Stolpersteine: Unterschied zwischen den Versionen
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== Stolpersteine in Schöningen == | == Stolpersteine in Schöningen == | ||
In [[Schöningen]] wurden am 21. Oktober [[2012]] die ersten sieben Stolpersteine verlegt. Ursprünglich sollten es insgesamt 25 Steine in der Stadt werden, mittlerweile sind es | In [[Schöningen]] wurden am 21. Oktober [[2012]] die ersten sieben Stolpersteine verlegt. Ursprünglich sollten es insgesamt 25 Steine in der Stadt werden, mittlerweile sind es bereits 47. Um die Beschaffung der dazu notwenigen finanziellen Mittel kümmert sich die Arbeitsgemeinschaft „Stolpersteine in Schöningen“. Am 27. November 2013 wurden neun weitere Steine verlegt und am 23. April 2014 die letzten neun. | ||
=== Alte Kirchstraße === | |||
An der [[Alte Kirchstraße (Esbeck)|Alten Kirchstraße]] im Schöninger Ortsteil [[Esbeck]] wurden am 14. März [[2024]] zwei Steine verlegt, und war an der Hausnummer 17 für Fritz Hollerbach (* [[1901]]; † 4. Oktober [[1938]]) und an der Hausnummer 21 für Heinrich Baxmann (* [[1912]]; † unbekannt). | |||
=== Alte Schmiedestraße === | |||
An der [[Alte Schmiedestraße (Esbeck)|Alten Schmiedestraße]] 1 im Schöninger Ortsteil [[Esbeck]] wurde am 14. März [[2024]] ein Stein für Wladislaus Kokott (* [[1886]]; † 20. Dezember [[1938]]) verlegt. | |||
=== Alte Schmiedestraße === | |||
An der [[Am Scheberg (Hoiersdorf)|Am Scheberg]] 8 im Schöninger Ortsteil [[Hoiersdorf]] wurde am 14. März [[2024]] ein Stein für Emil Bertram (* [[1887]]; † unbekannt) verlegt. | |||
=== Beguinenstraße === | === Beguinenstraße === | ||
Vor dem Haus an der [[Beguinenstraße (Schöningen)|Beguinenstraße]] 19 wurden am 21. Oktober 2012 drei Stolpersteine für die Familie Heinemann verlegt. Zwei Schüler der zehnten Klasse der [[Eichendorffschule Schöningen|Eichendorffschule]] erinnerten an den Stolpersteinen an die Brüder. Die Stolpersteine gelten Kurt Heinemann (* 1906) und seinen Söhnen Wolfgang (* 1930) und Günther (* 1931). Kurt Heinemann war Jude und | Vor dem Haus an der [[Beguinenstraße (Schöningen)|Beguinenstraße]] 19 wurden am 21. Oktober 2012 drei Stolpersteine für die Familie Heinemann verlegt. Zwei Schüler der zehnten Klasse der [[Eichendorffschule Schöningen|Eichendorffschule]] erinnerten an den Stolpersteinen an die Brüder. Die Stolpersteine gelten Kurt Heinemann (* 1906) und seinen Söhnen Wolfgang (* 1930) und Günther (* 1931). Kurt Heinemann war Jude und KPD-Mitglied und so in der Fantasie der Nazis der Inbegriff der Bedrohung und des Bösen. Er wurde 1933 nach schwersten Misshandlungen bei den [[Rieseberg-Morde|Rieseberg-Morden]] von den Nazis erschossen. Die Söhne Wolfgang und Günther wurden 1941 als „Judenkinder“ nach Hadamar in ein Erziehungslager eingewiesen und sind dort 1943 der „Euthanasie“ zum Opfer gefallen. Sie waren erst zwölf und 13 Jahre jung als sie starben.<ref name="Stolpersteine erinnern an Opfer des Naziterrors">Hartmut Beyer: ''[http://www.helmstedter-nachrichten.de/lokales/Helmstedt/stolpersteine-erinnern-an-opfer-des-naziterrors-id784988.html Stolpersteine erinnern an Opfer des Naziterrors]''. In: ''Braunschweiger Zeitung/[[Helmstedter Nachrichten]]'', Helmstedt Lokales, Seite 1, 22. Oktober 2012. Abgerufen am 25. Oktober 2012.</ref> Am 4. Mai 2013 wurde an der [[Beguinenstraße (Schöningen)|Beguinenstraße]] 12 ein Stein für Marie Sievers (* [[1876]]; † 29. November [[1943]]) verlegt. Am 7. Mai 2019 wurde an der [[Beguinenstraße (Schöningen)|Beguinenstraße]] 7 ein Stein für Günther Heinrich (* [[1889]]; † 19. Mai [[1941]]) verlegt, der Opfer der Euthanasie (Aktion T4) wurde. Am 14. März 2024 wurde an der [[Beguinenstraße (Schöningen)|Beguinenstraße]] 15 ein Stein für Otto Nachtigall (* [[1904]]; † 8. August [[1941]]) verlegt. | ||
