Essenrode: Unterschied zwischen den Versionen
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=== Geografische Lage === | === Geografische Lage === | ||
Essenrode liegt etwa 14 km südwestlich von Wolfsburg, 12 km nördlich von Braunschweig und 16 km südöstlich von Gifhorn. Die Entfernung zur Kreisstadt [[Helmstedt]] beträgt rund 34 km. Essenrode liegt nördlich der [[Bundesautobahn 2]] und westlich der [[Bundesautobahn 39]]. Nach Norden hin ist die Landschaft durch Ackerbau bestimmt, südlich von Essenrode liegen ausgedehnte Waldflächen. Unmittelbar benachbarte Ortschaften sind – beginnend im Norden, im Uhrzeigersinn – Allenbüttel, Wettmershagen, Jelpke, [[Klein Brunsrode]], [[Groß Brunsrode]], [[Wendhausen]] und Grassel. | Essenrode liegt etwa 14 km südwestlich von Wolfsburg, 12 km nördlich von Braunschweig und 16 km südöstlich von Gifhorn. Die Entfernung zur Kreisstadt [[Helmstedt]] beträgt rund 34 km. Essenrode liegt nördlich der [[Bundesautobahn 2]] und westlich der [[Bundesautobahn 39]]. Nach Norden hin ist die Landschaft durch Ackerbau bestimmt, südlich von Essenrode liegen ausgedehnte Waldflächen. Unmittelbar benachbarte Ortschaften sind – beginnend im Norden, im Uhrzeigersinn – Allenbüttel, Wettmershagen, Jelpke, [[Klein Brunsrode]], [[Groß Brunsrode]], [[Wendhausen]] und Grassel. | ||
=== Dorfstruktur === | |||
Essenrode ist ein Ort mit ländlich geprägtem Dorfkern und modernen Wohngebieten. Im Zentrum des Ortes befindet sich das [[Herrenhaus Essenrode]], weiter westlich, umgeben von einem alten Friedhof, die [[St. Johannes (Essenrode)|St.-Johannes-Kirche]]. 1996 hatte Essenrode rund 1100 Einwohner.<ref name=gesch>{{Webarchiv | url=http://ankarl.alfahosting.org/homepages/kgmhp/essenrode_grassel/geschichte.html | wayback=20151222114937 | text=Geschichte Essenrodes}}</ref> | |||
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=== Ortsgliederung === | === Ortsgliederung === | ||
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=== Klima === | === Klima === | ||
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== Geschichte == | == Geschichte == | ||
[[Datei:Essenrode Kirche.JPG|mini|hochkant|St.-Johannes-Kirche]] | |||
<!-- | Essenrode wurde um 900 als Rodungsdorf errichtet. Die [[St. Johannes (Essenrode)|St.-Johannes-Kirche]] wurde vermutlich im 12. Jahrhundert erbaut und um [[1400]] erweitert.<ref>[https://kirche-essenrode.wir-e.de/st-johannes-kirche Geschichte der St. Johannes-Kirche], abgerufen am 29. Mai 2023.</ref> [[1196]] wurde Essenrode erstmals urkundlich als ''Ezzenrod'' erwähnt. [[1248]] wurde die Essenroder Gemeinde aus dem Parochialverband Wettmershagen ausgegliedert. [[1326]] wurde Widukind von Garssenbüttel mit dem Gut Essenrode belehnt; zugleich hatte sie das Patronat über die Kirche. Die erste Essenroder Schule wurde [[1611]] von Hartwig von Garssenbüttel eingerichtet,<ref>[https://kirchengemeindelexikon.de/einzelgemeinde/essenrode/ HKLH, Artikel Essenrode], abgerufen am 29. Mai 2023</ref> der [[1625]] kinderlos starb und damit der letzte Lehnsherr seiner Linie war. Im selben Jahr zündeten dänische Soldaten im Rahmen des Dreißigjährigen Krieges das Dorf an, sodass die Hälfte der Häuser zerstört wurde. Lehnsnachfolger wurde für rund 200 Jahre die Familie von Bülow. [[1738]] war Baubeginn für das [[Herrenhaus Essenrode]], ein barockes Gebäudes, das von einem kleinen Englischen Landschaftsgarten umgeben ist und bis heute den Mittelpunkt des Ortes bildet. [[1750]] wurde der spätere preußische Reformer [[Karl August von Hardenberg]], dessen Mutter eine geborene von Bülow war, auf dem Rittergut geboren. Ab [[1772]] wurden die Essenroder Bauern aus der Gutsabhängigkeit entlassen, rund 50 Jahre, bevor die Gutsabhängigkeit in den meisten Teilen Deutschlands aufgehoben wurde. | ||
Am 3. Januar [[1832]] wurde in Gifhorn der Häusling Johann Heinrich Achilles aus Essenrode, 45 Jahre alt, wegen Raubmordes, begangen im Eyßel an dem 20 Jahre alten Böttchergesellen Julius Heinrich Ernst Friedrich Bormann aus Essenrode, enthauptet.<ref>Vgl. Blazek, Matthias: Die Hinrichtungsstätte des Amtes Meinersen – Eine Quellensammlung, Stuttgart: ibidem 2008, S. 6, ISBN 978-3-89821-957-0.</ref> | |||
