Zum Inhalt springen

Ludwig Fickendey

Aus Helmstedt-Wiki

Ludwig Fickendey (* 15. Juni 1899 in Helmstedt; † 5. April 1978 in Rennau) war ein deutscher Kaufmann und Textilunternehmer.

Leben

Ludwig Fickendey wurde am 15. Juni 1899 in Helmstedt als Sohn des Fabrikanten Carl Fickendey und dessen Ehefrau Louise, geborene Schmidt, geboren. Die Familie Fickendey war seit dem 17. Jahrhundert in Helmstedt ansässig und wurde bereits früh als „Okonomen und Schäferei-Besitzer“ erwähnt. Gemeinsam mit seinem Bruder wuchs Ludwig in einem wohlhabenden und familiär geprägten Elternhaus auf. Schon in seiner Jugend interessierte er sich besonders für das Reiten und die Jagd.

Im Alter von 17 Jahren meldete er sich als Freiwilliger zum Dienst im Ersten Weltkrieg. Während des Krieges wurde er schwer verwundet und erlebte das Kriegsende in einem Lazarett. Nach seiner Rückkehr holte er das Abitur nach.

Nach dem Schulabschluss begann Fickendey seine kaufmännische Ausbildung im Familienunternehmen „Ludwig Hampe, Kammgarnspinnerei und -färberei“ in Helmstedt. Weitere Ausbildungsstationen waren zwei Jahre bei dem Hamburger Unternehmer Hugo Stinnes sowie eine Volontärstätigkeit bei einer Wollwäscherei und Wollkämmerei in Hannover-Döhren. Anschließend absolvierte er ein einjähriges Studium an der Fachschule für Textil-Technik in Reutlingen. Danach trat er endgültig in die elterliche Firma ein. Zwei Jahre später übernahm er eine Tätigkeit als Wollkaufmann in Buenos Aires. Dort fühlte er sich nach eigener Aussage sehr wohl, kehrte jedoch auf Wunsch seiner Eltern nach etwa eineinhalb Jahren nach Deutschland zurück.

Nach seiner Rückkehr arbeitete Ludwig Fickendey erneut im Familienunternehmen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er wegen der Bedeutung des Betriebs für die Kriegswirtschaft als unabkömmlich eingestuft.

In den 1950er-Jahren baute er in Villingen eine neue Kammgarnspinnerei auf. Diese entstand als Nachfolgeunternehmen einer in Thüringen enteigneten Tochterfirma der Helmstedter Firma Hampe.

Im Jahr 1960 nahm Fickendey seinen Sohn Jan-Henrich in das Helmstedter Unternehmen auf. Nachdem dieser sich eingearbeitet hatte, zog sich Ludwig Fickendey schrittweise aus der Geschäftsführung zurück. Gründe hierfür waren unter anderem gesundheitliche Probleme.

Nach einem schweren Schlaganfall zu Ostern 1974 erholte er sich körperlich teilweise, war jedoch geistig stark beeinträchtigt. Den Niedergang der seit 1785 im Familienbesitz befindlichen Firma Hampe ab Mitte der 1970er-Jahre nahm er nicht mehr bewusst wahr.

Am 2. April 1978 nahm Ludwig Fickendey noch an der Konfirmation seiner ältesten Enkelin Marie-Louise teil. Zwei Tage später erlitt er einen weiteren Schlaganfall und verstarb am 5. April 1978 auf dem Gutshof Trendel in Rennau im Alter von 78 Jahren.

Privates

1935 heiratete Ludwig Fickendey Gerda Luyken (* 17. März 1913 in Hannover), Tochter von Walter und Clara Luyken. Das Ehepaar lebte auf dem Gutshof Trendel in Rennau, das Ludwig von seinem Bruder übernommen hatte. Dort wurden die drei Söhne Carl Walter Ludwig („Lutz“, * 21. März 1936), Jan-Henrich (* 30. Dezember 1937) und Manfred (* 23. Dezember 1940) geboren.

Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit widmete sich Fickendey zunehmend der Natur und der Pferdezucht. Gemeinsam mit seinem Sohn Manfred betrieb er auf dem Gutshof Trendel eine Araberpferdezucht. Nach seinem Rückzug aus dem Berufsleben galt seine besondere Leidenschaft der Natur. Er beschäftigte sich intensiv mit Pflanzen, Tieren und Vogelstimmen und unternahm häufig Waldspaziergänge.

Literatur