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Helmstedter Kreiszeitung

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Helmstedter Kreiszeitung

Die Helmstedter Kreiszeitung war eine nationalsozialistische Regionalzeitung für Helmstedt und den damaligen Landkreis Helmstedt. Sie war keine eigenständige Zeitung im engeren bibliografischen Sinne, sondern eine Regionalausgabe der Braunschweiger Tageszeitung, des Parteiorgans der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Die Braunschweiger Tageszeitung erschien vom 1. Oktober 1931 bis zum 10. April 1945; die Zeitschriftendatenbank (ZDB) führt die Helmstedter Kreiszeitung ausdrücklich als deren Regionalausgabe.[1]

Geschichte

Die Helmstedter Kreiszeitung entstand im Zuge des Aufstiegs der Nationalsozialisten und der damit verbundenen Umgestaltung der lokalen Presselandschaft. In Helmstedt bestand mit dem seit 1862 erscheinenden Helmstedter Kreisblatt bereits eine etablierte Lokalzeitung. Dieses verlor unter der nationalsozialistischen Herrschaft seine Funktion als amtliches Mitteilungsorgan der Behörden. Diese Funktion ging auf die nationalsozialistische Braunschweiger Tageszeitung mit ihrer Helmstedter Ausgabe über.[2]

Nach Darstellung des Helmstedter Historikers Hans-Ehrhard Müller trat die Helmstedter Regionalausgabe der Braunschweiger Tageszeitung unter der Bezeichnung „Helmstedter Kreiszeitung“ auf. Gleichzeitig verlagerten sich auch Anzeigen zunehmend auf das nationalsozialistische Blatt. Dadurch entwickelte sich die Helmstedter Kreiszeitung zu einem wichtigen örtlichen Presseorgan der NSDAP.[2]

Die übergeordnete Braunschweiger Tageszeitung war bereits am 1. Oktober 1931 als nationalsozialistisches „Kampfblatt“ gegründet worden. Sie erschien zunächst in Hannover und ab 1932 in Braunschweig. In der Endphase des Zweiten Weltkriegs bezeichnete sie sich als „amtliches Organ der NSDAP und der Behörden“.[3] Die ZDB verzeichnet eine tägliche Erscheinungsweise und den Erscheinungszeitraum vom 1. Oktober 1931 bis zum 10. April 1945.[1]

Das Helmstedter Kreisblatt bestand trotz des Bedeutungsverlustes gegenüber der NS-Presse noch bis 1941. Nach Müller trug der kriegsbedingte Papiermangel dazu bei, dass diese ältere Helmstedter Zeitung schließlich eingestellt wurde.[2] Damit blieb die Helmstedter Kreiszeitung als örtliches Presseorgan der nationalsozialistischen Herrschaft ohne einen vergleichbaren lokalen Konkurrenten.

Politische Ausrichtung

Die Helmstedter Kreiszeitung war Teil der nationalsozialistischen Parteipresse. Ihre politische Funktion bestand daher nicht nur in der lokalen Nachrichtenvermittlung, sondern insbesondere in der Verbreitung und Vermittlung der nationalsozialistischen Weltanschauung auf regionaler Ebene.

Die Einordnung als NSDAP-Presseorgan ergibt sich zunächst aus ihrer Zugehörigkeit zur Braunschweiger Tageszeitung. Diese war als nationalsozialistisches Kampfblatt gegründet worden und fungierte während der NS-Herrschaft als Parteiorgan.[3] Für Helmstedt beschreibt Müller die Regionalausgabe ausdrücklich als örtliches Presseorgan der NSDAP.[2]

Die Bedeutung der Zeitung für die lokale Propaganda lässt sich auch anhand erhaltener zeitgenössischer Belege nachvollziehen. So dokumentiert eine von der Stadt Helmstedt herausgegebene historische Erinnerungstafel einen Artikel der Helmstedter Kreiszeitung vom 13. Januar 1940 unter der Überschrift „Unseren toten Kämpfern eine würdige Ruhestätte“. Der Artikel behandelte die Planung eines sogenannten Ehrenfriedhofs für Soldaten.[4] Das Beispiel zeigt, dass die Zeitung auch an der propagandistischen Gestaltung des öffentlichen Gedenkens im Krieg beteiligt war.

