Josefine Paul: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Josefine Paul''' (* 2. März [[1982]] in [[Helmstedt]]) ist eine deutsche Politikerin ([[Bündnis 90/Die Grünen]]) und Historikerin und war von [[2022]] bis zu ihrem Rücktritt am 27. Januar [[2026]] Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen im Kabinett Wüst II. Sie ist seit [[2010]] Abgeordnete im Landtag Nordrhein-Westfalen und war von Oktober [[2020]] bis Juni [[2022]] eine von zwei Vorsitzenden der nordrhein-westfälischen Landtagsfraktion von [[Bündnis 90/Die Grünen]]. Am 27. Januar [[2026]] erklärte Paul ihren Rücktritt als Ministerin.<ref>{{Internetquelle |autor=n-tv NACHRICHTEN |url=https://www.n-tv.de/regionales/nordrhein-westfalen/NRW-Fluechtlingsministerin-Josefine-Paul-tritt-zurueck-id30288909.html |titel=NRW-Flüchtlingsministerin Josefine Paul tritt zurück |abruf=2026-01-27}}</ref>
'''Josefine Paul''' (* 2. März [[1982]] in [[Helmstedt]]) ist eine deutsche Politikerin ([[Bündnis 90/Die Grünen]]). Sie war von [[2022]] bis [[2026]] Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen im Kabinett Wüst II.


== Leben und Beruf ==
Sie ist seit [[2010]] Abgeordnete im Landtag Nordrhein-Westfalen und war von Oktober [[2020]] bis Juni [[2022]] eine von zwei Vorsitzenden der nordrhein-westfälischen Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.
Josefine Paul stammt aus dem [[Helmstedt]]er Ortsteil [[Barmke]].<ref name="Tenberg">{{Literatur |Autor=Natalie Tenberg |Titel=„Da bin ich erzkonservativ“. Josefine Paul, 23, Nachwuchspolitikerin der Grünen, setzt sich als Quotenlesbe in Männerwelten durch. Notfalls muss sie auf den Tisch hauen |Sammelwerk=Die Tageszeitung |Nummer=402/2005 |Datum=2005-06-18 |Kapitel=tazmag. Das Wochenendmagazin der Tageszeitung. Ganz normal |Seiten=IV}}</ref> Paul wird am 2. März [[1982]] in [[Helmstedt]] geboren. Die Mutter ist [[Sybille Mattfeldt-Kloth]] und der Stiefvater [[Ernst-Adolf Kloth]]. Sie legte [[2001]] ihre Abiturprüfung am Gymnasium [[Julianum]] ab und studierte anschließend bis [[2008]] Geschichte, Soziologie und Politikwissenschaften zunächst an der Technischen Universität Braunschweig, dann ab [[2005]] an der Universität Münster. Die aktive Fußballspielerin verfasste ihre Magisterarbeit zum Thema „Die Anfänge des Fußballs in Deutschland als Schulspiel. Eine Studie am Beispiel der Stadt Braunschweig.<ref>Deutsche Akademie für Fußball-Kultur: [https://www.fussball-kultur.org/adresse/address/josefine-paul/ ''Josefine Paul'']</ref> Von Oktober [[2009]] bis zum Antritt ihres Landtagsmandats arbeitete sie als Vertretungslehrerin in Dortmund.
 
== Ausbildung und Beruf ==
Paul wurde am 2. März 1982 in [[Helmstedt]] geboren und wuchs im Ortsteil [[Barmke]] auf.<ref name="Tenberg">{{Literatur |Autor=Natalie Tenberg |Titel=„Da bin ich erzkonservativ“. Josefine Paul, 23, Nachwuchspolitikerin der Grünen, setzt sich als Quotenlesbe in Männerwelten durch. Notfalls muss sie auf den Tisch hauen |Sammelwerk=Die Tageszeitung |Nummer=402/2005 |Datum=2005-06-18 |Kapitel=tazmag. Das Wochenendmagazin der Tageszeitung. Ganz normal |Seiten=IV}}</ref> [[2001]] legte sie am Gymnasium [[Julianum]] in [[Helmstedt]] das Abitur ab. Anschließend studierte sie bis [[2008]] Geschichte, Politikwissenschaften und Soziologie, zunächst an der Technischen Universität Braunschweig und ab [[2005]] an der Universität Münster. Ihre Magisterarbeit befasste sich mit dem Thema ''Die Anfänge des Fußballs in Deutschland als Schulspiel. Eine Studie am Beispiel der Stadt Braunschweig.''<ref>Deutsche Akademie für Fußball-Kultur: [https://www.fussball-kultur.org/adresse/address/josefine-paul/ ''Josefine Paul'']</ref>
Von Oktober [[2009]] bis zu ihrem Einzug in den Landtag arbeitete Paul als Vertretungslehrerin in Dortmund.


