Chronik der Einheitsgemeinde Büddenstedt 1974–2014: Unterschied zwischen den Versionen
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=== Windkraftanlagen === | === Windkraftanlagen === | ||
Wie inzwischen überall im Lande so gehören auch in Büddenstedt Windräder zum heutigen Landschaftsbild. | Wie inzwischen überall im Lande so gehören auch in [[Büddenstedt]] Windräder zum heutigen Landschaftsbild. | ||
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!!! BILD NOCH EINBAUEN !!! | |||
Im Frühjahr 2003 konnten rund 800 m von der | --> | ||
Im Frühjahr [[2003]] konnten rund 800 m von der [[Hohnsleben]]er Ortslage entfernt zwei Windkraftanlagen durch die [[Hohnslebener Windkraft]] GmbH in Betrieb genommen werden, nachdem mit Unterstützung der Gemeinde und des Zweckverbandes Großraum Braunschweig durch ein Raumordnungs-Änderungsverfahren die Voraussetzung für den Bau dieser Windräder geschaffen worden war. | |||
Nur wenige Wochen später wurde offiziell das gemeinsame Projekt der BKB AG und der E.ON Energy Projects GmbH aus München für eine Windparkanlage zwischen Büddenstedt und Helmstedt vorgestellt. Bereits im Juli 2003 gingen die ersten von insgesamt dreizehn Windenergieanlagen westlich der L 640 in Betrieb. Im Sommer 2007 folgte auf der östlich der L 640 gelegenen Seite ein weiterer Windpark mit vier Anlagen. | Nur wenige Wochen später wurde offiziell das gemeinsame Projekt der [[Braunschweigische Kohlen-Bergwerke|BKB]] AG und der E.ON Energy Projects GmbH aus München für eine Windparkanlage zwischen [[Büddenstedt]] und [[Helmstedt]] vorgestellt. Bereits im Juli [[2003]] gingen die ersten von insgesamt dreizehn Windenergieanlagen westlich der [[Landesstraße 640|L 640]] in Betrieb. Im Sommer [[2007]] folgte auf der östlich der [[Landesstraße 640|L 640]] gelegenen Seite ein weiterer Windpark mit vier Anlagen. | ||
Vermutlich durch einen technischen Defekt geriet am Vormittag des 11. November 2010 eines der westlich der L 640 gelegenen Windkrafträder in Brand und löste einen Großeinsatz der | Vermutlich durch einen technischen Defekt geriet am Vormittag des 11. November [[2010]] eines der westlich der [[Landesstraße 640|L 640]] gelegenen Windkrafträder in Brand und löste einen Großeinsatz der [[Freiwillige Feuerwehr Büddenstedt|Büddenstedt]]er, [[Freiwillige Feuerwehr Helmstedt|Helmstedt]]er und [[Freiwillige Feuerwehr Schöningen|Schöninger Feuerwehr]] aus. Das in etwa 100 m Höhe befindliche Feuer konnte nicht gelöscht werden, so dass die Feuerwehrleute für eine großräumige Sicherung der Brandstelle sorgten, bis der Windradkranz ausgebrannt war. Das Herabfallen von Trümmerteilen machte eine mehrtägige Sperrung der Landesstraße zwischen [[Büddenstedt]] und [[Helmstedt]] erforderlich. | ||
== Umgestaltung des Rathausvorplatzes und Naherholungsgebiet im Wulfersdorfer Tagebau == | == Umgestaltung des Rathausvorplatzes und Naherholungsgebiet im Wulfersdorfer Tagebau == | ||
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== Versorgung der Bevölkerung == | == Versorgung der Bevölkerung == | ||
=== Ärztliche Versorgung === | === Ärztliche Versorgung === | ||
