Heilige Familie (Offleben): Unterschied zwischen den Versionen

AZ: Die Seite wurde neu angelegt: {{Infobox Kirchengebäude | Name = Heilige Familie | Bild = Offleben Kirche kath.jpg | Bildunterschrift = | Konfession = römisch-katholisch | Patrozinium = | Diözese = Bistum Hildesheim | Ort = Alversdorfer Straße (Offleben) 56, 38372 Offleben | Bauherr = | Architekt = Max Sonn…
 
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| Konfession          = römisch-katholisch
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| Patrozinium        =  
| Patrozinium        = Heilige Familie
| Diözese            = Bistum Hildesheim
| Diözese            = Bistum Hildesheim
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| Fertigstellung      = [[1933]]
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Die '''Heilige Familie''' ist ein profaniertes (entweihtes) ehemals römisch-katholisches Kirchengebäude in [[Offleben]], einem Ortsteil der Kreisstadt [[Helmstedt]] im [[Landkreis Helmstedt]] in Niedersachsen in Deutschland. Die nach der Heiligen Familie benannte Kirche gehörte zuletzt zur Pfarrgemeinde [[Pfarrgemeinde St. Marien|Maria Hilfe der Christen]] mit Sitz in [[Schöningen]], und damit zum Dekanat Wolfsburg-Helmstedt des Bistums Hildesheim.
Die '''Heilige Familie''' ist ein profaniertes (entweihtes) ehemals römisch-katholisches Kirchengebäude in [[Offleben]], einem Ortsteil der Kreisstadt [[Helmstedt]] im [[Landkreis Helmstedt]] in Niedersachsen in Deutschland. Die nach der Heiligen Familie benannte Kirche gehörte zuletzt zur Pfarrgemeinde [[Pfarrgemeinde St. Marien|Maria Hilfe der Christen]] mit Sitz in [[Schöningen]], und damit zum [[Dekanat Wolfsburg–Helmstedt]] des Bistums Hildesheim.


== Geschichte ==
== Geschichte ==
[[1568]] führte Herzog Julius im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg die Reformation ein,<ref name="Chronik">{{Webarchiv|url=http://www.dekanat-wob-he.de/fileadmin/user_upload/Keller_Thomas/Chronik_Off.pdf |wayback=20160501140917 |text=Chronik der kath. Kirchengemeinde Offleben / Büddenstedt |archiv-bot=2019-05-15 04:02:35 InternetArchiveBot }} (PDF; 100&nbsp;kB), abgerufen am 20. Juli 2013.</ref> infolgedessen bekam [[Offleben]] [[1569]] einen evangelisch-lutherischen Geistlichen.<ref>Joachim Schmid: ''Büddenstedt. Geschichte einer Bergbaugemeinde und ihrer Ortsteile Büddenstedt, Offleben und Reinsdorf-Hohnsleben.'' Gemeinde Büddenstedt (Hrsg.), Büddenstedt 2006, S. 121.</ref>
[[1568]] führte Herzog Julius im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg die Reformation ein,<ref name="Chronik">{{Webarchiv|url=http://www.dekanat-wob-he.de/fileadmin/user_upload/Keller_Thomas/Chronik_Off.pdf |wayback=20160501140917 |text=Chronik der kath. Kirchengemeinde Offleben / Büddenstedt}} (PDF; 100&nbsp;kB), abgerufen am 20. Juli 2013.</ref> infolgedessen bekam [[Offleben]] [[1569]] einen evangelisch-lutherischen Geistlichen.<ref>Joachim Schmid: ''Büddenstedt. Geschichte einer Bergbaugemeinde und ihrer Ortsteile Büddenstedt, Offleben und Reinsdorf-Hohnsleben.'' Gemeinde Büddenstedt (Hrsg.), Büddenstedt 2006, S. 121.</ref>


