Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt: Unterschied zwischen den Versionen

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Im Jahre [[1471]] gab es mit Augsburg, Bamberg, Basel, Köln, Mainz, Nürnberg und Straßburg nur sieben Städte mit einer Druckerei, neun Jahre später hatte sich die Anzahl auf 24 erweitert, darunter war Magdeburg. [[1530]] gab es schon 63 Druckereien in entsprechend vielen Städten, darunter nun auch in Braunschweig.<ref>Autorenkollektiv: ''Alteuropäische Schriftlichkeit'', Kurseinheit 7, S. 8, herausgegeben von der Fernuniversität Hagen 1987</ref>
Im Jahre [[1471]] gab es mit Augsburg, Bamberg, Basel, Köln, Mainz, Nürnberg und Straßburg nur sieben Städte mit einer Druckerei, neun Jahre später hatte sich die Anzahl auf 24 erweitert, darunter war Magdeburg. [[1530]] gab es schon 63 Druckereien in entsprechend vielen Städten, darunter nun auch in Braunschweig.<ref>Autorenkollektiv: ''Alteuropäische Schriftlichkeit'', Kurseinheit 7, S. 8, herausgegeben von der Fernuniversität Hagen 1987</ref>


Die Druckkunst hat in [[Helmstedt]] durch [[Jacob Lucius der Ältere|Jakobus Lucius]], der [[1579]] von Rostock hierher gekommen war, im Zusammenhang mit der Gründung der [[Universität Helmstedt|Universität]] begonnen. Nach Wilhelm Eule<ref>Wilhelm Eule: ''Helmstedter Universitätsbuchdrucker'', Helmstedt 1921, S. 14</ref> soll er sich in dem Haus [[Kybitzstraße]] 5 niedergelassen haben. Robert Schaper<ref>[[Robert Schaper]]: ''Das Helmstedter Häuserbuch'', Helmstedt 1974 unter Kybitzstraße 5</ref> hat dagegen festgestellt, dass das heutige Grundstück seinerzeit mit zwei Häusern bebaut war. [[1587]] hat [[Konrad Gerdener]], dessen Haus gegenüber dem [[Ratskeller (Helmstedt)|Ratskeller]] gestanden hatte und abgebrannt war, diese beiden Häuser in einer Hand vereinigt, sie abreißen und das heute noch stehende Gebäude errichten lassen. Er war, wie sein Vater, [[Liste der Bürgermeister von Helmstedt|Bürgermeister]] in [[Helmstedt]] gewesen. Das Wappen des Vaters, [[Hans Gerdener]], befindet sich mit den Initialen BHG am [[Rohr’sches Haus|Rohrschen Haus]], der Name des Sohnes steht am Taufbecken von [[St. Stephani (Helmstedt)|St. Stephani]]. So ist es wahrscheinlicher, dass schon wegen der notwendigen Größe einer Druckerei [[Jacob Lucius der Ältere|Jakobus Lucius]] seine Tätigkeit im Haus [[Beguinenstraße]] 9 begonnen hat. In jedem Fall ist er einige Jahre nach seinem Eintreffen in [[Helmstedt]] dort eindeutig nachgewiesen. Dieses Haus muss es dann gewesen sein, das er mit den 500 Talern erwarb, die der Herzog ihm gegeben hatte.
