Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt: Unterschied zwischen den Versionen

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Am 1. Oktober [[1919]] traten nun diejenigen Bürger als Bürgermeister oder als Magistrat ihr Amt in, die von der wahlberechtigten Bürgerschaft, das waren alle männlichen und nun auch weiblichen Personen, die 20 Jahre alt und älter waren, in freier, gleicher, geheimer und direkter Wahl gewählt worden waren. Es war die erste und auch einzige unmittelbare Wahl eines Bürgermeisters durch die Bürger: Insoweit nahm man es mit der Demokratie sehr ernst. Der Bürgermeister wurde auf sechs, die Stadträte (der Magistrat) auf drei Jahre gewählt. Für den Bürgermeister war die absolute Mehrheit erforderlich, d. h., er musste mehr also 50 % der gültigen Stimmen haben, bei den Stadträten genügte die einfache Mehrheit, hier galt das System der Verhältniswahl. Durch die Listenwahl hier bei uns in [[Helmstedt]] hatte dieses Wahlsystem [[1919]] noch keine Bedeutung.
Am 1. Oktober [[1919]] traten nun diejenigen Bürger als Bürgermeister oder als Magistrat ihr Amt in, die von der wahlberechtigten Bürgerschaft, das waren alle männlichen und nun auch weiblichen Personen, die 20 Jahre alt und älter waren, in freier, gleicher, geheimer und direkter Wahl gewählt worden waren. Es war die erste und auch einzige unmittelbare Wahl eines Bürgermeisters durch die Bürger: Insoweit nahm man es mit der Demokratie sehr ernst. Der Bürgermeister wurde auf sechs, die Stadträte (der Magistrat) auf drei Jahre gewählt. Für den Bürgermeister war die absolute Mehrheit erforderlich, d. h., er musste mehr also 50 % der gültigen Stimmen haben, bei den Stadträten genügte die einfache Mehrheit, hier galt das System der Verhältniswahl. Durch die Listenwahl hier bei uns in [[Helmstedt]] hatte dieses Wahlsystem [[1919]] noch keine Bedeutung.


Zu der Wahl am 21. September [[1919]] kandidierten auf der Liste 1 für das Amt des [[Liste der Bürgermeister von Helmstedt|Bürgermeister]]s der Stadtsyndikus Dr. [[Hermann Velke|Velke]] und für das des Stadtrats der Fabrikbesitzer [[Karl Fickendey]] und der Zigarrenfabrikant [[Gottfried Schipper]], [[Markt]] 9. Diese Liste wurde von der [[SPD]], der [[Deutschen Demokratischen Partei]] und der [[Christlichen Volkspartei]] unterstützt. Die Liste 2 war die der [[Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands|Unabhängigen Sozialisten]]. Um das Bürgermeisteramt bewarb sich hier der Invalide [[Wilhelm Herok]], [[Braunschweiger Straße]] 9, für das Amt des Stadtrats der Schuhmachermeister [[Bernhard Lange]] vom [[Großen Katthagen]] und der Gastwirt [[Karl Lehmann]] vom [[Holzberg]].
Zu der Wahl am 21. September [[1919]] kandidierten auf der Liste 1 für das Amt des [[Liste der Bürgermeister von Helmstedt|Bürgermeister]]s der Stadtsyndikus Dr. [[Hermann Velke|Velke]] und für das des Stadtrats der Fabrikbesitzer [[Karl Fickendey]] und der Zigarrenfabrikant [[Gottfried Schipper]], [[Markt]] 9. Diese Liste wurde von der [[SPD]], der [[Deutschen Demokratischen Partei]] und der [[Christlichen Volkspartei]] unterstützt. Die Liste 2 war die der [[Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands|Unabhängigen Sozialisten]]. Um das Bürgermeisteramt bewarb sich hier der Invalide [[Wilhelm Herok]], [[Braunschweiger Straße]] 9, für das Amt des Stadtrats der Schuhmachermeister [[Bernhard Lange]] vom [[Großer Katthagen|Großen Katthagen]] und der Gastwirt [[Karl Lehmann]] vom [[Holzberg]].


Gewählt wurde mit 4.327 Stimmen Dr. [[Hermann Velke|Velke]]. Für den Kandidaten der Liste 2 waren 1.313 Stimmen abgegeben worden. Stadträte wurden [[Karl Fickendey|Fickendey]] (Gas- und Wasserwerk, Bauwesen, Kanalisation und Lebensmittelversorgung) und [[Gottfried Schipper|Schipper]] (Fürsorge, Marktwesen, Waisenhaus, Preisprüfungsstelle).
Gewählt wurde mit 4.327 Stimmen Dr. [[Hermann Velke|Velke]]. Für den Kandidaten der Liste 2 waren 1.313 Stimmen abgegeben worden. Stadträte wurden [[Karl Fickendey|Fickendey]] (Gas- und Wasserwerk, Bauwesen, Kanalisation und Lebensmittelversorgung) und [[Gottfried Schipper|Schipper]] (Fürsorge, Marktwesen, Waisenhaus, Preisprüfungsstelle).