Die ersten Katholiken in [[Offleben]] nach der Reformation waren ein aus dem Eichsfeld zugezogenes Ehepaar.<ref>Heinz Pohlendt: ''Der Landkreis Helmstedt.'' Bremen-Horn 1957, S. 270.</ref> [[1904]] wurde in [[Offleben]] ein katholischer Arbeiterverein gegründet.<ref>Thomas Flammer: ''Nationalsozialismus und katholische Kirche im Freistaat Braunschweig 1931–1945.'' Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2013, S. 40.</ref> [[1924]] entstand eine katholische Gemeinde in [[Offleben]], dazu wurde eine Holzbaracke als Notkirche aufgestellt. Zuvor wurden bereits Gottesdienste in einem zu einer Kapelle ausgebauten Zimmer, dann im Saal einer Gaststätte gehalten. Zunächst erfolgte die seelsorgliche Betreuung von [[Schöningen]] aus. [[1926]] wurde in [[Offleben]] eine Vikarie eingerichtet,<ref>Thomas Flammer: ''Nationalsozialismus und katholische Kirche im Freistaat Braunschweig 1931–1945.'' Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2013, S. 42.</ref> und [[Offleben]] hatte von nun an einen eigenen katholischen Geistlichen.<ref>Willi Stoffers: ''Bistum Hildesheim heute.'' Hildesheim 1987, ISBN 3-87065-418-X, S. 165.</ref> [[1930]] wurde in [[Offleben]] eine Gruppe der Deutschen Jugendkraft gegründet.<ref>Thomas Flammer: ''Nationalsozialismus und katholische Kirche im Freistaat Braunschweig 1931–1945.'' Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2013, S. 46.</ref>
Die ersten Katholiken in [[Offleben]] nach der Reformation waren ein aus dem Eichsfeld zugezogenes Ehepaar.<ref>Heinz Pohlendt: ''Der Landkreis Helmstedt.'' Bremen-Horn 1957, S. 270.</ref> [[1904]] wurde in [[Offleben]] ein katholischer Arbeiterverein gegründet.<ref>Thomas Flammer: ''Nationalsozialismus und katholische Kirche im Freistaat Braunschweig 1931–1945.'' Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2013, S. 40.</ref> [[1924]] entstand eine katholische Gemeinde in [[Offleben]], dazu wurde eine Holzbaracke als Notkirche aufgestellt. Zuvor wurden bereits Gottesdienste in einem zu einer Kapelle ausgebauten Zimmer, dann im Saal einer Gaststätte gehalten. Zunächst erfolgte die seelsorgliche Betreuung von [[Schöningen]] aus. [[1926]] wurde in [[Offleben]] eine Vikarie eingerichtet,<ref>Thomas Flammer: ''Nationalsozialismus und katholische Kirche im Freistaat Braunschweig 1931–1945.'' Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2013, S. 42.</ref> und [[Offleben]] hatte von nun an einen eigenen katholischen Geistlichen.<ref>Willi Stoffers: ''Bistum Hildesheim heute.'' Hildesheim 1987, ISBN 3-87065-418-X, S. 165.</ref> [[1930]] wurde in [[Offleben]] eine Gruppe der Deutschen Jugendkraft gegründet.<ref>Thomas Flammer: ''Nationalsozialismus und katholische Kirche im Freistaat Braunschweig 1931–1945.'' Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2013, S. 46.</ref>
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Am 26. April [[1953]] wurde die Kolpingsfamilie Offleben gegründet, [[1955]]<ref>Baujahr gemäß Verkaufsexposé des Immobilienmaklers Engel & Völkers Wolfenbüttel.</ref> folgte mit großer Eigenleistung der Gemeindemitglieder der Bau des an die Kirche angebauten Kolpingheims. Am 1. August [[1956]] wurde die Pfarrvikarie Offleben, zu der die Ortschaften [[Alversdorf]], [[Hohnsleben]], [[Neu-Büddenstedt]], [[Offleben]] und [[Reinsdorf]] gehörten, zur selbstständigen Kirchengemeinde (Kuratie) erhoben; zu ihr gehörte auch die bereits [[1951]] erbaute [[St. Barbara (Büddenstedt)|St.-Barbara-Kirche]] in [[Neu-Büddenstedt]].
Am 26. April [[1953]] wurde die Kolpingsfamilie Offleben gegründet, [[1955]]<ref>Baujahr gemäß Verkaufsexposé des Immobilienmaklers Engel & Völkers Wolfenbüttel.</ref> folgte mit großer Eigenleistung der Gemeindemitglieder der Bau des an die Kirche angebauten Kolpingheims. Am 1. August [[1956]] wurde die Pfarrvikarie Offleben, zu der die Ortschaften [[Alversdorf]], [[Hohnsleben]], [[Neu-Büddenstedt]], [[Offleben]] und [[Reinsdorf]] gehörten, zur selbstständigen Kirchengemeinde (Kuratie) erhoben; zu ihr gehörte auch die bereits [[1951]] erbaute [[St. Barbara (Büddenstedt)|St.-Barbara-Kirche]] in [[Neu-Büddenstedt]].


