Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt: Unterschied zwischen den Versionen
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Besser erhalten sind die Erinnerungen an Personen, die den Vorzug hatten, innerhalb der Stephani-Kirche beerdigt zu werden. Wir sehen heute noch in der Kirche die verschiedenen Epitaphe, darunter z. B. das des berühmten Helmstedter Theologen Georg Calixt (Papenberg 21), während dagegen sein auf dem Gebiet der Jurisprudenz und der Medizin ebenso bekannter Kollege Hermann Conring (Ziegenmarkt 7) in der Dorfkirche Groß Twülpstedt - ihm gehörte dot das Gut - in einem Steinsarg seine ewige Ruhe gefunden hat. | Besser erhalten sind die Erinnerungen an Personen, die den Vorzug hatten, innerhalb der Stephani-Kirche beerdigt zu werden. Wir sehen heute noch in der Kirche die verschiedenen Epitaphe, darunter z. B. das des berühmten Helmstedter Theologen Georg Calixt (Papenberg 21), während dagegen sein auf dem Gebiet der Jurisprudenz und der Medizin ebenso bekannter Kollege Hermann Conring (Ziegenmarkt 7) in der Dorfkirche Groß Twülpstedt - ihm gehörte dot das Gut - in einem Steinsarg seine ewige Ruhe gefunden hat. | ||
Der Helmstedter Theologieprofessor Justus Christoph Boehmer (1670 bis 1732, in Helmstedt von 1698 bis 1727) hat in einem Druck die bis dahin bekannten Grabstätten festgehalten. In der Kirche St.-Stephani befanden sich danach 1710 sehr viele Grabmäler, von denen heute noch 43 offenkundig nachgewiesen sind<ref>{{Literatur |Autor=Hans Adolf Schultz |Titel=Die Grabmale in braunschweigischen Kirchen – St. Stephani-Kirche in Helmstedt |Sammelwerk=Braunschweigische Heimat | | Der Helmstedter Theologieprofessor Justus Christoph Boehmer (1670 bis 1732, in Helmstedt von 1698 bis 1727) hat in einem Druck die bis dahin bekannten Grabstätten festgehalten. In der Kirche St.-Stephani befanden sich danach 1710 sehr viele Grabmäler, von denen heute noch 43 offenkundig nachgewiesen sind<ref>{{Literatur |Autor=Hans Adolf Schultz |Titel=[https://leopard.tu-braunschweig.de/rsc/viewer/dbbs_derivate_00043182/Ha-308-49.pdf?page=114&logicalDiv=-513818592 Die Grabmale in braunschweigischen Kirchen – St. Stephani-Kirche in Helmstedt] |Sammelwerk=Braunschweigische Heimat |Band=49 |Datum=1963 |Seiten=100–108 }}</ref>). Auch in der Marienberger Kirche befanden und befinden sich heute noch einige Grabsteine, gegenüber Stephani jedoch weniger. Böhmer hat 25 aufgelistet. Wir finden das Epitaph der Frau des Amtmanns Köhler, verstorben 1711, gleich von an der Südseite, und in der Turmkapelle rechts das der Domina Catharina Ursula Cuno, Tochter eines Helmstedter Bürgermeisters, verstorben am 15.10.1724. Das Epitaph entstammt der Werkstatt des Helmstedter Künstlers Michael Helwig, Kybitzstraße 25. In der linken Turmkapelle hat Hermann von der Hardt, Propst von 1698 bis zu seinem Tode 1746 und zugleich Professor an der Universität, die letzte Ruhe gefunden. An weitere Begräbnisse in alter Zeit erinnern die Epitaphe im Kreuzgang, und bis in unsere Zeit hinein wird für die Klosterbewohner der Innenhof als Begräbnisstätte genutzt. Für St.-Walpurgis sind auch über 1710 hinaus insgesamt 28 Begräbnisse in der Kirche, zum Teil in einem Gewölbe, festgestellt. | ||
Aber nicht immer sicherte das Begräbnis in einer Kirche die Erinnerung auf ewig. In der Collegienkirche am Markt/Ecke Neumärker Straße haben mindestens 35 Beisetzungen stattge-funden. Studenten, Professoren wie auch deren Angehörige liegen dort begraben. Die erste Beerdigung fand 1705, die letzte am 24.04.1808 statt. Der Universitätsquästor Ludwig Julius Urban Franckenfeld wurde am 30. Mai 1776 in einem Gewölbe in der Universitätskirche beigesetzt - NSAW 1 Kb 609, S. 464. Mit Schließung der Universität verlor diese Kirche ihre eigentliche Aufgabe. Die Orgel soll 1810 in die Kirche St. Marienberg, das Gestühl in das Juleum und die Glocke in das Landesmuseum nach Braunschweig gekommen sein. Die Gruft mit den 35 Helm-stedter Universitätsangehörigen wurde zugeworfen. Aus einer Akte aus dem vorigen Jahrhundert konnte ich ersehen, daß sich jemand darüber beschwerte, daß Arbeiter sich gegenseitig mit den Schädeln der dort Bestatteten bewarfen. | Aber nicht immer sicherte das Begräbnis in einer Kirche die Erinnerung auf ewig. In der Collegienkirche am Markt/Ecke Neumärker Straße haben mindestens 35 Beisetzungen stattge-funden. Studenten, Professoren wie auch deren Angehörige liegen dort begraben. Die erste Beerdigung fand 1705, die letzte am 24.04.1808 statt. Der Universitätsquästor Ludwig Julius Urban Franckenfeld wurde am 30. Mai 1776 in einem Gewölbe in der Universitätskirche beigesetzt - NSAW 1 Kb 609, S. 464. Mit Schließung der Universität verlor diese Kirche ihre eigentliche Aufgabe. Die Orgel soll 1810 in die Kirche St. Marienberg, das Gestühl in das Juleum und die Glocke in das Landesmuseum nach Braunschweig gekommen sein. Die Gruft mit den 35 Helm-stedter Universitätsangehörigen wurde zugeworfen. Aus einer Akte aus dem vorigen Jahrhundert konnte ich ersehen, daß sich jemand darüber beschwerte, daß Arbeiter sich gegenseitig mit den Schädeln der dort Bestatteten bewarfen. | ||
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Die [[Untere Holzmühle]], kurz vor Beendorf, [[1937]]. Sie wurde nach [[1952]] durch DDR-Behörden abgerissen, weil sie im Grenzgebiet lag. Foto: Archiv Elisabeth Schumann, [[Bad Helmstedt]] | Die [[Untere Holzmühle]], kurz vor Beendorf, [[1937]]. Sie wurde nach [[1952]] durch DDR-Behörden abgerissen, weil sie im Grenzgebiet lag. Foto: Archiv Elisabeth Schumann, [[Bad Helmstedt]] | ||
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