== Politik ==
== Politik ==
=== Partei ===
=== Partei ===
Paul gehört seit [[1999]] der Partei [[Bündnis 90/Die Grünen]] an.<ref name="Fraktionsvorstand">[http://www.gruene.landtag.nrw.de/pressemitteilung/27-08-2012/gruene-fraktion-mit-neuem-vorstand gruene.landtag.nrw.de] Pressemitteilung: Grüne Fraktion mit neuem Vorstand, abgerufen am 31. August 2012.</ref> Während ihrer Studienzeit in Münster war sie Koordinatorin des Fachforums „LesBiSchwul“ der Grünen Jugend.<ref name="Tenberg" />
Paul trat [[1999]] [[Bündnis 90/Die Grünen]] bei.<ref name="Fraktionsvorstand">[http://www.gruene.landtag.nrw.de/pressemitteilung/27-08-2012/gruene-fraktion-mit-neuem-vorstand gruene.landtag.nrw.de] Pressemitteilung: Grüne Fraktion mit neuem Vorstand, abgerufen am 31. August 2012.</ref> Während ihres Studiums in Münster war sie Koordinatorin des Fachforums „LesBiSchwul“ der Grünen Jugend.<ref name="Tenberg" />


=== Mitglied des Landtages (seit 2010) ===
=== Mitglied des Landtages (seit 2010) ===
Bei den Landtagswahlen [[2010]], [[2012]], [[2017]] und [[2022]] wurde sie über die Landesliste ihrer Partei in den Landtag Nordrhein-Westfalen gewählt. Von [[2010]] bis [[2012]] sowie von [[2015]] bis [[2020]] war sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende, von [[2017]] bis [[2020]] zugleich Fraktionsgeschäftsführerin.<ref name="Fraktionsvorstand" />
Bei den Landtagswahlen [[2010]], [[2012]], [[2017]] und [[2022]] wurde Paul über die Landesliste ihrer Partei in den Landtag Nordrhein-Westfalen gewählt. In der Zeit von [[2010]] bis [[2012]] sowie erneut von [[2015]] bis [[2020]] war sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende; von [[2017]] bis [[2020]] nahm sie zusätzlich die Funktion der Fraktionsgeschäftsführerin wahr. Am 26. Oktober [[2020]] wählte die Fraktion sie gemeinsam mit Verena Schäffer zur Fraktionsvorsitzenden.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.aachener-zeitung.de/nrw-region/paul-und-schaeffer-neue-fraktionsvorsitzende-bei-nrw-gruenen_aid-54261015 |titel=Paul und Schäffer neue Fraktionsvorsitzende bei NRW-Grünen |werk=aachener-zeitung.de |datum=2020-10-26 |abruf=2020-11-01}}</ref> Dieses Amt übte sie bis Juni [[2022]] aus.
Am 26. Oktober [[2020]] wurde sie gemeinsam mit Verena Schäffer zur neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.aachener-zeitung.de/nrw-region/paul-und-schaeffer-neue-fraktionsvorsitzende-bei-nrw-gruenen_aid-54261015 |titel=Paul und Schäffer neue Fraktionsvorsitzende bei NRW-Grünen |werk=aachener-zeitung.de |datum=2020-10-26 |abruf=2020-11-01}}</ref>


