Runstedt: Unterschied zwischen den Versionen

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| Bundesland            = Niedersachsen
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[[Datei:Runstedt Luftaufnahme.jpg|mini|Luftaufnahme von Runstedt]]
[[Datei:Runstedt Luftaufnahme.jpg|mini|Luftaufnahme von Runstedt]]
'''Runstedt''' war ein Ortsteil der Kreisstadt [[Helmstedt]] im [[Landkreis Helmstedt]] in Niedersachsen in Deutschland, der von [[1958]] an dem [[Helmstedter Braunkohlerevier|Braunkohleabbau]] weichen musste. Runstedt an einem neuen Standort nördlich von [[Neu-Büddenstedt]] oder im Bereich [[Wolsdorf]]/[[Frellstedt]] wieder zu errichten, wurde nicht umgesetzt.<ref>Heinz Pohlendt: ''Der Landkreis Helmstedt'', Bremen-Horn 1957, Seite 301</ref> Zu Runstedt gehörte auch der 1 km südöstlich des Dorfes Runstedt gelegene Wohnplatz [[Trendelbusch]].
'''Runstedt''' war ein Ortsteil der Kreisstadt [[Helmstedt]] im [[Landkreis Helmstedt]] in Niedersachsen in Deutschland, der von [[1958]] an dem [[Helmstedter Braunkohlerevier|Braunkohleabbau]] weichen musste. Runstedt an einem neuen Standort nördlich von [[Neu Büddenstedt]] oder im Bereich [[Wolsdorf]]/[[Frellstedt]] wieder zu errichten, wurde nicht umgesetzt.<ref>Heinz Pohlendt: ''Der Landkreis Helmstedt'', Bremen-Horn 1957, Seite 301</ref> Zu Runstedt gehörte auch der 1 km südöstlich des Dorfes Runstedt gelegene Wohnplatz [[Trendelbusch]].


== Geografie ==
== Geografie ==
Runstedt befand sich etwa 3 km östlich der heutigen Gemeinde [[Wolsdorf]] zwischen [[Elz]] und [[Eitz]].<ref>https://www.braunschweiger-zeitung.de/helmstedt/article239064061/Das-abgebaggerte-Runstedt-soll-nicht-in-Vergessenheit-geraten.html</ref>
Runstedt befand sich etwa 3 km östlich der heutigen Gemeinde [[Wolsdorf]] zwischen [[Elz]] und [[Eitz]] nördlich der früheren [[Brikettfabrik Trendelbusch]].<ref name="BZ30072023">{{Internetquelle |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/helmstedt/article239064061/Das-abgebaggerte-Runstedt-soll-nicht-in-Vergessenheit-geraten.html |titel=Das abgebaggerte Runstedt soll nicht in Vergessenheit geraten |autor=Dirk Fochler |werk=Braunschweiger Zeitung |datum=2023-07-30 |abruf=2025-11-10}}</ref><ref>{{Internetquelle |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/helmstedt/article239025351/Das-Dorf-Runstedt-ist-verschwunden-doch-die-Erinnerung-lebt.html |titel=Das Dorf Runstedt ist verschwunden – doch die Erinnerung lebt |autor=Markus Brich |werk=Braunschweiger Zeitung |datum=2023-07-25 |abruf=2025-11-10}}</ref>
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=== Geografische Lage ===
=== Geografische Lage ===
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== Geschichte ==
== Geschichte ==
Im Mittelalter befand sich hier ein Festes Haus, welches Stammsitz der sich danach benennenden Adelsfamilie von Rundstedt war.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.der-loewe.info/auf-zu-den-verschwundenen-orten |titel=Auf zu den verschwundenen Orten |autor=Ralph-Herbert Meyer |werk=Der Loewe – Journal der Braunschweigischen Stiftungen |datum=2018-07-09 |abruf=2024-11-01}}</ref>
Das Dorf Rundstedt wurde [[983]] erstmals in einer Urkunde des [[Kloster St. Ludgeri|Klosters St. Ludgeri]] erwähnt.<ref name="Campus38">{{Internetquelle |url=https://campus38.de/runstedt-ein-tausendjaehriges-dorf-stirbt-aus/ |titel=Runstedt – Ein tausendjähriges Dorf stirbt aus |autor=Maren Schartner |werk=Campus38 – Junger Journalismus aus der Ostfalia |datum=2024-06-20 |abruf=2024-10-30}}</ref>
Das Dorf Rundstedt wurde [[983]] erstmals in einer Urkunde des [[Kloster St. Ludgeri|Klosters St. Ludgeri]] erwähnt.<ref name="Campus38">{{Internetquelle |url=https://campus38.de/runstedt-ein-tausendjaehriges-dorf-stirbt-aus/ |titel=Runstedt – Ein tausendjähriges Dorf stirbt aus |autor=Maren Schartner |werk=Campus38 – Junger Journalismus aus der Ostfalia |datum=2024-06-20 |abruf=2024-10-30}}</ref>


