegenübergestellt. Eine nicht unerhebliche Zahl ostdeutscher Übersiedler:innen ließen die Stadtbevölkerung kurzfristig wieder anwachsen. Mit dem Wegfall der westdeutschen Zonenrandförderung und gleichzeitiger staatlicher Subventionierung von benachbarten Regionen in Sachsen-Anhalt erwuchsen der Kreisstadt neue Konkurrenz hinsichtlich Gewerbeansiedlungen und Absatzmärkte. Die Stadt Helmstedt versuchte dieser Entwicklung durch die Schaffung einer am östlichen Stadtrand liegenden Gewerbefläche („[[Magdeburger Berg]]“) entgegenzuwirken und durch Investitionen in die Infrastruktur an Attraktivität zu gewinnen.


Im Juni 1992 konnte der 12. Tag der Niedersachsen in Helmstedt gefeiert werden. Der besonderen Rolle der Stadt während der Deutschen Teilung entsprechend wurde 1994 das [[Zonengrenz-Museum]] eröffnet. Seit 1995 finden jährlich auch die [[Helmstedter Universitätstage]] statt.
Im Juni [[1992]] konnte der [[Tag der Niedersachsen (Helmstedt)|Tag der Niedersachsen]] in Helmstedt gefeiert werden. Der besonderen Rolle der Stadt während der Deutschen Teilung entsprechend wurde [[1994]] das [[Zonengrenz-Museum]] eröffnet. Seit [[1995]] finden jährlich die [[Helmstedter Universitätstage]] statt.


Der während der Teilung geschaffene [[Tagebau Helmstedt]] wurde im Jahr 2002 stillgelegt. An dessen Stelle ist langfristig ein vier Quadratkilometer großer See mit entsprechendem Freizeitwert geplant, der sich inzwischen als [[Lappwaldsee]] (früherer Projektname ''Helmstedt-Harbke-See'') mit Grundwasser füllt.
Der während der Teilung geschaffene [[Tagebau Helmstedt]] wurde im Jahr [[2002]] stillgelegt. An dessen Stelle ist langfristig ein vier Quadratkilometer großer See mit entsprechendem Freizeitwert geplant, der sich inzwischen als [[Lappwaldsee]] (früherer Projektname ''Helmstedt-Harbke-See'') mit Grundwasser füllt.


Im Jahr 2005 konnte das letzte Teilstück des Umgehungsstraßenringes um Helmstedt für den Verkehr freigegeben werden.
Im Jahr [[2005]] konnte das letzte Teilstück des Umgehungsstraßenringes um Helmstedt für den Verkehr freigegeben werden.


== Postgeschichte ==
== Postgeschichte ==
Postgeschichtler gehen davon aus, dass in Helmstedt schon seit 1665 ein Postamt bestand. In der Zeit des Königreichs Westphalen (1808–1813) gehörte die Stadt zum Département Oker mit der Hauptstadt Braunschweig. Distriktsstädte waren Braunschweig, Helmstedt, Hildesheim und Goslar.
Postgeschichtler:innen gehen davon aus, dass in Helmstedt schon seit [[1665]] ein Postamt bestand. In der Zeit des Königreichs Westphalen ([[1808]]–[[1813]]) gehörte die Stadt zum Département Oker mit der Hauptstadt Braunschweig. Distriktsstädte waren Braunschweig, Helmstedt, Hildesheim und Goslar.


Zur Entwicklung des Postwesens in Helmstedt siehe: [[Postroute Braunschweig-Helmstedt-Magdeburg#Helmstedt|Postroute Braunschweig-Helmstedt-Magdeburg]].
Zur Entwicklung des Postwesens in Helmstedt siehe: [[Postroute Braunschweig-Helmstedt-Magdeburg#Helmstedt|Postroute Braunschweig-Helmstedt-Magdeburg]].
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== Bevölkerung ==
== Bevölkerung ==
=== Religionen ===
=== Religionen ===
Der überwiegende Teil der Bevölkerung orientierte sich seit der Stadtgründung an der christlichen Glaubenslehre. Helmstedt stand über viele Jahrhunderte unter starkem Einfluss der umliegenden Klöster ([[Kloster St. Ludgeri|Kloster Ludgeri]], [[Kloster St. Marienberg|Kloster Marienberg]], [[Kloster Mariental]]), die das kulturelle und religiöse Leben der Bewohner prägten. Bis zum Jahr 1490 übten die Äbte des benachbarten Klosters Ludgeri die Herrschaft über die Stadt aus.
Der überwiegende Teil der Bevölkerung orientierte sich seit der Stadtgründung an der christlichen Glaubenslehre. Helmstedt stand über viele Jahrhunderte unter starkem Einfluss der umliegenden Klöster ([[Kloster St. Ludgeri|Kloster Ludgeri]], [[Kloster St. Marienberg|Kloster Marienberg]], [[Kloster Mariental]]), die das kulturelle und religiöse Leben der Bewohner:innen prägten. Bis zum Jahr [[1490]] übten die Äbte des benachbarten [[Kloster St. Ludgeri|Klosters Ludgeri]] die Herrschaft über die Stadt aus.


Die Reformationsbewegung fand sehr früh Anhänger in der Stadt. Bereits seit dem Jahr 1524 predigten Mönche die lutherische Lehre in Helmstedt<ref>vgl. [[Hans-Ehrhard Müller]]: ''Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt'', Seite 102.</ref> und 1530 wurde in der [[St. Stephani (Helmstedt)|St.-Stephani-Kirche]] der erste evangelische Gottesdienst durch den Pfarrer Heinrich Wende abgehalten.<ref>vgl. [[Hans-Ehrhard Müller]]: ''Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt'', Seite 105.</ref> Endgültig setzte dich die Reformation im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg allerdings erst nach der Thronbesteigung des Herzogs Julius im Jahr 1568 durch und die Kirchengemeinden der Stadt Helmstedt traten zum Protestantismus über. Einzig das Kloster Ludgeri hielt an der katholischen Lehre fest.
Die Reformationsbewegung fand sehr früh Anhänger:innen in der Stadt. Bereits seit dem Jahr [[1524]] predigten Mönche die lutherische Lehre in Helmstedt<ref>vgl. [[Hans-Ehrhard Müller]]: ''Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt'', Seite 102.</ref> und [[1530]] wurde in der [[St. Stephani (Helmstedt)|St.-Stephani-Kirche]] der erste evangelische Gottesdienst durch den Pfarrer Heinrich Wende abgehalten.<ref>vgl. [[Hans-Ehrhard Müller]]: ''Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt'', Seite 105.</ref> Endgültig setzte dich die Reformation im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg allerdings erst nach der Thronbesteigung des Herzogs Julius im Jahr [[1568]] durch und die Kirchengemeinden der Stadt Helmstedt traten zum Protestantismus über. Einzig das [[Kloster St. Ludgeri|Kloster Ludgeri]] hielt an der katholischen Lehre fest.


