Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt: Unterschied zwischen den Versionen

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Das bedeutet aber nicht, dass es ihn einmal gegeben hat, denn in den Archivakten, insbesondere in den Kämmereirechnungen und in den Vorgängen über den Zustand der Baulichkeiten der Stadt aus dem 18. Jahrhundert, konnte ich keinen Hinweis darauf finden, dass das [[Nordertor (Stadttor)|Nordertor]] wie die drei anderen Tore einmal einen Turm gehabt hat. Ich fand zwar für einige Jahre die Angabe „[[Nordertor (Stadttor)|Nordertorturm]]“, dann aber fehlt – im Gegensatz zu den drei anderen Toren – die Bezeichnung Turm, und es findet sich immer nur die schlichte Angabe „[[Nordertor (Stadttor)|Nordertor]]“. Hätte man ihn zu dieser Zeit abgerissen, so müssten darüber in den Rechnungen Kosten und wegen des Verkaufes der Steine durch die Stadt Einnahmen vermerkt sein.
Das bedeutet aber nicht, dass es ihn einmal gegeben hat, denn in den Archivakten, insbesondere in den Kämmereirechnungen und in den Vorgängen über den Zustand der Baulichkeiten der Stadt aus dem 18. Jahrhundert, konnte ich keinen Hinweis darauf finden, dass das [[Nordertor (Stadttor)|Nordertor]] wie die drei anderen Tore einmal einen Turm gehabt hat. Ich fand zwar für einige Jahre die Angabe „[[Nordertor (Stadttor)|Nordertorturm]]“, dann aber fehlt – im Gegensatz zu den drei anderen Toren – die Bezeichnung Turm, und es findet sich immer nur die schlichte Angabe „[[Nordertor (Stadttor)|Nordertor]]“. Hätte man ihn zu dieser Zeit abgerissen, so müssten darüber in den Rechnungen Kosten und wegen des Verkaufes der Steine durch die Stadt Einnahmen vermerkt sein.


Dafür, dass das [[Nordertor (Stadttor)|Nordertor]] nie einen Aufsatz gehabt hat, spricht auch, dass Merian, der seinen Stich nach einer Vorlage gefertigt hat, die der Betrachter von der Höhe der [[Walbecker Straße]] aus aufgenommen hat, sicherlich einen dann sehr deutlich sichtbaren Turm eingezeichnet und entsprechend vermerkt hätte. Allerdings wissen wir noch genau, wo das Tor einmal gewesen ist: Gegenüber dem Grundstück [[Langer Steinweg]] 19, früher der [[Schützenhof]], heute ein [[Möbelhaus Fehlig|Möbelhaus]], ist der Endpunkt der alten [[Stadtmauer (Helmstedt)|Stadtmauer]] klar erkennbar.
Dafür, dass das [[Nordertor (Stadttor)|Nordertor]] nie einen Aufsatz gehabt hat, spricht auch, dass Merian, der seinen Stich nach einer Vorlage gefertigt hat, die der Betrachter von der Höhe der [[Walbecker Straße]] aus aufgenommen hat, sicherlich einen dann sehr deutlich sichtbaren Turm eingezeichnet und entsprechend vermerkt hätte. Allerdings wissen wir noch genau, wo das Tor einmal gewesen ist: Gegenüber dem Grundstück [[Langer Steinweg]] 19, früher der [[Schützenhof]], heute ein [[Möbel-Fehlig|Möbelhaus]], ist der Endpunkt der alten [[Stadtmauer (Helmstedt)|Stadtmauer]] klar erkennbar.


Mit dieser Stadtbefestigung allein konnten sich die [[Helmstedt]]er aber noch nicht zufriedengeben. [[Helmstedt]] lag und liegt am [[Lappwald]]. Er zog sich damals näher an die Stadt heran als heute. Gestrüpp, Sträucher und allerlei Vegetation boten einem heranrückenden Feind eine gute Deckung. Von dort war er schon einmal in der Silvesternacht [[1199]]/[[1200]] gekommen. Im Schutze des Waldes hatte er sich bis dicht an die Stadt unbemerkt heranschleichen können.
Mit dieser Stadtbefestigung allein konnten sich die [[Helmstedt]]er aber noch nicht zufriedengeben. [[Helmstedt]] lag und liegt am [[Lappwald]]. Er zog sich damals näher an die Stadt heran als heute. Gestrüpp, Sträucher und allerlei Vegetation boten einem heranrückenden Feind eine gute Deckung. Von dort war er schon einmal in der Silvesternacht [[1199]]/[[1200]] gekommen. Im Schutze des Waldes hatte er sich bis dicht an die Stadt unbemerkt heranschleichen können.