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== Stolpersteine in Helmstedt ==
== Stolpersteine in Helmstedt ==
Für die Kreisstadt Helmstedt hatte der Rat 2010 beschlossen, auch Stolpersteine zum Gedenken an Opfer der NS-Zeit anzubringen. Einzelne Ratsleute erklärten sich dabei bereit, die Patenschaft zu übernehmen und die Stolpersteine so zu finanzieren. Am 7. Oktober [[2011]] wurden schließlich neun dieser Steine verlegt, und zwar an der [[Leuckartstraße]], am [[Fechtboden]], an der [[Kybitzstraße]] und an der [[Kornstraße]]. Anschließend fand eine Gedenkstunde im Sitzungssaal des [[Rathaus (Helmstedt)|Rathauses]] statt, die mit jüdischer Musik umrahmt wurde. Sechs weitere Steine wurden am 16. November 2011 verlegt, und zwar an der [[Schuhstraße]] und im [[Rosenwinkel]] in Helmstedt sowie im Ortsteil [[Emmerstedt]] an der [[Emmerstedter Landstraße]] und der [[Hauptstraße]]. Zu Beginn der Helmstedter Ratssitzung am 21. Dezember 2011 überreichte Bürgermeister [[Wittich Schobert]] gemeinsam mit seiner Stellvertreterin [[Margrit Niemann]] sowie der Initiatorin Ratsfrau [[Susanne Weihmann]] Urkunden an die acht Paten bzw. Spender für die Stolpersteine. Im Einzelnen sind dies die [[Grundschule Emmerstedt]], die [[Lutherschule]], die [[Lademann-Realschule]], das [[Gymnasium Julianum]], das [[Gymnasium am Bötschenberg]] und die [[Giordano-Bruno-Gesamtschule]] sowie Lieselotte Hauer und Brigitte Gohlke.
Für die Kreisstadt Helmstedt hatte der Rat 2010 beschlossen, auch Stolpersteine zum Gedenken an Opfer der NS-Zeit anzubringen. Einzelne Ratsleute erklärten sich dabei bereit, die Patenschaft zu übernehmen und die Stolpersteine so zu finanzieren. Am 7. Oktober [[2011]] wurden schließlich neun dieser Steine verlegt, und zwar an der [[Leuckartstraße]], am [[Fechtboden]], an der [[Kybitzstraße]] und an der [[Kornstraße]]. Anschließend fand eine Gedenkstunde im Sitzungssaal des [[Rathaus (Helmstedt)|Rathauses]] statt, die mit jüdischer Musik umrahmt wurde. Sechs weitere Steine wurden am 16. November 2011 verlegt, und zwar an der [[Schuhstraße]] und im [[Rosenwinkel]] in Helmstedt sowie im Ortsteil [[Emmerstedt]] an der [[Emmerstedter Landstraße]] und der [[Hauptstraße]]. Zu Beginn der Helmstedter Ratssitzung am 21. Dezember 2011 überreichte Bürgermeister [[Wittich Schobert]] gemeinsam mit seiner Stellvertreterin [[Margrit Niemann]] sowie der Initiatorin Ratsfrau [[Susanne Weihmann]] Urkunden an die acht Paten bzw. Spender für die Stolpersteine. Im Einzelnen sind dies die [[Grundschule Emmerstedt]], die [[Lutherschule]], die [[Lademann-Realschule]], das Gymnasium [[Julianum]], das [[Gymnasium am Bötschenberg]] und die [[Giordano-Bruno-Gesamtschule]] sowie Lieselotte Hauer und Brigitte Gohlke.