Heute bekennen sich rund 49 Prozent der Einwohner zur evangelisch-lutherischen Kirche (Stand 2010).<ref name="Konfessionen">Auskunft der Helmstedter Stadtverwaltung vom 20. Mai 2010</ref> Sie sind in der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig organisiert und nutzen acht Gotteshäuser, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind: [[Kloster St. Marienberg|St. Marienberg]], [[St. Stephani (Helmstedt)|St. Stephani]], [[St. Walpurgis (Helmstedt)|St. Walpurgis]], [[St. Michaelis (Helmstedt)|St. Michaelis]], [[St. Thomas (Helmstedt)|St. Thomas]], [[St. Christophorus (Helmstedt)|St. Christophorus]] sowie [[St. Petri]] in Emmerstedt und die Dorfkirche in Barmke. Rund 12 Prozent der Helmstedter Bevölkerung haben eine römisch-katholische Konfessionszugehörigkeit (Stand 2010).<ref name="Konfessionen"/> Sie sind der [[Kloster St. Ludgeri|Pfarrei St. Ludgeri]] des Bistums Hildesheim zugeordnet.
Heute bekennen sich rund 49 Prozent der Bevölkerung zur evangelisch-lutherischen Kirche (Stand [[2010]]).<ref name="Konfessionen">Auskunft der Helmstedter Stadtverwaltung vom 20. Mai 2010</ref> Sie sind in der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig organisiert und nutzen sechs Gotteshäuser, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind: [[Kloster St. Marienberg|St. Marienberg]], [[St. Stephani (Helmstedt)|St. Stephani]], [[St. Walpurgis (Helmstedt)|St. Walpurgis]], [[St. Christophorus (Helmstedt)|St. Christophorus]] sowie [[St. Petri]] in [[Emmerstedt]] und die [[Dorfkirche (Barmke)|Dorfkirche]] in [[Barmke]]. Rund 12 Prozent der Helmstedter Bevölkerung haben eine römisch-katholische Konfessionszugehörigkeit (Stand [[2010]]).<ref name="Konfessionen"/> Sie sind der [[Pfarrgemeinde St. Ludgeri]] des Bistums Hildesheim zugeordnet.


Jüdische Einwohner sind seit dem Jahr 1247 in Helmstedt urkundlich erwähnt, als der Abt des Ludgeri-Klosters als Stadtherr die Helmstedter Stadtrechte beschrieb und den Juden eine Sondersteuer bzw. Schutzgeld auferlegte.<ref>vgl. Hans-Ehrhard Müller: ''Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt'', Seite 159.</ref> Die jüdischen Bewohner der Stadt wohnten im Mittelalter überwiegend in dem Bereich der heutigen [[Georgienstraße]]. Gegen Zahlung eines hohen Geldbetrages durch den Stadtrat an den zuständigen Kirchenfürsten erließ der Abt im Jahr 1479 ein Wohn- und Siedlungsverbot für Juden in Helmstedt. Das später zusätzlich verordnete herzogliche Aufenthaltsverbot für Juden im gesamten Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel wurde in der Stadt Helmstedt besonders restriktiv gehandhabt.<ref>vgl. [[Hans-Ehrhard Müller]]: ''Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt'', Seite 160. Die landesherrlichen Verordnungen zum allgemeinen Aufenthaltsverbot (u. a. aus dem Jahr 1553 und 1591) für Juden sahen Ausnahmen vor, insbesondere bei Zahlung von „Schutzgeldern“ durch die jüdischen Bewohner. Diese Ausnahmen wurden jedoch in Helmstedt nicht angewandt.</ref> Erst ihm Jahr 1806 wurde dieses Verbot gegen den Widerstand des Helmstedter Stadtrates durch die französische Besatzungsmacht während der napoléonischen Ära aufgehoben. Auch in der Folgezeit blieb die jüdische Gemeinde sehr klein und löste sich während der Zeit des Nationalsozialismus auf. Heutzutage findet kein nennenswertes jüdisches Gemeindeleben in Helmstedt mehr statt.
Jüdische Menschen sind seit dem Jahr [[1247]] in Helmstedt urkundlich erwähnt, als der Abt des Ludgeri-Klosters als Stadtherr die Helmstedter Stadtrechte beschrieb und den jüdische Menschen eine Sondersteuer bzw. Schutzgeld auferlegte.<ref>vgl. Hans-Ehrhard Müller: ''Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt'', Seite 159.</ref> Die jüdische Bevölkerung der Stadt wohnten im Mittelalter überwiegend in dem Bereich der heutigen [[Georgienstraße]]. Gegen Zahlung eines hohen Geldbetrages durch den Stadtrat an den zuständigen Kirchenfürsten erließ der Abt im Jahr [[1479]] ein Wohn- und Siedlungsverbot für Menschen jüdischen Glaubens in Helmstedt. Das später zusätzlich verordnete herzogliche Aufenthaltsverbot für jüdische Menschen im gesamten Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel wurde in der Stadt Helmstedt besonders restriktiv gehandhabt.<ref>vgl. [[Hans-Ehrhard Müller]]: ''Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt'', Seite 160. Die landesherrlichen Verordnungen zum allgemeinen Aufenthaltsverbot (u. a. aus dem Jahr 1553 und 1591) für Juden sahen Ausnahmen vor, insbesondere bei Zahlung von „Schutzgeldern“ durch die jüdischen Bewohner. Diese Ausnahmen wurden jedoch in Helmstedt nicht angewandt.</ref> Erst ihm Jahr [[1806]] wurde dieses Verbot gegen den Widerstand des Helmstedter Stadtrates durch die französische Besatzungsmacht während der napoléonischen Ära aufgehoben. Auch in der Folgezeit blieb die jüdische Gemeinde sehr klein und löste sich während der Zeit des Nationalsozialismus auf. Heutzutage findet kein nennenswertes jüdisches Gemeindeleben in Helmstedt mehr statt.


Mit verstärkter Zuwanderung muslimisch geprägter Migranten (insbesondere aus der Türkei) in den 1960er und 1970er Jahren haben sich auch islamische Religionsgemeinschaften in Helmstedt gebildet.
Mit verstärkter Zuwanderung muslimisch geprägter Migrant:innen (insbesondere aus der Türkei) in den 1960er- und 1970er-Jahren haben sich auch islamische Religionsgemeinschaften in Helmstedt gebildet.


Einem allgemeinen soziokulturellen Trend folgend, nimmt die Zahl der konfessionslosen Einwohner seit einigen Jahrzehnten stetig zu.
Einem allgemeinen soziokulturellen Trend folgend, nimmt die Zahl der konfessionslosen Einwohner:innen seit einigen Jahrzehnten stetig zu.


=== Sprache ===
=== Sprache ===
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=== Einwohnerentwicklung ===
=== Einwohnerentwicklung ===
Die Einwohnerzahl der Stadt unterlag über die Jahrhunderte, bedingt durch kriegerische Auseinandersetzungen, Hungersnöte und Seuchen, erheblichen Schwankungen. Insbesondere die Pest-Epidemien des 17. Jahrhunderts forderten eine große Opferzahl. In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges fiel ein Drittel der Helmstedter Bevölkerung der Pest des Jahres 1625 zum Opfer. Im November 1625 standen 295 Bürgerhäuser leer.<ref>Wilhelm Havemann: ''Geschichte der Lande Braunschweig und Lüneburg'', Bd. 3, Verlag der Dieterichschen Buchhandlung, Göttingen 1857, S. 75</ref>
Die Zahl der in der Stadt lebenden Menschen unterlag über die Jahrhunderte, bedingt durch kriegerische Auseinandersetzungen, Hungersnöte und Seuchen, erheblichen Schwankungen. Insbesondere die Pest-Epidemien des 17. Jahrhunderts forderten eine große Opferzahl. In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges fiel ein Drittel der Helmstedter Bevölkerung der Pest des Jahres [[1625]] zum Opfer. Im November [[1625]] standen 295 Bürgerhäuser leer.<ref>Wilhelm Havemann: ''Geschichte der Lande Braunschweig und Lüneburg'', Bd. 3, Verlag der Dieterichschen Buchhandlung, Göttingen 1857, S. 75</ref>


