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Königslutter am Elm

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Königslutter am Elm
Markierung
Deutschlandkarte, Position der Stadt Königslutter am Elm hervorgehoben
52.2510.816666666667134
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Helmstedt
Höhe: 134 m ü. NN
Fläche: 130,6 km²
Einwohner: 15.732 (31. Dez. 2011)
Bevölkerungsdichte: 120 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 38154
Vorwahlen: 05353
Kfz-Kennzeichen: HE
Gemeindeschlüssel: 03 1 54 013
Stadtgliederung: 18 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Am Markt 1
38154 Königslutter am Elm
Website:
Bürgermeister: Alexander Hoppe (SPD)

Königslutter am Elm ist eine Stadt im Osten von Niedersachsen im Landkreis Helmstedt.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt mitten im Naturpark Elm-Lappwald und an der Nord-Ost-Seite des bewaldeten Höhenzugs Elm. Die nächsten größeren Städte sind Braunschweig etwa 23 km westlich, Wolfsburg etwa 20 km nördlich und die Kreisstadt Helmstedt liegt etwa 15 km östlich von Königslutter. Durch Königslutter führt die Deutsche Fachwerkstraße.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an Königslutter:
Wolfsburg, Groß Twülpstedt, Rennau, Süpplingenburg, Süpplingen, Räbke, Schöppenstedt, Evessen, Erkerode, Cremlingen und Lehre.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Königslutter am Elm gliedert sich in die folgenden 18 Ortsteile:

Geschichte[Bearbeiten]

Name[Bearbeiten]

Die Stadt Königslutter am Elm war ursprünglich ein Dorf mit dem Namen Lutter. 1135 wurde es erstmals urkundlich als Lûtere erwähnt, ist aber vermutlich wesentlich älter. Die Benennung erfolgte nach dem Bach Lutter, der in Ortsnähe einer starken Quelle dem Elm entspringt. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts setzte sich der Name Königslutter als Konnigesluttere durch, wobei das König an den König und späteren Kaiser Lothar von Süpplingenburg erinnert.

Entwicklung[Bearbeiten]

Um 1200 entstand eine Wasserburg im Bereich des heutigen Amtsgerichtes. 1318 wurde das Dorf Lutter Marktflecken unter der Bezeichnung forum Luttere und erhielt von den Braunschweiger Herzögen um 1400 die Stadtrechte verliehen. Zwischen dem Stift mit dem Kaiserdom und dem Dorf gab es die Ansiedlung Oberlutter. Die günstige Verkehrslage an der Handelsstraße Braunschweig-Magdeburg (der heutigen B 1), der Elmkalksteinhandel, die Wallfahrten zum Kaiserdom und das Duckstein-Bier haben die Entwicklung Königslutters begünstigt. 73 Brauhäuser waren berechtigt, das obergärige Weizenbier mit dem kalkhaltigen Bachwasser der Lutter zu brauen. Viele der alten Fachwerkhäuser sind heute aufgrund ihrer geräumigen Diele und großen Gewölbekellern als frühere Brauhäuser zu erkennen. Duckstein-Bier wurde in großen Mengen in die Städte Magdeburg, Halle, Leipzig, Berlin, Hamburg, Kassel und auch bis in die Niederlande exportiert. Sehr geschätzt wurde es am Hof des preußischen Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I.

Eine Postexpedition bestand in Königslutter seit dem 17. Jahrhundert. Zur Darstellung der Postgeschichte siehe: Postroute Braunschweig-Helmstedt-Magdeburg.

1796-1799 betrieb der Begründer der Homöopathie Samuel Hahnemann eine Arztpraxis im Ort, verließ Königslutter aber bald, da er wegen seiner selbst hergestellten Medikamente von Apothekern angefeindet wurde.

Im Jahre 1571 wurde beim Brand des Rathauses das Stadtarchiv vernichtet, was größere Lücken in der Überlieferung der örtlichen Siedlungsgeschichte hinterließ.

Kaiserdom[Bearbeiten]

Wahrzeichen des Ortes ist der Kaiserdom in Form der Benediktiner-Abteikirche St. Peter und Paul. Kaiser Lothar III. ließ das Kirchengebäude 1135 als Klosterkirche des von ihm gleichzeitig gegründeten Benediktinerklosters errichten. Der Bauherr, der dort mit seiner Gattin Richenza und seinem Schwiegersohn Heinrich dem Stolzen begraben liegt, schuf ein monumentales Gotteshaus. Es ist eine kreuzförmige Pfeilerbasilika, die das erste Großgewölbe nördlich des Harzes darstellt. Sehenswert sind die Bildhauerarbeiten lombardischer Steinmetze, der Kreuzgang, der mit seinem Reichtum an ornamentierten Säulen und Kapitellen zu den schönsten Deutschlands zählt.