=== Bismarckstraße === | === Bismarckstraße === | ||
In der [[Bismarckstraße (Schöningen)|Bismarckstraße]] 2 wurden am 27. November 2013 drei Stolpersteine verlegt. Sie erinnern an Johanne, Walter und Heinrich Cohen. | In der [[Bismarckstraße (Schöningen)|Bismarckstraße]] 2 wurden am 27. November [[2013]] drei Stolpersteine verlegt. Sie erinnern an Johanne (* [[1875]]; † 29. Juni [[1939]]), Walter (Schicksal unbekannt) und Heinrich Cohen (* [[1905]]; † unbekannt). Am 4. Mai 2013 wurden an der [[Bismarckstraße (Schöningen)|Bismarckstraße]] vier weitere Steine verlegt, und zwar an der Hausnummer 1 für Claire Gostynski (* [[1876]]; † 21. September [[1942]]) und an der der Hausnummer 7 A für Adolf (* [[1866]]; † 20. Dezember [[1942]]), Lucian (* [[1903]]; † unbekannt) und Pauline Schnell (* 1869; † 26. Mai [[1944]]. | ||
=== Niedernstraße === | === Niedernstraße === | ||
In der [[Niedernstraße (Schöningen)|Niedernstraße]] 8–9 wurden am 21. Oktober 2012 vier weitere Stolpersteine verlegt. Dort wohnten die Kaufleute Hermann (* 1876) und Käthe Probst (* 1882), sowie Emil (* 1880) und Hedwig Probst (* 1887), die dort ein Mode- und Manufakturgeschäft betrieben. Alle vier wurden 1942 deportiert. Hermann und Käthe Probst wurden im selben Jahr im KZ Piaski ermordet, Emil im KZ Theresienstadt, Hedwig 1944 im KZ Auschwitz.<ref name="Stolpersteine erinnern an Opfer des Naziterrors"/> In der Niedernstraße 20 und 23 wurden am 27. November 2013 sechs weitere Stolpersteine verlegt. An der Hausnummer 20 sind die Steine für Adele und Walter Hirsch und an der Nummer 23 für Abraham und Adeline Lauterstein, Edith Wolf und Gunda Gostynski gedacht. Adeline Lauterstein starb wahrscheinlich 1939 in einem Judenhaus in Berlin, und ihr Mann Abraham wurde in das KZ Theresienstadt deportiert, wo er 1945 von den Russen befreit wurde und überlebte. Edith Wolf wurde von den Nazis in Auschwitz ermordet. Gunda Gostynski wurde von den Nazis 1942 im Konzentrationslager (KZ) Treblinka ermordet. Am 17. September 2016 wurde ein weiterer Stolperstein an der Niederstraße 23 verlegt, der an Herbert Lauterstein erinnert. An der Stelle befinden sich bereits die 2013 eingelassenen Steine für dessen Eltern.<ref>Braunschweiger Zeitung, Helmstedt - 17. September 2016 - Helmstedter Lokales - Seite 23</ref> | In der [[Niedernstraße (Schöningen)|Niedernstraße]] 8–9 wurden am 21. Oktober 2012 vier weitere Stolpersteine verlegt. Dort wohnten die Kaufleute Hermann (* 1876) und Käthe Probst (* 1882), sowie Emil (* 1880) und Hedwig Probst (* 1887), die dort ein Mode- und Manufakturgeschäft betrieben. Alle vier wurden 1942 deportiert. Hermann und Käthe Probst wurden im selben Jahr im KZ Piaski ermordet, Emil im KZ Theresienstadt, Hedwig 1944 im KZ Auschwitz.