St. Thomas (Helmstedt): Unterschied zwischen den Versionen

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== Ausstattung ==
== Ausstattung ==
=== Altar ===
=== Altar ===
Der Altar der Kirche ist um eine Stufe erhöht und befindet sich freistehend im Schnittpunkt der Sicht- und Bewegungsachsen des Kirchenraumes. Auf ihm erhebt sich eine etwa zwei Meter hohe Bronzesplastik einer Golgatha-Gruppe, die eine eher ungewöhnliche Gestaltung aufweist. Diese Skulptur wurde [[1964]] von der Hamburger Künstlerin Ursula Wallner-Querner eigens für die hohe Altarwand geschaffen. Die Kreuzesarme der Darstellung schneiden diagonal in den Raum und erinnern mit ihren Enden an abgebrochene Lanzen sowie an die Dornen der Dornenkrone. Grundlage für die Darstellung war das biblische Geschehen nach dem Lukas-Evangelium (Lk 23,34–46). Die Künstlerin interpretierte dieses Thema durch drei Figuren: Christus selbst, einen der beiden Mitgekreuzigten, der im letzten Moment Gott und sich selbst erkennt, sowie einen weiteren, der gefesselt und dumpf dem Tod entgegenschreitet.
Der Altar der Kirche ist um eine Stufe erhöht und befindet sich freistehend im Schnittpunkt der Sicht- und Bewegungsachsen des Kirchenraumes. Auf ihm erhebt sich eine etwa zwei Meter hohe Bronzesplastik einer Golgatha-Gruppe, die eine eher ungewöhnliche Gestaltung aufweist. Diese Skulptur wurde [[1964]] von der Hamburger Künstlerin Ursula Wallner-Querner eigens für die hohe Altarwand geschaffen. Die Kreuzesarme der Darstellung schneiden diagonal in den Raum und erinnern mit ihren Enden an abgebrochene Lanzen sowie an die Dornen der Dornenkrone. Grundlage für die Darstellung war das biblische Geschehen nach dem Lukas-Evangelium (Lk 23,34–46). Die Künstlerin interpretierte dieses Thema durch drei Figuren: Christus selbst, einen der beiden Mitgekreuzigten, der im letzten Moment Gott und sich selbst erkennt, sowie einen weiteren, der gefesselt und dumpf dem Tod entgegenschreitet. Auch die vier Leuchter auf dem Altar stammen von Ursula Wallner-Querner und wurden zur Kirchweihe im Jahr [[1967]] gestaltet. Die textilen Ausstattungsstücke des Altars und der Kanzel wurden in der [[Kloster St. Marienberg#Paramentenwerkstatt|Paramentenwerkstatt von St. Marienberg]] gefertigt. Die drei Kanzelantependien in den liturgischen Farben Weiß, Grün und Violett wurden [[1967]] von der Weberin Uta Schönian aus pflanzengefärbter Wolle hergestellt. Die Entwürfe stammten vom [[Helmstedt]]er Bildhauer [[Bernd Schürmann]], der als Kunsterzieher am [[Gymnasium Julianum]] tätig war. Aufgrund von Schäden durch Sonneneinstrahlung mussten die Antependien von der Kanzel entfernt werden. Sie werden gelegentlich in der Taufecke der Kirche ausgestellt. Die drei Altarparamente wurden [[1982]] von Uta Schönian-Oehrig entworfen und aus chemisch gefärbter Wolle gewebt. Das weiße Antependium wurde zu einem späteren Zeitpunkt von ihrer Schülerin Neddermeyer ausgeführt.
 
Auch die vier Leuchter auf dem Altar stammen von Ursula Wallner-Querner und wurden zur Kirchweihe im Jahr [[1967]] gestaltet.
 
Die textilen Ausstattungsstücke des Altars und der Kanzel wurden in der [[Kloster St. Marienberg#Paramentenwerkstatt|Paramentenwerkstatt von St. Marienberg]] gefertigt. Die drei Kanzelantependien in den liturgischen Farben Weiß, Grün und Violett wurden [[1967]] von der Weberin Uta Schönian aus pflanzengefärbter Wolle hergestellt. Die Entwürfe stammten vom [[Helmstedt]]er Bildhauer [[Bernd Schürmann]], der als Kunsterzieher am [[Gymnasium Julianum]] tätig war. Aufgrund von Schäden durch Sonneneinstrahlung mussten die Antependien von der Kanzel entfernt werden. Sie werden gelegentlich in der Taufecke der Kirche ausgestellt.
 
Die drei Altarparamente wurden [[1982]] von Uta Schönian-Oehrig entworfen und aus chemisch gefärbter Wolle gewebt. Das weiße Antependium wurde zu einem späteren Zeitpunkt von ihrer Schülerin Neddermeyer ausgeführt.