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In den frühen 1950er-Jahren erfolgte die erste Ersatzbeschaffung bzw. Umsiedlung für Landwirte im Zuge des Kohletagebaus. [[1954]] waren bereits neun von zehn großen Höfen umgesiedelt.<ref name="Campus38" />
In den frühen 1950er-Jahren erfolgte die erste Ersatzbeschaffung bzw. Umsiedlung für Landwirte im Zuge des Kohletagebaus. [[1954]] waren bereits neun von zehn großen Höfen umgesiedelt.<ref name="Campus38" />


Von [[1958]] bis [[1968]] erfolgte der Abriss des Dorfes weil es sich auf abzubauender Kohle befand. Seit dem 1. April [[1960]] bildete Runstedt einen Ortsteil von [[Helmstedt]]. Eine gewisse Selbständigkeit in der Verwaltung war bis Ende [[1965]] vorhanden. Da aber nur noch wenige Häuser bewohnt waren, wurde dies zum 1. Januar [[1966]] aufgegeben.<ref>{{Literatur |Autor=[[Robert Schaper]] |Titel=Die Helmstedter Straßen – Ihre Entstehung, Lage und Benennung |Auflage=3 |Verlag= |Ort=Helmstedt |Datum=1986 |ISBN= |Seiten= }}</ref> [[1964]] entstand der Film ''Runstedt - Dorf auf Kohle'', im gleichen Jahr wurde die Kirche abgerissen. Am 24. Oktober [[1972]] wurde mit der Mühle das letzte Gebäude von Runstedt abgerissen<ref>{{Webarchiv|url=https://www.helmstedt.de/magazin/artikel.php?artikel=1519&menuid=625&topmenu=625&date=2013-06-26 |wayback=20180225205936 |text=Geschichte 1970 bis 1979 auf Internetpräsenz des Landkreises Helmstedt }}, auf helmstedt.de, abgerufen am 25. Februar 2018.</ref>. [[2009]] wurde ein Gedenkstein zur Erinnerung an das ehemalige Dorf eingeweiht. Informationen zu Runstedt finden sich heute im Heimatmuseum in [[Reinsdorf]].
Von [[1958]] bis [[1968]] erfolgte der Abriss des Dorfes weil es sich auf abzubauender Kohle befand. Seit dem 1. April [[1960]] bildete Runstedt einen Ortsteil von [[Helmstedt]]. Eine gewisse Selbständigkeit in der Verwaltung war bis Ende [[1965]] vorhanden. Da aber nur noch wenige Häuser bewohnt waren, wurde dies zum 1. Januar [[1966]] aufgegeben.<ref>{{Literatur |Autor=[[Robert Schaper]] |Titel=Die Helmstedter Straßen – Ihre Entstehung, Lage und Benennung |Auflage=3 |Verlag= |Ort=Helmstedt |Datum=1986 |ISBN= |Seiten= }}</ref> [[1964]] entstand der Film ''Runstedt Dorf auf Kohle'', im gleichen Jahr wurde die [[Dorfkirche (Runstedt)|Kirche]] abgerissen. Am 24. Oktober [[1972]] wurde mit der Mühle das letzte Gebäude von Runstedt abgerissen<ref>{{Webarchiv|url=https://www.helmstedt.de/magazin/artikel.php?artikel=1519&menuid=625&topmenu=625&date=2013-06-26 |wayback=20180225205936 |text=Geschichte 1970 bis 1979 auf Internetpräsenz des Landkreises Helmstedt }}, auf helmstedt.de, abgerufen am 25. Februar 2018.</ref>.  
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=== Eingemeindung ===
=== Eingemeindung ===
[[Datei:Gedenkstein Runstedt.jpg|mini|Gedenkstein Runstedt]]
[[Datei:Runstedt Dorfkirche und Schule (Ende der 1950er Jahre).jpg|mini|[[Dorfkirche (Runstedt)|Kirche]] und Schule (Ende der 1950er-Jahre)]]
Am 1. April [[1960]] wurde Runstedt nach [[Helmstedt]] eingemeindet.
=== Gegenwart ===
=== Gegenwart ===
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* Die Fahne des Bergmannsvereins wird in [[Esbeck]] von den dortigen ehemaligen Bergmännern aufbewahrt.<ref name="BZ30072023" />
* [[2009]] wurde ein Gedenkstein zur Erinnerung an das ehemalige Dorf eingeweiht<ref name="OA">{{Internetquelle |url=https://www.outdooractive.com/de/poi/braunschweiger-land/runstedt-gedenkstein/50854347 |titel=Runstedt Gedenkstein |autor=Thomas Kempernolte |hrsg=Outdooractive  |abruf=2024-11-11}}</ref>, auf dessen Tafel folgender Text<ref>https://www.hallo-helmstedt.de/?seite=runstedt</ref> zu lesen ist:
::''Zur Erinnerung an Runstedt''
::''Das Dorf zwischen Elz und Eitz – 1000-Jahr-Feier im Jahre 1950''
::''Kirche aus dem Jahre 1822 – Volksschule mit Lehrerhaus''
::''Alte Holländer-Windmühle erbaut 1866 an der Straße nach Wolsdorf''
::''12 Handwerksbetriebe – 2 Gastwirtschaften''
::''8 Landwirtschaftliche Betriebe – 706 ha Runstedter Feldmark''
::''Umsiedlung der Bevölkerung von 1950 bis 1966''
::''Abbruch der Gebäude und Abbau der Braunkohle''
::''Ende 2008 Rekultivierung der Tagebauflächen''
* Informationen zu Runstedt finden sich heute im [[Heimatmuseum Büddenstedt|Heimatmuseum]] in [[Reinsdorf]].<ref name="OA" />
 