In der 17. Wahlperiode des Landtags Nordrhein-Westfalen ([[2017]] bis [[2022]]) war sie außerdem Sprecherin ihrer Fraktion für Kinder, Jugend und Familie, Sprecherin für Frauen- und Queerpolitik sowie Sprecherin für Sportpolitik.<ref name="Funktionen">[http://gruene-fraktion-nrw.de/fraktion/abgeordnete/josefine-paul.html gruene-fraktion-nrw.de] Abgeordnetenportraits auf der Website der Grünen Landtagsfraktion, abgerufen am 31. August 2012.</ref>
In der 17. Wahlperiode des Landtags Nordrhein-Westfalen ([[2017]] bis [[2022]]) fungierte sie außerdem als Sprecherin ihrer Fraktion für Kinder, Jugend und Familie, für Frauen- und Queerpolitik sowie für Sportpolitik.<ref name="Funktionen">{{Webarchiv|url=http://gruene-fraktion-nrw.de/fraktion/abgeordnete/josefine-paul.html |wayback=20120930013453 |text=gruene-fraktion-nrw.de}} Abgeordnetenportraits auf der Website der Grünen Landtagsfraktion, abgerufen am 28. Januar 2026.</ref>


Im Dezember [[2018]] sorgte sie mit Äußerungen zu Knecht Ruprecht für mediale Aufmerksamkeit. Knecht Ruprecht passe nicht mehr in das heutige Erziehungsbild mit gewaltfreier Erziehung, so könne Knecht Ruprecht doch beim Tragen der Süßigkeiten helfen.<ref>{{Internetquelle |autor=Christian Schwerdtfeger |url=https://rp-online.de/nrw/panorama/gruenen-politikerin-knecht-ruprecht-ist-nicht-mehr-zeitgemaess_aid-34935977 |titel=Experten warnen zum Nikolaustag: Knecht Ruprecht nicht mehr zeitgemäß |abruf=2018-12-06}}</ref>
Im Dezember [[2018]] wurde Paul im Zusammenhang mit Äußerungen zu Knecht Ruprecht medial rezipiert; sie äußerte, die Figur passe nicht mehr zu einem heutigen Verständnis gewaltfreier Erziehung, und verwies darauf, Knecht Ruprecht könne etwa beim Tragen von Süßigkeiten helfen.<ref>{{Internetquelle |autor=Christian Schwerdtfeger |url=https://rp-online.de/nrw/panorama/gruenen-politikerin-knecht-ruprecht-ist-nicht-mehr-zeitgemaess_aid-34935977 |titel=Experten warnen zum Nikolaustag: Knecht Ruprecht nicht mehr zeitgemäß |sprache=de |abruf=2018-12-06}}</ref>


=== Familienministerin des Landes Nordrhein-Westfalen (seit 2022) ===
=== Familienministerin des Landes Nordrhein-Westfalen (seit 2022) ===
Am 29. Juni [[2022]] wurde Paul auf Vorschlag von [[Bündnis 90/Die Grünen]] zur Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen im Kabinett Wüst II (schwarz-grüne Koalition) berufen. Sie wurde am selben Tag vor dem Landtag vereidigt.<ref>{{Internetquelle |autor=WDR |url=https://www1.wdr.de/nachrichten/schwarz-gruen-in-nrw-moegliche-minister-100.html |titel=Erste NRW-Minister von Schwarz-Grün stehen fest |datum=2022-06-24 |abruf=2022-06-24}}</ref>
Am 29. Juni [[2022]] wurde Paul auf Vorschlag von [[Bündnis 90/Die Grünen]] zur Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen im Kabinett Wüst II berufen und am selben Tag vor dem Landtag vereidigt.<ref>{{Internetquelle |autor=WDR |url=https://www1.wdr.de/nachrichten/schwarz-gruen-in-nrw-moegliche-minister-100.html |titel=Erste NRW-Minister von Schwarz-Grün stehen fest |datum=2022-06-24 |sprache=de |abruf=2022-06-24}}</ref>


