Stolpersteine: Unterschied zwischen den Versionen
Admin (Diskussion | Beiträge) |
Admin (Diskussion | Beiträge) |
||
| Zeile 43: | Zeile 43: | ||
=== Bahnhofstraße === | === Bahnhofstraße === | ||
In der [[Bahnhofstraße (Königslutter am Elm)|Bahnhofstraße]] 16 erinnern seit dem 2. August [[2011]] zwei Stolpersteine an Adolf (* 28. März [[1897]]; † Mai 1966) und Henny Klimt (* [[1898]]; † [[1975]]). Bei der Verlegung war mit Elisabeth Brinkmann, die extra aus Bremen anreiste, die einzige noch lebende von drei Töchtern des Ehepaares anwesend.<ref>Sebahat Arifi: ''Verbeugung vor den Opfern''. In: ''Braunschweiger Zeitung/[[Helmstedter Nachrichten]]'', Helmstedt Lokales, Seite 3, 3. August 2011. Abgerufen am 30. Dezember 2011.</ref> Adolf Klimt wurde am 28. März [[1897]] geboren. Während des Ersten Weltkrieges war er Frankreich eingesetzt.<ref>[http://www.braunschweig-touren.de/Seiten/Tetzelzeitung%20Nr.16.pdf ''Blühende Bäume: Eine Erzählung aus dem 1. Weltkrieg (1914–1918) von Adolf Klimt''] In: ''Tetzelzeitung Nr. 16'', braunschweig-touren.de, abgerufen am 5. Juni 2019. (PDF; 2,3 MB, S. 14)</ref> Danach beendete er seine Ausbildung und wurde Lehrer am Gymnasium in Delligsen, wo er seine spätere Frau Henny Nelke kennenlernte und heiratete. Als er sich [[1935]] weigerte, sich von seiner jüdischen Ehefrau scheiden zu lassen, wurde er im April [[1936]] nach Hasselfelde versetzt, wo er an der Mittelschule unterrichtete. [[1938]] wurde ihm Berufsverbot als Lehrer erteilt; er fand dann eine Anstellung als Buchhalter im örtlichen Sägewerk. Bei der Mobilmachung zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde er in Reservelazaretten in Quedlinburg und Braunschweig eingesetzt und ab [[1942]] in einer Strafkompanie der Organisation Todt, wo er abermals nach Frankreich verlegt wurde. [[1945]] kehrte er nach Hasselfelde zurück und zog [[1948]] mit seiner Frau nach [[Königslutter]]. Dort unterrichtete er bis zu seiner Pensionierung am Gymnasium. Adolf Klimt starb im Mai [[1966]].<ref name="gaevert">Thomas Gaevert: [http://www.thomas-gaevert.de/index.php/hoerfunk/feature-dokumentationen/171 ''Überleben unter dem Hakenkreuz: Die Geschichte der Familie Klimt''] In: ''thomas-gaevert.de'', abgerufen am 5. Juni 2019. (Sendung SWR2 Tandem vom 25. September 2013 mit ausführlichem Manuskript)</ref> Henny Klimt wurde [[1898]] als Henny Nelke geboren. Sie war mit Adolf Klimt verheiratet und lebte in Delligsen. Zusammen hatten sie drei Kinder (Elisabeth, geb. 9. Juni [[1924]], Annemarie, geb. 31. Dezember [[1925]] und Ilse, geb. 25. Juli [[1929]]). [[1936]] zog sie zusammen mit ihrer Familie nach Hasselfelde. Im Februar [[1945]] wurde sie von dort in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie als Kindergärtnerin tätig war und im Mai [[1945]] befreit werden konnte. Nach ihrer Befreiung zog sie wieder zurück nach Hasselfelde und [[1948]] mit ihrem Mann nach [[Königslutter]] in die [[Bahnhofstraße (Königslutter am Elm)|Bahnhofstraße]] 16. Sie starb [[1975]].<ref name="gaevert" /> | In der [[Bahnhofstraße (Königslutter am Elm)|Bahnhofstraße]] 16 erinnern seit dem 2. August [[2011]] zwei Stolpersteine an Adolf (* 28. März [[1897]]; † Mai [[1966]]) und Henny Klimt (* [[1898]]; † [[1975]]). Bei der Verlegung war mit Elisabeth Brinkmann, die extra aus Bremen anreiste, die einzige noch lebende von drei Töchtern des Ehepaares anwesend.<ref>Sebahat Arifi: ''Verbeugung vor den Opfern''. In: ''Braunschweiger Zeitung/[[Helmstedter Nachrichten]]'', Helmstedt Lokales, Seite 3, 3. August 2011. Abgerufen am 30. Dezember 2011.</ref> Adolf Klimt wurde am 28. März [[1897]] geboren. Während des Ersten Weltkrieges war er Frankreich eingesetzt.<ref>[http://www.braunschweig-touren.de/Seiten/Tetzelzeitung%20Nr.16.pdf ''Blühende Bäume: Eine Erzählung aus dem 1. Weltkrieg (1914–1918) von Adolf Klimt''] In: ''Tetzelzeitung Nr. 16'', braunschweig-touren.de, abgerufen am 5. Juni 2019. (PDF; 2,3 MB, S. 14)</ref> Danach beendete er seine Ausbildung und wurde Lehrer am Gymnasium in Delligsen, wo er seine spätere Frau Henny Nelke kennenlernte und heiratete. Als er sich [[1935]] weigerte, sich von seiner jüdischen Ehefrau scheiden zu lassen, wurde er im April [[1936]] nach Hasselfelde versetzt, wo er an der Mittelschule unterrichtete. [[1938]] wurde ihm Berufsverbot als Lehrer erteilt; er fand dann eine Anstellung als Buchhalter im örtlichen Sägewerk. Bei der Mobilmachung zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde er in Reservelazaretten in Quedlinburg und Braunschweig eingesetzt und ab [[1942]] in einer Strafkompanie der Organisation Todt, wo er abermals nach Frankreich verlegt wurde. [[1945]] kehrte er nach Hasselfelde zurück und zog [[1948]] mit seiner Frau nach [[Königslutter]]. Dort unterrichtete er bis zu seiner Pensionierung am Gymnasium. Adolf Klimt starb im Mai [[1966]].<ref name="gaevert">Thomas Gaevert: [http://www.thomas-gaevert.de/index.php/hoerfunk/feature-dokumentationen/171 ''Überleben unter dem Hakenkreuz: Die Geschichte der Familie Klimt''] In: ''thomas-gaevert.de'', abgerufen am 5. Juni 2019. (Sendung SWR2 Tandem vom 25. September 2013 mit ausführlichem Manuskript)</ref> Henny Klimt wurde [[1898]] als Henny Nelke geboren. Sie war mit Adolf Klimt verheiratet und lebte in Delligsen. Zusammen hatten sie drei Kinder (Elisabeth, geb. 9. Juni [[1924]], Annemarie, geb. 31. Dezember [[1925]] und Ilse, geb. 25. Juli [[1929]]). [[1936]] zog sie zusammen mit ihrer Familie nach Hasselfelde. Im Februar [[1945]] wurde sie von dort in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie als Kindergärtnerin tätig war und im Mai [[1945]] befreit werden konnte. Nach ihrer Befreiung zog sie wieder zurück nach Hasselfelde und [[1948]] mit ihrem Mann nach [[Königslutter]] in die [[Bahnhofstraße (Königslutter am Elm)|Bahnhofstraße]] 16. Sie starb [[1975]].<ref name="gaevert" /> | ||
== Stolpersteine in Schöningen == | == Stolpersteine in Schöningen == | ||