Büddenstedt: Unterschied zwischen den Versionen

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=== Neu Büddenstedt ===
=== Neu Büddenstedt ===
Ab [[1935]] wurde unweit der alten Dorfstelle durch die [[Braunschweigische Kohlen-Bergwerke|Braunschweigischen Kohlen-Bergwerke]] (BKB) die Siedlung ''Neu Büddenstedt'' errichtet. Sie entstand nach Plänen des Magdeburger Architekten Paul Schaeffer-Heyrothsberge.<ref>''Die Baugilde'', 31/1941, S. 489</ref> Allerdings siedelten sich dort nicht nur die Einwohner von Büddenstedt an, sondern auch Menschen aus anderen Dörfern.
Ab [[1935]] wurde unweit der alten Dorfstelle durch die [[Braunschweigische Kohlen-Bergwerke|Braunschweigischen Kohlen-Bergwerke]] (BKB) die Siedlung ''Neu Büddenstedt'' errichtet. Sie entstand nach Plänen des Magdeburger Architekten Paul Schaeffer-Heyrothsberge.<ref>''Die Baugilde'', 31/1941, S. 489</ref> Allerdings siedelten sich dort nicht nur die Einwohner von Alt Büddenstedt an, sondern auch Menschen aus anderen Dörfern.


Nach dem Zweiten Weltkrieg profitierte die Region wirtschaftlich durch die BKB, deren [[Kraftwerk Offleben]] und später [[Kraftwerk Buschhaus]] sowie mehrere Tagebaue sich zum Teil auf dem Gemeindegebiet befanden. Der relative Wohlstand erlaubte die Errichtung großzügiger öffentlicher Einrichtungen in [[Neu Büddenstedt]], wie der [[Erich-Kästner-Schule]] mit Sportanlagen und beheiztem Schwimmbad. Die Bevölkerungszahl stieg schnell an, zum Teil auch infolge Zuzug von Vertriebenen z. B. aus dem Sudetenland. Ausgekohlte Tagebaue wurden ab [[1970]] als Wälder oder Seen rekultiviert, wodurch abwechslungsreiche Naherholungsgebiete entstanden, z. B. in den ehemaligen Tagebauen [[Tagebau Wulfersdorf|Wulfersdorf]], [[Tagebau Alversdorf|Alversdorf]], Anna Nord und Anna Süd. Im ehemaligen [[Tagebau Helmstedt]] nördlich von Neu Büddenstedt soll ein großer Badesee durch Zulauf von Grundwasser ab 2005 entstehen, was voraussichtlich jedoch mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird.
Nach dem Zweiten Weltkrieg profitierte die Region wirtschaftlich durch die BKB, deren [[Kraftwerk Offleben]] und später [[Kraftwerk Buschhaus]] sowie mehrere Tagebaue sich zum Teil auf dem Gemeindegebiet befanden. Der relative Wohlstand erlaubte die Errichtung großzügiger öffentlicher Einrichtungen in Neu Büddenstedt, wie der [[Erich-Kästner-Schule]] mit Sportanlagen und beheiztem Schwimmbad. Die Bevölkerungszahl stieg schnell an, zum Teil auch infolge Zuzug von Vertriebenen z. B. aus dem Sudetenland. Ausgekohlte Tagebaue wurden ab [[1970]] als Wälder oder Seen rekultiviert, wodurch abwechslungsreiche Naherholungsgebiete entstanden, z. B. in den ehemaligen Tagebauen [[Tagebau Wulfersdorf|Wulfersdorf]], [[Tagebau Alversdorf|Alversdorf]], Anna Nord und Anna Süd. Im ehemaligen [[Tagebau Helmstedt]] nördlich von Neu Büddenstedt soll ein großer Badesee durch Zulauf von Grundwasser ab [[2005]] entstehen, was voraussichtlich jedoch mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird.


Am 1. April [[1971]] erhielten Neu Büddenstedt, [[Offleben]] und [[Reinsdorf]] kleine Gebietsteile der wegen des Braunkohletagebaus aufgelösten Gemeinde [[Alversdorf]].<ref>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 271 und 272.</ref>
Am 1. April [[1971]] erhielten Neu Büddenstedt, [[Offleben]] und [[Reinsdorf]] kleine Gebietsteile der wegen des Braunkohletagebaus aufgelösten Gemeinde [[Alversdorf]].<ref>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 271 und 272.</ref>
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Die evangelisch-lutherische [[Martin-Luther-Kirche (Büddenstedt)|Martin-Luther-Kirche]] befindet sich am [[Martin-Luther-Platz (Büddenstedt)|Martin-Luther-Platz]], [[1955]] wurde sie eingeweiht. Im ehemaligen Dorf Büddenstedt, das in den 1940er-Jahren dem Kohletagebau weichen musste, stand bereits eine evangelisch-lutherische [[Dorfkirche (Alt-Büddenstedt)|Kirche]]. Am Karfreitag [[1943]] wurde sie gesprengt. Die Ortsteile [[Offleben]] und [[Reinsdorf]] verfügen über je eine weitere evangelisch-lutherische Kirche, in [[Hohnsleben]] existiert keine Kirche mehr. Diese drei Kirchen gehören zum Pfarrverband [[Offleben]].
Die evangelisch-lutherische [[Martin-Luther-Kirche (Büddenstedt)|Martin-Luther-Kirche]] befindet sich am [[Martin-Luther-Platz (Büddenstedt)|Martin-Luther-Platz]], [[1955]] wurde sie eingeweiht. Im ehemaligen Dorf Büddenstedt, das in den 1940er-Jahren dem Kohletagebau weichen musste, stand bereits eine evangelisch-lutherische [[Dorfkirche (Alt-Büddenstedt)|Kirche]]. Am Karfreitag [[1943]] wurde sie gesprengt. Die Ortsteile [[Offleben]] und [[Reinsdorf]] verfügen über je eine weitere evangelisch-lutherische Kirche, in [[Hohnsleben]] existiert keine Kirche mehr. Diese drei Kirchen gehören zum Pfarrverband [[Offleben]].


