Waldgaststätte Tetzelstein: Unterschied zwischen den Versionen

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== Geschichte ==
== Geschichte ==
=== Erste Versuche 1878 ===
=== Erste Versuche ===
Bereits [[1878]] gab es erstmals einen Versuch, auf der Waldlichtung des heutigen [[Tetzelstein]]s mitten im [[Elm]], ein Gast- und Kurhaus zu errichten. Das Gesuch des Amtszimmermeisters Singelmann aus Schöppenstedt wurde von Forstverwaltung mit der Begründung abgelehnt, „die Wald- und Steinbrucharbeiter könnten zu Trunk- und Zechgelagen Gelegenheit finden“. [[1884]] wurde der Antrag des Gastwirtes Theodor Plomann aus Schöppenstedt, einen transportablen Kiosk von Mai bis Oktober aufstellen zu dürfen, von der Herzoglichen Kammer genehmigt. Eine Getränkeabgabe an die im [[Elm]] tätigen Arbeiter zu Gelagen wurde untersagt.
Bereits [[1878]] gab es erstmals einen Versuch, auf der Waldlichtung des heutigen [[Tetzelstein]]s mitten im [[Elm]], ein Gast- und Kurhaus zu errichten. Das Gesuch des Amtszimmermeisters Singelmann aus Schöppenstedt wurde von Forstverwaltung mit der Begründung abgelehnt, „die Wald- und Steinbrucharbeiter könnten zu Trunk- und Zechgelagen Gelegenheit finden“. [[1884]] wurde der Antrag des Gastwirtes Theodor Plomann aus Schöppenstedt, einen transportablen Kiosk von Mai bis Oktober aufstellen zu dürfen, von der Herzoglichen Kammer genehmigt. Eine Getränkeabgabe an die im [[Elm]] tätigen Arbeiter zu Gelagen wurde untersagt.


=== Bretterbude 1884 ===
=== Bretterbude ===
[[Datei:Tetzelstein Kiosk.jpg|mini|Historischer Kiosk neben dem Tetzelstein]]
[[Datei:Tetzelstein Kiosk.jpg|mini|Historischer Kiosk neben dem Tetzelstein]]
Die Waldgaststätte war anfangs eine „Bretterbude“, an der Bier an die wenigen Touristen ausgeschenkt wurde. Bald errichtete der Gastwirt einen großen Schuppen mit Fenstern und Holzdach, das so genannte „Zelt“. Es bot, mit Gartentischen und Stühlen ausgestattet, den Elmwanderern Unterkunft. [[1891]] wechselte der Besitz an den Gastwirt Westerwald aus Lichtenberg, der die provisorischen Baulichkeiten erweiterte. Der Antrag auf den Bau eines Gasthauses wurde [[1893]] abgelehnt, ''„da es der Herzoglichen Forstverwaltung zuwiderläuft, die Hebung des dortigen Wagenverkehrs zu fördern“''. Dem Antrag wurde jedoch ein Jahr später nach Unterstützung durch den Herzoglich Braunschweigischen Forstmeisters Eduard von Schütz ([[1848]]–[[1918]]) aus der nahegelegenen Försterei Groß Rhode stattgegeben. Er hatte für seine Försterei ein eigenes Interesse an einem Wohnplatz, um menschliche Hilfe in Notfällen zu erreichen.
Die Waldgaststätte war anfangs eine „Bretterbude“, an der Bier an die wenigen Touristen ausgeschenkt wurde. Bald errichtete der Gastwirt einen großen Schuppen mit Fenstern und Holzdach, das so genannte „Zelt“. Es bot, mit Gartentischen und Stühlen ausgestattet, den Elmwanderern Unterkunft. [[1891]] wechselte der Besitz an den Gastwirt Westerwald aus Lichtenberg, der die provisorischen Baulichkeiten erweiterte. Der Antrag auf den Bau eines Gasthauses wurde [[1893]] abgelehnt, ''„da es der Herzoglichen Forstverwaltung zuwiderläuft, die Hebung des dortigen Wagenverkehrs zu fördern“''. Dem Antrag wurde jedoch ein Jahr später nach Unterstützung durch den Herzoglich Braunschweigischen Forstmeisters Eduard von Schütz ([[1848]]–[[1918]]) aus der nahegelegenen Försterei Groß Rhode stattgegeben. Er hatte für seine Försterei ein eigenes Interesse an einem Wohnplatz, um menschliche Hilfe in Notfällen zu erreichen.


=== Gasthaus im Schweizerstil 1894 ===
=== Gasthaus im Schweizerstil ===
[[Datei:Gasthaus Tetzelstein.jpg|mini|Gasthaus im Schweizerstil]]
[[Datei:Gasthaus Tetzelstein.jpg|mini|Gasthaus im Schweizerstil]]
Daraufhin entstand [[1894]] die heutige Gaststätte im „elegantesten Schweizerstil“ mit der Glasveranda. Forstmeister Schütz holte sich aufgrund eines „wahrscheinlichen Notfalls“ täglich ab 18:00 Uhr in der Gaststätte „menschliche Hilfe“. Zusammen mit Hausdame, Forstaspiranten und Bekannten trank er ''„auf dem Tetzel“'' seinen Dämmerschoppen. Das Grab des Forstmeisters mit einem markanten Grabstein befindet sich heute 200 m vom [[Tetzelstein]] entfernt gegenüber dem Parkplatz nahe einem Weg in Richtung Reitling.
Daraufhin entstand [[1894]] die heutige Gaststätte im „elegantesten Schweizerstil“ mit der Glasveranda. Forstmeister Schütz holte sich aufgrund eines „wahrscheinlichen Notfalls“ täglich ab 18:00 Uhr in der Gaststätte „menschliche Hilfe“. Zusammen mit Hausdame, Forstaspiranten und Bekannten trank er ''„auf dem Tetzel“'' seinen Dämmerschoppen. Das Grab des Forstmeisters mit einem markanten Grabstein befindet sich heute 200 m vom [[Tetzelstein]] entfernt gegenüber dem Parkplatz nahe einem Weg in Richtung Reitling.