Vom Gründer Kaiser Lothar mit vielen Reliquien ausgestattet, entwickelte sich die Kirche im späten Mittelalter zu einem bekannten Wallfahrtsort. Hauptwallfahrtstag war der 29. Juni, der Peter- und Paulstag als Namenstag der beiden Kirchenheiligen. Wallfahrer kamen aus Lübeck, Lüneburg, dem Rheinland und Thüringen.

Die fast 900 Jahre alte Kaiser-Lothar-Linde vor dem Dom ist ein Naturdenkmal von überregionaler Bedeutung. Seit 1986 gibt es ein Kaiserdom-Museum in einer ehemaligen Steinmetzschule.

Postgeschichte[Bearbeiten]

Zur Entwicklung des Postwesens in Königslutter siehe: Postroute Braunschweig-Helmstedt-Magdeburg.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Bis 1924 lagen neben Königslutter noch die selbstständigen Dörfer Oberlutter und Stift Lutter (Kaiserdom), die im selben Jahr in die Stadt eingegliedert wurden.

Eine weitere wesentliche Erweiterung erfuhr die Stadt, als im Rahmen der Gemeindegebietsreform, die am 1. März 1974 wirksam wurde, die Gemeinden Beienrode (aus dem Landkreis Gifhorn), Boimstorf, Bornum am Elm, Glentorf, Groß Steinum, Klein Steimke (aus dem Landkreis Gifhorn), Lauingen, Lelm, Ochsendorf, Rhode (beide aus dem Landkreis Gifhorn), Rieseberg, Rotenkamp, Rottorf, Scheppau, Schickelsheim, Sunstedt und Uhry (aus dem Landkreis Gifhorn) eingemeindet wurden.[2] Die Einwohnerzahl stieg auf 16.812 Personen an.

Politik[Bearbeiten]

Rat[Bearbeiten]

Der Rat der Stadt Königslutter setzt sich aus 30 Ratsmitgliedern zusammen. Ratsvorsitzender ist SPD-Politiker Jürgen Gerke. Seine Vertreterin ist Margot Albrecht (CDU). Die Sitzverteilung stellt sich seit der letzten Kommunalwahl am 11. September 2011 wie folgt dar:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 42,86 13 41,43 13 41,06 14
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 34,97 10 38,10 12 42,05 15
FDP Freie Demokratische Partei 2,16 1 5,64 2 4,69 1
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 9,66 3 6,31 2 4,57 1
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft 7,43 2 5,36 2 5,67 2
LINKE Die Linke 2,89 1 3,13 1
gesamt 100 30 100 32 100 33
Wahlbeteiligung in % 62,11% 52,28% TBA

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit dem 1. November 2011 ist Alexander Hoppe (SPD) Bürgermeister der Stadt. Erster stellvertretender Bürgermeister ist Bodo Seidenthal (SPD), zweiter stellvertretender Bürgermeister Marc Schneider (CDU).

siehe auch: Liste der Bürgermeister von Königslutter am Elm

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen von Königslutter ist zum ersten Mal in einer Urkunde aus dem Jahr 1470 nachgewiesen. Wahrscheinlich ist es noch älter und stammt aus der Zeit zwischen 1400 und 1409. Im goldenen Schild erhebt sich aus den silbernen Wellen der Lutter ein blauer Löwe. Es ist der landesherrlich-welfische Löwe in seiner lüneburgischen Gestalt, obwohl Königslutter nicht zum lüneburgischen Teil der welfischen Lande gehörte. Zwischenzeitlich färbte man den Löwen rot auf weißem Hintergrund. Womöglich stand das Wappen der Stadt Braunschweig als Vorbild. Diese Färbung war historisch unbegründet, da nicht die Stadt, sondern der Herzog der Erteiler aller Privilegien und Förderer des Ortes war. Ein Beschluss des braunschweigischen Prinzregenten Albrecht vom 14. August 1905 bereinigte die Situation und setzte Gestalt und Färbung des Wappens in der heutigen Form fest.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Königslutter am Elm unterhält drei Städtepartnerschaften:

Deutschland Gommern in Deutschland seit dem 29. Juni 1990
England Taunton in England seit 4. September 1992
Polen Opalenica in Polen seit 3. Oktober 1998