In der Gemeinde Büddenstedt gab es zum Zeitpunkt der Zusammenlegung zwei praktische Ärzte. Dabei handelte es sich um die Praxis von Dr. Bernhard Runge in Neu Büddenstedt, die er bis 1973 führte und ab 1. Oktober 1973 an Dr. med. Sattar Kadoori weitergab. 1994 übernahm der praktische Arzt Christian Hermann die | In der Gemeinde [[Büddenstedt]] gab es zum Zeitpunkt der Zusammenlegung zwei praktische Ärzte. Dabei handelte es sich um die Praxis von Dr. Bernhard Runge in [[Neu Büddenstedt]], die er bis [[1973]] führte und ab 1. Oktober [[1973]] an Dr. med. Sattar Kadoori weitergab. [[1994]] übernahm der praktische Arzt Christian Hermann die [[Büddenstedt]]er Praxis, die er nach 11 Jahren aus gesundheitlichen Gründen zum Juni [[2005]] schließen musste. Am 1. August [[2005]] wurde die Praxis von der Fachärztin für Allgemeinmedizin Sigrun Mundhenke wiedereröffnet. Die Nachbesetzung durch Frau Mundhenke konnte letztendlich durch den tatkräftigen Einsatz der Gemeinde über Presse und Rundfunk sichergestellt werden. Dieses öffentlichkeitswirksame Vorgehen hat kreisweit Beachtung erfahren. | ||
In Offleben praktizierte Dr. Heinz Adam von 1951 bis zum 30. September 1979. Sein Nachfolger wurde Dr. Kazim Tas. Zum | In [[Offleben]] praktizierte Dr. Heinz Adam von [[1951]] bis zum 30. September [[1979]]. Sein Nachfolger wurde Dr. Kazim Tas. Zum 1. Mai [[1988]] wurde die [[Offleben]]er Praxis von Dr. Ali H. Adam, Facharzt für innere Medizin, übernommen, der sie nach 20-jähriger Tätigkeit mit seinem Eintritt in den Ruhestand zum 1. Mai [[2008]] an die [[Büddenstedt]]er Ärztin Frau Mundhenke mit übergeben hat. | ||
Als Zahnarzt praktizierte von 1956 bis 1976 Erich Schröder in Neu Büddenstedt. Als er seine Praxis aus Altersgründen aufgab und nach Helmstedt zog, blieb sie ganze zwei Jahre unbesetzt. Von 1978 bis Ende Dezember 2007 sicherte das Ehepaar Dr. Milan und Dr. Svetlana Mrdjenovacki die zahnärztliche Versorgung der Gemeinde. Am 1. Januar 2008 wurde die Zahnarztpraxis von Herrn Jan von Jeinsen übernommen. | Als Zahnarzt praktizierte von [[1956]] bis [[1976]] Erich Schröder in [[Neu Büddenstedt]]. Als er seine Praxis aus Altersgründen aufgab und nach [[Helmstedt]] zog, blieb sie ganze zwei Jahre unbesetzt. Von [[1978]] bis Ende Dezember [[2007]] sicherte das Ehepaar Dr. Milan und Dr. Svetlana Mrdjenovacki die zahnärztliche Versorgung der Gemeinde. Am 1. Januar [[2008]] wurde die Zahnarztpraxis von Herrn Jan von Jeinsen übernommen. | ||
=== Sozialstation === | === Sozialstation === | ||
Als wichtige Institution der Gemeinde arbeitete sowohl in Büddenstedt als auch in Offleben je eine Gemeindeschwester. Weil durch neue Richtlinien der Landesregierung die Anstellung einer Gemeindeschwester an die Größe der Gemeinde gebunden war und sowohl Büddenstedt als auch die Samtgemeinde Heeseberg diese Bedingung nicht erfüllten, entschloss man sich, mit Schöningen zur Sicherstellung der Versorgung ihrer Einwohner auf den Gebieten der ambulanten Krankenpflege, der Haus- und Familienpflege sowie der Altenpflege eine gemeinsame Sozialstation mit der [[Arbeiterwohlfahrt]] zu gründen. Am 1. Mai 1979 gab der Gemeinderat seine Zustimmung zur Gründung der Sozialstation Schöningen. | Als wichtige Institution der Gemeinde arbeitete sowohl in [[Büddenstedt]] als auch in [[Offleben]] je eine Gemeindeschwester. Weil durch neue Richtlinien der Landesregierung die Anstellung einer Gemeindeschwester an die Größe der Gemeinde gebunden war und sowohl [[Büddenstedt]] als auch die [[Samtgemeinde Heeseberg]] diese Bedingung nicht erfüllten, entschloss man sich, mit [[Schöningen]] zur Sicherstellung der Versorgung ihrer Einwohner auf den Gebieten der ambulanten Krankenpflege, der Haus- und Familienpflege sowie der Altenpflege eine gemeinsame Sozialstation mit der [[Arbeiterwohlfahrt]] zu gründen. Am 1. Mai [[1979]] gab der Gemeinderat seine Zustimmung zur Gründung der Sozialstation [[Schöningen]]. | ||