== Mitgliedschaften ==
=== Kritik und anschließender Rücktritt ===
* Mitglied in der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur<ref>[https://www.fussball-kultur.org/adresse/address/josefine-paul fussball-kultur.org]</ref>
Nach dem islamistischen Messeranschlag in Solingen am 23. August [[2024]] mit drei Toten wurde Pauls Krisenmanagement öffentlich kritisiert. In diesem Zusammenhang wurde berichtet, Innenminister Herbert Reul habe sie erst am Nachmittag des 25. August [[2024]] erreicht. Die [[SPD]]-Landtagsfraktion richtete daraufhin eine Kleine Anfrage mit fünf Punkten an Pauls Ministerium.<ref>{{Internetquelle |autor=focus.de |url=https://www.focus.de/politik/sie-war-tagelang-nicht-erreichbar-gibt-es-was-wichtiges-gruenen-ministerin-geraet-nach-solingen-desaster-unter-druck_id_260274025.html |titel=„Gibt es was Wichtiges?“ Grünen-Ministerin gerät nach Solingen-Desaster unter Druck |datum=2024-09-01 |sprache=de |abruf=2024-09-04}}</ref>
* Mitglied im Kuratorium für das Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen<ref>{{Internetquelle |autor=Landtag Nordrhein-Westfalen |url=https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/GB_II/II.1/Pressemitteilungen-Informationen-Aufmacher/Pressemitteilungen-Informationen/Pressemitteilungen/2018/04/2704_Haus_der_Geschichte/2704_Haus_der_Geschichte.jsp |titel=Landtag NRW: Erste Sitzung des Kuratoriums „Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen“ |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20180614171556/https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/GB_II/II.1/Pressemitteilungen-Informationen-Aufmacher/Pressemitteilungen-Informationen/Pressemitteilungen/2018/04/2704_Haus_der_Geschichte/2704_Haus_der_Geschichte.jsp |archiv-datum=2018-06-14 |archiv-bot=2022-11-22 18:12:32 InternetArchiveBot |abruf=2018-06-14}}</ref>


== Kritik ==
Zu weiteren Vorwürfen kam es im Zusammenhang mit den Abläufen rund um den späteren Täter Issa Al Hasan. Medien berichteten, er sei im April [[2023]] sowie im Juni [[2023]] zeitweise nicht in der zugewiesenen Unterkunft auffindbar gewesen; außerdem seien auf behördlicher Ebene Auflagen und Abschiebeversuche unterblieben, bevor ihm im August [[2023]] subsidiärer Schutz zuerkannt worden sei.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/solingen-neue-details-nach-mutmasslichem-terroranschlag-19963463.html |titel=Solingen: Neue Details nach mutmaßlichem Terroranschlag |datum=2024-09-04 |sprache=de |abruf=2024-09-05}}</ref>
Nach dem islamistischen Messeranschlag in Solingen am Abend des 23. August [[2024]] geriet Paul in die Kritik. Innenminister Herbert Reul konnte Paul erst am Sonntagnachmittag, dem 25. August, erreichen. Die [[SPD]]-Landtagsfraktion stellte eine Kleine Anfrage mit fünf konkreten Fragen an Pauls Ministerium.<ref>{{Internetquelle |autor=focus.de |url=https://www.focus.de/politik/sie-war-tagelang-nicht-erreichbar-gibt-es-was-wichtiges-gruenen-ministerin-geraet-nach-solingen-desaster-unter-druck_id_260274025.html |titel=„Gibt es was Wichtiges?“ Grünen-Ministerin gerät nach Solingen-Desaster unter Druck |datum=2024-09-01 |abruf=2024-09-04}}</ref> Lisa Kapteinat, die [[SPD]]-Obfrau des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zum Anschlag, warf Paul im Juni [[2025]] vor, den Abgeordneten, dem Parlament und der Öffentlichkeit monatelang ins Gesicht gelogen zu haben.<ref>{{Internetquelle |autor=Axel Spilcker |url=https://www.focus.de/panorama/neue-schwere-vorwuerfe-gegen-gruenen-ministerin-sie-hat-uns-ins-gesicht-gelogen_a3193664-a426-4d2e-86b2-1e696a2eba90.html |titel=Neue schwere Vorwürfe gegen Grünen-Ministerin: „Sie hat uns ins Gesicht gelogen“ |werk=FOCUS online |datum=2025-06-16 |abruf=2025-06-16}}</ref> Der syrische Dschihadist Issa Al Hasan war bereits im April [[2023]] eine Woche lang nicht in der zugewiesenen Unterkunft auffindbar und ebenso im Juni [[2023]], weswegen er nicht abgeschoben wurde. Die zuständige Behörde hatte es unterlassen, dem Ausreisepflichtigen vorzuschreiben, sein Zimmer nachts nicht zu verlassen. Am Tag der geplanten Abschiebung sowie am nächsten Tag war der Syrer beim Abend- bzw. Mittagessen präsent. Einen zweiten Abschiebeversuch gab es nicht. Aufgrund der gescheiterten Abschiebung erhielt der spätere Attentäter im August [[2023]] subsidiären Schutz.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/solingen-neue-details-nach-mutmasslichem-terroranschlag-19963463.html |titel=Solingen: Neue Details nach mutmaßlichem Terroranschlag |datum=2024-09-04 |abruf=2024-09-05}}</ref>


