HINWEIS! Das Helmstedt-Wiki befindet sich aus Zeitgründen im Nur-Lesen-Modus – Änderungswünsche einfach per E-Mail senden und geduldig sein.

Stolpersteine: Unterschied zwischen den Versionen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
617 Bytes hinzugefügt ,  12. Dezember 2011
K
Zeile 3: Zeile 3:


== Stolpersteine in Helmstedt ==
== Stolpersteine in Helmstedt ==
Für die Kreisstadt Helmstedt hatte der Rat 2010 beschlossen, auch Stolpersteine zum Gedenken an Opfer der NS-Zeit anzubringen. Einzelne Ratsleute erklärten sich dabei bereit, die Patenschaft zu übernehmen und die Stolpersteine so zu finanzieren. So wurden am 7. Oktober [[2011]] neun dieser Steine verlegt, und zwar um 9:30 Uhr an der [[Leuckartstraße]], 10:00 Uhr am [[Fechtboden]], 10:25 Uhr an der [[Kybitzstraße]] 6, 10:50 Uhr in der Kybitzstraße 1 und 11:15 Uhr an der [[Kornstraße]] 5 für die Familie Mindus. Anschließend fand eine Gedenkstunde im Sitzungssaal des [[Rathaus (Helmstedt)|Rathauses]] statt, die mit jüdischer Musik umrahmt wurde.
Für die Kreisstadt Helmstedt hatte der Rat 2010 beschlossen, auch Stolpersteine zum Gedenken an Opfer der NS-Zeit anzubringen. Einzelne Ratsleute erklärten sich dabei bereit, die Patenschaft zu übernehmen und die Stolpersteine so zu finanzieren. So wurden am 7. Oktober [[2011]] neun dieser Steine verlegt, und zwar um 9:30 Uhr an der [[Leuckartstraße]], 10:00 Uhr am [[Fechtboden]], 10:25 Uhr an der [[Kybitzstraße]] 6, 10:50 Uhr in der Kybitzstraße 1 und 11:15 Uhr an der [[Kornstraße]] 5 für die Familie Mindus. Anschließend fand eine Gedenkstunde im Sitzungssaal des [[Rathaus (Helmstedt)|Rathauses]] statt, die mit jüdischer Musik umrahmt wurde. Am 21. November 2011 wurden vor vier Grundstücken in Helmstedt und Emmerstedt sechs weitere Steine verlegt.
<gallery>
<gallery>
Datei:Stolperstein Albert Fischbach 08-10-2011-IMG 3232.jpg|Ein Stolperstein an der Leuckartstraße 12 für Albert Fischbach
Datei:Stolperstein Albert Fischbach 08-10-2011-IMG 3232.jpg|Ein Stolperstein an der Leuckartstraße 12 für Albert Fischbach
Zeile 11: Zeile 11:
</gallery>
</gallery>


=== Leuckartstraße ===
=== Fechtboden ===
An der Leuckartstraße 12 erinnert ein Stolperstein an den Sozialdemokraten Albert Fischbach. Er wurde 1944 in Zusammenhang mit dem Attentat vom 20. Juli verhaftet und starb mit nur 53 Jahren im selben Jahr im KZ-Außenlager Schwesing/Husum an den Folgen dieser Haft.
Am [[Fechtboden]] 5 gilt ein Stolperstein dem von der Braunschweiger Justiz ermordeten Helmstedter Juden Moritz Klein. Er wurde am 22. September 1942 in Wolfenbüttel hingerichtet.
 
=== Hauptstraße ===
Mit zwei Stolpersteinen wird an der [[Hauptstraße (Emmerstedt)|Hauptstraße]] 13 in [[Emmerstedt]] den ehemaligen Bewohnern Meta und Hugo Neuburger gedacht. Bei der Verlegung der Steine war mit Marlies Dräger eine Ur-Emmerstedterin anwesend, die von der Freundschaft ihrer Mutter mit der benachbarten jüdischen Familie berichten konnte.


