Heidwinkel: Unterschied zwischen den Versionen

Die Seite wurde neu angelegt: „{{Infobox Ortsteil einer Gemeinde |Ortsteil = Heidwinkel |Gemeindeart = Gemeinde |Gemeindename = Grasle…“
 
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
 
(7 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
{{Infobox Ortsteil einer Gemeinde
{{Infobox Ortsteil einer Gemeinde
|Ortsteil                       = Heidwinkel
| Ortsteil               = Heidwinkel
|Gemeindeart                   = Gemeinde
| Alternativname        =
|Gemeindename                   = Grasleben
| Gemeindeart           = Gemeinde
|Alternativanzeige-Gemeindename =  
| Gemeindename           = Grasleben
|Bundesland                     = Niedersachsen
| Alternativanzeige-Gemeindename =  
|Höhe                           = 120
| Ortswappen            =
|Höhe-bis                       =  
| Ortswappen-Beschreibung= Wappen der Ortschaft Heidwinkel
|Höhe-Bezug                     = NN
| Breitengrad            = 52.316249
|Fläche                         =  
| Längengrad            = 10.986309
|Einwohner                     =  
| Bundesland             = Niedersachsen
|Einwohner-Stand-Datum         = 2003-12-31
| Höhe                   = 120
|Eingemeindungsdatum           =  
| Höhe-bis               =  
|Postleitzahl1                 =  
| Höhe-Bezug             = NHN
|Postleitzahl2                 =  
| Fläche                 =  
|Vorwahl1                       =  
| Einwohner             =  
|Vorwahl2                       =  
| Einwohner-Stand-Datum =  
|Lagekarte                     =  
| Eingemeindungsdatum   =
|Lagekarte-Beschreibung         =  
| Eingemeindet-nach      =  
| Postleitzahl1         = [[38368]]
| Postleitzahl2         =  
| Vorwahl1               = [[05357]]
| Vorwahl2               =  
| Lagekarte             =  
| Lagekarte-Beschreibung =  
| Poskarte              = Deutschland Niedersachsen
}}
}}
'''Heidwinkel''' ist ein kleiner Ortsteil der Gemeinde [[Grasleben]] im [[Landkreis Helmstedt]]. Der Ort liegt im [[Naturpark Elm-Lappwald]].
'''Heidwinkel''' ist ein kleiner Ortsteil der Gemeinde [[Grasleben]] im [[Landkreis Helmstedt]] in Niedersachsen in Deutschland.


== Geographie ==
== Geografie ==
Heidwinkel liegt etwa 2 km nordwestlich von Grasleben auf etwa 120 m über NN. Östlich des Ortes verläuft die [[Kreisstraße 56]], westlich die [[Bundesstraße 244]].
=== Geografische Lage ===
Heidwinkel liegt etwa 2 km nordwestlich von Grasleben auf etwa 120 m über NN. Der Ort liegt im [[Naturpark Elm-Lappwald]].
<!--
=== Ortsgliederung ===
=== Nachbarorte ===
=== Geologie ===
=== Klima ===
-->
== Geschichte ==
[[Datei:Steinsalzwerk Braunschweig-Lüneburg, Schacht Heidwinkel I.jpg|mini|links|Schachtanlage Heidwinkel (1988)]]
[[Datei:Heidwinkel 2021-2.jpg|mini|Einfahrt zum ehemaligen Muna-Gelände (2021)]]
[[Datei:Heidwinkel 2021-1.jpg|mini|Ehemalige Wohnhäuser für Muna-Arbeiter (2021)]]
Im April [[1912]] begann die [[Steinsalzwerk Braunschweig-Lüneburg|Gewerkschaft Braunschweig-Lüneburg]] mit dem Abteufen des Schachtes Heidwinkel im Bereich des damals noch unbebauten Wohnplatzes Heidwinkel. Am 1. November [[1913]] begann die Kaliförderung. Das Rohsalz wurde zunächst mit einer Drahtseilbahn und später mit einer Schmalspurbahn zur Fabrik am Schacht [[Grasleben]] transportiert. [[1922]] wurde die Kaliförderung bereits wieder beendet und [[1925]] die Steinsalzförderung aufgenommen.


== Geschichte ==
[[1936]] wurde die Schachtanlage Heidwinkel von der Wehrmacht übernommen und stand von da an nicht mehr zur Steinsalzgewinnung zur Verfügung. In den Grubenräumen sollte übertägig gefertigte Munition geschützt eingelagert werden. Dazu wurde ein zweiter Schacht benötigte, um die Munitionsanstalt unabhängig vom Bergwerksbetrieb zu betreiben. Von [[1937]] bis [[1939]] wurde der 662 m tiefe Schacht Heidwinkel II abgeteuft. [[1941]] wurde eine Befahrungsanlage mit einem stählernen Fördergerüst aufgestellt. Auf zwei Sohlen wurden insgesamt 72 Einlagerungskammern eingerichtet. Über Tage entstand westlich des ersten Schachtes ein Munitionsfertigungsgelände und östlich davon eine Wohnsiedlung mit vier Mehrfamilienhäusern für die Muna-Arbeiter und deren Familien. Etwa einen Kilometer westlich der beiden Schachtanlagen entstand das Waldlager Heidwinkel, ein Arbeitslager zur Unterbringung weiterer Arbeitskräfte. Im Jahre [[1938]] wurde der Betrieb der Heeresmunitionsanstalt aufgenommen. Kurz vor Kriegsende wurde das Bergwerk auch zur Einlagerung von Kulturgütern genutzt.
Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges richtete die Wehrmacht in einem alten Kali- und Salzbergwerk die ''Heeresmunitionsanstalt (Bergwerk) Grasleben'' ein. Die Firma ''European Salt Company'' fördert seit Beginn der 1950er Jahre wieder Salz aus zwei Schächten. In Ortsnähe wurde ein Gewerbegebiet von 22,8 ha erschlossen. Dort hat die Firma [[Sport-Thieme]] ihre Lagerhallen und ein Bürogebäude.
 