== Rücktritt ==
Im Juni [[2025]] erhob Lisa Kapteinat, [[SPD]]-Obfrau des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zum Anschlag, gegen Paul den Vorwurf, Abgeordnete, Parlament und Öffentlichkeit über einen längeren Zeitraum getäuscht zu haben.<ref>{{Internetquelle |autor=Axel Spilcker |url=https://www.focus.de/panorama/neue-schwere-vorwuerfe-gegen-gruenen-ministerin-sie-hat-uns-ins-gesicht-gelogen_a3193664-a426-4d2e-86b2-1e696a2eba90.html |titel=Neue schwere Vorwürfe gegen Grünen-Ministerin: „Sie hat uns ins Gesicht gelogen“ |werk=FOCUS online |datum=2025-06-16 |sprache=de |abruf=2025-06-16}}</ref>
Am 27. Januar [[2026]] trat Josefine Paul von ihrem Amt als Ministerin zurück.<ref>{{Internetquelle |autor=Sabine Tenta |url=https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/nrw-fluchtministerin-paul-ruecktritt-100.html |titel=Nordrhein-Westfalens Fluchtministerin Paul ist zurückgetreten |abruf=2026-01-27}}</ref> Der Rücktritt erfolgte nach monatelanger Kritik an ihrem Krisenmanagement nach dem islamistisch motivierten Messeranschlag von Solingen im August [[2024]] mit drei Toten.


Besonders die durch Presseberichte (z. B. Kölner Stadt-Anzeiger<ref>{{Internetquelle |autor=Axel Spilcker |url=https://www.ksta.de/politik/nrw-politik/terroranschlag-solingen-sms-bringt-nrw-ministerin-in-bedraengnis-2-1191062 |titel=Terroranschlag in Solingen: SMS bringt NRW-Flüchtlingsministerin in Bedrängnis |datum=2026-01-21 |abruf=2026-01-27}}</ref>) bekannt gewordene SMS von Paul an ihre Abteilungsleiterin vom 11. August [[2024]] um 21:14 Uhr – in der sie sich nach der Durchsuchung einer Asylunterkunft in Solingen erkundigte und fragte, warum gerade die Unterkunft in Solingen überprüft werde – verstärkte den Vorwurf, sie sei früher informiert gewesen als öffentlich zugegeben. Diese SMS wurde dem Untersuchungsausschuss zunächst nicht vorgelegt, was [[SPD]] und [[FDP]] als Behinderung werteten und ein Ultimatum bis 30. Januar [[2026]] stellten.  
Im Januar [[2026]] wurde durch Presseberichte eine SMS Pauls an eine Abteilungsleiterin vom 23. August [[2024]] um 21:14 Uhr bekannt, in der sie nach dem Grund für eine Überprüfung der Asylunterkunft in Solingen gefragt haben soll.<ref>{{Internetquelle |autor=Axel Spilcker |url=https://www.ksta.de/politik/nrw-politik/terroranschlag-solingen-sms-bringt-nrw-ministerin-in-bedraengnis-2-1191062 |titel=Terroranschlag in Solingen: SMS bringt NRW-Flüchtlingsministerin in Bedrängnis |datum=2026-01-21 |sprache=de |abruf=2026-01-27}}</ref> In der Berichterstattung wurde dies als Indiz dafür gewertet, dass Paul früher informiert gewesen sein könne als öffentlich dargestellt.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.welt.de/politik/deutschland/article6978720d707d4aa207582a51/josefine-paul-gruene-nach-sms-leaks-zum-solingen-anschlag-nrw-fluechtlingsministerin-tritt-zurueck.html |titel=Josefine Paul (Grüne): Nach SMS-Leaks zum Solingen-Anschlag – NRW-Flüchtlingsministerin tritt zurück - WELT |sprache=de |abruf=2026-01-27}}</ref> Nach Angaben im Text wurde die SMS dem Untersuchungsausschuss zunächst nicht vorgelegt; [[SPD]] und [[FDP]] bewerteten dies als Behinderung und kündigten ein Ultimatum bis zum 30. Januar [[2026]] an.
Am 27. Januar [[2026]] trat Paul als Ministerin zurück. Als Nachfolgerin wurde die Fraktionsvorsitzende von [[Bündnis 90/Die Grünen]] im Landtag, Verena Schäffer, benannt.<ref>{{Internetquelle |autor=Sabine Tenta |url=https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/nrw-fluchtministerin-paul-ruecktritt-100.html |titel=Nordrhein-Westfalens Fluchtministerin Paul ist zurückgetreten |sprache=de |abruf=2026-01-27}}</ref>