Durch die zunehmende Urbanisierung im Zuge der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs auch die Bevölkerung der Stadt Helmstedt sprunghaft an. Eine erhebliche Bevölkerungszunahme erfolgte unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, als die Einwohnerzahl durch die Flüchtlinge und Vertriebenenzuwanderung aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten innerhalb kurzer Zeit um ein Drittel anwuchs. Durch die Lage an der innerdeutschen Grenze und der damit einhergehenden ungünstigen wirtschaftlichen Entwicklung verlor die Stadt in der Folgezeit wieder an Einwohnern. Die Eingemeindungen der beiden Ortsteile Emmerstedt und Barmke im Jahr 1974 sowie die Übersiedler nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 konnten diesen negativen Trend nur kurzfristig kompensieren.
Durch die zunehmende Urbanisierung im Zuge der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs auch die Bevölkerung der Stadt Helmstedt sprunghaft an. Eine erhebliche Bevölkerungszunahme erfolgte unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, als die Bevölkerungszahl durch die Geflüchteten- und Vertriebenenzuwanderung aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten innerhalb kurzer Zeit um ein Drittel anwuchs. Durch die Lage an der innerdeutschen Grenze und der damit einhergehenden ungünstigen wirtschaftlichen Entwicklung verlor die Stadt in der Folgezeit wieder an gemeldeten Personen. Die Eingemeindungen der beiden Ortsteile [[Emmerstedt]] und [[Barmke]] im Jahr [[1974]] sowie die Übersiedelnde nach der deutschen Wiedervereinigung [[1990]] konnten diesen negativen Trend nur kurzfristig kompensieren.


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<small>Hinweis: Einwohnerzahlen von [https://www1.nls.niedersachsen.de/Statistik/html/default.asp Landesamt für Statistik Niedersachsen] (Bevölkerung nach Geschlecht; Fläche, Bevölkerungsdichte (Gemeinde)) sind angegeben nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis [[1830]] handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter bzw. der Stadtverwaltung selbst.</small>


== Politik ==
== Politik ==
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=== Städtepartnerschaften ===
=== Städtepartnerschaften ===
Bereits seit den 1950er Jahren unterhält Helmstedt freundschaftliche Verbindungen zu anderen europäischen Städten. Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges wurden diese Aktivitäten nach Ost- und Südosteuropa ausgedehnt. Derzeit besteht mit folgenden Städten eine offizielle internationale Städtepartnerschaft, dessen Pflege und Weiterentwicklung der [[Helmstedter Verein für Städtepartnerschaften und internationale Begegnungen]] bezweckt:
Bereits seit den 1950er-Jahren unterhält Helmstedt freundschaftliche Verbindungen zu anderen europäischen Städten. Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges wurden diese Aktivitäten nach Ost- und Südosteuropa ausgedehnt. Derzeit besteht mit folgenden Städten eine offizielle internationale Städtepartnerschaft, dessen Pflege und Weiterentwicklung der [[Helmstedter Verein für Städtepartnerschaften und internationale Begegnungen]] bezweckt:
* {{FRA|#}} Vitré in Frankreich seit 22. Oktober [[1978]]
* {{FRA|#}} Vitré in Frankreich seit 22. Oktober [[1978]]
* {{GBR|#}} Chard im Vereinigten Königreich seit 12. April [[1980]]
* {{GBR|#}} Chard im Vereinigten Königreich seit 12. April [[1980]]
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* {{TUR|#}} Konaklı in der Türkei seit 8. September [[2008]]<ref>Martina Hartmann, [http://www.webseite.de Städtepartnerschaft zwischen Konakli und Helmstedt besiegelt], (Website der [http://www.stadt-helmstedt.de Stadt Helmstedt], 8. September 2008).</ref>
* {{TUR|#}} Konaklı in der Türkei seit 8. September [[2008]]<ref>Martina Hartmann, [http://www.webseite.de Städtepartnerschaft zwischen Konakli und Helmstedt besiegelt], (Website der [http://www.stadt-helmstedt.de Stadt Helmstedt], 8. September 2008).</ref>


Durch die Fusion mit der Gemeinde [[Büddenstedt]] hat die Stadt zwei weitere Partnerstädte übernommen:
Durch die Fusion mit der Gemeinde [[Büddenstedt]] im Jahr [[2017]] hat die Stadt zwei weitere Partnerstädte übernommen:
* {{FRA|#}} Mondeville in Frankreich seit [[1973]]
* {{FRA|#}} Mondeville in Frankreich seit [[1973]]
* {{GBR|#}} Westward Ho! im Vereinigten Königreich seit [[1983]]
* {{GBR|#}} Westward Ho! im Vereinigten Königreich seit [[1983]]
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=== Fusion ===  
=== Fusion ===  
Im Rahmen einer Fusion zwischen der Stadt Helmstedt und der Gemeinde [[Büddenstedt]] wuchs die Kreisstadt zum 1. Juli 2017 um die Orte Büddenstedt, [[Offleben]], [[Reinsdorf]] und [[Hohnsleben]] – so beschlossen die Räte in ihren Sitzungen, die am 13. September 2016 parallel stattfanden.
Im Rahmen einer Fusion zwischen der Stadt Helmstedt und der Gemeinde [[Büddenstedt]] wuchs die Kreisstadt zum 1. Juli [[2017]] um die Orte [[Büddenstedt]], [[Offleben]], [[Reinsdorf]] und [[Hohnsleben]] – so beschlossen die Räte in ihren Sitzungen, die am 13. September [[2016]] parallel stattfanden.


== Kultur und Sehenswürdigkeiten ==
== Kultur und Sehenswürdigkeiten ==
Seine historische Bausubstanz, seine schief liegenden Plätze und seine die [[Altstadt (Stadtviertel)|Altstadt]] umgebenden Befestigungsanlagen geben Helmstedt ein unverwechselbares Profil in der Braunschweiger Region. Das Stadtbild wird u. a. geprägt durch die Doppelkapelle St. Peter und Paul / St. Johannes, eines der ältesten Bauwerke der Region, die St. Felicitas-Krypta der [[Kloster St. Ludgeri|Klosterkirche St. Ludgeri]], die [[St. Stephani (Helmstedt)||Pfarrkirche St. Stephani]], das [[Kloster St. Marienberg]], den Komplex der [[Universität Helmstedt|ehemaligen Universität]] mit dem Aulagebäude [[Juleum]] sowie eine Vielzahl von Fachwerk- und Professorenhäusern.
Seine historische Bausubstanz, seine schief liegenden Plätze und seine die [[Altstadt (Stadtviertel)|Altstadt]] umgebenden [[Stadtmauer (Helmstedt)|Befestigungsanlagen]] geben Helmstedt ein unverwechselbares Profil in der Braunschweiger Region. Das Stadtbild wird u. a. geprägt durch die Doppelkapelle St. Peter und Paul / St. Johannes, eines der ältesten Bauwerke der Region, die St. Felicitas-Krypta der [[Kloster St. Ludgeri|Klosterkirche St. Ludgeri]], die [[St. Stephani (Helmstedt)|Pfarrkirche St. Stephani]], das [[Kloster St. Marienberg]], den Komplex der [[Universität Helmstedt|ehemaligen Universität]] mit dem Aulagebäude [[Juleum]] sowie eine Vielzahl von Fachwerk- und Professorenhäusern.