Die in Neu Büddenstedt befindliche katholische [[St. Barbara (Büddenstedt)|St.-Barbara-Kirche]] wurde ab [[1950]] errichtet und benannt nach der Schutzpatronin der Bergleute. Sie wurde am 19. August [[1951]] geweiht und gehörte zur Pfarrgemeinde Maria Hilfe der Christen in [[Schöningen]]. Am 18. August [[2024]] fand die letzte Heilige Messe statt und die [[St. Barbara (Büddenstedt)|St.-Barbara-Kirche]] wurde profaniert (entweiht) und der weltlichen Nutzung zurückgegeben. Hintergrund war, dass das Bistum Hildesheim sich wegen rückläufiger Kirchengemeinden-Mitgliederzahlen mittelfristig von etwa 50 % seines Immobilien-Bestandes trennen musste.<ref>{{Literatur |Titel=Katholische Kirche wird profaniert – „Im günstigsten Fall“ wird St. Barbara zu einer städtischen Kindertagesstätte |Sammelwerk=[[Helmstedter Sonntag]] |Datum=2024-08-18 |Seiten=4}}</ref> Im Frühjahr [[2025]] entschied der Ortsrat, dass die Kirche abgerissen und das Gelände als Bauland verkauft werden soll.<ref>{{Literatur |Titel=St. Barbara-Kirche wird abgerissen – Im Ortsrat gab es eine emotionale Diskussion und eine Mehrheitsentscheidung |Sammelwerk=[[Helmstedter Sonntag]] |Datum=2025-02-23 |Seiten=3}}</ref> Gegen den beschlossenen Abriss des katholischen Gotteshauses formiert sich in Büddenstedt Widerstand.<ref>{{Literatur |Titel=Aufruf an die Stadt: „Lasst die Kirche im Dorf“ |Autor=Katja Weber-Diedrich |Sammelwerk=[[Helmstedter Sonntag]] |Datum=2025-04-20 |Seiten=3}}</ref>
Die in Büddenstedt befindliche katholische [[St. Barbara (Büddenstedt)|St.-Barbara-Kirche]] wurde ab [[1950]] errichtet und benannt nach der Schutzpatronin der Bergleute. Sie wurde am 19. August [[1951]] geweiht und gehörte zur Pfarrgemeinde Maria Hilfe der Christen in [[Schöningen]]. Am 18. August [[2024]] fand die letzte Heilige Messe statt und die [[St. Barbara (Büddenstedt)|St.-Barbara-Kirche]] wurde profaniert (entweiht) und der weltlichen Nutzung zurückgegeben. Hintergrund war, dass das Bistum Hildesheim sich wegen rückläufiger Kirchengemeinden-Mitgliederzahlen mittelfristig von etwa 50 % seines Immobilien-Bestandes trennen musste.<ref>{{Literatur |Titel=Katholische Kirche wird profaniert – „Im günstigsten Fall“ wird St. Barbara zu einer städtischen Kindertagesstätte |Sammelwerk=[[Helmstedter Sonntag]] |Datum=2024-08-18 |Seiten=4}}</ref> Im Frühjahr [[2025]] entschied der Ortsrat, dass die Kirche abgerissen und das Gelände als Bauland verkauft werden soll.<ref>{{Literatur |Titel=St. Barbara-Kirche wird abgerissen – Im Ortsrat gab es eine emotionale Diskussion und eine Mehrheitsentscheidung |Sammelwerk=[[Helmstedter Sonntag]] |Datum=2025-02-23 |Seiten=3}}</ref> Gegen den beschlossenen Abriss des katholischen Gotteshauses formiert sich in Büddenstedt Widerstand.<ref>{{Literatur |Titel=Aufruf an die Stadt: „Lasst die Kirche im Dorf“ |Autor=Katja Weber-Diedrich |Sammelwerk=[[Helmstedter Sonntag]] |Datum=2025-04-20 |Seiten=3}}</ref>


Der Ortsteil [[Offleben]] verfügt mit der Kirche [[Heilige Familie (Büddenstedt)|Heilige Familie]] über eine weitere katholische Kirche, die jedoch seit [[2014]] nicht mehr genutzt wird. Beide Kirchen gehören heute zur Pfarrgemeinde ''Maria Hilfe der Christen'' in [[Schöningen]].
Der Ortsteil [[Offleben]] verfügt mit der Kirche [[Heilige Familie (Büddenstedt)|Heilige Familie]] über eine weitere katholische Kirche, die jedoch seit [[2014]] nicht mehr genutzt wird. Beide Kirchen gehören heute zur Pfarrgemeinde ''Maria Hilfe der Christen'' in [[Schöningen]].
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=== Bildung ===
=== Bildung ===
* Grundschule im Ortsteil [[Offleben]]
* Grundschule im Ortsteil [[Offleben]]
* Kindertagesstätten in den Ortsteilen Neu Büddenstedt und [[Offleben]]
* Kindertagesstätten in Büddenstedt und [[Offleben]]
== Persönlichkeiten ==
== Persönlichkeiten ==
<!--=== Ehrenbürger ===-->
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