[[1837]] wurde das Gut an die Familie von Lüneburg verkauft,<ref name=gesch /> die bis heute das Gut besitzt. Ab [[1885]] gehörte Essenrode zum neugebildeten Landkreis Gifhorn. | |||
Bis [[1950]] war die Landwirtschaft der Haupterwerbszweig; daneben gab es zahlreiche Handwerker. Heute arbeiten die meisten Einwohner in den umliegenden Großstädten Braunschweig und Wolfsburg. [[1963]] wurde eine [[Volkshochschule Essenrode|Volkshochschule]] gegründet.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.loehr-meerane.de/essenrode/dorfchronik/essenrode1996.htm | wayback=20050108120207 | text=Bestandsaufnahme des Ortes 1996}}, abgerufen am 5. September 2012.</ref> | |||
Die Essenroder evangelisch-lutherische [[Kirchengemeinde St. Johannes]] gehört, anders als die Gemeinden der anderen sieben Ortschaften Lehres, zum Kirchenkreis Gifhorn des Sprengels Lüneburg der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. | |||
Im Jahre [[2014]] wurde im Neubaugebiet Essenrode-West eine neue Straße namens [[Schwester-Ella-Weg (Essenrode)|Schwester-Ella-Weg]] angelegt. Dies ist die erste nach einer Frau benannte Straße innerhalb der Gemeinde [[Lehre]]. Benannt wurde die Straße nach Ella Sonntag, die 36 Jahre lang als Diakonisse in Essenrode tätig war. Sie versorgte in der Zeit des Nationalsozialismus Zwangsarbeiter nach Misshandlungen medizinisch und zog damit den Ärger der örtlichen Nazis auf sich.<ref>{{Webarchiv | url=https://gemeinde-lehre.de/neuigkeiten.php?show=627&mod=15 | wayback=20190123121241 | text=Erstmals weiblicher Straßenname – Straße im Essenroder Neubaugebiet heißt jetzt Schwester-Ella-Weg}}, abgerufen am 29. Mai 2023.</ref> | |||
Seit [[2024]] bildet Essenrode gemeinsam mit den Ortschaften [[Flechtorf]], [[Lehre]] und [[Wendhausen]] die Dorfregion [[Schunter]]-Riede,<ref>{{Internetquelle |autor=Gemeinde Lehre |url=https://www.lehre.de/Wirtschaft-Bauen/Dorfentwicklung |titel=Dorfentwicklung "Schunter-Riede" |sprache=de |abruf=2026-05-21}}</ref> die in das Dorfentwicklungsprogramm des Landes Niedersachsen aufgenommen wurde.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/themen/entwicklung_des_landlichen_raums/zile_zuwendungen_zur_integrierten_landlichen_entwicklung/dorfentwicklungsprogramm-220404.html |titel=Dorfentwicklungsprogramm {{!}} Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz |sprache=de |archiv-url=http://web.archive.org/web/20260213194311/https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/themen/entwicklung_des_landlichen_raums/zile_zuwendungen_zur_integrierten_landlichen_entwicklung/dorfentwicklungsprogramm-220404.html |archiv-datum=2026-02-13 |abruf=2026-05-21}}</ref> Als Teil der Region [[Elm]]-[[Schunter]] ist Essenrode zudem offiziell in das Förderprogramm ''LEADER'' der Europäischen Union eingebunden.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.elm-schunter.de/ |titel=LEADER-Region Elm-Schunter – Gemeinde Cremlingen {{!}} Königslutter am Elm {{!}} Gemeinde Lehre {{!}} Samtgemeinde Nord-Elm {{!}} Samtgemeinde Sickte |datum=2026-05-08 |sprache=de |abruf=2026-05-21}}</ref> | |||
Im Jahre [[2025]] setzte sich Essenrode im Rahmen des Wettbewerbs ''Unser Dorf hat Zukunft'' auf Kreis- und Regionsebene durch und wurde als eines von fünf Dörfern für die Teilnahme am Landesentscheid nominiert.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.arl-bs.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/vorentscheid-zum-landeswettbewerb-unser-dorf-hat-zukunft-gibt-einblick-in-die-zukunftsperspektiven-der-gemeinden-242356.html |titel=Vorentscheid zum Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gibt Einblick in die Zukunftsperspektiven der Gemeinden |abruf=21.05.2026}}</ref><ref>{{Internetquelle |url=https://www.arl-bs.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/heckenbeck-und-gielde-vertreten-die-region-beim-wettbewerb-unser-dorf-hat-zukunft-242779.html |titel=Heckenbeck und Gielde vertreten die Region beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ {{!}} Amt für regionale Landesentwicklung Braunschweig |sprache=de |archiv-url=http://web.archive.org/web/20260210032602/https://www.arl-bs.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/heckenbeck-und-gielde-vertreten-die-region-beim-wettbewerb-unser-dorf-hat-zukunft-242779.html |archiv-datum=2026-02-10 |abruf=2026-05-21}}</ref> | |||