Als Nachfolgerin wurde die Fraktionsvorsitzende im NRW-Landtag der Fraktion [[Bündnis 90/Die Grünen]] Verena Schäffer benannt.  
== Mitgliedschaften ==
* Mitglied in der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur<ref>[https://www.fussball-kultur.org/adresse/address/josefine-paul fussball-kultur.org]</ref>
* Mitglied im Kuratorium für das Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen<ref>{{Internetquelle |autor=Landtag Nordrhein-Westfalen |url=https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/GB_II/II.1/Pressemitteilungen-Informationen-Aufmacher/Pressemitteilungen-Informationen/Pressemitteilungen/2018/04/2704_Haus_der_Geschichte/2704_Haus_der_Geschichte.jsp |titel=Landtag NRW: Erste Sitzung des Kuratoriums „Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen“ |sprache=de |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20180614171556/https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/GB_II/II.1/Pressemitteilungen-Informationen-Aufmacher/Pressemitteilungen-Informationen/Pressemitteilungen/2018/04/2704_Haus_der_Geschichte/2704_Haus_der_Geschichte.jsp |archiv-datum=2018-06-14 |abruf=2026-01-28}}</ref>


== Privates ==
== Privates ==
Paul lebt in Münster. Sie ist mit der sächsischen Justizministerin Katja Meier ([[Bündnis 90/Die Grünen]]) liiert.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.zeit.de/2021/15/katja-meier-josefine-paul-outing-politiker-homosexualitaet-beziehung/komplettansicht |titel=Katja Meier und Josefine Paul: "Man sollte nichts verstecken" |datum=2021-04-07 |abruf=2021-04-07}}</ref>
Paul ist seit [[2025]] mit der ehemaligen sächsischen Justizministerin Katja Meier ([[Bündnis 90/Die Grünen]]) verheiratet.<ref>{{Internetquelle |autor=Andreas Debski |url=https://www.saechsische.de/politik/regional/politik-in-sachsen-katja-meier-hat-lebensgefaehrtin-josefine-paul-geheiratet-KX6IRIEPVNCLFD47OXRU2W2UIE.html |titel=Politik in Sachsen: Katja Meier hat Lebensgefährtin Josefine Paul geheiratet |werk=saechsische.de |datum=2025-07-28 |abruf=2025-07-28}}</ref>
Das Paar gab am 3. April [[2024]] bekannt, dass sie einander zu heiraten beabsichtigen.<ref>https://www.zeit.de/gesellschaft/2024-04/heirat-ministerinnen-homosexualitaet-nordrhein-westfalen-sachsen</ref>


== Weblinks ==
== Weblinks ==