Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt: Unterschied zwischen den Versionen

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Das älteste Denkmal dieser Art sind – vor den Toren der Stadt deutlich sichtbar – die [[Lübbensteine]] auf dem [[St. Annenberg|St. Annen]]- oder auch – [[1501]] erstmals so genannt – [[Corneliusberg]]. Namensgeber war demnach nicht der [[1621]] in [[Helmstedt]] verstorbene bekannte Professor [[Cornelius Martini]], sondern wahrscheinlich der als Märtyrer in die Kirchengeschichte eingegangene Papst Cornelius, gestorben [[1253]], der Heilige für Hirten und Tiere. In unmittelbarer Nähe am Pfingstberg wurde in den 50er Jahren dieses Jahrhunderts dank der Aufmerksamkeit des Studienrates Siebers, der sich um die Aufhellung der vorgeschichtlichen Zeit im Bereich [[Helmstedt]] große Verdienste erworben hat, ein heidnischer Urnenfriedhof aus vor-, aber auch aus nachchristlicher Zeit (3. bis 5. Jahrhundert nach Christi Geburt) freigelegt. Gräber aus früherer Zeit wurden oftmals bei der Anlegung von Tagebauen durch die [[BKB]] gefunden.
Das älteste Denkmal dieser Art sind – vor den Toren der Stadt deutlich sichtbar – die [[Lübbensteine]] auf dem [[St. Annenberg|St. Annen]]- oder auch – [[1501]] erstmals so genannt – [[Corneliusberg]]. Namensgeber war demnach nicht der [[1621]] in [[Helmstedt]] verstorbene bekannte Professor [[Cornelius Martini]], sondern wahrscheinlich der als Märtyrer in die Kirchengeschichte eingegangene Papst Cornelius, gestorben [[1253]], der Heilige für Hirten und Tiere. In unmittelbarer Nähe am Pfingstberg wurde in den 50er Jahren dieses Jahrhunderts dank der Aufmerksamkeit des Studienrates Siebers, der sich um die Aufhellung der vorgeschichtlichen Zeit im Bereich [[Helmstedt]] große Verdienste erworben hat, ein heidnischer Urnenfriedhof aus vor-, aber auch aus nachchristlicher Zeit (3. bis 5. Jahrhundert nach Christi Geburt) freigelegt. Gräber aus früherer Zeit wurden oftmals bei der Anlegung von Tagebauen durch die [[BKB]] gefunden.


Als man begann, feste Kirchen zu errichten, legte man um sie herum einen freien Platz an, auf dem die Toten ihre letzte Ruhestätte fanden. Sie waren somit der Kirche und den Gemeindemitgliedern, die bei ihren Kirchengängen an ihnen vorübergehen mußten, nah. So blieben die Lebenden mit den Toten eng verbunden.
Als man begann, feste Kirchen zu errichten, legte man um sie herum einen freien Platz an, auf dem die Toten ihre letzte Ruhestätte fanden. Sie waren somit der Kirche und den Gemeindemitgliedern, die bei ihren Kirchengängen an ihnen vorübergehen mussten, nah. So blieben die Lebenden mit den Toten eng verbunden.


Im Bereich der ummauerten Stadt [[Helmstedt]] gab es zwei Begräbnisplätze: den um [[St. Stephani (Helmstedt)|St. Stephani]] und einen weiteren um [[St. Walpurgis (Helmstedt)|St. Walpurgis]]. Der größere der beiden war der bei der [[St. Stephani (Helmstedt)|Stephani-Kirche]]. Er wurde bereits im 17. Jahrhundert zu klein. [[1702]] heißt es, „daß für die Todten fast keine Stelle mehr übrig sey“. Deshalb wurde der Friedhof um den Organistengarten – das darauf befindliche Haus wurde abgerissen – zum Süden hin erweitert. Damit war das Problem nur vorübergehend gelöst, denn [[1754]] verlangte Herzog Carl, einen Gottesacker außerhalb der Stadt anzulegen. Die Stadt war nicht so dafür, sie verzögerte diese Angelegenheit. Deshalb ließ der Herzog [[1770]] schreiben, „daß diese Sache endlich einmal zustande komme“. Man solle die Begräbnisplätze für beide Gemeinden aus der Stadt herausverlegen. Schon [[1755]] waren vier Stellen dafür in Vorschlag gebracht worden: der am vormals Spießischen Hause gelegene Wallgarten ([[Magdeburger Straße (Helmstedt)|Magdeburger Straße]]), ein Gelände am Schöninger Wege, ein weiteres hinter dem sogenannten Lappenberg (heute [[Norddeutsche Landesbank – Girozentrale|Nord/LB]]) und schließlich das [[Alter Friedhof|Tanzbleek]] an der heutigen [[Gustav-Steinbrecher-Straße]].
Im Bereich der ummauerten Stadt [[Helmstedt]] gab es zwei Begräbnisplätze: den um [[St. Stephani (Helmstedt)|St. Stephani]] und einen weiteren um [[St. Walpurgis (Helmstedt)|St. Walpurgis]]. Der größere der beiden war der bei der [[St. Stephani (Helmstedt)|Stephani-Kirche]]. Er wurde bereits im 17. Jahrhundert zu klein. [[1702]] heißt es, „daß für die Todten fast keine Stelle mehr übrig sey“. Deshalb wurde der Friedhof um den Organistengarten – das darauf befindliche Haus wurde abgerissen – zum Süden hin erweitert. Damit war das Problem nur vorübergehend gelöst, denn [[1754]] verlangte Herzog Carl, einen Gottesacker außerhalb der Stadt anzulegen. Die Stadt war nicht so dafür, sie verzögerte diese Angelegenheit. Deshalb ließ der Herzog [[1770]] schreiben, „daß diese Sache endlich einmal zustande komme“. Man solle die Begräbnisplätze für beide Gemeinden aus der Stadt herausverlegen. Schon [[1755]] waren vier Stellen dafür in Vorschlag gebracht worden: der am vormals Spießischen Hause gelegene Wallgarten ([[Magdeburger Straße (Helmstedt)|Magdeburger Straße]]), ein Gelände am Schöninger Wege, ein weiteres hinter dem sogenannten Lappenberg (heute [[Norddeutsche Landesbank – Girozentrale|Nord/LB]]) und schließlich das [[Alter Friedhof|Tanzbleek]] an der heutigen [[Gustav-Steinbrecher-Straße]].