=== Kanzel ===
=== Kanzel ===
Die Kanzel der Kirche befindet sich in einer sowohl optisch als auch akustisch vorteilhaften Position innerhalb des Kirchenraums. Ihre Gestaltung ist schlicht gehalten; der einzige bildnerische Schmuck ist ein Bronzerelief mit der Darstellung „Christus und Thomas“, das auf den Namenspatron der Kirche Bezug nimmt.
Die Kanzel der Kirche befindet sich in einer sowohl optisch als auch akustisch vorteilhaften Position innerhalb des Kirchenraums. Ihre Gestaltung ist schlicht gehalten; der einzige bildnerische Schmuck ist ein Bronzerelief mit der Darstellung „Christus und Thomas“, das auf den Namenspatron der Kirche Bezug nimmt. Das Relief wurde im Jahr [[1970]] vom Hamburger Künstler Fritz Fleer geschaffen. Das ursprünglich für das Eingangsportal vorgesehene Motiv thematisiert den Apostel Thomas. Ebenfalls aus der Hand Fleers stammen der Osterleuchter sowie das Lesepult, die im gleichen Jahr entstanden.
 
Das Relief wurde im Jahr [[1970]] vom Hamburger Künstler Fritz Fleer geschaffen. Das ursprünglich für das Eingangsportal vorgesehene Motiv thematisiert den Apostel Thomas. Ebenfalls aus der Hand Fleers stammen der Osterleuchter sowie das Lesepult, die im gleichen Jahr entstanden.


=== Taufbecken ===
=== Taufbecken ===
Im Zuge der liturgischen Gestaltung wurde in der Kirche ein eigener Bereich für Tauffeiern eingerichtet. Dieser spezielle Abschnitt dient der Versammlung der Taufgemeinde. Historisch betrachtet erfolgte die Taufe in diesem Bereich einst mit fließendem Wasser.
Im Zuge der liturgischen Gestaltung wurde in der Kirche ein eigener Bereich für Tauffeiern eingerichtet. Dieser spezielle Abschnitt dient der Versammlung der Taufgemeinde. Historisch betrachtet erfolgte die Taufe in diesem Bereich einst mit fließendem Wasser. Im Jahr [[2005]] wurde das vorhandene Taufbecken durch eine bronzene Schale ergänzt. Diese zeigt bildlich die vier Paradiesflüsse sowie eine kindgerechte Darstellung Christi. Am Rand der Schale ist ein Bibelvers aus dem Lukasevangelium (Lk 18,16) eingraviert: „Lasset die Kinder zu mir kommen, ...“ Gestaltet wurde die Schale von dem Künstler [[Günter Dittmann]] aus [[Königslutter am Elm]].
 
Im Jahr [[2005]] wurde das vorhandene Taufbecken durch eine bronzene Schale ergänzt. Diese zeigt bildlich die vier Paradiesflüsse sowie eine kindgerechte Darstellung Christi. Am Rand der Schale ist ein Bibelvers aus dem Lukasevangelium (Lk 18,16) eingraviert: „Lasset die Kinder zu mir kommen, ...“ Gestaltet wurde die Schale von dem Künstler [[Günter Dittmann]] aus [[Königslutter am Elm]].


=== Orgel ===
=== Orgel ===
Über dem Taufbezirk der Kirche befindet sich eine Empore, auf der [[1968]] eine Orgel durch den Orgelbaumeister Rudolf Janke (Göttingen/Bovenden) erbaut wurde. Im Jahr [[1985]] wurde das Instrument um ein Brustwerk ergänzt.
Über dem Taufbezirk der Kirche befindet sich eine Empore, auf der [[1968]] eine Orgel durch den Orgelbaumeister Rudolf Janke (Göttingen/Bovenden) erbaut wurde. Im Jahr [[1985]] wurde das Instrument um ein Brustwerk ergänzt. Bei dem Instrument handelt es sich um eine mechanische Schleifladenorgel mit mechanischer Spiel- und Registertraktur.
 
Bei dem Instrument handelt es sich um eine mechanische Schleifladenorgel mit mechanischer Spiel- und Registertraktur.


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=== Kleiner Kreuzweg ===
=== Kleiner Kreuzweg ===
In der Kirche wurde im Jahr [[1991]] ein Kleiner Kreuzweg mit sieben Stationen eingerichtet. Die Gestaltung dieses Kreuzwegs geht auf eine langjährige Tradition von Passionsgottesdiensten in der Karwoche zurück. Aus der Auseinandersetzung mit dem Thema entwickelte sich die Idee, die biblischen Ereignisse der Karwoche in Form von Bildtafeln darzustellen.
In der Kirche wurde im Jahr [[1991]] ein Kleiner Kreuzweg mit sieben Stationen eingerichtet. Die Gestaltung dieses Kreuzwegs geht auf eine langjährige Tradition von Passionsgottesdiensten in der Karwoche zurück. Aus der Auseinandersetzung mit dem Thema entwickelte sich die Idee, die biblischen Ereignisse der Karwoche in Form von Bildtafeln darzustellen. Auf Anregung von Pastor Nebel wurde bewusst eine reduzierte Form mit sieben statt der traditionellen vierzehn Stationen gewählt. Diese Tafeln wurden entlang der rechten Längswand der Kirche angebracht. Sie orientieren sich an den im Neuen Testament überlieferten Ereignissen der Karwoche:
 
Auf Anregung von Pastor Nebel wurde bewusst eine reduzierte Form mit sieben statt der traditionellen vierzehn Stationen gewählt. Diese Tafeln wurden entlang der rechten Längswand der Kirche angebracht. Sie orientieren sich an den im Neuen Testament überlieferten Ereignissen der Karwoche:


# '''Fußwaschung und Abendmahl'''
# '''Fußwaschung und Abendmahl'''