Im April [[1945]] wurde Heidwinkel durch amerikanische Kampftruppen eingenommen und später an die britische Armee übergeben. Ab [[1946]] zogen Flüchtlinge und Heimatvertriebene aus den deutschen Ostgebieten auch in das Waldlager Heidwinkel, bereits [[1946]] wurde dort eine katholische Kapelle eingerichtet. [[1949]] wurde die Schachtanlage Heidwinkel I/II vom Alliierten Militär an die [[Steinsalzwerk Braunschweig-Lüneburg|Gewerkschaft Braunschweig-Lüneburg]] zurückgegeben, nachdem die Munitionskammern geräumt und verfüllt worden waren. Noch im selben Jahr wurde die Förderung wieder aufgenommen. In Ortsnähe wurde ein Gewerbegebiet von 22,8 ha erschlossen. Dort hatte die Firma [[Sport-Thieme]] später und bis Ende [[2024]] ihre Lagerhallen und ein Bürogebäude. [[1957]] wurden die beiden Heidwinkeler Schachtanlagen sowie die Schachtanlage [[Grasleben]] erstmals über eine 2500 m lange Verbindungsstrecke durchschlägig.
<!--
=== Eingemeindungen ===
=== Einwohnerentwicklung ===
-->
== Religion ==
Da die ab [[1946]] in Heidwinkel wohnenden Heimatvertriebenen überwiegend katholisch waren, wurde seitens des in [[Grasleben]] wohnenden katholischen Priesters in Heidwinkel Gottesdienst und Religionsunterricht abgehalten. Im Sommer [[1946]] wurde dazu im Wirtschaftsgebäude des Waldlagers Heidwinkel ein 73 m² großer ehemaliger Arbeitsdienstschulungsraum angemietet und in ihm eine Kapelle eingerichtet, die bis mindestens Anfang [[1964]] bestand. Die Glocke im hölzernen Glockenturm stammte aus Ottendorf im Landkreis Sprottau und kam über einen Glockenfriedhof in Hamburg nach Heidwinkel. Sie wurde [[1776]] in Breslau gegossen und war dem heiligen Jakobus dem Älteren geweiht. Von [[1953]] bis [[1960]] fanden die Fronleichnamsprozessionen der [[Pfarrvikarie Grasleben]] in Heidwinkel statt. [[1957]] wohnten in Heidwinkel bereits 145 Katholiken. Im Dezember [[1962]] kam die Glocke in die im Vorjahr in Grasleben neu errichtete [[St. Norbert (Grasleben)|St.-Norbert-Kirche]].<ref>Johannes und Helma Paus: ''Chronik der Katholischen Kirchen-Gemeinde St. Norbert, Grasleben.'' Grasleben 1986.</ref> Heute sind die katholischen und evangelischen Kirchen in [[Grasleben]] die nächstgelegenen Kirchen.
<!--
== Politik ==
=== Gemeinderat ===
=== Bürgermeister ===
=== Wappen ===
=== Städtepartnerschaften ===
-->
<!--
== Kultur und Sehenswürdigkeiten ==
=== Theater und Museen ===
=== Musik ===
=== Bauwerke ===
=== Grünflächen und Naherholung ===
=== Sport ===
=== Regelmäßige Veranstaltungen ===
=== Kulinarische Spezialitäten ===
-->
== Wirtschaft und Infrastruktur ==
Die einklassige Volksschule, die katholische Kapelle, die Gaststätte, das Lebensmittelgeschäft und das „Ferienzentrum Heidwinkel“ mit dem Campingplatz bestehen nicht mehr.
 
=== Unternehmen ===
Zum [[Steinsalzwerk Braunschweig-Lüneburg]] in Grasleben gehören die beiden Schächte in Heidwinkel, mit den jeweiligen Fördergerüsten und Fördermaschinenhäusern, sowie am Schacht Heidwinkel I auch eine Schachthalle. Der Schacht Heidwinkel II verfügt über eine Notbefahrungseinrichtung. Die beiden Schächte dienen heute der Bewetterung des Bergwerkes Grasleben.
<!--
=== Medien ===
=== Öffentliche Einrichtungen ===
=== Bildung ===
-->
=== Verkehr ===
==== Straßenverkehr ====
Nördlich des Ortes verlaufen die [[Kreisstraße 56]] und westlich die [[Bundesstraße 244]]. In etwa sieben Kilometern Entfernung befindet sich die Anschlussstelle Helmstedt-West der [[Bundesautobahn 2]].
 
== Persönlichkeiten ==
* [[Peter Miklusz]] (* [[1983]]), deutscher Theater-, Film- und Fernsehschauspieler, lebte von [[1990]] bis [[1994]] im ehemaligen Verwaltungsgebäude
<!--
=== Ehrenbürger ===
=== Söhne und Töchter der Stadt ===
=== Personen, die in dieser Stadt gewirkt haben ===
-->
== Literatur ==
* Heinz Pohlendt: ''Der Landkreis Helmstedt.'' Bremen-Horn 1957, S. 30, 195, 229, 273
<!--
== Weblinks ==
-->
== Einzelnachweise ==
<references />


[[Kategorie:Ort in Grasleben]]
[[Kategorie:Heidwinkel| ]]
[[Kategorie:Heidwinkel| ]]
[[Kategorie:Ortsteil von Grasleben]]
[[Kategorie:Ort im Landkreis Helmstedt]]