=== Fechtboden ===
=== Kornstraße ===
Am Fechtboden 5 gilt ein Stolperstein dem von der Braunschweiger Justiz ermordeten Helmstedter Juden Moritz Klein. Er wurde am 22. September 1942 in Wolfenbüttel hingerichtet.
An der [[Kornstraße]] 5 wird mit drei Stolpersteinen der Familie Mindus (Carla, Frieda und Josef) gedacht. Diese hatte in Helmstedt  einst eine Textilhandlung. Die Inhaber wurden 1938 gezwungen, ihren Laden zu schließen und das Haus zu verkaufen. So zog die Familie 1939 nach Hannover. Im September 1941 wurde sie nach ihrer Zwangsumsiedlung in „Judenhäuser“ im Dezember von Hannover aus nach Riga deportiert um kam dort um.


=== Kybitzstraße ===
=== Kybitzstraße ===
In der Kybitzstraße sind der Familie Lilienfeld vier Stolpersteine gewidmet. An der Kybitzstraße 6 wird Martha Lilienfeld und ihren Kindern Horst und Marion gedacht, an der Kybitzstraße 1 Kurt Lilienfeld. Bereits 1933 wurde Siegfried Lilienfeld in Schutzhaft genommen und in das SA-Heim an der Kornstraße gebracht. Sein Sohn Kurt wurde nach Kowno/Litauen deportiert und kam dort ums Leben. Der Bruder Siegfried Lilienfelds, Julius, wurde auch 1933 festgenommen und im SA-Heim an der Kornstraße misshandelt. Er emigrierte im August 1933 nach Paris. Seine Frau Marta und die Kinder Horst und Marion wurden dort im Januar 1944 verhaftet und starben in Ausschwitz. Die Lilienfelds haben alle ihren Ursprung in Helmstedt.
In der [[Kybitzstraße]] sind der Familie Lilienfeld vier Stolpersteine gewidmet. An der Kybitzstraße 6 wird Martha Lilienfeld und ihren Kindern Horst und Marion gedacht, an der Kybitzstraße 1 Kurt Lilienfeld. Bereits 1933 wurde Siegfried Lilienfeld in Schutzhaft genommen und in das SA-Heim an der Kornstraße gebracht. Sein Sohn Kurt wurde nach Kowno/Litauen deportiert und kam dort ums Leben. Der Bruder Siegfried Lilienfelds, Julius, wurde auch 1933 festgenommen und im SA-Heim an der Kornstraße misshandelt. Er emigrierte im August 1933 nach Paris. Seine Frau Marta und die Kinder Horst und Marion wurden dort im Januar 1944 verhaftet und starben in Ausschwitz. Die Lilienfelds haben alle ihren Ursprung in Helmstedt.
 
=== Leuckartstraße ===
An der [[Leuckartstraße]] 12 erinnert ein Stolperstein an den Sozialdemokraten Albert Fischbach. Er wurde 1944 in Zusammenhang mit dem Attentat vom 20. Juli verhaftet und starb mit nur 53 Jahren im selben Jahr im KZ-Außenlager Schwesing/Husum an den Folgen dieser Haft.


=== Kornstraße ===
=== Schuhstraße ===
An der Kornstraße 5 wird mit drei Stolpersteinen der Familie Mindus (Carla, Frieda und Josef) gedacht. Diese hatte in Helmstedt  einst eine Textilhandlung. Die Inhaber wurden 1938 gezwungen, ihren Laden zu schließen und das Haus zu verkaufen. So zog die Familie 1939 nach Hannover. Im September 1941 wurde sie nach ihrer Zwangsumsiedlung in „Judenhäuser“ im Dezember von Hannover aus nach Riga deportiert um kam dort um.
Für den Stolperstein vor dem Haus [[Schuhstraße]] 8 fungiert die [[Lademann-Realschule]] als Patenschule.


== Weblink ==
== Weblink ==

Navigationsmenü