Helmstedt: Unterschied zwischen den Versionen
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Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lag Helmstedt in der Britischen Besatzungszone. Am 5. Juni 1945 übernahmen britische Besatzungstruppen die Kontrolle über die Stadt und lösten damit die amerikanischen Einheiten ab. Gemäß den Bestimmungen der Potsdamer Konferenz verlief die sowjetische Besatzungszone jenseits der ehemaligen braunschweigisch-preußischen Grenze und damit in unmittelbarer Nähe zur Kreisstadt Helmstedt. Die ursprünglich zum Landkreis gehörende Exklave Calvörde wurde der sowjetischen Zone zugeschlagen. Bereits am 1. Juli 1945 wurde ein fester Kontrollpunkt auf der Reichsautobahn eingerichtet; der [[Bahnhof Helmstedt]] wurde zu einem Grenzbahnhof, über den anfänglich lediglich der alliierte Transitverkehr nach Berlin abgewickelt wurde. Während der Berlin-Blockade zwischen Juni 1948 und Mai 1949 kam dieser Verkehr allerdings vollständig zum Erliegen. In den Folgejahren wurde die Hauptlast des Transitverkehrs zwischen Westdeutschland und Berlin aufgrund der geographischen Nähe zu West-Berlin über den Kontrollpunkt Helmstedt abgewickelt. | Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lag Helmstedt in der Britischen Besatzungszone. Am 5. Juni [[1945]] übernahmen britische Besatzungstruppen die Kontrolle über die Stadt und lösten damit die amerikanischen Einheiten ab. Gemäß den Bestimmungen der Potsdamer Konferenz verlief die sowjetische Besatzungszone jenseits der ehemaligen braunschweigisch-preußischen Grenze und damit in unmittelbarer Nähe zur Kreisstadt Helmstedt. Die ursprünglich zum [[Landkreis Helmstedt]] gehörende Exklave Calvörde wurde der sowjetischen Zone zugeschlagen. Bereits am 1. Juli [[1945]] wurde ein fester Kontrollpunkt auf der Reichsautobahn eingerichtet; der [[Bahnhof Helmstedt]] wurde zu einem Grenzbahnhof, über den anfänglich lediglich der alliierte Transitverkehr nach Berlin abgewickelt wurde. Während der Berlin-Blockade zwischen Juni [[1948]] und Mai [[1949]] kam dieser Verkehr allerdings vollständig zum Erliegen. In den Folgejahren wurde die Hauptlast des Transitverkehrs zwischen Westdeutschland und Berlin aufgrund der geographischen Nähe zu West-Berlin über den Kontrollpunkt Helmstedt abgewickelt. | ||
Nach der Gründung der DDR im Oktober 1949 wurde der Ausbau der Grenzanlagen von ostdeutscher Seite vorangetrieben, sodass die Stadt Helmstedt den Zugang zu ihrem östlichen Umland verlor. Eine Ausnahme bildete eine zeitlang das in Sichtweite der Stadt gelegene Kraftwerk Harbke, das nun im Grenzgebiet der DDR lag und eine grenzüberschreitende Stromversorgung sicherstellte. Hier konnten Mitarbeiter der westdeutschen Braunschweigischen Kohlen-Bergwerke AG (BKB) ebenso wie in den grenznahen Braunkohletagebauen ihrer Arbeit nachgehen. Nachdem das Kraftwerk Harbke im Jahr 1952 als Volkseigener Betrieb von der DDR verstaatlicht wurde und die Grenze in diesem Bereich vollständig geschlossen wurde, erfolgte die Stromversorgung Helmstedts ab 1954 durch das neu errichtete [[Kraftwerk Offleben]]. | Nach der Gründung der DDR im Oktober [[1949]] wurde der Ausbau der Grenzanlagen von ostdeutscher Seite vorangetrieben, sodass die Stadt Helmstedt den Zugang zu ihrem östlichen Umland verlor. Eine Ausnahme bildete eine zeitlang das in Sichtweite der Stadt gelegene Kraftwerk Harbke, das nun im Grenzgebiet der DDR lag und eine grenzüberschreitende Stromversorgung sicherstellte. Hier konnten Mitarbeiter der westdeutschen [[Braunschweigische Kohlen-Bergwerke|Braunschweigischen Kohlen-Bergwerke AG]] (BKB) ebenso wie in den grenznahen Braunkohletagebauen ihrer Arbeit nachgehen. Nachdem das Kraftwerk Harbke im Jahr [[1952]] als Volkseigener Betrieb von der DDR verstaatlicht wurde und die Grenze in diesem Bereich vollständig geschlossen wurde, erfolgte die Stromversorgung Helmstedts ab [[1954]] durch das neu errichtete [[Kraftwerk Offleben]]. | ||
Die Vertriebenenzuwanderung aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und der Flüchtlingsstrom aus der sowjetischen Besatzungszone nach dem Zweiten Weltkrieg ließen die Einwohnerzahl der Stadt sprunghaft ansteigen. Verzeichnete Helmstedt vor dem Krieg noch rund 18.000 Einwohner, so wurden Mitte der 1950er Jahre bereits knapp 30.000 Einwohner registriert. Diesem Bevölkerungszuwachs versuchte man durch umfangreiche Erschließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete Rechnung zu tragen. Auf Grund der über Jahrzehnte bestehende Randlage an der Innerdeutschen Grenze verlor die Stadt in der Folgezeit wieder stetig an Einwohnern. | Die Vertriebenenzuwanderung aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und der Flüchtlingsstrom aus der sowjetischen Besatzungszone nach dem Zweiten Weltkrieg ließen die Einwohnerzahl der Stadt sprunghaft ansteigen. Verzeichnete Helmstedt vor dem Krieg noch rund 18.000 Einwohner, so wurden Mitte der 1950er-Jahre bereits knapp 30.000 Einwohner registriert. Diesem Bevölkerungszuwachs versuchte man durch umfangreiche Erschließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete Rechnung zu tragen. Auf Grund der über Jahrzehnte bestehende Randlage an der Innerdeutschen Grenze verlor die Stadt in der Folgezeit wieder stetig an Einwohnern. | ||
Im Jahr 1973 wurde der südlich der Stadt liegende [[Tagebau Helmstedt]] aufgeschlossen, der über viele Jahre die Braunkohleförderung sicherstellte, aber auch das direkt angrenzende Landschaftsbild der Stadt prägte. | Im Jahr [[1973]] wurde der südlich der Stadt liegende [[Tagebau Helmstedt]] aufgeschlossen, der über viele Jahre die Braunkohleförderung sicherstellte, aber auch das direkt angrenzende Landschaftsbild der Stadt prägte. | ||
=== Herkunft des Ortsnamens === | === Herkunft des Ortsnamens === | ||