Als ein Helmstedter Professor 1755 herausfand, dass Quellen im [[Brunnental]] heilkräftiges Wasser führten, entstand in der waldigen Umgebung der Stadt ein mondänes Modebad. Die Quellen sind zwar zwischenzeitlich versiegt, geblieben aber ist in einer parkähnlichen Landschaft eine Siedlung mit Theater und einem Hotel-Restaurant, die bis heute die Ortsteilbezeichnung [[Bad Helmstedt]] führt und staatlich als Erholungsort anerkannt wurde. Sie liegt mitten im [[Lappwald]], einem Grenzforst zwischen dem Herzogtum Braunschweig und Preußen, der in früheren Zeiten dem „[[Carl Wallmann|Räuberhauptmann Rose]]“ und anderen Schmugglern als Zufluchtsort diente.
Als ein Helmstedter Professor [[1755]] herausfand, dass Quellen im [[Brunnental]] heilkräftiges Wasser führten, entstand in der waldigen Umgebung der Stadt ein mondänes Modebad. Die Quellen sind zwar zwischenzeitlich versiegt, geblieben aber ist in einer parkähnlichen Landschaft eine Siedlung mit [[Brunnentheater|Theater]] und einem [[Der Quellenhof|Hotel-Restaurant]], die bis heute die Ortsteilbezeichnung [[Bad Helmstedt]] führt und staatlich als Erholungsort anerkannt wurde. Sie liegt mitten im [[Lappwald]], einem Grenzforst zwischen dem Herzogtum Braunschweig und Preußen, der in früheren Zeiten dem „[[Carl Wallmann|Räuberhauptmann Rose]]“ und anderen Schmugglern als Zufluchtsort diente.


Helmstedt ist zudem Mitglied der in den 1980er Jahren wiederbelebten hanseatischen Tradition der Lebens- und Kulturgemeinschaft des internationalen Städtebundes, der „Neuen Hanse“.
Helmstedt ist zudem Mitglied der in den 1980er-Jahren wiederbelebten hanseatischen Tradition der Lebens- und Kulturgemeinschaft des internationalen Städtebundes, der „Neuen Hanse“.
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Datei:Helmstedt Markt und Rathaus.jpg|[[Markt|Marktplatz]] und [[Rathaus (Helmstedt)|Rathaus]]
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Als sehenswerte Bauwerke der Stadt sind unter anderem zu nennen:
Als sehenswerte Bauwerke der Stadt sind unter anderem zu nennen:
* das romanische [[Kloster St. Marienberg]] mit Schatzkammer und Paramentenwerkstatt. Sitz des Ausbildungsseminars für Grund-, Haupt- und Realschulen Helmstedt und der [[Helmstedter Chorknaben]]
* das romanische [[Kloster St. Marienberg]] mit Schatzkammer und Paramentenwerkstatt. Sitz des Ausbildungsseminars für Grund-, Haupt- und Realschulen Helmstedt und der [[Helmstedter Chorknaben]]
* romanische Bauwerke des [[Kloster St. Ludgeri|Klosters St. Ludgeri]]: die Doppelkapelle St. Peter und Paul / St. Johannes und die St. Ludgeri-Kirche mit der St. Felicitas-Krypta            
* romanische Bauwerke des [[Kloster St. Ludgeri|Klosters St. Ludgeri]]: die Doppelkapelle St. Peter und Paul / St. Johannes und die St. Ludgeri-Kirche mit der St. Felicitas-Krypta
* das [[Türkentor]], ehemaliger Eingang des Klosters St. Ludgeri
* das [[Türkentor]], ehemaliger Eingang des Klosters St. Ludgeri
* das [[Juleum]], Aula-Gebäude der ehemaligen [[Universität Helmstedt|Helmstedter Universität]] im Baustil der Weserrenaissance mit [[Ehemalige Universitätsbibliothek Helmstedt|Universitätsbibliothek]] und [[Kreis- und Universitätsmuseum Helmstedt|Kreis- und Universitätsmuseum]]
* das [[Juleum]], Aula-Gebäude der ehemaligen [[Universität Helmstedt|Helmstedter Universität]] im Baustil der Weserrenaissance mit [[Ehemalige Universitätsbibliothek Helmstedt|Universitätsbibliothek]] und [[Kreis- und Universitätsmuseum Helmstedt|Kreis- und Universitätsmuseum]]
* der [[Hausmannsturm]] als Teil der mittelalterlichen Befestigungsanlage und dem einzigen erhaltene Stadttor im Braunschweiger Land
* der [[Hausmannsturm]] als Teil der mittelalterlichen [[Stadtmauer (Helmstedt)|Befestigungsanlage]] und dem einzigen erhaltene Stadttor im Braunschweiger Land
* die gotische [[St. Stephani (Helmstedt)|St.-Stephani-Kirche]]
* die gotische [[St. Stephani (Helmstedt)|St.-Stephani-Kirche]]
* eine Vielzahl von mittelalterlichen Professorenhäuser
* eine Vielzahl von mittelalterlichen Professorenhäuser
* das neugotische [[Rathaus (Helmstedt)|Rathaus]]
* das neugotische [[Rathaus (Helmstedt)|Rathaus]]
* die Anlagen der Helmstedter Landwehr mit Beobachtungstürmen im angrenzenden Lappwald
* die Anlagen der [[Helmstedter Landwehr]] mit Beobachtungstürmen im angrenzenden [[Lappwald]]
* das [[Zonengrenz-Museum]]
* das [[Zonengrenz-Museum]]
* die Großsteingräber [[Lübbensteine]]
* die Großsteingräber [[Lübbensteine]]
* das im Ortsteil [[Bad Helmstedt]] liegende [[Brunnen-Theater]]
* das im Ortsteil [[Bad Helmstedt]] liegende [[Brunnen-Theater]]
* das [[Herzogliches Hoflager|Herzogliche Hoflager]], ein Fachwerkhaus aus dem Jahr 1567 mit umfangreichen Schmuckformen
* das [[Herzogliches Hoflager|Herzogliche Hoflager]], ein Fachwerkhaus aus dem Jahr [[1567]] mit umfangreichen Schmuckformen
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Datei:Helmstedt Klostergebäude und Kirche St. Ludgeri.jpg|Ehemaliges [[Kloster St. Ludgeri|Klostergebäude mit Kirche St. Ludgeri]]
Datei:Helmstedt Klostergebäude und Kirche St. Ludgeri.jpg|Ehemaliges [[Kloster St. Ludgeri|Klostergebäude mit Kirche St. Ludgeri]]
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=== Theater ===
=== Theater ===
[[Datei:Bad Helmstedt Brunnen-Theater.jpg|mini|Das [[Brunnen-Theater]] in [[Bad Helmstedt]].]]
[[Datei:Bad Helmstedt Brunnen-Theater.jpg|mini|Das [[Brunnen-Theater]] in [[Bad Helmstedt]].]]
Das [[Brunnen-Theater]] befindet sich etwa vier km vom Stadtzentrum entfernt mitten im [[Lappwald]] in dem Ortsteil [[Bad Helmstedt]]. Das [[1927]] fertiggestellte Gebäude ist ein Nachfolgebau des im Jahr [[1815]] eröffneten Kurtheaters und umfasst gegenwärtig mehr als 600 Sitzplätze. Die Spielsaison erstreckt sich von den Monaten September bis April und bietet wechselnde Vorstellungen, die von Tourneetheatern aufgeführt werden.
Das [[Brunnen-Theater]] befindet sich etwa vier Kilometer vom Stadtzentrum entfernt mitten im [[Lappwald]] in dem Ortsteil [[Bad Helmstedt]]. Das [[1927]] fertiggestellte Gebäude ist ein Nachfolgebau des im Jahr [[1815]] eröffneten Kurtheaters und umfasst gegenwärtig mehr als 600 Sitzplätze. Die Spielsaison erstreckt sich von den Monaten September bis April und bietet wechselnde Vorstellungen, die von Tourneetheatern aufgeführt werden.