Die Druckkunst hat in [[Helmstedt]] durch [[Jacob Lucius der Ältere|Jakobus Lucius]], der [[1579]] von Rostock hierher gekommen war, im Zusammenhang mit der Gründung der [[Universität Helmstedt|Universität]] begonnen. Nach Wilhelm Eule<ref>Wilhelm Eule: ''Helmstedter Universitätsbuchdrucker'', Helmstedt 1921, S. 14</ref> soll er sich in dem Haus [[Kybitzstraße]] 5 niedergelassen haben. [[Robert Schaper]]<ref>[[Robert Schaper]]: ''Das Helmstedter Häuserbuch'', Helmstedt 1974 unter Kybitzstraße 5</ref> hat dagegen festgestellt, dass das heutige Grundstück seinerzeit mit zwei Häusern bebaut war. [[1587]] hat [[Konrad Gerdener]], dessen Haus gegenüber dem [[Ratskeller (Helmstedt)|Ratskeller]] gestanden hatte und abgebrannt war, diese beiden Häuser in einer Hand vereinigt, sie abreißen und das heute noch stehende Gebäude errichten lassen. Er war, wie sein Vater, [[Liste der Bürgermeister von Helmstedt|Bürgermeister]] in [[Helmstedt]] gewesen. Das Wappen des Vaters, [[Hans Gerdener]], befindet sich mit den Initialen BHG am [[Rohr’sches Haus|Rohrschen Haus]], der Name des Sohnes steht am Taufbecken von [[St. Stephani (Helmstedt)|St. Stephani]]. So ist es wahrscheinlicher, dass schon wegen der notwendigen Größe einer Druckerei [[Jacob Lucius der Ältere|Jakobus Lucius]] seine Tätigkeit im Haus [[Beguinenstraße]] 9 begonnen hat. In jedem Fall ist er einige Jahre nach seinem Eintreffen in [[Helmstedt]] dort eindeutig nachgewiesen. Dieses Haus muss es dann gewesen sein, das er mit den 500 Talern erwarb, die der Herzog ihm gegeben hatte.
 
[[Jacob Lucius der Ältere|Lucius]] stammte aus Siebenbürgen, Hermannstadt oder Kronstadt soll sein Geburtsort gewesen sein<ref>Iris Schrader: ''Der Helmstedter Universitätsbuchdrucker Jacobus Lucius I. und seine Nachkommen'' in ''Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Vereinigung Ehemaliger Helmstedter Gymnasiasten'', Helmstedt 1950</ref> Über Nürnberg, Wittenberg (ab [[1556]]) und Rostock (etwa ab [[1577]]) war er nach [[Helmstedt]] gekommen. In Nürnberg mag er sich in der Druckkunst vervollkommnet haben, in den beiden anderen Städten hat er sie beruflich bereits ausgeübt. Mit Schulden hatte er Wittenberg verlassen, mit Schulden verließ er auch Rostock. Der berühmte Rostocker Professor David Chytraeus empfahl ihn dem Herzog Julius. Sechs Drucke sind bereits aus dem ersten Jahr seiner Tätigkeit bekannt. Der Berliner Bibliothekar Dr. [[Max Joseph Husung]] (verstorben 17. September [[1944]] in [[Helmstedt]]) hat sie nachgewiesen. Aber [[Jacob Lucius der Ältere|Lucius]] war nicht nur Drucker, er war auch als Formschneider Künstler. Er stattete seine Werke mit Holzschnitten aus, die ihm den Respekt nicht nur seiner Zeitgenossen einbrachten<ref>Iris Schrader: ''Der Helmstedter Universitätsbuchdrucker Jacobus Lucius I. und seine Nachkommen'' in ''Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Vereinigung Ehemaliger Helmstedter Gymnasiasten'', Helmstedt 1950</ref>. [[Jacob Lucius der Ältere|Lucius]] starb [[1597]] an der Pest, mit ihm seine Frau und fünf seiner Kinder. Sein Sohn Jakobus Lucius II. kehrte aus Hamburg, wo er eine eigene Druckerei betrieben hatte, zurück. Er setzte das Werk seines Vaters fort. Er starb aber bereits [[1616]]. In den fast 19 Jahren seines Wirkens als Inhaber der Offizin (Werkstatt einer Druckerei oder einer Apotheke) stellte er viele Drucke her. Ob auch ein ganz besonderes Druckerzeugnis bei ihm erschienen ist, ist nicht sicher, ein Nachweis würde ihm und [[Helmstedt]] hohen Ruhm bringen. Es handelt sich dabei um den „Aviso“, die älteste Zeitung Norddeutschlands, erschienen [[1609]] und nach Meinung