Alversdorf: Unterschied zwischen den Versionen
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983 erfolgte die erste bekannte urkundliche Erwähnung der Ortschaft als ''Adalgerasthorpa''. | [[983]] erfolgte die erste bekannte urkundliche Erwähnung der Ortschaft als ''Adalgerasthorpa''. | ||
Die Familien in der sonst reichen Gemeinde lebten teilweise in Barackenlagern und waren sehr arm, daher hatten die Kinder nur wenige Spielsachen. In dem nach dem Zweiten Weltkrieg rund 2.000 Einwohner zählenden Dorf gab es außer einem Hallenbad, welches von den [[Braunschweigische Kohlen-Bergwerke|Braunschweigischen Kohlen-Bergwerken]] errichtet wurde, unter anderem einen Friseur, einen Arzt, einen Bäcker und eine evangelische Kirche. Direkt in dem Barackenlager befanden sich zudem eine Drogerie und ein Juwelier.<ref name="Erinnerungen an das Leben im Barackenlager">Nina Krake: [http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2161/artid/11626278 ''Erinnerungen an das Leben im Barackenlager'']. In: ''Braunschweiger Zeitung/[[Helmstedter Nachrichten]]'', 28. Januar 2010. Abgerufen am 28. Januar 2010.</ref> | Die Familien in der sonst reichen Gemeinde lebten teilweise in Barackenlagern und waren sehr arm, daher hatten die Kinder nur wenige Spielsachen. In dem nach dem Zweiten Weltkrieg rund 2.000 Einwohner zählenden Dorf gab es außer einem Hallenbad, welches von den [[Braunschweigische Kohlen-Bergwerke|Braunschweigischen Kohlen-Bergwerken]] errichtet wurde, unter anderem einen Friseur, einen Arzt, einen Bäcker und eine evangelische Kirche. Direkt in dem Barackenlager befanden sich zudem eine Drogerie und ein Juwelier.<ref name="Erinnerungen an das Leben im Barackenlager">Nina Krake: [http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2161/artid/11626278 ''Erinnerungen an das Leben im Barackenlager'']. In: ''Braunschweiger Zeitung/[[Helmstedter Nachrichten]]'', 28. Januar 2010. Abgerufen am 28. Januar 2010.</ref> | ||
Das Hallenbad konnte von jedermann kostenlos genutzt werden. Vermutlich war es als soziale Maßnahme der [[Braunschweigische Kohlen-Bergwerke|Braunschweigischen Kohlen-Bergwerke]] errichtet worden, weil die benachbarte Brikettfabrik sehr viel Schmutz verursachte und weil zur damaligen Zeit noch nicht viele Haushalte über die Möglichkeit verfügten, jederzeit warmes Wasser zum Duschen zu erzeugen. Das Wasser wurde von der Abwärme der umliegenden Industrieanlagen wie der Brikettfabrik, dem Schwelwerk und dem Kraftwerk Offleben erwärmt. Auch Helmstedter Sportvereine und Schulklassen nutzten diese Gelegenheit zum kostenlosen Schwimmen, so dass dieses kleine Dorf eine größere Bedeutung im Landkreis Helmstedt bekam. Das [[Julius-Bad]] in Helmstedt wurde ja erst [[1976]] eröffnet. | Das Hallenbad konnte von jedermann kostenlos genutzt werden. Vermutlich war es als soziale Maßnahme der [[Braunschweigische Kohlen-Bergwerke|Braunschweigischen Kohlen-Bergwerke]] errichtet worden, weil die benachbarte Brikettfabrik sehr viel Schmutz verursachte und weil zur damaligen Zeit noch nicht viele Haushalte über die Möglichkeit verfügten, jederzeit warmes Wasser zum Duschen zu erzeugen. Das Wasser wurde von der Abwärme der umliegenden Industrieanlagen wie der Brikettfabrik, dem Schwelwerk und dem Kraftwerk Offleben erwärmt. Auch Helmstedter Sportvereine und Schulklassen nutzten diese Gelegenheit zum kostenlosen Schwimmen, so dass dieses kleine Dorf eine größere Bedeutung im Landkreis Helmstedt bekam. Das [[Julius-Bad]] in Helmstedt wurde ja erst [[1976]] eröffnet. Das Hallenbad in Alversdorf wurde am 29. März [[1974]] geschlossen<ref>{{Webarchiv|url=https://www.helmstedt.de/magazin/artikel.php?artikel=1519&menuid=625&topmenu=625&date=2013-06-26 |wayback=20180225205936 |text=Geschichte 1970 bis 1979 auf Internetpräsenz des Landkreises Helmstedt }}, auf helmstedt.de, abgerufen am 25. Februar 2018.</ref>. | ||
Die Kirche hatte über 800 Jahre bestanden. Nachdem am 11. Juli 1972 der letzte Gottesdienst in der Kirche stattgefunden hatte<ref>{{Webarchiv|url=https://www.helmstedt.de/magazin/artikel.php?artikel=1519&menuid=625&topmenu=625&date=2013-06-26 |wayback=20180225205936 |text=Geschichte 1970 bis 1979 auf Internetpräsenz des Landkreises Helmstedt }}, auf helmstedt.de, abgerufen am 25. Februar 2018.</ref>, wurden am 24. Juli die Glocken mitsamt ihrem Eisengerüst mit einem langarmigen Kran vom abgedeckten Kirchturm herunter auf einen Tieflader gehoben und zur Clus-Kirche nach [[Schöningen]] gefahren. Dort wurden die Glocken in den später erbauten Turm der Clus-Kirche eingebaut.<ref>[http://www.clus-kirche.de/Die-Alversdorfer-Glocken-und-der-Turm.433.0.html ''Die Alversdorfer Glocken und der Turm'']. In: ''Website der Clus-Kirche Schöningen''. Abgerufen am 3. April 2011.