=== Museen ===
=== Museen ===
[[Datei:Helmstedt Zonengrenzmuseum.jpg|mini|left|Das [[Zonengrenz-Museum]] in Helmstedt]]
[[Datei:Helmstedt Zonengrenzmuseum.jpg|mini|left|Das [[Zonengrenz-Museum]] in Helmstedt]]
Das ehemalige Kreisheimatmuseum und im Oktober 2003 als [[Kreis- und Universitätsmuseum Helmstedt|Kreis- und Universitätsmuseum]] im Kellergeschoss des [[Juleum]]s eröffnete Museum beherbergt eine Dauerausstellung zu zwei Hauptthemen: der Universitätsgeschichte von Helmstedt und dem Leben im [[Landkreis Helmstedt]] seit 400.000 Jahren. Im Obergeschoss des [[Juleum]]s sind die Reste der ehemaligen Universitätsbibliothek mit aktuell noch ca. 35.000 Bänden zu besichtigen.
Das ehemalige Kreisheimatmuseum und im Oktober 2003 als [[Kreis- und Universitätsmuseum Helmstedt|Kreis- und Universitätsmuseum]] im Kellergeschoss des [[Juleum]]s eröffnete Museum beherbergt eine Dauerausstellung zu zwei Hauptthemen: der Universitätsgeschichte von Helmstedt und dem Leben im [[Landkreis Helmstedt]] seit 400.000 Jahren. Im Obergeschoss des [[Juleum]]s sind die Reste der [[Ehemalige Universitätsbibliothek Helmstedt|ehemaligen Universitätsbibliothek]] mit aktuell noch ca. 35.000 Bänden zu besichtigen.


Als Erinnerung an die mehrere Jahrzehnte währende exponierte Lage der Stadt Helmstedt zur Grenze der DDR wurde im Jahr [[1994]] das [[Zonengrenz-Museum]] eröffnet, das als Informationszentrum die Geschichte der Innerdeutschen Grenze in der Zeit von [[1945]] bis [[1990]] anhand von Exponaten und Zeitdokumenten abbildet.
Als Erinnerung an die mehrere Jahrzehnte währende exponierte Lage der Stadt Helmstedt zur Grenze der DDR wurde im Jahr [[1994]] das [[Zonengrenz-Museum]] eröffnet, das als Informationszentrum die Geschichte der Innerdeutschen Grenze in der Zeit von [[1945]] bis [[1990]] anhand von Exponaten und Zeitdokumenten abbildet.
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In Helmstedt gibt es mehrere Sportvereine, die sich überwiegend dem Breitensport widmen. Es werden unter anderem die klassischen Feld- und Hallensportarten angeboten. Weiterhin bestehen Sportmöglichkeiten zum Angeln, Reiten und Segelfliegen.
In Helmstedt gibt es mehrere Sportvereine, die sich überwiegend dem Breitensport widmen. Es werden unter anderem die klassischen Feld- und Hallensportarten angeboten. Weiterhin bestehen Sportmöglichkeiten zum Angeln, Reiten und Segelfliegen.


Die [[Helmstedter SB]] kann auf eine Vereinsgeschichte verweisen, die auf das Jahr 1370 zurückgeht und ist damit einer der traditionsreichsten Schützenvereine in Niedersachsen.<ref>[http://www.hsb-helmstedt.de/500709955e0a00a8d/500709957c11e090b/5007099ab40b79505/index.html#5007099ab40ba9009 Cronik der Helmstedter Schützenbrüderschaft]</ref> Die mitgliederstärksten Vereine der Stadt sind der [[Helmstedter SV]] mit rund 2.240 Mitgliedern<ref name="Vereinsmitglieder">[http://www.helmstedter-sportverein.de/pdf/boetschenberg-news/2010/0310.pdf Mitgliederstand im Jahr 2010. In: Nachrichten des Helmstedter Sportvereins], Seite&nbsp;8</ref> und der [[TSV Germania Helmstedt]] mit rund 1.670 Mitgliedern.<ref name="Vereinsmitglieder" />
Die [[Helmstedter SB]] kann auf eine Vereinsgeschichte verweisen, die auf das Jahr [[1370]] zurückgeht und ist damit einer der traditionsreichsten Schützenvereine in Niedersachsen.<ref>[http://www.hsb-helmstedt.de/500709955e0a00a8d/500709957c11e090b/5007099ab40b79505/index.html#5007099ab40ba9009 Cronik der Helmstedter Schützenbrüderschaft]</ref> Die mitgliederstärksten Vereine der Stadt sind der [[Helmstedter SV]] mit rund 2.200 Mitgliedern<ref name="Vereinsmitglieder">[http://www.helmstedter-sportverein.de/pdf/boetschenberg-news/2010/0310.pdf Mitgliederstand im Jahr 2010. In: Nachrichten des Helmstedter Sportvereins], Seite&nbsp;8</ref> und der [[TSV Germania Helmstedt]] mit rund 1.300 Mitgliedern.<ref name="Vereinsmitglieder" />


An Sport- und Freizeitmöglichkeiten in Helmstedt können unter anderem genutzt werden:
An Sport- und Freizeitmöglichkeiten in Helmstedt können unter anderem genutzt werden:
* das [[1952]] eröffnete Freibad [[Waldbad Birkerteich]] im Lappwald
* das [[1952]] eröffnete Freibad [[Waldbad Birkerteich]] im [[Lappwald]]
* das [[1976]] eröffnete Hallenbad [[Julius-Bad]]    
* das [[1976]] eröffnete Hallenbad [[Julius-Bad]]
* das [[1980]] fertiggestellte [[Stadion an der Masch]] für Fußball- und Leichtathletikveranstaltungen mit einer Kapazität von 4.500 Plätzen<ref>[http://www.die-fans.de/fussball/stadien/stadien-liste/dasstadion/,Maschstadion,2013,,,,,north Eckdaten und Bildmaterial des Maschstadions auf www.die-fans.de]</ref>
* das [[1980]] fertiggestellte [[Stadion an der Masch]] für Fußball- und Leichtathletikveranstaltungen mit einer Kapazität von 4.500 Plätzen<ref>[http://www.die-fans.de/fussball/stadien/stadien-liste/dasstadion/,Maschstadion,2013,,,,,north Eckdaten und Bildmaterial des Maschstadions auf www.die-fans.de]</ref>
* das ebenfalls im Jahr [[1980]] eröffnete [[Bürgerhaus Helmstedt|Bürgerhaus]] mit einem Bowling- und Kegelcenter
* das ebenfalls im Jahr [[1980]] eröffnete [[Bürgerhaus Helmstedt|Bürgerhaus]] mit einem Bowling- und Kegelcenter
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=== Regelmäßige Veranstaltungen ===
=== Regelmäßige Veranstaltungen ===
Anknüpfend an die Helmstedter Universitätstradition, werden seit 1995 jeweils in zeitlicher Nähe zum Tag der deutschen Einheit alljährlich die [[Helmstedter Universitätstage]] durchgeführt. Vorträge und Diskussionen über alle Fragen des Zusammenwachsens von Ost und West sind Gegenstand der öffentlichen Helmstedter Universitätstage, die jedes Jahr unter einem bestimmten Thema stehen. Im alten Hauptgebäude der früheren Universität, dem Juleum, treffen deutsche und internationale Historiker, Politiker, Schriftsteller usw. zum Gedankenaustausch zusammen. Der Veranstaltungsort wurde in Anlehnung an die Bedeutung der ehemaligen Grenzstadt während der Deutschen Teilung gewählt.
Anknüpfend an die Helmstedter Universitätstradition, werden seit [[1995]] jeweils in zeitlicher Nähe zum Tag der deutschen Einheit alljährlich die [[Helmstedter Universitätstage]] durchgeführt. Vorträge und Diskussionen über alle Fragen des Zusammenwachsens von Ost und West sind Gegenstand der öffentlichen Helmstedter Universitätstage, die jedes Jahr unter einem bestimmten Thema stehen. Im alten Hauptgebäude der früheren [[Universität Helmstedt|Universität]], dem [[Juleum]], treffen deutsche und internationale Historiker, Politiker, Schriftsteller usw. zum Gedankenaustausch zusammen. Der Veranstaltungsort wurde in Anlehnung an die Bedeutung der ehemaligen Grenzstadt während der Deutschen Teilung gewählt.