des Zeitungsforschers Dr. Schoene die älteste der Welt überhaupt. Im süddeutschen Raum gab es seit [[1609]] die in Straßburg gedruckte „Relation“, wobei jedoch angenommen wird, dass der „Aviso“ als Wochenzeitung schon vor [[1609]] herausgegeben wurde<ref>Erich Schrader: ''Ist der Aviso, die älteste norddeutsche Zeitung, in Helmstedt gedruckt?'' in ''Festschrift der Vereinigung Ehemaliger Helmstedter Gymnasiasten'', 1950</ref>. Aber im Gegensatz zur „Relation“ ist der Druckort der ersten Jahrgänge des „Aviso“ nicht bekannt, ab [[1615]] ist er mit Wolfenbüttel nachgewiesen. Auf [[Helmstedt]] wurden die Zeitungsforscher aufmerksam, weil die Zierstücke des ersten Jahrgangs Löwenköpfe in verschiedenen Ausführungen zeigen, die denen sehr ähneln, die Jakobus Lucius II. in seinen Druckwerken verwandte. Nun hat man zwar in Wolfenbüttel derartige Zierstücke auch gefunden, allerdings könnte wiederum die Vignettenfülle (Verzierung auf Buchtitelseiten, am Rand oder bei Anfangsbuchstaben im Text) der ersten beiden Jahrgänge dieser Zeitung, also [[1609]] bis [[1610]], – von [[1611]] bis [[1612]] besitzen wir nichts, von [[1610]] nur die Abschrift einer Titelseite, von [[1614]] lediglich das Titelblatt einer einzigen vorhandenen Nummer – auf Jakobus Lucius II. verweisen. Darauf hat jedenfalls Husung hingewiesen und gefolgert, dass zumindest diese Schmuckstücke hier bei uns entstanden sein könnten und dass [[Helmstedt]] somit einen Beitrag zur ältesten Zeitung der Welt geleistet hätte.


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Lucius stammte aus Siebenbürgen, Hermannstadt oder Kronstadt soll sein Geburtsort gewesen sein<ref>Iris Schrader: ''Der Helmstedter Universitätsbuchdrucker Jacobus Lucius I. und seine Nachkommen'' in ''Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Vereinigung Ehemaliger Helmstedter Gymnasiasten'', Helmstedt 1950</ref> Über Nürnberg, Wittenberg (ab 1556) und Rostock (etwa ab 1577) war er nach Helmstedt gekommen. In Nürnberg mag er sich in der Druckkunst vervollkommnet haben, in den beiden anderen Städten hat er sie beruflich bereits ausgeübt. Mit Schulden hatte er Wittenberg ver-lassen, mit Schulden verließ er auch Rostock. Der berühmte Rostocker Professor David Chytraeus empfahl ihn dem Herzog Julius. Sechs Drucke sind bereits aus dem ersten Jahr seiner Tätigkeit bekannt. Der in Helmstedt geborene Berliner Bibliothekar Dr. Max Joseph Husung (verstorben 17.09.1944) hat sie nachgewiesen. Aber Lucius war nicht nur Drucker, er war auch als Formschneider Künstler. Er stattete seine Werke mit Holzschnitten aus, die ihm den Respekt nicht nur seiner Zeitgenossen einbrachten<ref>Iris Schrader: ''Der Helmstedter Universitätsbuchdrucker Jacobus Lucius I. und seine Nachkommen'' in ''Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Vereinigung Ehemaliger Helmstedter Gymnasiasten'', Helmstedt 1950</ref>. Lucius starb 1597 an der Pest, mit ihm seine Frau und fünf seiner Kinder. Sein Sohn Jakobus Lucius II. kehrte aus Hamburg, wo er eine eigene Druckerei betrieben hatte, zurück. Er setzte das Werk seines Vaters fort. Er starb aber bereits 1616. In den fast 19 Jahren seines Wirkens als Inhaber der Offizin (Werkstatt einer Druckerei oder einer Apotheke) stellte er viele Drucke her. Ob auch ein ganz besonderes Druckerzeugnis bei ihm erschienen ist, ist nicht sicher, ein Nachweis würde ihm und Helmstedt hohen Ruhm bringen. Es handelt sich dabei um den „Aviso“, die älteste Zeitung Norddeutschlands, erschienen 1609 und nach Meinung des Zeitungsforschers Dr. Schoene die älteste der Welt überhaupt. Im süddeutschen Raum gab es seit 1609 die in Straßburg