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • Museen der Stadt Königslutter mit:
    • Museum zur Stadtgeschichte
    • Dombauhütte
    • Museum Mechanischer Musikinstrumente (MMM)
    • Otto-Klages-Sammlung (geologische Privatsammlung)
  • Geopark-Informationszentrum (GeoPark Harz. Braunschweiger Land. Ostfalen - Teilgebiet Braunschweiger Land)
  • Freilicht- und Erlebnismuseum Ostfalen (FEMO) e.V.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Marktplatz mit Stadtkirche
  • Stiftskirche St. Peter und Paul (Kaiserdom) mit Kaiser-Lothar-Linde
  • Lutterspring, eigentlich Abt-Johann-Fabricius-Quelle. Quellenhaus aus Elmkalkstein von 1708, das nach dem Bauherrn, einem Abt des Kaiserdoms in Königslutter, benannt wurde. Die Quelle des Baches Lutter tritt hier am Elmrand hervor. Es handelt sich um eine der stärksten Quellen im norddeutschen Raum mit einer durchschnittlichen Schüttung von 230 Litern in der Sekunde (20.000 m³ am Tag). Sie wird noch heute zur Trinkwassergewinnung genutzt. Lutterspring ist ein touristisches Ausflugsziel für Elmbesucher.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Zwischen Königslutter und Schöppenstedt findet seit dem Jahr 1866 das traditionelle Elm-Bergturnfest am Tetzelstein statt, ein jährlich organisiertes Bergsportfest, das zweitälteste in Deutschland.
  • Seit 1982 findet jeden Sommer im Umkreis des Kaiserdoms das Domfest statt.[3]
  • Seit 1989 wird auf dem Marktplatz das Ducksteinfest veranstaltet, das von der Hersteller-Brauerei gesponsert wird.


Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Etwa sechs Kilometer nördlich der Kernstadt und nördlich des Ortsteils Ochsendorf verläuft die Bundesautobahn 2. Mitten durch Königslutter führt die Bundesstraße 1. An der Bahnstrecke Braunschweig–Magdeburg ist Königslutter ein Halt der RegionalBahn; dadurch werden schnelle Anschlüsse nach Braunschweig und Helmstedt erreicht. Zusätzlich bestehen über RegioBusse Anschlüsse in die nahegelegenen Orte.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Das AWO Psychiatriezentrum ist ein Fachkrankenhaus der Arbeiterwohlfahrt. Es hat 508 stationäre und 91 teilstationäre Patientenplätze sowie 91 weitere Plätze in der Klinik für forensische Psychiatrie. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.000 Personen, verfügt über etwa 100 Ausbildungsplätze und ist damit der größte Arbeitgeber im Landkreis Helmstedt. Das AWO Psychiatriezentrum ist Pflichtversorger für rund 880.000 Menschen.[4]


Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Stadt verfügt über eine Freiwillige Feuerwehr.

Bildung[Bearbeiten]

Überregionale Bildungsstätten[Bearbeiten]

  • Steinmetzschule Königslutter, Berufsbildende Schule (seit 1941 unmittelbar neben dem Kaiserdom und seit 1985 in unmittelbarer Nähe des Steinmetzzentums)
  • Steinmetzzentrum - Bildungszentrum für das Steinmetz- und Bildhauerhandwerk der Handwerkskammer Braunschweig (seit 1981)

Allgemeinbildende Schulen[Bearbeiten]

Förderschulen[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Georg Friedrich Wilhelm Alers (1811–1891), Forstsachverständiger und Schriftsteller, verfasste ein Fachbuch über den Calvörder Forst.
  • Samuel Hahnemann (1755–1843), der Begründer der Homöopathie, lebte und wirkte von 1796 bis 1799 in Königslutter.
  • Thilo Maatsch (1900–1983), Bauhaus-Künstler, verbrachte seinen Lebensabend in Königslutter.
  • Gordon Banks (* 1937), Fußballweltmeister 1966 mit England, spielte Ende der 1950er Jahre für den SV Viktoria Königslutter

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen Diestelmann, Wulf Schadendorf: Stiftskirche zu Königslutter (Kleine Kunstführer für Niedersachsen, Heft 9). 6. Auflage, Göttingen 1985
  • Thomas Gädeke, Martin Gosebruch: Königslutter - Die Abtei Kaiser Lothars (Die Blauen Bücher). Fotos von Jutta Brüdern. 3. durchgesehene Auflage, Königstein im Taunus. 1998, ISBN 3-7845-4822-9
  • Stadt Königslutter (Hrsg.): 850 Jahre Kaiserdom 1135–1985. Königslutter 1985.
  • Heinz Bruno Krieger: Elmsagen

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hauptsatzung der Stadt (PDF), abgerufen am 28. Oktober 2014
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 271-272.
  3. [1]
  4. Fakten zum AWO Psychiatriezentrum, abgerufen am 6. August 2014
  5. Hugo Thielen: Culemann, (1), Friedrich Bernhard, in: Stadtlexikon Hannover, S. 119

Quelle[Bearbeiten]

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