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=== Fechtboden ===
=== Fechtboden ===
Am [[Fechtboden]] 5 gilt ein Stolperstein dem von der Braunschweiger Justiz ermordeten Juden Moritz (Moses) Klein (* 14. Juli [[1893]] in Sochaczew; † 22. September [[1942]] in Wolfenbüttel). Klein wurde am 14. Juli [[1893]] in Sochaczew bei Warschau geboren und lebte seit [[1917]] in [[Helmstedt]]. Am 22. September [[1942]] wurde er aufgrund eines Sondergerichtsurteils vom 18. August [[1942]] im Gefängnis in Wolfenbüttel hingerichtet.<ref name="Die sind doch alle weggemacht"/> Dem Ziegeleiarbeiter war vorgeworfen worden, zwei Mädchen sexuell berührt zu haben, eine Tat, die, wenn er sie tatsächlich begangen haben sollte, einem ''Arier'' lediglich eine Zuchthausstrafe eingebracht hätte.<ref name="Rundbrief">[http://www.andere-geschichte.de/uploads/2011/11/Rundbrief11-2-Endfassung.pdf ''Stolpersteine in Helmstedt und Königslutter'']. In: ''Arbeitskreis Andere Geschichte e.V. - Rundbrief 2/11'', Dezember 2011, Seite 3–5. Abgerufen am 30. Dezember 2011.</ref> Für den Stein fungiert das [[Gymnasium am Bötschenberg]] als Patenschule.<ref>[http://www.gaboe.de/2011/10/schueler-des-gaboe-uebernehmen-patenschaft-fuer-stolperstein/ ''Schüler des GaBö übernehmen Patenschaft'']. In: ''Website des Gymnasiums am Bötschenberg'', 23. Oktober 2011. Abgerufen am 30. Dezember 2011.</ref> Bei der Verlegung am 7. Oktober [[2011]] war ein Zeitzeuge der dritten Generation nach [[Helmstedt]] angereist, es war Claus-Dieter Klein, der Enkel des Getöteten.<ref name="Rundbrief"/>
Am [[Fechtboden]] 5 gilt ein Stolperstein dem von der Braunschweiger Justiz ermordeten Juden Moritz (Moses) Klein (* 14. Juli [[1893]] in Sochaczew; † 22. September [[1942]] in Wolfenbüttel). Klein wurde am 14. Juli [[1893]] in Sochaczew bei Warschau geboren und lebte seit [[1917]] in [[Helmstedt]]. Am 22. September [[1942]] wurde er aufgrund eines Sondergerichtsurteils vom 18. August [[1942]] im Gefängnis in Wolfenbüttel hingerichtet.<ref name="Die sind doch alle weggemacht"/> Dem Ziegeleiarbeiter war vorgeworfen worden, zwei Mädchen sexuell berührt zu haben, eine Tat, die, wenn er sie tatsächlich begangen haben sollte, einem ''Arier'' lediglich eine Zuchthausstrafe eingebracht hätte.<ref name="Rundbrief">[http://www.andere-geschichte.de/uploads/2011/11/Rundbrief11-2-Endfassung.pdf ''Stolpersteine in Helmstedt und Königslutter'']. In: ''Arbeitskreis Andere Geschichte e.&nbsp;V. - Rundbrief 2/11'', Dezember 2011, Seite 3–5. Abgerufen am 30. Dezember 2011.</ref> Für den Stein fungiert das [[Gymnasium am Bötschenberg]] als Patenschule.<ref>[http://www.gaboe.de/2011/10/schueler-des-gaboe-uebernehmen-patenschaft-fuer-stolperstein/ ''Schüler des GaBö übernehmen Patenschaft'']. In: ''Website des Gymnasiums am Bötschenberg'', 23. Oktober 2011. Abgerufen am 30. Dezember 2011.</ref> Bei der Verlegung am 7. Oktober [[2011]] war ein Zeitzeuge der dritten Generation nach [[Helmstedt]] angereist, es war Claus-Dieter Klein, der Enkel des Getöteten.<ref name="Rundbrief"/>


=== Hauptstraße ===
=== Hauptstraße ===
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=== Henkestraße ===
=== Henkestraße ===
Mit zwei Stolpersteinen wird an der [[Henkestraße]] 8 und 9 in [[Helmstedt]] seiz dem 10. November [[2025]] Berta und Eilhard Henschel gedacht. Der Süßwarenladen der Familie Henschel befand sich an der [[Neumärker Straße]]. Eigentümerin war Berta Henschel, die mit Gustav Henschel († [[1933]]) verheiratet war. Aus der Ehe ging der Sohn Eilhard hervor, der [[1924]] geboren wurde. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Geschäft von Anhängern des Regimes geplündert. Zeitzeugenberichten zufolge sollen dabei Süßwaren an Kinder verteilt worden sein, während die Plündernden erklärten: „Beim Juden Henschel wird geplündert“. Lehrkräfte griffen demnach nicht ein. Eilhard Henschel musste aufgrund seiner jüdischen Herkunft das Gymnasium verlassen, überstand jedoch die Zeit des Nationalsozialismus. Seine Mutter Berta Henschel kam [[1944]] infolge der Verletzungen ums Leben, die sie bei einem Bombenangriff auf [[Helmstedt]] erlitten hatte.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/niedersachsen/helmstedt/article410432769/schueler-in-helmstedt-setzen-mit-stolpersteinen-ein-denkmal-fuer-juedische-familie.html |titel=Schüler in Helmstedt setzen mit Stolpersteinen ein Denkmal für jüdische Familie |autor=Erik Beyen |werk=Braunschweiger Zeitung / [[Helmstedter Nachrichten]] |datum=2025-11-11 |abruf=2025-11-12}}</ref>