Ab [[1996]] bestand eine Seelsorgeeinheit mit den katholischen Kirchen in [[Maria von der Immerwährenden Hilfe (Jerxheim)|Jerxheim]], [[Neu-Büddenstedt]] und [[Schöningen]]. Am 1. März [[1998]] wurde das [[Dekanat Helmstedt]], zu dem auch die Kirche gehörte, mit dem Dekanat Wolfenbüttel zum neuen Dekanat Helmstedt-Wolfenbüttel zusammengeschlossen. Vom 1. November [[2006]] an gehörte die Kirche zur Pfarrgemeinde [[Pfarrgemeinde St. Marien|Maria Hilfe der Christen]] mit Sitz in [[Schöningen]].<ref>Bischöfliches Generalvikariat: ''Urkunde über die Aufhebung der katholischen Pfarrgemeinden Maria Hilfe der Christen, Schöningen, Hl. Familie, Büddenstedt-Offleben, Maria von der Immerwährenden Hilfe, Jerxheim und über die Errichtung der katholischen Pfarrgemeinde Maria Hilfe der Christen, Schöningen.'' Kirchlicher Anzeiger Nr. 10/2006, S. 49–51.</ref> Ebenfalls seit dem 1. November [[2006]] gehört die Kirche zum damals neu gegründeten Dekanat Wolfsburg-Helmstedt, das aus den Dekanaten Wolfsburg und dem Helmstedter Teil des Dekanates Helmstedt-Wolfenbüttel entstand.
Ab [[1996]] bestand eine Seelsorgeeinheit mit den katholischen Kirchen in [[Maria von der Immerwährenden Hilfe (Jerxheim)|Jerxheim]], [[Neu-Büddenstedt]] und [[Schöningen]]. Am 1. März [[1998]] wurde das [[Dekanat Helmstedt]], zu dem auch die Kirche gehörte, mit dem Dekanat Wolfenbüttel zum neuen [[Dekanat Wolfsburg–Helmstedt]] zusammengeschlossen. Vom 1. November [[2006]] an gehörte die Kirche zur Pfarrgemeinde [[Pfarrgemeinde St. Marien|Maria Hilfe der Christen]] mit Sitz in [[Schöningen]].<ref>Bischöfliches Generalvikariat: ''Urkunde über die Aufhebung der katholischen Pfarrgemeinden Maria Hilfe der Christen, Schöningen, Hl. Familie, Büddenstedt-Offleben, Maria von der Immerwährenden Hilfe, Jerxheim und über die Errichtung der katholischen Pfarrgemeinde Maria Hilfe der Christen, Schöningen.'' Kirchlicher Anzeiger Nr. 10/2006, S. 49–51.</ref> Ebenfalls seit dem 1. November [[2006]] gehört die Kirche zum damals neu gegründeten [[Dekanat Wolfsburg–Helmstedt]], das aus den Dekanaten Wolfsburg und dem Helmstedter Teil des [[Dekanat Wolfsburg–Helmstedt|Dekanates Wolfsburg–Helmstedt]] entstand.