Die im Jahr 1983 ins Leben gerufene [[Elm-Lappwald-Messe]] findet üblicherweise im dreijährigen Intervall im Helmstedter Stadtgebiet statt. Diese regionale Wirtschaftsmesse versteht sich als Ergänzung zu den Großveranstaltungen in den angrenzenden Oberzentren Braunschweig, Wolfsburg und Magdeburg. Sie wird überwiegend von klein- und mittelständischen Betrieben geprägt, die in der Region um Elm und Lappwald angesiedelt sind. Im Jahr 2008 wurde die Veranstaltung von rund 70.000 Besuchern an sieben Messetagen frequentiert.<ref>[http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2161/artid/9185283 Elm-Lappwald-Messe 2008 auf newsklick.de]</ref>
Die im Jahr [[1983]] ins Leben gerufene [[Elm-Lappwald-Messe]] findet üblicherweise im dreijährigen Intervall im Helmstedter Stadtgebiet statt. Diese regionale Wirtschaftsmesse versteht sich als Ergänzung zu den Großveranstaltungen in den angrenzenden Oberzentren Braunschweig, Wolfsburg und Magdeburg. Sie wird überwiegend von klein- und mittelständischen Betrieben geprägt, die in der Region um [[Elm]] und [[Lappwald ]]angesiedelt sind. Im Jahr [[2008]] wurde die Veranstaltung von rund 70.000 Besucher:innen an sieben Messetagen frequentiert.<ref>[http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2161/artid/9185283 Elm-Lappwald-Messe 2008 auf newsklick.de]</ref>


Seit Mitte der 1970er-Jahre findet alljährlich am ersten Septemberwochenende das [[Altstadtfest (Helmstedt)|Altstadtfest]] in der Innenstadt statt, das von dem Verein [[helmstedt aktuell Stadtmarketing]] organisiert wird. Dieses Fest mit Live-Musikprogramm wird in der Regel mit einem verkaufsoffenen Sonntag der ortsansässigen Einzelhändler kombiniert.
Seit Mitte der 1970er-Jahre findet alljährlich am ersten Septemberwochenende das [[Altstadtfest (Helmstedt)|Altstadtfest]] in der Innenstadt statt, das von dem Verein [[helmstedt aktuell Stadtmarketing]] organisiert wird. Dieses Fest mit Live-Musikprogramm wird in der Regel mit einem verkaufsoffenen Sonntag der ortsansässigen Einzelhändler kombiniert.
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<!--
* [[Herzogliches Hoflager]]
=== Musik ===
* [[Eulenturm]]
=== Parks ===
* [[Grenzübergang Helmstedt-Marienborn]]
=== Naturdenkmäler ===
* Großsteingräber „[[Lübbensteine]]“
=== Kulinarische Spezialitäten ===
* [[Juleum]]
* [[Kloster St. Ludgeri]]
* [[Kloster St. Marienberg]]
* [[Markt|Marktplatz]]
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<!--=== Musik ===-->
<!--=== Parks ===-->
<!--=== Naturdenkmäler ===-->
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==== Vereine ====
== Wirtschaft und Infrastruktur ==
* [[Helmstedter Schachverein von 1894]]
=== Verkehr ===
* [[Helmstedter SB]]
=== Medien ===
* [[Helmstedter SV]]
* [[Paintball Dome]]
* [[SV Germania Helmstedt]]
* [[Turn- und Sportverein von 1849 Helmstedt]]
* [[Turnklub Helmstedt von 1889]]
 
=== Regelmäßige Veranstaltungen ===
* [[Altstadtfest]]
* [[Bierfest]]
* [[Blau-Weiße Nächte]]
* [[Elm-Lappwald-Messe]]
* [[Elm-Lappwald-Triathlon]]
* [[Helmstedter Universitätstage]]
* [[Schwarz-Weiße Nächte]]
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<!--=== Kulinarische Spezialitäten ===-->
<!--== Wirtschaft und Infrastruktur ==-->
<!--=== Verkehr ===-->
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=== Öffentliche Einrichtungen ===
=== Öffentliche Einrichtungen ===
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* [[Landkreis Helmstedt]]
* [[Landkreis Helmstedt]]
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<!--=== Bildung ===
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=== Bildung ===
zum Beispiel Universitäten, Fachhochschulen, Schulen etc.
zum Beispiel Universitäten, Fachhochschulen, Schulen etc.
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Wirtschaftlich wurde Helmstedt in den letzten Jahrzehnten stets durch die Entwicklung des Volkswagenwerkes in Wolfsburg und die [[Braunschweigische Kohlen-Bergwerke]] (BKB) geprägt. Diese monostrukturelle Abhängigkeit blieb bis in die Gegenwart bestehen. Die Ansiedelung alternativer Industrien oder anderer Beschäftigungsmöglichkeiten geschah in der Vergangenheit nur ungenügend. Durch den Wegfall der „Zonenrandförderung“ nach der deutschen Einheit ergab sich zudem ein Subventionsgefälle zu den durch das Förderprogramm Aufbau Ost begünstigten Kommunen im angrenzenden Sachsen-Anhalt. Qualifizierte Ausbildungs- und Arbeitsplätze werden deshalb in der Region immer seltener. Die Bemühungen der BKB, zum Ausgleich für das bevorstehende Ende des Kohleabbaus neue Geschäftsfelder zu erschließen, waren mit dem Ausbau des Abfallverbrennungsgeschäfts zwar erfolgreich, konnten lokal aber keinen gleichwertigen Ersatz schaffen. Zumindest im Bereich der Verwaltung konnte unter anderem auch durch Fusion eines Tochterunternehmens ([[Überland-Zentrale Helmstedt]]) mit anderen Konzernunternehmen zur heutigen [[Avacon]] eine Stärkung des Standortes erreicht werden.
Wirtschaftlich wurde Helmstedt in den letzten Jahrzehnten stets durch die Entwicklung des Volkswagenwerkes in Wolfsburg und die [[Braunschweigische Kohlen-Bergwerke]] (BKB) geprägt. Diese monostrukturelle Abhängigkeit blieb bis in die Gegenwart bestehen. Die Ansiedelung alternativer Industrien oder anderer Beschäftigungsmöglichkeiten geschah in der Vergangenheit nur ungenügend. Durch den Wegfall der „Zonenrandförderung“ nach der deutschen Einheit ergab sich zudem ein Subventionsgefälle zu den durch das Förderprogramm Aufbau Ost begünstigten Kommunen im angrenzenden Sachsen-Anhalt. Qualifizierte Ausbildungs- und Arbeitsplätze werden deshalb in der Region immer seltener. Die Bemühungen der BKB, zum Ausgleich für das bevorstehende Ende des Kohleabbaus neue Geschäftsfelder zu erschließen, waren mit dem Ausbau des Abfallverbrennungsgeschäfts zwar erfolgreich, konnten lokal aber keinen gleichwertigen Ersatz schaffen. Zumindest im Bereich der Verwaltung konnte unter anderem auch durch Fusion eines Tochterunternehmens ([[Überland-Zentrale Helmstedt]]) mit anderen Konzernunternehmen zur heutigen [[Avacon]] eine Stärkung des Standortes erreicht werden.