=== Eingemeindungen === | === Eingemeindungen === | ||
--> | Im Rahmen der niedersächsischen Verwaltungs- und Gemeindereform wurde Essenrode, das bis dahin als selbstständige Gemeinde zum Landkreis Gifhorn gehört hatte, am 1. Juli [[1972]] nach [[Lehre]] eingemeindet.<ref name="Gemeindeverzeichnis1970bis1982">Statistisches Bundesamt (Hrsg.): ''Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982.'' W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 267 ([https://www.statistischebibliothek.de/mir/servlets/MCRFileNodeServlet/DEMonografie_derivate_00002231/HistGem-1983.pdf#page=267 Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder] [PDF; 41,1 MB]).</ref> Die Gemeinde [[Lehre]] wurde am 1. März [[1974]] dem [[Landkreis Helmstedt]] zugeschlagen. | ||
=== Einwohnerentwicklung === | === Einwohnerentwicklung === | ||
Die Einwohnerzahlen blieben bis [[1945]] etwas unter 550, während andere Orte in der Umgebung wie Gifhorn und Fallersleben durch eine Eisenbahnanbindung und Industrieansiedlung schnell wuchsen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs siedelten sich zahlreiche Menschen in Essenrode an, so dass die Einwohnerzahl bis [[1996]] auf 1100 stieg.<ref name=gesch /> | Die Einwohnerzahlen blieben bis [[1945]] etwas unter 550, während andere Orte in der Umgebung wie Gifhorn und Fallersleben durch eine Eisenbahnanbindung und Industrieansiedlung schnell wuchsen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs siedelten sich zahlreiche Menschen in Essenrode an, so dass die Einwohnerzahl bis [[1996]] auf 1100 stieg.<ref name=gesch /> | ||
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== Politik == | == Politik == | ||
=== Ortsrat === | === Ortsrat === | ||
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|{{Sitzverteilung|SPD|WGE|float=left|Überschrift=Ortsrat Lehre-Essenrode 2021–2026<ref>[https://votemanager.kdo.de/20210912/03154014/praesentation/ergebnis.html?wahl_id=225&stimmentyp=0&id=ebene_8_id_2390 Wahl des Ortsrates 12.09.2021 - Gemeinde Lehre - Essenrode]</ref>|SPD=4|WGE=3|WGE Farbe=00e1d9}} | |||
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=== Bürgermeister === | === Bürgermeister === | ||
Seit 2021 ist [[Ulrich Nehring]] ([[SPD]]) Ortsbürgermeister und ist Nachfolger von [[Jens Schubert]] ([[Bündnis 90/Die Grünen|GRÜNE]]), der von [[2016]] bis [[2021]] das Amt inne hatte. Seine Stellvertreterin ist [[Dina Schulze-Latta]] ([[Wählergruppe|WGE]]).<ref>{{Internetquelle |autor=Dirk Fochler |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/helmstedt/article233742051/Neuer-Essenroder-Ortsbuergermeister-will-Dialog-mit-Buergern.html |titel=Neuer Essenroder Ortsbürgermeister will Dialog mit Bürgern |datum=2021-11-03 |abruf=2021-11-13}}</ref> | Seit [[2021]] ist [[Ulrich Nehring]] ([[SPD]]) Ortsbürgermeister und ist Nachfolger von [[Jens Schubert]] ([[Bündnis 90/Die Grünen|GRÜNE]]), der von [[2016]] bis [[2021]] das Amt inne hatte. Seine Stellvertreterin ist [[Dina Schulze-Latta]] ([[Wählergruppe|WGE]]).<ref>{{Internetquelle |autor=Dirk Fochler |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/helmstedt/article233742051/Neuer-Essenroder-Ortsbuergermeister-will-Dialog-mit-Buergern.html |titel=Neuer Essenroder Ortsbürgermeister will Dialog mit Bürgern |datum=2021-11-03 |abruf=2021-11-13}}</ref> | ||
Seit 2011 war [[Birgit Brendes]] ([[SPD]]) Bürgermeisterin des Ortes, nachdem [[Hartmut Discher]] als vorheriger Amtsinhaber nicht mehr zur Wahl angetreten war. Er hatte das Amt 15 Jahre inne. Brendes' Stellvertreter war [[Gernot Bosse]] ([[CDU]]). | Seit [[2011]] war [[Birgit Brendes]] ([[SPD]]) Bürgermeisterin des Ortes, nachdem [[Hartmut Discher]] als vorheriger Amtsinhaber nicht mehr zur Wahl angetreten war. Er hatte das Amt 15 Jahre inne. Brendes' Stellvertreter war [[Gernot Bosse]] ([[CDU]]). | ||
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=== Wappen === | === Wappen === | ||