Die Stadtmauer in Schöningen im Landkreis Helmstedt in Niedersachsen in Deutschland war eine bis zu 3 m hohe Mauer aus Kalksteinmauerwerk zum Schutz der Stadt angelegte Befestigungsanlage. Von der einst geschlossenen Befestigungsanlage sind heute nur noch einzelne Abschnitte erhalten, die jedoch einen guten Eindruck von der früheren Wehranlage vermitteln.

Geschichte

Schöningen verfügte vermutlich bereits um 1335 über eine erste Befestigung. Darauf deutet die gewaltsame Einnahme der Siedlung durch Erzbischof Otto von Magdeburg im Jahr 1347 hin. 1348 verlieh Herzog Magnus I. der Bürgerschaft das Stadtrecht. Nach 1350 entstand im Zusammenhang mit dem Bau einer neuen Niederungsburg sowie einer Stadterweiterung nach Süden schrittweise eine neue Mauerbefestigung, die dem verbesserten Schutz der Stadt dienen sollte.[1]

Der Mauerring aus der Mitte des 14. Jahrhunderts besaß mehrere Stadttore. Im Norden befand sich das Esbecker Tor, das 1373 belegt ist. Nach Westen führte das bereits 1348 erwähnte Westertor. Im Süden lag das Salz-, Hessen- oder Hesinger Tor, während sich im Osten das 1383 nachgewiesene Oster- oder Niedertor befand.[1]

Archivalische Überlieferungen belegen für das Jahr 1447 den Ankauf eines Hofes im Ostendorf durch die Stadt Schöningen zur Anlage eines neuen Stadtgrabens. Auf dieser Grundlage werden die Errichtung von Wall und Stadtgräben sowie der Bau einer äußeren Mauer auf die Zeit um 1450 datiert.[1]

Die Entfestigung der Stadt setzte vermutlich bereits im 17. Jahrhundert ein. Ein Stadtplan von 1764 zeigt jedoch, dass Stadtmauer und Stadttore auch im 18. Jahrhundert noch vorhanden waren. Die Tore wurden später zu Kontroll- und Zollstationen umgebaut, bevor sie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts geschleift wurden.[1]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Stadtmauer. In: Denkmalatlas Niedersachsen. Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 3. August 2026.