Die Einwohnerzahl, erhöht durch die Eingemeindung der Dörfer Emmerstedt und Barmke, nimmt momentan ab. Der Wohnungsleerstand in einigen Stadtvierteln nimmt hingegen zu.
Die Bevölkerungszahl, erhöht durch die Eingemeindung der Dörfer [[Emmerstedt]] und [[Barmke]], nimmt momentan ab. Der Wohnungsleerstand in einigen Stadtvierteln nimmt hingegen zu.


Die Sparkassen-Funktion im Ort wird seit dem 1. Januar 2008 von der Braunschweigischen Landessparkasse wahrgenommen, die zur NORD/LB gehört. Die Marktführerschaft der NORD/LB im Gebiet des früheren Herzogtum Braunschweig, zu dem auch Helmstedt lange gehörte, ist geschichtlich bedingt.
Die Sparkassen-Funktion im Ort wird seit dem 1. Januar [[2008]] von der Braunschweigischen Landessparkasse wahrgenommen, die zur NORD/LB gehört. Die Marktführerschaft der NORD/LB im Gebiet des früheren Herzogtum Braunschweig, zu dem auch Helmstedt lange gehörte, ist geschichtlich bedingt.


=== Wohn- und Gewerbequartiere ===
=== Wohn- und Gewerbequartiere ===
Wie in vielen westdeutschen Städten setzte durch den wirtschaftlichen Aufschwung seit den 1950er Jahren auch in Helmstedt eine ausgeprägte Flächenerschließung und -bebauung ein. In den neueren Wohngebieten [[Ziegelberg (Stadtviertel)|Ziegelberg]] im Norden, [[Gartenstadt (Stadtviertel)|Gartenstadt]] und [[Steinmühlenkamp (Stadtviertel)|Steinmühlenkamp]] (im Volksmund häufig ''Brandtsche Wiesen'') im Osten sowie im westlichen [[Elzwegviertel (Stadtviertel)|Elzwegviertel]] leben heute weitaus mehr Einwohner als im traditionellen Innenstadtbereich.
Wie in vielen westdeutschen Städten setzte durch den wirtschaftlichen Aufschwung seit den 1950er-Jahren auch in Helmstedt eine ausgeprägte Flächenerschließung und -bebauung ein. In den neueren Wohngebieten [[Ziegelberg (Stadtviertel)|Ziegelberg]] im Norden, [[Gartenstadt (Stadtviertel)|Gartenstadt]] und [[Steinmühlenkamp (Stadtviertel)|Steinmühlenkamp]] (im Volksmund häufig ''Brandtsche Wiesen'') im Osten sowie im westlichen [[Elzwegviertel (Stadtviertel)|Elzwegviertel]] leben heute weitaus mehr Menschen als im traditionellen Innenstadtbereich.


Alteingesessene Unternehmen und hinzukommende flächenintensive Betriebe wurden in den letzten Jahren verstärkt in neu geschaffenen Gewerbegebieten an den Stadtrand um- bzw. angesiedelt.
Alteingesessene Unternehmen und hinzukommende flächenintensive Betriebe wurden in den letzten Jahren verstärkt in neu geschaffenen Gewerbegebieten an den Stadtrand um- bzw. angesiedelt.
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==== Straßenverkehr ====
==== Straßenverkehr ====
Helmstedt ist an der [[Bundesautobahn 2]] Dortmund – Hannover – Magdeburg – Berlin über die drei Anschlussstellen ''Helmstedt West'' (61), ''Helmstedt Zentrum'' (62) und ''Helmstedt Ost'' (63) angebunden. In west-östliche Richtung führt die [[Bundesstraße 1|B1]] seit dem Jahr 2005 um die Stadt herum. Die [[Bundesstraße 244|B244]] und die [[Bundesstraße 245a|B245a]] führen von Norden und Süden an die Stadt heran. An den innerdeutschen Fernbuslinien-Verkehr ist Helmstedt über den Berlin Linien Bus mit täglichen Verbindungen angeschlossen.
Helmstedt ist an der [[Bundesautobahn 2]] Dortmund – Hannover – Magdeburg – Berlin über die drei Anschlussstellen ''Helmstedt West'' (61), ''Helmstedt Zentrum'' (62) und ''Helmstedt Ost'' (63) angebunden. In west-östlicher Richtung führt die [[Bundesstraße 1|B1]] seit dem Jahr [[2005]] um die Stadt herum. Die [[Bundesstraße 244|B244]] und die [[Bundesstraße 245a|B245a]] führen von Norden und Süden an die Stadt heran. An den innerdeutschen Fernbuslinien-Verkehr ist Helmstedt über den Berlin Linien Bus mit täglichen Verbindungen angeschlossen.


==== Öffentlichen Personennahverkehr ====
==== Öffentlichen Personennahverkehr ====
Der öffentliche innerstädtische Busverkehr in Helmstedt wird von der [[Kraftverkehrsgesellschaft Braunschweig|Kraftverkehrsgesellschaft Braunschweig (KVG)]] abgewickelt, die auch mehrere regionale Überlandverbindungen betreibt. Ein Netz von Anrufsammeltaxis (A-S-T) steht nach vorheriger Anmeldung den Nutzern zur Verfügung und ergänzt den Busverkehr.
Der öffentliche innerstädtische Busverkehr in Helmstedt wird von der [[Kraftverkehrsgesellschaft Braunschweig|Kraftverkehrsgesellschaft Braunschweig]] (KVG) abgewickelt, die auch mehrere regionale Überlandverbindungen betreibt. Ein Netz von Anrufsammeltaxis (A-S-T) steht nach vorheriger Anmeldung den Nutzenden zur Verfügung und ergänzt den Busverkehr.


