Anderson Barracks

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Einfahrt zum bereits verlassenen Militärgelände (2006)

Die Anderson Barracks waren eine Militäreinrichtung in Langeleben, einem Ortsteil der Stadt Königslutter am Elm im Landkreis Helmstedt in Niedersachsen in Deutschland. Sie befanden sich im nördlichen Bereich des Höhenzugs Elm. Die Anlage wurde 1951 von der Britischen Rheinarmee in Betrieb genommen und diente als Funkabhörstation. Betreiber waren Angehörige des Royal Corps of Signals. Die Barracks bestanden bis 1992. Benannt ist die Einrichtung nach John Evelyn Anderson (19162007), der als einer ihrer Kommandanten tätig war.[1]

Beschreibung

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die britische Besatzungsmacht ab 1948 von Langeleben aus mit der Überwachung des Funkverkehrs in der sowjetischen Besatzungszone. Eine erste Einrichtung entstand 1951 in Form eines Zeltlagers für neun Soldaten der „101st Wireless Troop“. Der Standort diente hauptsächlich der Funkaufklärung im VHF- und UHF-Bereich. Die Signale wurden über Antennen an drei großen und drei kleineren Gittermasten empfangen. Vom 260 Meter hohen Elm aus konnte der Funkverkehr von Militäreinheiten des Warschauer Paktes abgehört werden, die sich wenige Kilometer östlich in der damaligen DDR befanden. Der Fokus der Überwachung lag insbesondere auf dem großräumigen Truppenübungsplatz in der Colbitz-Letzlinger Heide, auf dem die Sowjetarmee Übungen durchführte. Die Briten gingen davon aus, dass von diesem Gelände potenziell Überraschungsangriffe im Rahmen militärischer Manöver ausgehen könnten. 1955 erhielt die britische Funkeinheit Holzbaracken, während ab 1963 feste Unterkünfte errichtet wurden. Der Betrieb der Einrichtung erfolgte durch etwa 120 bis 140 britische Soldaten. Die Militäranlage wurde von den Angehörigen der Einheit als Langeleben Camp oder kurz Langy bezeichnet.[1]

Folgende britische Funkeinheiten waren in der Militäranlage stationiert, denen dauerhaft jeweils Angehörige des „Intelligence Corps“ zugeordnet waren:

Jahr Einheit
19511959 101st Wireless Troop
1959 Umbenennung des „101st Wireless Troop“ in „13. Signals Regiment“
19591967 13. Signals Regiment
19671977 225. Signal Squadron
19771992 14. Signal Regiment EW (Electronic Warfare)

Ende

Die Anlage verlor nach der Wende von 1989 und der bevorstehenden Wiedervereinigung Deutschlands ihre ursprüngliche Funktion und wurde Ende November 1992 geschlossen. In den folgenden Jahren wurde das Gelände durch Vandalismus beschädigt. Ab 2008 erfolgten Abrissarbeiten, nach denen keine Gebäude mehr vorhanden sind. Erhalten blieben lediglich die Beton-Bodenplatten sowie die Zufahrtswege aus Beton-Verbundpflaster. Der umliegende Zaun wurde entfernt, und die Natur breitet sich wieder auf dem ehemaligen Militär-Areal aus.

Erinnerung

Einweihung des Gedenksteins am 13. Juni 2009 in Langeleben etwa 400 m entfernt vom früheren Standort der Anderson Barracks

Nach der Auflösung der britischen Militärstation in Langeleben gründeten ehemalige Angehörige des Royal Signals und des Intelligence Corps im Jahr 1993 die „Langeleben Reunion Association“. Der Verein dient der Pflege von Kameradschaft und organisiert etwa alle zwei Jahre Treffen in Königslutter am Elm.[2]

Am 13. Juni 2009 wurde auf einem Wanderparkplatz an der Elm-Hochstraße, in der Nähe des ehemaligen Militärstandorts, ein Gedenkstein eingeweiht. Die Inschrift auf dem Stein lautet: „Freundschaft und Kooperation. 1951 Langeleben 1992. Im Namen des Friedens.“ Zwei Seiten tragen zusätzlich die Aufschrift auf Deutsch und Englisch: „Wir kamen hierher als Jugendliche in einer ungewissen Welt, verließen sie älter und weiser in Frieden und Freundschaft und einer Welt voller Hoffnung.“[3]

Der Stein wurde von der „Langeleben Reunion Association“ finanziert und vom britischen Steinmetz Paul Ellis hergestellt.[4] Ellis ist der Sohn eines britischen Funkers, der während der Stationierung in Langeleben tätig war.

Weblinks

Einzelnachweise

Koordinaten: 52° 12′ 26″ N, 10° 48′ 52″ O