</ref> Noch im selben Jahr wurde die Alversdorfer Kirche abgerissen. | Die Kirche hatte über 800 Jahre bestanden. Nachdem am 11. Juli 1972 der letzte Gottesdienst in der Kirche stattgefunden hatte<ref>{{Webarchiv|url=https://www.helmstedt.de/magazin/artikel.php?artikel=1519&menuid=625&topmenu=625&date=2013-06-26 |wayback=20180225205936 |text=Geschichte 1970 bis 1979 auf Internetpräsenz des Landkreises Helmstedt }}, auf helmstedt.de, abgerufen am 25. Februar 2018.</ref>, wurden am 24. Juli die Glocken mitsamt ihrem Eisengerüst mit einem langarmigen Kran vom abgedeckten Kirchturm herunter auf einen Tieflader gehoben und zur Clus-Kirche nach [[Schöningen]] gefahren. Dort wurden die Glocken in den später erbauten Turm der Clus-Kirche eingebaut.<ref>[http://www.clus-kirche.de/Die-Alversdorfer-Glocken-und-der-Turm.433.0.html ''Die Alversdorfer Glocken und der Turm'']. In: ''Website der Clus-Kirche Schöningen''. Abgerufen am 3. April 2011.</ref> Noch im selben Jahr wurde die Alversdorfer Kirche abgerissen. | ||
Die Existenz der politischen Gemeinde Alversdorf endete am 1. April 1971. Deren Gebiet wurde aufgeteilt. Der Hauptteil wurde der Stadt [[Schöningen]] zugesprochen. Kleinere Gebiete fielen an [[Neu Büddenstedt]], [[Offleben]] und [[Reinsdorf]].<ref name=Gemeindeverzeichnis1970bis1982>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): ''Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982.'' W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 271.</ref> Im Jahr 1967 begann der Abriss des Dorfes, und 1974 wurde das letzte Wohnhaus abgerissen. Noch am 6. Juni 1961, dem Tag der Volkszählung, hatte die Gemeinde 1033 Einwohner. Am 27. Mai 1970, dem Tag der nachfolgenden Volkszählung, waren es schon nur noch 419 Einwohner.<ref name= Gemeindeverzeichnis1970bis1982/> | Die Existenz der politischen Gemeinde Alversdorf endete am 1. April 1971. Deren Gebiet wurde aufgeteilt. Der Hauptteil wurde der Stadt [[Schöningen]] zugesprochen. Kleinere Gebiete fielen an [[Neu Büddenstedt]], [[Offleben]] und [[Reinsdorf]].<ref name=Gemeindeverzeichnis1970bis1982>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): ''Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982.'' W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 271.</ref> Im Jahr 1967 begann der Abriss des Dorfes, und am 6. Februar 1974 wurde das letzte Wohnhaus abgerissen<ref>{{Webarchiv|url=https://www.helmstedt.de/magazin/artikel.php?artikel=1519&menuid=625&topmenu=625&date=2013-06-26 |wayback=20180225205936 |text=Geschichte 1970 bis 1979 auf Internetpräsenz des Landkreises Helmstedt }}, auf helmstedt.de, abgerufen am 25. Februar 2018.</ref>. Noch am 6. Juni 1961, dem Tag der Volkszählung, hatte die Gemeinde 1033 Einwohner. Am 27. Mai 1970, dem Tag der nachfolgenden Volkszählung, waren es schon nur noch 419 Einwohner.<ref name= Gemeindeverzeichnis1970bis1982/> | ||
Seit [[2006]] veranstaltet ein Orga-Team alle zwei Jahre für ehemalige Bewohner des Ortes ein Treffen, bei dem sich bei Kaffee und Kuchen zusammenzusetzt und ausgetauscht wird<ref>{{Internetquelle |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/helmstedt/article236422427/Alversdorf-dem-Bagger-geopfert-lebt-in-den-Herzen-weiter.html |titel=Alversdorf – dem Bagger geopfert, lebt in den Herzen weiter |autor=mb/red |werk=Braunschweiger Zeitung / [[Helmstedter Nachrichten]] |datum=2024-06-10 |abruf=2024-06-13 |sprache=Deutsch}}</ref><ref>{{Internetquelle |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/niedersachsen/helmstedt/article406551598/im-herzen-seiner-ehemaligen-einwohner-lebt-alversdorf-weiter.html |titel=Im Herzen seiner ehemaligen Einwohner lebt Alversdorf weiter |autor=Markus Brich |werk=Braunschweiger Zeitung |datum=2024-06-10 |abruf=2024-06-13 |sprache=Deutsch}}</ref>. | Seit [[2006]] veranstaltet ein Orga-Team alle zwei Jahre für ehemalige Bewohner des Ortes ein Treffen, bei dem sich bei Kaffee und Kuchen zusammenzusetzt und ausgetauscht wird<ref>{{Internetquelle |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/helmstedt/article236422427/Alversdorf-dem-Bagger-geopfert-lebt-in-den-Herzen-weiter.html |titel=Alversdorf – dem Bagger geopfert, lebt in den Herzen weiter |autor=mb/red |werk=Braunschweiger Zeitung / [[Helmstedter Nachrichten]] |datum=2024-06-10 |abruf=2024-06-13 |sprache=Deutsch}}</ref><ref>{{Internetquelle |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/niedersachsen/helmstedt/article406551598/im-herzen-seiner-ehemaligen-einwohner-lebt-alversdorf-weiter.html |titel=Im Herzen seiner ehemaligen Einwohner lebt Alversdorf weiter |autor=Markus Brich |werk=Braunschweiger Zeitung |datum=2024-06-10 |abruf=2024-06-13 |sprache=Deutsch}}</ref>. | ||