gedruckte „Relation“, wobei jedoch angenommen wird, daß der „Aviso" als Wochenzeitung schon vor 1609 herausgegeben wurde<ref>Erich Schrader: ''Ist der Aviso, die älteste norddeutsche Zeitung, in Helmstedt gedruckt?'' in ''Festschrift der Vereinigung Ehemaliger Helmstedter Gymnasiasten'', 1950</ref>. Aber im Gegensatz zur „Relation“ ist der Druckort der ersten Jahrgänge des „Aviso“ nicht bekannt, ab 1615 ist er mit Wolfenbüttel nachgewiesen. Auf Helmstedt wurden die Zeitungsforscher aufmerksam, weil die Zierstücke des ersten Jahrgangs Löwenköpfe in verschiedenen Ausführungen zeigen, die denen sehr ähneln, die Jakobus Lucius II. in seinen Druckwerken ver-wandte. Nun hat man zwar in Wolfenbüttel derartige Zierstücke auch gefunden, allerdings könnte wiederum die Vignettenfülle (Verzierung auf Buchtitelseiten, am Rand oder bei Anfangsbuchstaben im Text) der ersten beiden Jahrgänge dieser Zeitung, also 1609 bis 1610, - von 1611 bis 1612 besitzen wir nichts, von 1610 nur die Abschrift einer Titelseite, von 1614 lediglich das Titelblatt einer einzigen vorhandenen Nummer - auf Jakobus Lucius II. verweisen. Darauf hat jedenfalls Husung hingewiesen und gefolgert, daß zumindest diese Schmuckstücke hier bei uns entstanden sein könnten und daß Helmstedt somit einen Beitrag zur ältesten Zeitung der Welt geleistet hätte.


Nach dem Tode von Jakobus Lucius II. bekam die Druckerei mit Henning Müller d. A. einen Geschäftsführer, sie blieb dadurch der Familie erhalten. Von 1634 bis 1639 führte sie Jakobus Lucius III. Eine Enkelin des Firmengründers heiratete mit Henning Müller d. J. (lebte von 1607 bis 1675) einen Sohn des Geschäftsführers. Er setzte das Unternehmen fort und verlegte es zur Neumärker Straße 5. Der Nachfolger Heinrich David Müller war sein ältester Sohn. Mit ihm starb 1680 diese Familie im Mannesstamm aus. Die Druckerei samt Grundstück kaufte 1681 Georg Wolfgang Hamm. Er war aus Hof, wo er 1649 geboren wurde, zugewandert und 1715 in Helmstedt verstorben. Er und sein Sohn Hermann Dietrich betrieben die Druckerei bis 1723. Dies war das Todesjahr des Hamm jun. Dessen Erben hielten den Betrieb noch 10 Jahre bis 1733 aufrecht. Das Haus Neumärker Straße 5 wurde an einen Handelsmann veräußert, die Druckerei übernahm nun Johann Drimborn aus Köln, wohnhaft Langer Steinweg 1, ab 1763 Böttcherstraße 5. Drimborn war 1700 in Köln geboren, er war katholisch gewesen und 1723 zum lutherischen Bekenntnis konvertiert. Er war viele Jahre Stadthauptmann in unserer Stadt, also Vorsteher in einem der vier Stadtviertel. Drimbon gab die Druckerei schon einige Zeit vor Seinem Tode Anfang 1760 an Johann Heinrich Kühnlin aus Tübingen (wohnhaft Kybitzstraße 4) ab. Nach dessen Ableben am 22.12.1800 vereinigte sich diese Druckerei mit der des Sigismund David Leuckart. Diese war von den insgesamt vier Helmstedter Druckereien die drittälteste. Jakob Müller aus Stettin hatte sie 1661 gegründet und durch Übernahme der zweiten Helmsted-ter Druckerei 1672 erweitert. Diese zweite Druckerei hatte der Helmstedter Gelehrte und Theologe Georg Calixt 1629 ins Leben gerufen. Er hatte sie schon fünf Jahre später an Henning Müller dem wir bereits in der kurzen Geschichte der Buchdruckerei des Lucius begegnet sind, über. tragen. 1658 bernahm sie für zwei Jahre Johann Georg Täger zusammen mit Martin Vogel. Vor 1660 bis 1672 war dann Henning Müller der Jüngere (gestorben 1675) Pächter. Er betrieb die Offizin neben der die er von der Dynastie Lucius übernommen hatte. 1672 gab er sie an Jako Müller aus Stettin ab - nicht verwandt mit dem Verkäufer -, der bereits in gleicher Tätigkeit seit 1661 in Helmstedt wirkte.
