Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt: Unterschied zwischen den Versionen
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In der NS-Zeit sollte [[1938]] der Heilige entthront werden. Für den Ausbau eines Kameradschafts- und Führersaales im Hause der Gauleitung in Hannover hatte [[Helmstedt]] wie auch andere Städte des Gaues einen Stuhl zu stiften. In die Rückenlehne sollte das Stadtwappen eingelegt werden. Der Betrag von 70 Mark wurde, „obwohl die Haushaltslage der Stadt [[Helmstedt]] jede Sonderausgabe verbietet“, zwar überwiesen, ein solcher Stuhl aber nie hergestellt, denn ein Wappen mit einem Heiligen fand bei der hohen Parteileitung keinerlei Anklang. „Vielleicht findet sich auch für [[Helmstedt]] ein Symbol, das besser der heutigen Zeit entspricht, als das jetzt vorhandene Wappen.“ So kam man in [[Helmstedt]] auf das [[Juleum]] als Motiv für ein neues städtisches Siegel und Wappen. Dr. Hermann Kleinau, seinerzeit Direktor des Braunschweigischen Staatsarchivs in Wolfenbüttel, widersprach der Verwendung eines Gebäudes als Wappen. „Damit würde man der jahrhundertealten Tradition der Stadt, die ihre Wurzeln auch aus der Zeit vor der Universitätsgründung bezieht, nicht gerecht werden.“ Der Krieg verhinderte eine Durchführung dieses Planes, selbst Ministerpräsident Dietrich Klagges riet dem Bürgermeister, das alte Wappenbild nicht aufzugeben. So erwies sich der Heilige auch noch nach vielen Jahrhunderten stärker als die Ideen der damaligen Machthaber. | In der NS-Zeit sollte [[1938]] der Heilige entthront werden. Für den Ausbau eines Kameradschafts- und Führersaales im Hause der Gauleitung in Hannover hatte [[Helmstedt]] wie auch andere Städte des Gaues einen Stuhl zu stiften. In die Rückenlehne sollte das Stadtwappen eingelegt werden. Der Betrag von 70 Mark wurde, „obwohl die Haushaltslage der Stadt [[Helmstedt]] jede Sonderausgabe verbietet“, zwar überwiesen, ein solcher Stuhl aber nie hergestellt, denn ein Wappen mit einem Heiligen fand bei der hohen Parteileitung keinerlei Anklang. „Vielleicht findet sich auch für [[Helmstedt]] ein Symbol, das besser der heutigen Zeit entspricht, als das jetzt vorhandene Wappen.“ So kam man in [[Helmstedt]] auf das [[Juleum]] als Motiv für ein neues städtisches Siegel und Wappen. Dr. Hermann Kleinau, seinerzeit Direktor des Braunschweigischen Staatsarchivs in Wolfenbüttel, widersprach der Verwendung eines Gebäudes als Wappen. „Damit würde man der jahrhundertealten Tradition der Stadt, die ihre Wurzeln auch aus der Zeit vor der Universitätsgründung bezieht, nicht gerecht werden.“ Der Krieg verhinderte eine Durchführung dieses Planes, selbst Ministerpräsident Dietrich Klagges riet dem Bürgermeister, das alte Wappenbild nicht aufzugeben. So erwies sich der Heilige auch noch nach vielen Jahrhunderten stärker als die Ideen der damaligen Machthaber. | ||
== Die Helmstedter Buchdrucker (S. 494–505) == | |||
== Die Helmstedter Bürgermeister von 1750 bis 1933 (S. 524–530) == | == Die Helmstedter Bürgermeister von 1750 bis 1933 (S. 524–530) == | ||
Der [[Helmstedt]]er [[Liste der Bürgermeister von Helmstedt|Bürgermeister]] im Mittelalter wird urkundlich erstmals [[1232]] als Einzelperson erwähnt. Das war ein gewisser Wulframus. Auch die Stadtrechtsurkunde von [[1247]] spricht des öfteren von dem [[Liste der Bürgermeister von Helmstedt|Bürgermeister]]. Später waren es vier, mitunter „Consules“ genannte Herren, die an der Spitze der Stadt standen und die sich im Regieren zu zweit jährlich ablösten. Sie wurden nicht von der Bevölkerung, sondern von den Ratmannen gewählt, das waren in der Regel 10 bis 15 Bürger, die sich ggf. aus sich selbst ergänzten. | Der [[Helmstedt]]er [[Liste der Bürgermeister von Helmstedt|Bürgermeister]] im Mittelalter wird urkundlich erstmals [[1232]] als Einzelperson erwähnt. Das war ein gewisser Wulframus. Auch die Stadtrechtsurkunde von [[1247]] spricht des öfteren von dem [[Liste der Bürgermeister von Helmstedt|Bürgermeister]]. Später waren es vier, mitunter „Consules“ genannte Herren, die an der Spitze der Stadt standen und die sich im Regieren zu zweit jährlich ablösten. Sie wurden nicht von der Bevölkerung, sondern von den Ratmannen gewählt, das waren in der Regel 10 bis 15 Bürger, die sich ggf. aus sich selbst ergänzten. | ||