Mit Einführung der Pflegeversicherung ist eine sozialpolitische Systemveränderung eingetreten. Damit hatten freie gemeinnützige und private Pflegedienste Vorrang gegenüber öffentlichen Trägern. Die kommunalen Mitglieder (Stadt Schöningen, Samtgemeinde Heeseberg und Gemeinde Büddenstedt) kamen deshalb überein, dass die Aufgaben der Sozialstation künftig nur noch von einem Mitglied – nämlich der [[Arbeiterwohlfahrt]] – wahrgenommen werden. Auf Beschluss des Rates ist die Gemeinde Büddenstedt zum 31. März 1995 aus der Sozialstation Schöningen ausgetreten. | Mit Einführung der Pflegeversicherung ist eine sozialpolitische Systemveränderung eingetreten. Damit hatten freie gemeinnützige und private Pflegedienste Vorrang gegenüber öffentlichen Trägern. Die kommunalen Mitglieder (Stadt [[Schöningen]], [[Samtgemeinde Heeseberg]] und Gemeinde [[Büddenstedt]]) kamen deshalb überein, dass die Aufgaben der Sozialstation künftig nur noch von einem Mitglied – nämlich der [[Arbeiterwohlfahrt]] – wahrgenommen werden. Auf Beschluss des Rates ist die Gemeinde [[Büddenstedt]] zum 31. März [[1995]] aus der Sozialstation [[Schöningen]] ausgetreten. | ||
=== Kindergärten === | === Kindergärten === | ||
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=== Wäscherei Offleben === | === Wäscherei Offleben === | ||
Bei Westwind war die zum Trocknen aufgehängte Wäsche von zahlreichen schwarzen Stippen, verursacht vom Kohlestaub aus dem Schwelwerk und der Brikettfabrik, übersät, die sich nur durch nochmaliges Waschen beseitigen ließen. Diesem Übel beizukommen, war dem Rat der früheren Gemeinde Offleben ein wichtiges Anliegen. Deshalb richtete die Gemeinde 1954 in den Kontorräumen der ehemaligen Zuckerfabrik eine Wäscherei ein, die nach den damaligen neuesten technischen Erkenntnissen mit einer Wäschetrommel, Schleudern und einer Heißmangel ausgestattet war und in der die Einwohner kostengünstig ihre Wäsche waschen, trocknen und schrankfertig mangeln konnten. 1964 wurde die Wäscherei mit einem Kostenaufwand von 80.000 DM umgebaut und wieder auf den neuesten Stand gebracht. | Bei Westwind war die zum Trocknen aufgehängte Wäsche von zahlreichen schwarzen Stippen, verursacht vom Kohlestaub aus dem Schwelwerk und der Brikettfabrik, übersät, die sich nur durch nochmaliges Waschen beseitigen ließen. Diesem Übel beizukommen, war dem Rat der früheren Gemeinde [[Offleben]] ein wichtiges Anliegen. Deshalb richtete die Gemeinde [[1954]] in den Kontorräumen der ehemaligen Zuckerfabrik eine Wäscherei ein, die nach den damaligen neuesten technischen Erkenntnissen mit einer Wäschetrommel, Schleudern und einer Heißmangel ausgestattet war und in der die Einwohner kostengünstig ihre Wäsche waschen, trocknen und schrankfertig mangeln konnten. [[1964]] wurde die Wäscherei mit einem Kostenaufwand von 80.000,— DM umgebaut und wieder auf den neuesten Stand gebracht. | ||
Mit zunehmendem technischen Fortschritt in den Privathaushalten, Anschaffung eigener Waschmaschinen usw. | Mit zunehmendem technischen Fortschritt in den Privathaushalten, Anschaffung eigener Waschmaschinen, usw. ging dann aber die wirtschaftliche Auslastung der Gemeindewäscherei kontinuierlich zurück: der jährliche Zuschussbedarf aus dem Gemeindehaushalt stieg bis [[1976]] schon auf rd. 26.025,— DM an; weitere erhebliche Investitionen waren zu erwarten, so dass auf Drängen der Kommunalaufsicht der Rat der Gemeinde [[Büddenstedt]] letztlich entscheiden musste, die Wäscherei zum 28. Februar [[1981]] endgültig zu schließen. | ||
Da die Gemeinde keine Verwendung mehr für das einstige Wäschereigebäude Zuckerfabrik 1 hatte, wurde das Grundstück 1983 verkauft und wird seither als Wohnhaus genutzt. | Da die Gemeinde keine Verwendung mehr für das einstige Wäschereigebäude [[Zuckerfabrik (Offleben)|Zuckerfabrik]] 1 hatte, wurde das Grundstück [[1983]] verkauft und wird seither als Wohnhaus genutzt. | ||
=== Schwimmhalle in Büddenstedt === | === Schwimmhalle in Büddenstedt === | ||