Michael Leuckart

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Michael Günther Leuckart (* September 1710; anderes Geburtsjahr 1712 in Stadt Stolberg; † 22. April 1792 in Helmstedt) war ein deutscher Buchdrucker.

Leben

Michael Leuckart entstammte einer Amtsfamilie. Sein Vater war Gottfried Christoph Leuckart (* 17. September 1682 in Frankenhausen; † 25. Oktober 1726 in Stolberg), der als Amtmann tätig war. Seine Mutter war Clara Johanna, geborene Rothmaler (* 24. März 1687 in Stolberg; † 18. September 1728 ebenda).

Seine Ausbildung im Buchdruckerhandwerk erhielt Leuckart in Stolberg bei Johann Christoph Ehrhardt. Im Jahr 1729 wurde er in Erfurt bei dem Buchdrucker Georg Andreas Müller in den Gesellenstand aufgenommen; diese formelle Aufnahme erfolgte durch die Deposition gegen Zahlung einer festgelegten Gebühr.

Zwischen 1736 und 1739 führte Leuckart in Helmstedt die Druckerei des verstorbenen Sebastian Buchholtz († 1730 oder 1731). Während dieser Zeit heiratete er im März 1737 dessen jüngste Tochter. Im November 1739 ging die Offizin in seinen Besitz über. In der Folge baute er den Betrieb aus, unter anderem durch den Erwerb der seit 1730 bestehenden, jedoch in Konkurs geratenen Druckerei Officina Drimborniana von Johann Drimborn. Die technische Ausstattung umfasste zwei Pressen. Neben gebräuchlichen deutschen, lateinischen, griechischen und hebräischen Schriften waren auch syrische und arabische Typen vorhanden. Außerdem gehörten Keil-Lettern zum Bestand, die der früher in Braunschweig ansässige Schriftgießer Johann Heinrich Ludolf Stemler für ein Werk des Abtes Anton August Heinrich Lichtenstein gefertigt hatte.

Leuckart arbeitete vor allem für auswärtige Buchhandlungen. Als erster Inhaber der seit 1661 bestehenden Druckerei wurde er zum Helmstedter Ratsbuchdrucker ernannt und gehörte zudem dem Rat der Stadt an.

1782 nahm er seinen ältesten Sohn Sigmund Christian David Leuckart († 1826) als Teilhaber in das Unternehmen auf. Dieser führte die Druckerei ab 1814 allein weiter und beteiligte später wiederum seinen Sohn Johann Rudolph Gottfried Leuckart († 1840) an der Geschäftsleitung. Ein weiterer Sohn, Friedrich Leuckart, wurde Mediziner, Zoologe und Naturforscher. Dessen Sohn Rudolf Leuckart gilt als Begründer der Parasitologie.

Zu den weiteren Kindern Michael Leuckarts gehörte Franz Ernst Christoph Leuckart (* 21. März 1748 in Helmstedt; † 9. Februar 1817 in Breslau). Er gründete in Breslau den Musikverlag F. E. C. Leuckart Verlag.

Literatur

  • Britta Berg: Leuckart, Michael Gunther. In: Horst-Rüdiger Jarck, Dieter Lent u. a. (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 8. bis 18. Jahrhundert. hrsg. im Auftrag der Braunschweigischen Landschaft e. V. Appelhans Verlag, Braunschweig 2006, ISBN 3-937664-46-7, S. 438.
  • Jakob Franck: Leuckart, Michael Günther. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 18, Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 480 f.
  • Michael Leuckart in Carl Ludwig Grotefend: Geschichte der Buchdruckereien in den Hannoverschen und Braunschweigischen Landen. Hannover 1840.