<ref name="Stolpersteine erinnern an Opfer des Naziterrors"/> In der Niedernstraße 20 und 23 wurden am 27. November 2013 sechs weitere Stolpersteine verlegt. An der Hausnummer 20 sind die Steine für Adele und Walter Hirsch und an der Nummer 23 für Abraham und Adeline Lauterstein, Edith Wolf und Gunda Gostynski gedacht. Adeline Lauterstein starb wahrscheinlich 1939 in einem Judenhaus in Berlin, und ihr Mann Abraham wurde in das KZ Theresienstadt deportiert, wo er 1945 von den Russen befreit wurde und überlebte. Edith Wolf wurde von den Nazis in Auschwitz ermordet. Gunda Gostynski wurde von den Nazis 1942 im Konzentrationslager (KZ) Treblinka ermordet. Am 17. September 2016 wurde ein weiterer Stolperstein an der Niederstraße 23 verlegt, der an Herbert Lauterstein erinnert. An der Stelle befinden sich bereits die 2013 eingelassenen Steine für dessen Eltern.<ref>Braunschweiger Zeitung, Helmstedt - 17. September 2016 - Helmstedter Lokales - Seite 23</ref> | ||
=== Plan === | |||
Am [[Plan (Schöningen)|Plan]] wurde am 7. Mai [[2019]] ein Stein für Willi Wiemert (* [[1924]]; † 19. Mai [[1941]]). Er wurde Opfer der Krankenmorde in der Zeit des Nationalsozialismus in der Tötungsanstalt Bernburg (Aktion T4). | |||
=== Schulstraße === | === Schulstraße === | ||
Am [[Heimatmuseum Schöningen|Heimatmuseum]] in der [[Schulstraße (Schöningen)|Schulstraße]] 1 wurde am 23. April 2014 ein Stolpersteine verlegt. Er erinnert an Emma Meyer. | Am [[Heimatmuseum Schöningen|Heimatmuseum]] in der [[Schulstraße (Schöningen)|Schulstraße]] 1 wurde am 23. April [[2014]] ein Stolpersteine verlegt. Er erinnert an Emma Meyer (* 1870; † 9. November [[1942]]). Ein weiterer Stein folgte am 14. März 2024 und erinnert an Albert Donack (* [[1907]]; † 16. Dezember [[1938]]). | ||
=== Schützenbahn === | |||
An der [[Schützenbahn (Schöningen)|Schützenbahn]] 19 wurde am 7. Mai 2019 ein Stein für Hugo Hähn (* [[1895]]; † 19. Mai [[1941]]) verlegt, der Opfer der Euthanasie (Aktion T4) wurde. | |||
=== Wallstraße === | |||
An der [[Wallstraße (Schöningen)|Wallstraße]] 23 wurde am 14. März [[2024]] ein Stein für Albert Drösemeyer (* [[1877]]; † 21. September [[1938]]) verlegt. Drösemeyer war SPD-Mitglied, wurde verhaftet, im Gefängnis in Braunschweig gefoltert und erlitt den Tod durch Erhängen. | |||
=== Wilhelmstraße === | === Wilhelmstraße === | ||
An der [[Wilhelmstraße (Schöningen)|Wilhelmstraße]] 25 wurden am | An der [[Wilhelmstraße (Schöningen)|Wilhelmstraße]] 25 wurden am 27. November [[2013]] acht Stolpersteine verlegt. Sie erinnern an die Familie Wolff, die hier ihren letzten selbst gewählten Wohnort hatte und deren Schicksal größtenteils unbekannt ist. Georg Wolff (* [[1894]]; † unbekannt), Erna Wolff (* [[1899]]; † unbekannt), geb. Liebmann, Gerhard Wolff (* [[1926]]; † unbekannt), Rita Wolff (* [[1928]]; † unbekannt) wurden [[1942]] mit unbekanntem Schicksal deportiert. Hermann Wolff (* [[1885]]; † unbekannt) wurde 1942 in einem Osttransport mit unbekanntem Schicksal deportiert. Lothar Wolff (* [[1926]]; † unbekannt) wurde [[1942]] in das Ghetto Warschau mit unbekanntem Schicksal deportiert. Rebekka Wolff (* [[1857]]; † 9. Mai [[1943]]), geb. Jacobs, wurde [[1942]] nach Theresienstadt deportiert und am 9. Mai [[1943]] ermordet. Berta Wolff (* [[1896]]; † unbekannt), geb. Katz, wurde 1942 in das Ghetto Warschau deportiert und in Treblinka ermordet. | ||
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