Auf Grund zurückgehender Finanzmittel, aber auch der geringer werdenden Zahl von Priestern und Kirchenmitgliedern, erfolgte [[2009]] im Bistum Hildesheim eine Einstufung aller Kirchen nach ihrer künftigen Notwendigkeit. Damals wurde die Kirche als „für die pastorale Entwicklung nicht unbedingt notwendig“ angesehen und zur Schließung vorgesehen.<ref>Bistum Hildesheim (Hrsg.): ''Einstufung der Pfarrkirchen und Filialkirchen im Bistum Hildesheim.'' Hildesheim 2009.</ref> Pläne, in der Kirche und den angrenzenden Gebäuden ein Hospiz einzurichten,<ref>Braunschweiger Zeitung vom 4. Januar 2012.</ref> konnten nicht realisiert werden. Am 27. Juli [[2014]] fand der letzte regelmäßige Gottesdienst statt, die Kirche wurde seitdem wegen Schimmelbefalls der Orgel nicht mehr genutzt. Am 3. März [[2015]] erfolgte die Profanierung der Kirche durch Bischof Norbert Trelle. Dies war nach St. Maria Goretti (Meinersen) ([[2014]]) die zweite Profanierung einer Kirche im Dekanat Wolfsburg-Helmstedt.
Auf Grund zurückgehender Finanzmittel, aber auch der geringer werdenden Zahl von Priestern und Kirchenmitgliedern, erfolgte [[2009]] im Bistum Hildesheim eine Einstufung aller Kirchen nach ihrer künftigen Notwendigkeit. Damals wurde die Kirche als „für die pastorale Entwicklung nicht unbedingt notwendig“ angesehen und zur Schließung vorgesehen.<ref>Bistum Hildesheim (Hrsg.): ''Einstufung der Pfarrkirchen und Filialkirchen im Bistum Hildesheim.'' Hildesheim 2009.</ref> Pläne, in der Kirche und den angrenzenden Gebäuden ein Hospiz einzurichten,<ref>Braunschweiger Zeitung vom 4. Januar 2012.</ref> konnten nicht realisiert werden. Am 27. Juli [[2014]] fand der letzte regelmäßige Gottesdienst statt, die Kirche wurde seitdem wegen Schimmelbefalls der Orgel nicht mehr genutzt. Am 3. März [[2015]] erfolgte die Profanierung der Kirche durch Bischof Norbert Trelle. Dies war nach St. Maria Goretti (Meinersen) ([[2014]]) die zweite Profanierung einer Kirche im [[Dekanat Wolfsburg–Helmstedt]].


Das rund 6500 m² große Grundstück mit der Kirche und den angrenzenden Gebäuden wurde im Winter [[2015]]/[[2016]] an privat verkauft, das Kircheninventar wurde teilweise Kirchen in Polen überlassen. Die nächstliegenden Gottesdienste finden heute in der etwa vier Kilometer entfernten Kirche St. Joseph und Augustinus in Hötensleben im Bistum Magdeburg statt.
Das rund 6500 m² große Grundstück mit der Kirche und den angrenzenden Gebäuden wurde im Winter [[2015]]/[[2016]] an privat verkauft, das Kircheninventar wurde teilweise Kirchen in Polen überlassen. Die nächstliegenden Gottesdienste finden heute in der etwa vier Kilometer entfernten Kirche St. Joseph und Augustinus in Hötensleben im Bistum Magdeburg statt.
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== Weblinks ==
== Weblinks ==
* {{Webarchiv | url=http://www.dekanat-wob-he.de/pfarrgemeinden/schoeningen/heilige-familie-in-offleben.html | wayback=20160817084137 | text=Kirche auf Internetpräsenz des Dekanates}}
* {{Webarchiv | url=http://www.dekanat-wob-he.de/pfarrgemeinden/schoeningen/heilige-familie-in-offleben.html | wayback=20160817084137 | text=Heilige Familie in Offleben auf Website des Dekanates Wolfsburg–Helmstedt}}
* [https://www.bistum-hildesheim.de/materialboerse/dokument/mb-detail/kirche-heilige-familie-in-bueddenstedt-offleben-2422/ Profanierung auf Internetpräsenz des Bistums]
* {{Webarchiv | url=https://www.bistum-hildesheim.de/materialboerse/dokument/mb-detail/kirche-heilige-familie-in-bueddenstedt-offleben-2422/ | wayback=20180225065009 | text=Kirche Heilige Familie in Büddenstedt-Offleben}}
* [http://marien-schöningen.de/ Internetpräsenz der Pfarrei Schöningen]
* [https://www.marien-schoeningen.de Katholische Kirchengemeinde Maria Hilfe der Christen] Offizielle Website


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==