Mit zwei Stolpersteinen wird seit dem 10. November [[2025]] an der [[Henkestraße]] 8 und 9 in [[Helmstedt]] Berta und Eilhard Henschel gedacht. Der Süßwarenladen der Familie Henschel befand sich an der [[Neumärker Straße]]. Eigentümerin war Berta Henschel, die mit Gustav Henschel († [[1933]]) verheiratet war. Aus der Ehe ging der Sohn Eilhard hervor, der [[1924]] geboren wurde. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Geschäft von Anhängern des Regimes geplündert. Zeitzeugenberichten zufolge sollen dabei Süßwaren an Kinder verteilt worden sein, während die Plündernden erklärten: „Beim Juden Henschel wird geplündert“. Lehrkräfte griffen demnach nicht ein. Eilhard Henschel musste aufgrund seiner jüdischen Herkunft das Gymnasium verlassen, überstand jedoch die Zeit des Nationalsozialismus. Seine Mutter Berta Henschel kam [[1944]] infolge der Verletzungen ums Leben, die sie bei dem [[Helmstedt#Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg|Bombenangriff]] auf [[Helmstedt]] erlitten hatte.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/niedersachsen/helmstedt/article410432769/schueler-in-helmstedt-setzen-mit-stolpersteinen-ein-denkmal-fuer-juedische-familie.html |titel=Schüler in Helmstedt setzen mit Stolpersteinen ein Denkmal für jüdische Familie |autor=Erik Beyen |werk=Braunschweiger Zeitung / [[Helmstedter Nachrichten]] |datum=2025-11-11 |abruf=2025-11-12}}</ref>


=== Kornstraße ===
=== Kornstraße ===
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=== Neumärker Straße ===
=== Neumärker Straße ===
An der [[Neumärker Straße]] 38 erinnern seit dem 4. März [[2024]] fünf Stolpersteine an die Namen Lippmann/Sichel. Ruth Sichel, geb. Lippmann (* [[1926]]; † unbekannt), musste ihre Heimat [[Helmstedt]] hinter sich lassen und [[1936]] mit ihren Eltern Elsbeth (* [[1900]]; † unbekannt) und Willy Lippmann (* [[1897]]; † unbekannt), ihrer Schwester Margot (* [[1929]]; † unbekannt) sowie ihrem Großvater Manfred Rosemann (* [[1901]]; † unbekannt) nach Paraguay fliehen. Dort angekommen, war sie mit neuen Schwierigkeiten konfrontiert. Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede machten ein Einleben vorerst sehr schwer. Doch sie meisterte diese Hürden und lebte später – bis zu ihrem 90. Lebensjahr – in Buenos Aires, Argentinien. Für die Stolperstein-Verlegung vor einem ehemaligen Familiengeschäft in der [[Helmstedt]]er Fußgängerzone waren Nachfahren der Familie Lippmann aus Hameln angereist. Die Initative Arbeitskreis Stolpersteine Helmstedt hatte durch den Anstoß der Mitglieder Martina Borrass und [[Susanne Weihmann]] in Kooperation mit der [[Lademann-Realschule]], dem [[Gymnasium am Bötschenberg]] (GaBö), dem [[Gymnasium Julianum]] sowie der [[Giordano-Bruno-Gesamtschule]] die Verlegung dieser fünf Stolpersteinen vorbereitet.
An der [[Neumärker Straße]] 38 erinnern seit dem 4. März [[2024]] fünf Stolpersteine an die Namen Lippmann/Sichel. Ruth Sichel, geb. Lippmann (* [[1926]]; † unbekannt), musste ihre Heimat [[Helmstedt]] hinter sich lassen und [[1936]] mit ihren Eltern Elsbeth (* [[1900]]; † unbekannt) und Willy Lippmann (* [[1897]]; † unbekannt), ihrer Schwester Margot (* [[1929]]; † unbekannt) sowie ihrem Großvater Manfred Rosemann (* [[1901]]; † unbekannt) nach Paraguay fliehen. Dort angekommen, war sie mit neuen Schwierigkeiten konfrontiert. Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede machten ein Einleben vorerst sehr schwer. Doch sie meisterte diese Hürden und lebte später – bis zu ihrem 90. Lebensjahr – in Buenos Aires, Argentinien. Für die Stolperstein-Verlegung vor einem ehemaligen Familiengeschäft in der [[Helmstedt]]er Fußgängerzone waren Nachfahren der Familie Lippmann aus Hameln angereist. Die Initative Arbeitskreis Stolpersteine Helmstedt hatte durch den Anstoß der Mitglieder Martina Borrass und [[Susanne Weihmann]] in Kooperation mit der [[Lademann-Realschule]], dem [[Gymnasium am Bötschenberg]] (GaBö), dem Gymnasium [[Julianum]] sowie der [[Giordano-Bruno-Gesamtschule]] die Verlegung dieser fünf Stolpersteinen vorbereitet.


=== Rosenwinkel ===
=== Rosenwinkel ===