Ein weiterer zeitgenössischer Beleg findet sich in einer Vereinsfestschrift des Helmstedter Sportvereins. Dort sind Auszüge aus der Helmstedter Kreiszeitung vom 17. Juni und 22. August 1938 abgedruckt.[5]

Ende

Mit dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Herrschaft im Frühjahr 1945 endete auch das Erscheinen der Helmstedter Kreiszeitung. Müller bezeichnet sie ausdrücklich als „Helmstedter Parteizeitung“ und berichtet von ihrem Ende im Zusammenhang mit dem Ende der NS-Herrschaft.[2]

Die letzte Ausgabe der übergeordneten Braunschweiger Tageszeitung erschien am 10. April 1945.[1] Wenige Tage später, am 12. April 1945, wurde Braunschweig von US-amerikanischen Truppen besetzt. Damit endete die Geschichte der nationalsozialistischen Braunschweiger Tageszeitung und ihrer Helmstedter Regionalausgabe.[3]

Nach dem Ende des NS-Regimes entstand eine neue Pressegeschichte in der Region. In Braunschweig erschien am 12. Oktober 1945 erstmals die von der alliierten Militärregierung herausgegebene Braunschweiger Neue Presse. Aus ihr ging am 8. Januar 1946 die Braunschweiger Zeitung]] hervor.[2]

Bedeutung für die regionale Pressegeschichte

Die Helmstedter Kreiszeitung steht exemplarisch für die Gleichschaltung und Konzentration der lokalen Presse während der NS-Herrschaft. Während das traditionsreiche Helmstedter Kreisblatt seine Stellung als amtliches Veröffentlichungsorgan verlor und 1941 eingestellt wurde, übernahm die nationalsozialistische Regionalausgabe der Braunschweiger Tageszeitung zentrale Funktionen der lokalen Nachrichten- und Anzeigenvermittlung.[2]

Ihre historische Bedeutung liegt daher insbesondere in ihrer Funktion als Bindeglied zwischen der zentral organisierten NSDAP-Presse und der lokalen Öffentlichkeit im Landkreis Helmstedt. Die Zeitung vermittelte die nationalsozialistische Politik und Propaganda in einem regionalen Kontext und behandelte zugleich lokale Ereignisse, Vereine, Behörden und das Kriegsgeschehen.

Literatur

  • Britta Berg: Zeitungen und Zeitschriften aus Braunschweig einschließlich Helmstedt (bis 1810) und Wolfenbüttel (bis 1918). (= Braunschweiger Werkstücke, Band 93). Reichold, Hannover/Braunschweig 1995, ISBN 3-930459-08-6.
  • Hans-Ehrhard Müller: Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt. 2. Auflage, 2004, S. 496–497.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Braunschweiger Tageszeitung. In: Zeitschriftendatenbank. Abgerufen am 9. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 Hans-Ehrhard Müller: Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt. 2. Auflage, 2004, S. 496–497.
  3. 3,0 3,1 3,2 Britta Berg: Zeitungen und Zeitschriften aus Braunschweig einschließlich Helmstedt (bis 1810) und Wolfenbüttel (bis 1918). Braunschweiger Werkstücke, Band 93. Reichold, Hannover/Braunschweig 1995, S. 74.
  4. Stadt Helmstedt: Geschichts- und Erinnerungstafel. Weltkrieg II. Historische Dokumentation.
  5. Helmstedter Sportverein 1913 e. V.: 100 Jahre HSV 1913–2013. Festschrift, S. 18.