Alte Burg Warberg: Unterschied zwischen den Versionen

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{{Infobox Burg
|Name = Alte Burg Warberg
|Bild = Plan_Warburg.png
|Bildbeschreibung = Plan der Alten Burg Warberg
|Alternativname = Alt Burg Warberg
|Entstehungszeit = ca. 11. /12. Jahrhundert
|Typologie n. geo. Lage = Höhenburg, Motte
|Erhaltungszustand = Burgstall, Wallreste
|Ständische Stellung = Adelssitz
|Abmessungen oder Fläche =
|Mauerwerksmerkmale =
|Heutiger Ortsname = [[Schöningen (gemeindefreies Gebiet)|Gemeindefreies Gebiet Schöningen]]
|Breitengrad = 52/10/19/N
|Längengrad = 10/54/03/E
|Region-ISO = DE-NI
|Poskarte = none
|Höhenordinate = 237
|Höhe-Bezug = DE-NN
}}
'''Burg Warburg''', auch Alt-Warberg genannt, war eine hochmittelalterliche Turmhügelburg des Adelsgeschlechts derer von Hagen am Osthang des Höhenzugs [[Elm]] nahe der Gemeinde [[Warberg]]. Der geschichtlichen Überlieferung zufolge wurde sie 1200 bei einem Rachefeldzug während des Thronstreits zwischen Welfen und Staufern erstürmt und gewaltsam zerstört, was archäologische Untersuchungen in den 1960er Jahren bestätigten. Die adligen Besitzer gründeten nach der Zerstörung etwa 2 km nord-östlich im Flachland die Wasserburg [[Burg Warberg|Warberg]].
'''Burg Warburg''', auch Alt-Warberg genannt, war eine hochmittelalterliche Turmhügelburg des Adelsgeschlechts derer von Hagen am Osthang des Höhenzugs [[Elm]] nahe der Gemeinde [[Warberg]]. Der geschichtlichen Überlieferung zufolge wurde sie 1200 bei einem Rachefeldzug während des Thronstreits zwischen Welfen und Staufern erstürmt und gewaltsam zerstört, was archäologische Untersuchungen in den 1960er Jahren bestätigten. Die adligen Besitzer gründeten nach der Zerstörung etwa 2 km nord-östlich im Flachland die Wasserburg [[Burg Warberg|Warberg]].


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== Ausgrabung ==
== Ausgrabung ==
[[Bild:Plan Warburg.png|thumb|200px|Übersichtsplan der Burg von 1962]]
[[Datei:Alte Warburg Grundriss 1896.jpg|mini|Lageplan der Burg, [[1896]]]]
1962/63 wurde eine archäologische Grabung durchgeführt, die Erkenntnisse über den in diesem Gebiet kaum erforschten Typ der hochmittelalterliche Turmhügelburgen bringen sollte. Besonders erfolgversprechend war auch der Umstand, dass die Burg 1200 gewaltsam zerstört wurde und danach kein Wiederaufbau stattfand. Damit war eine fast originale Fundsituation ohne spätere Störungen zu erwarten. Die Ausgrabungsmaßnahmen erfolgten auf dem Burghügel, da nur hier Gebäudereste zu erwarten waren. In 3,8 m Tiefe stießen die Archäologen auf Fundamentmauern. Der Fund in dieser großen Tiefe erklärt sich dadurch, dass das Steinmaterial der zerstörten Burg später als Baumaterial abgetragen wurde. So konnte nur noch der Keller des Wohnturms mit den Ausmaßen von 13x13 m gefunden werden. Die Fundamentmauern wiesen die enorme Stärke von 3 m auf. Auf dem Burghügel fanden sich noch ein Heizungsgebäude und ein Torhaus, das auch als Wirtschaftsgebäude diente und in dem zwei gemauerte Herde standen. Weitere ausgegrabene Einrichtungen waren der Burgbrunnen und eine Eisenschmelzewerkstatt. In der etwa 20 cm starken Kulturschicht des Schutts machten die Archäologen reiche Einzelfunde von Alltagsgegenständen der Burgbewohner wie Pfeilspitzen, Sporen, Hufeisen, Messer. Der eindrucksvollste Fund ist ein 8,5 cm hohes, geschnitztes Täfelchen aus Elfenbein. Es zeigt einen mittelalterlichen Wohnturm. Auffällig war ein 3,5 cm langer Beschlag mit der allegorischen Abbildung eines geflügelten Hundes.
[[Datei:Alte Burg Warberg Infotafel der Landesforsten.jpg|mini|Informationstafel der Niedersächsischen Landesforsten an der Burgstelle]]
1962/1963 wurde eine archäologische Grabung durchgeführt, die Erkenntnisse über den in diesem Gebiet kaum erforschten Typ der hochmittelalterliche Turmhügelburgen bringen sollte. Besonders erfolgversprechend war auch der Umstand, dass die Burg 1200 gewaltsam zerstört wurde und danach kein Wiederaufbau stattfand. Damit war eine fast originale Fundsituation ohne spätere Störungen zu erwarten. Die Ausgrabungsmaßnahmen erfolgten auf dem Burghügel, da nur hier Gebäudereste zu erwarten waren. In 3,8 m Tiefe stießen die Archäologen auf Fundamentmauern. Der Fund in dieser großen Tiefe erklärt sich dadurch, dass das Steinmaterial der zerstörten Burg später als Baumaterial abgetragen wurde. So konnte nur noch der Keller des Wohnturms mit den Ausmaßen von 13x13 m gefunden werden. Die Fundamentmauern wiesen die enorme Stärke von 3 m auf. Auf dem Burghügel fanden sich noch ein Heizungsgebäude und ein Torhaus, das auch als Wirtschaftsgebäude diente und in dem zwei gemauerte Herde standen. Weitere ausgegrabene Einrichtungen waren der Burgbrunnen und eine Eisenschmelzewerkstatt. In der etwa 20 cm starken Kulturschicht des Schutts machten die Archäologen reiche Einzelfunde von Alltagsgegenständen der Burgbewohner wie Pfeilspitzen, Sporen, Hufeisen, Messer. Der eindrucksvollste Fund ist ein 8,5 cm hohes, geschnitztes Täfelchen aus Elfenbein. Es zeigt einen mittelalterlichen Wohnturm. Auffällig war ein 3,5 cm langer Beschlag mit der allegorischen Abbildung eines geflügelten Hundes.


== Weitere Elm-Burgen ==
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