Nach dem Tode von Jakobus Lucius II. bekam die Druckerei mit Henning Müller d. A. einen Geschäftsführer, sie blieb dadurch der Familie erhalten. Von 1634 bis 1639 führte sie Jakobus Lucius III. Eine Enkelin des Firmengründers heiratete mit Henning Müller d. J. (lebte von 1607 bis 1675) einen Sohn des Geschäftsführers. Er setzte das Unternehmen fort und verlegte es zur Neumärker Straße 5. Der Nachfolger Heinrich David Müller war sein ältester Sohn. Mit ihm starb 1680 diese Familie im Mannesstamm aus. Die Druckerei samt Grundstück kaufte 1681 Georg Wolfgang Hamm. Er war aus Hof, wo er 1649 geboren wurde, zugewandert und 1715 in Helmstedt verstorben. Er und sein Sohn Hermann Dietrich betrieben die Druckerei bis 1723. Dies war das Todesjahr des Hamm jun. Dessen Erben hielten den Betrieb noch 10 Jahre bis 1733 aufrecht. Das Haus Neumärker Straße 5 wurde an einen Handelsmann veräußert, die Druckerei übernahm nun Johann Drimborn aus Köln, wohnhaft Langer Steinweg 1, ab 1763 Böttcherstraße 5. Drimborn war 1700 in Köln geboren, er war katholisch gewesen und 1723 zum lutherischen Bekenntnis konvertiert. Er war viele Jahre Stadthauptmann in unserer Stadt, also Vorsteher in einem der vier Stadtviertel. Drimbon gab die Druckerei schon einige Zeit vor Seinem Tode Anfang 1760 an Johann Heinrich Kühnlin aus Tübingen (wohnhaft Kybitzstraße 4) ab. Nach dessen Ableben am 22.12.1800 vereinigte sich diese Druckerei mit der des Sigismund David Leuckart. Diese war von den insgesamt vier Helmstedter Druckereien die drittälteste. Jakob Müller aus Stettin hatte sie 1661 gegründet und durch Übernahme der zweiten Helmsted-ter Druckerei 1672 erweitert. Diese zweite Druckerei hatte der Helmstedter Gelehrte und Theologe Georg Calixt 1629 ins Leben gerufen. Er hatte sie schon fünf Jahre später an Henning Müller dem wir bereits in der kurzen Geschichte der Buchdruckerei des Lucius begegnet sind, über. tragen. 1658 bernahm sie für zwei Jahre Johann Georg Täger zusammen mit Martin Vogel. Vor 1660 bis 1672 war dann Henning Müller der Jüngere (gestorben 1675) Pächter. Er betrieb die Offizin neben der die er von der Dynastie Lucius übernommen hatte. 1672 gab er sie an Jako Müller aus Stettin ab - nicht verwandt mit dem Verkäufer -, der bereits in gleicher Tätigkeit seit 1661 in Helmstedt wirkte.