=== Religionen ===
=== Religionen ===
[[Datei:Runstedt Dorfkirche und Schule (Ende der 1950er Jahre).jpg|mini|[[Dorfkirche (Runstedt)|Kirche]] und Schule (Ende der 1950er-Jahre)]]
Die Mehrzahl der Einwohner und die Kirche waren evangelisch-lutherisch. Die kleine [[Dorfkirche (Runstedt)|Kirche]], die sich in der Ortsmitte befand, wurde [[1822]] errichtet und verfügte über einen Turm in Form eines Dachreiters. [[1960]] wurde die Kirchengemeinde Runstedt aus dem Pfarrverband Wolsdorf herausgenommen und um ein Teilgebiet der Stadt [[Helmstedt]] erweitert, aus ihr entstand in den 1960er-Jahren die Kirchengemeinde [[St. Thomas (Helmstedt)|St. Thomas]] in Helmstedt. Am 14. Juni [[1964]] fand in der Runstedter [[Dorfkirche (Runstedt)|Kirche]] der letzte Gottesdienst statt, und noch im gleichen Jahr wurde sie abgerissen. Die ebenfalls aus dem Jahr [[1822]] stammende Bronzeglocke fand einen neuen Platz in der Klosterkirche [[Kloster St. Marienberg#Klosterkirche St. Marienberg|St. Marienberg]] in [[Helmstedt]].
Die Mehrzahl der Einwohner und die Kirche waren evangelisch-lutherisch. Die kleine [[Dorfkirche (Runstedt)|Kirche]], die sich in der Ortsmitte befand, wurde [[1822]] errichtet und verfügte über einen Turm in Form eines Dachreiters. [[1960]] wurde die Kirchengemeinde Runstedt aus dem Pfarrverband Wolsdorf herausgenommen und um ein Teilgebiet der Stadt [[Helmstedt]] erweitert, aus ihr entstand in den 1960er-Jahren die Kirchengemeinde [[St. Thomas (Helmstedt)|St. Thomas]] in Helmstedt. Am 14. Juni [[1964]] fand in der Runstedter [[Dorfkirche (Runstedt)|Kirche]] der letzte Gottesdienst statt, und noch im gleichen Jahr wurde sie abgerissen. Die ebenfalls aus dem Jahr [[1822]] stammende Bronzeglocke fand einen neuen Platz in der Kirche [[Kloster St. Marienberg#Klosterkirche St. Marienberg|St. Marienberg]] in [[Helmstedt]].


Die nächstliegenden katholischen Kirchen befanden sich in [[Wolsdorf]] (seit [[1914]]) und [[Helmstedt]].
Die nächstliegenden katholischen Kirchen befanden sich in [[Wolsdorf]] (seit [[1914]]) und [[Helmstedt]].
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== Kultur und Sehenswürdigkeiten ==
== Kultur und Sehenswürdigkeiten ==
Die Fahne des Bergmannsvereins wird in [[Esbeck]] von den dortigen ehemaligen Bergmännern aufbewahrt.<ref>https://www.braunschweiger-zeitung.de/helmstedt/article239064061/Das-abgebaggerte-Runstedt-soll-nicht-in-Vergessenheit-geraten.html</ref>
=== Theater und Museen ===
=== Theater und Museen ===
=== Musik ===
=== Musik ===
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=== Personen, die in dieser Gemeinde gewirkt haben ===
=== Personen, die in dieser Gemeinde gewirkt haben ===
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== Literatur ==
== Literatur ==
* Hermann Kleinau: ''Zur Geschichte der Höfe des Dorfes Runstedt (Lkr. Helmstedt) und ihrer Ländereien''
* Hermann Kleinau: ''Zur Geschichte der Höfe des Dorfes Runstedt (Lkr. Helmstedt) und ihrer Ländereien''
* Anneliese Perkampus: ''Kindheit in Runstedt.'' In ''Kreisbuch 2012'' des Landkreises Helmstedt
* Anneliese Perkampus: ''Kindheit in Runstedt.'' In ''Kreisbuch 2012'' des Landkreises Helmstedt
* {{Internetquelle |url=https://www.der-loewe.info/auf-zu-den-verschwundenen-orten |titel=Auf zu den verschwundenen Orten |autor=Ralph-Herbert Meyer |werk=Der Loewe – Journal der Braunschweigischen Stiftungen |datum=2018-07-09 |abruf=2024-11-01}}


== Siehe auch ==
== Siehe auch ==
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<references/>
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[[Kategorie:Ehemaliger Ort in Helmstedt]]
[[Kategorie:Wüstung im Landkreis Helmstedt]]
[[Kategorie:Geografie (Landkreis Helmstedt)]]
[[Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Helmstedt)]]