St. Stephani (Helmstedt): Unterschied zwischen den Versionen

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Um 1230 wurde mit dem Bau der heutigen St.-Stephani-Kirche im gotischen Stil an gleicher Stelle an einem Handelsplatz begonnen. Die Bauarbeiten zogen sich über mehrere Jahrzehnte des 13. Jahrhunderts hin, sodass die Kirche erst im Jahr 1300 dem Heiligen Stephanus geweiht werden konnte, der u. a. auch der Schutzheilige der Händler ist. Durch bauliche Veränderungen in den Folgejahren erhielt das Gebäude neben gotischen und romanischen Abschnitten auch Innenausstattungselemente der Renaissance und des Barock. Im 15. Jahrhundert wurde das Westwerk mit den angedeuteten Türmen errichtet, die allerdings in der Höhe nicht über das Kirchendach hinausragen.
Um 1230 wurde mit dem Bau der heutigen St.-Stephani-Kirche im gotischen Stil an gleicher Stelle an einem Handelsplatz begonnen. Die Bauarbeiten zogen sich über mehrere Jahrzehnte des 13. Jahrhunderts hin, sodass die Kirche erst im Jahr 1300 dem Heiligen Stephanus geweiht werden konnte, der u. a. auch der Schutzheilige der Händler ist. Durch bauliche Veränderungen in den Folgejahren erhielt das Gebäude neben gotischen und romanischen Abschnitten auch Innenausstattungselemente der Renaissance und des Barock. Im 15. Jahrhundert wurde das Westwerk mit den angedeuteten Türmen errichtet, die allerdings in der Höhe nicht über das Kirchendach hinausragen.


Die erste evangelische Predigt der lutherischen Lehre erfolgte in der Stephanikirche bereits 1530 durch den Pfarrer Heinrich Wende, der kurze Zeit später von dem herzoglichen Landesherrn aus der Stadt gewiesen wurde.<ref>vgl. [[Hans-Erhard Müller]]: ''Helmstedt - die Geschichte einer deutschen Stadt.'' 2. Auflage 2004, S. 105</ref> Mit der endgültigen Einführung der Reformation im Jahr 1568 auf dem Gebiet des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg durch den Herzog Julius verloren auch die Äbte des benachbarten katholischen [[Kloster St. Ludgeri|Klosters Ludgeri]] die Herrschaft über die Stephanigemeinde, die bis zu diesem Zeitpunkt das Besetzungsrecht der Pfarrstelle innehatten.
Die erste evangelische Predigt der lutherischen Lehre erfolgte in der Stephanikirche bereits 1530 durch den Pfarrer Heinrich Wende, der kurze Zeit später von dem herzoglichen Landesherrn aus der Stadt gewiesen wurde.<ref>vgl. [[Hans-Ehrhard Müller]]: ''Helmstedt - die Geschichte einer deutschen Stadt.'' 2. Auflage 2004, S. 105</ref> Mit der endgültigen Einführung der Reformation im Jahr 1568 auf dem Gebiet des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg durch den Herzog Julius verloren auch die Äbte des benachbarten katholischen [[Kloster St. Ludgeri|Klosters Ludgeri]] die Herrschaft über die Stephanigemeinde, die bis zu diesem Zeitpunkt das Besetzungsrecht der Pfarrstelle innehatten.


Am 15. Oktober 1576 erfolgte mit einem feierlichen Gottesdienst in der Stephanikirche im Beisein des Herzogs Julius und des Erbprinzen Heinrich Julius die Gründung der Universität Helmstedt. Von diesem Datum an fungierte das Bauwerk rund 127 Jahre bis zum Jahr 1703 als Universitätskirche.<ref>vgl. Rosemarie Pohl: ''Ecclesia in Monte. Die Kirche auf dem Berg.'' Helmstedt 2008, S. 17</ref> Zu diesem Zeitpunkt wurden diese Funktion auf die umgebaute Augustinerkirche am Helmstedter [[Markt]]platz übertragen. Professoren der theologischen Fakultät der Universität waren allerdings bis zur Schließung des Universitätsbetriebes im Jahr 1810 Hauptpastöre und Generalsuperintendenten der Stephanigemeinde.
Am 15. Oktober 1576 erfolgte mit einem feierlichen Gottesdienst in der Stephanikirche im Beisein des Herzogs Julius und des Erbprinzen Heinrich Julius die Gründung der Universität Helmstedt. Von diesem Datum an fungierte das Bauwerk rund 127 Jahre bis zum Jahr 1703 als Universitätskirche.<ref>vgl. Rosemarie Pohl: ''Ecclesia in Monte. Die Kirche auf dem Berg.'' Helmstedt 2008, S. 17</ref> Zu diesem Zeitpunkt wurden diese Funktion auf die umgebaute Augustinerkirche am Helmstedter [[Markt]]platz übertragen. Professoren der theologischen Fakultät der Universität waren allerdings bis zur Schließung des Universitätsbetriebes im Jahr 1810 Hauptpastöre und Generalsuperintendenten der Stephanigemeinde.