==== Flughäfen ====
==== Flughäfen ====
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==== Allgemeinbildende Schulen ====
==== Allgemeinbildende Schulen ====
Insgesamt gibt es in Helmstedt sechs Grundschulen, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind. An weiterführenden Schulen sind eine Gesamtschule ([[Giordano-Bruno-Gesamtschule]]), eine Hauptschule ([[Lutherschule]]) und eine Realschule ([[Lademann-Realschule]]) angesiedelt. Die zwei Gymnasien ([[Gymnasium am Bötschenberg]] und [[Julianum]]) der Stadt vervollständigen das Schulangebot.
Insgesamt gibt es in Helmstedt sechs Grundschulen, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind. An weiterführenden Schulen sind eine Gesamtschule ([[Giordano-Bruno-Gesamtschule]]) und eine Realschule ([[Lademann-Realschule]]) angesiedelt. Die zwei Gymnasien ([[Gymnasium am Bötschenberg]] und [[Julianum]]) der Stadt vervollständigen das Schulangebot. Seit dem Jahr [[1921]] besteht in Helmstedt zudem eine ''Schule für Lernhilfe'' ([[Wichernschule]]) zur Förderung von Kindern mit Lernproblemen, die mit Beginn des Schuljahrs [[2025]]/[[2026]] auch einen Hauptschulzweig eingerichtet hat. Der [[Landkreis Helmstedt]] unterhält außerdem eine [[Berufsbildende Schulen Helmstedt|Berufsschule]], daneben existiert die private berufsbildende [[Oskar-Kämmer-Schule]].
[[Datei:Helmstedt Politische Bildungsstätte.jpg|mini|[[Politische Bildungsstätte Helmstedt]] ([[2009]])]]
[[Datei:Helmstedt Politische Bildungsstätte.jpg|mini|[[Politische Bildungsstätte Helmstedt]] ([[2009]])]]


==== Sonstige Bildungs- und Forschungseinrichtungen ====       
==== Sonstige Bildungs- und Forschungseinrichtungen ====       
Neben den allgemeinbildenden Schulen befinden sich noch weitere Bildungseinrichtungen in der Stadt. Der Landkreis Helmstedt unterhält eine [[Berufsbildende Schulen Helmstedt|Berufsschule]], daneben existiert die private berufsbildende [[Oskar Kämmer Schule]]. Darüber hinaus werden eine [[Kreismusikschule Helmstedt|Kreismusikschule]] sowie die [[Kreisvolkshochschule Helmstedt|Kreisvolkshochschule]] vom Landkreis betrieben. Die Kreisvolkshochschule fungiert gleichzeitig als eine Außenstelle der Fernuniversität Hagen. Weiterhin ist die [[Politische Bildungsstätte Helmstedt]] eine seit vielen Jahren bestehende Heimvolkshochschule zur Erwachsenenbildung. Seit dem Jahr 1921 besteht in der Stadt eine ''Schule für Lernhilfe'' ([[Wichernschule]]) zur Förderung von Kindern mit Lernproblemen. Das [[1974]] eröffnete [[Jugendfreizeit- und Bildungszentrum]] (JFBZ), das seinen Aufgabenschwerpunkt in der Jugendarbeit sieht, bietet auch Weiterbildungskurse für Jugendliche an.
Darüber hinaus befinden sich noch weitere Bildungseinrichtungen in der Stadt. Vom [[Landkreis Helmstedt]] werden eine [[Kreisvolkshochschule Helmstedt|Kreisvolkshochschule]] sowie die [[Volkshochschule|Kreisvolkshochschule]] betrieben. Die Kreisvolkshochschule fungiert gleichzeitig als eine Außenstelle der Fernuniversität Hagen. Weiterhin ist die [[Politische Bildungsstätte Helmstedt]] eine seit vielen Jahren bestehende Heimvolkshochschule zur Erwachsenenbildung. Das [[1974]] eröffnete [[Jugendfreizeit- und Bildungszentrum]] (JFBZ), das seinen Aufgabenschwerpunkt in der Jugendarbeit sieht, bietet auch Weiterbildungskurse für Jugendliche an.


== Persönlichkeiten ==
== Persönlichkeiten ==
=== Ehrenbürgermeister ===
=== Ehrenbürgermeister:innen ===
* [[Hans-Otto Kieschke]] ([[1994]]), ehemaliger [[Liste der Bürgermeister:innen von Helmstedt|Bürgermeister]] der Stadt
* [[Hans-Otto Kieschke]] ([[1994]]), ehemaliger [[Liste der Bürgermeister:innen von Helmstedt|Bürgermeister]] der Stadt
* [[Karl Birker]] ([[2016]]), ehemaliger [[Liste der Bürgermeister:innen von Helmstedt|Bürgermeister]] der Stadt
* [[Karl Birker]] ([[2016]]), ehemaliger [[Liste der Bürgermeister:innen von Helmstedt|Bürgermeister]] der Stadt
<small>In Klammern das Jahr der Ernennung.</small>
<small>In Klammern das Jahr der Ernennung.</small>


=== Ehrenbürger ===
=== Ehrenbürger:innen ===
Die Stadt Helmstedt hat in ihrer Geschichte unter anderem folgende Personen mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet:
Die Stadt Helmstedt hat in ihrer Geschichte unter anderem folgende Personen mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet:
* [[Carl von Hohnhorst]] ([[1850]]), Kreisdirektor von [[1844]] bis [[1850]]
* [[Carl von Hohnhorst]] ([[1850]]), Kreisdirektor von [[1844]] bis [[1850]]
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* [[Johann Heinrich Helmuth]] ([[1731]]–[[1813]]), lutherischer Geistlicher und Autor populärwissenschaftlicher Werke
* [[Johann Heinrich Helmuth]] ([[1731]]–[[1813]]), lutherischer Geistlicher und Autor populärwissenschaftlicher Werke
* [[Justus Henry Christian Helmuth]] ([[1745]]–[[1825]]), lutherischer Theologe, Pfarrer und Professor in Philadelphia
* [[Justus Henry Christian Helmuth]] ([[1745]]–[[1825]]), lutherischer Theologe, Pfarrer und Professor in Philadelphia
* [[John Andrew Graefer]] ([[1745]]/[[1946]]–[[1825]]), Botaniker und Gartengestalter
* [[John Andrew Graefer]] ([[1745]]/[[1746]]–[[1825]]), Botaniker und Gartengestalter
* [[Georg Rudolph Lichtenstein]] ([[1747]]–[[1807]]), Arzt und Apotheker
* [[Georg Rudolph Lichtenstein]] ([[1747]]–[[1807]]), Arzt und Apotheker
* [[Franz Ernst Christoph Leuckart]] (1748–1817), Musikverleger, Kunst- und Musikalienhändler in Breslau
* [[Franz Ernst Christoph Leuckart]] ([[1748]]–[[1817]]), Musikverleger, Kunst- und Musikalienhändler in Breslau
* [[Anton August Heinrich Lichtenstein]] (1753–1816), Zoologe und Bibliothekar
* [[Anton August Heinrich Lichtenstein]] ([[1753]]–[[1816]]), Zoologe und Bibliothekar
* [[Johann Carl Daniel Curio]] (1754–1815), Pädagoge, Privatlehrer und Publizist
* [[Johann Carl Daniel Curio]] ([[1754]]–[[1815]]), Pädagoge, Privatlehrer und Publizist
* [[Wilhelm Julius Ludwig von Schubert]] (1755–1835), Jurist und Regierungsbeamter
* [[Wilhelm Julius Ludwig von Schubert]] ([[1755]]–[[1835]]), Jurist und Regierungsbeamter
* [[Johann Christian Gottlieb Wernsdorf]] (1755–1822), Hochschullehrer an der Universität Helmstedt und Philosoph
* [[Johann Christian Gottlieb Wernsdorf]] ([[1755]]–[[1822]]), Hochschullehrer an der Universität Helmstedt und Philosoph
* [[Karl Friedrich Häberlin]] ([[1756]]–[[1808]]), Diplomat, Jurist und Hochschullehrer
* [[Karl Friedrich Häberlin]] ([[1756]]–[[1808]]), Diplomat, Jurist und Hochschullehrer
* [[Friedrich Theodor von Schubert]] ([[1758]]–[[1825]]), Astronom
* [[Friedrich Theodor von Schubert]] ([[1758]]–[[1825]]), Astronom