Stadtbücherei: Unterschied zwischen den Versionen
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Die [[1919]] gegründete Helmstedter Volkshochschule hatte aus privaten Mitteln eine kleine Bücherei zusammengestellt. Der Studienrat [[Siegfried Siebers]], der [[1924]] vom Geschäftsführer der Volkshochschule zum Leiter der Universitätsbibliothek bestellt wurde, bekam den Auftrag eine Volksbücherei anzugliedern. Ein weiterer Schritt in diese Richtung erfolgte, als der Helmstedter Bürgermeister [[Hermann Velke]] [[1927]] einen Bestand von 678 Büchern erstand. Nachdem das Braunschweigische Staatsministerium weitere 305 Bücher zur Verfügung gestellt hatte, wurde im Oktober [[1927]] mit einem Gesamtbestand von 983 Büchern die Bücherei eröffnet. Da Geldmangel zu äußerster Sparsamkeit zwang, war die Bücherei für jede privat eingebrachte Bücherspende dankbar. Untergebracht war die Bücherei zu dieser Zeit in zwei Zimmern eines schuppenartigen Gebäudes der ehemaligen Gasanstalt an der [[Harsleber Torstraße]]. Innerhalb der ersten zwei Jahre meldeten sich 1.047 Leser an und liehen in dieser Zeit 27.523 Bücher aus. Der Bestand konnte innerhalb dieser ersten beiden Jahre auf 2.009 Bücher aufgestockt werden. Bis [[1945]] wurde diese Zahl nochmals auf 3.608 erhöht. | Die [[1919]] gegründete Helmstedter Volkshochschule hatte aus privaten Mitteln eine kleine Bücherei zusammengestellt. Der Studienrat [[Siegfried Siebers]], der [[1924]] vom Geschäftsführer der Volkshochschule zum Leiter der Universitätsbibliothek bestellt wurde, bekam den Auftrag eine Volksbücherei anzugliedern. Ein weiterer Schritt in diese Richtung erfolgte, als der Helmstedter Bürgermeister [[Hermann Velke]] [[1927]] einen Bestand von 678 Büchern erstand. Nachdem das Braunschweigische Staatsministerium weitere 305 Bücher zur Verfügung gestellt hatte, wurde im Oktober [[1927]] mit einem Gesamtbestand von 983 Büchern die Bücherei eröffnet. Da Geldmangel zu äußerster Sparsamkeit zwang, war die Bücherei für jede privat eingebrachte Bücherspende dankbar. Untergebracht war die Bücherei zu dieser Zeit in zwei Zimmern eines schuppenartigen Gebäudes der ehemaligen Gasanstalt an der [[Harsleber Torstraße]]. Innerhalb der ersten zwei Jahre meldeten sich 1.047 Leser an und liehen in dieser Zeit 27.523 Bücher aus. Der Bestand konnte innerhalb dieser ersten beiden Jahre auf 2.009 Bücher aufgestockt werden. Bis [[1945]] wurde diese Zahl nochmals auf 3.608 erhöht. | ||
Die Bücherei, die sich mittlerweile in einem Ladenlokal (später [[Gepa]]) in der [[Neumärker Straße]] befand, wurde im Juli [[1945]] geschlossen, um sie von 826 Schriften mit nationalsozialistischen Inhalten zu säubern. Ab August [[1945]] bis Juni [[1948]] übernahm Dr. Platner die Leitung der Bücherei ehrenamtlich. Der Bücherbestand stieg inzwischen wieder auf 3.056 Exemplare an. Von [[1948]] bis [[1950]] war die Bücherei in zwei kleinen Räumen im früheren Erbprinz am [[ | Die Bücherei, die sich mittlerweile in einem Ladenlokal (später [[Gepa]]) in der [[Neumärker Straße]] befand, wurde im Juli [[1945]] geschlossen, um sie von 826 Schriften mit nationalsozialistischen Inhalten zu säubern. Ab August [[1945]] bis Juni [[1948]] übernahm Dr. Platner die Leitung der Bücherei ehrenamtlich. Der Bücherbestand stieg inzwischen wieder auf 3.056 Exemplare an. Von [[1948]] bis [[1950]] war die Bücherei in zwei kleinen Räumen im früheren Erbprinz am [[Markt]] untergebracht. [[1950]] erfolgte der Umzug in den linken Flügel des Schulgebäudes am [[Juleum]]. Im Juli [[1956]] wurde die Bücherei im 80 m² großen ehemaligen [[Kaffee Reichshof|Reichshofsaal]] an der [[Neumärker Straße]] 4 untergebracht. Die vier großen Fenster durchfluteten diesen Raum – im Gegensatz zum vorherigen Standort – mit ausreichend Tageslicht, so dass nicht mit Kunstlicht ausgeglichen werden musste. Der Raum ermöglichte außerdem eine großzügige Aufstellung der Regale, so dass die Bücher den Lesern zum Teil frei zugänglich wurden. [[1962]] gingen durch einen Wasserrohrburch etwa 1.000 Bücher, darunter wertvolle Kunstbände, Reisebeschreibungen und Nachschlagewerke, verloren. Der Bestand zählte inzwischen 15.200 Bücher. [[1964]] wurde der [[Kaffee Reichshof|Reichshofsaal]] komplett renoviert. Die Stadtverwaltung richtete [[1970]] im Untergeschoss des Hauses an der [[Neumärker Straße]] 4 eine Jugendbücherei ein. | ||
Während der Bücherbestand und die Zahl der Ausleihen stetig anstiegen, begann [[1979]] die Planung zur Unterbringung der Stadtbücherei im Gebäudekomplex des [[Bürgerhaus Helmstedt|Bürgerhauses]]. Zum 1. Februar [[1980]] wurde die bisherige Leiterin der Bücherei, Elli Bader, in den Ruhestand entlassen. Bader war am 1. Dezember [[1945]] als Mitarbeiterin eingestellt worden bis sie ab Dezember [[1949]] die Leitung der Bücherei übernahm. Ihr unmittelbarer Nachfolger wurde der Diplom-Bibliothekar Wolfgang F. Berg. Mitte August [[1980]] wurde der Ausleihbetrieb an der [[Neumärker Straße]] eingestellt, da die für die Stadtbücherei vorgesehenen neuen Räumlichkeiten bezugsfertig waren. Alle Umzugsarbeiten konnten pünktlich erledigt werden, so dass am 5. Oktober eine völlig neue Stadtbücherei der Bevölkerung vorgestellt werden konnte. Diese umfasste nun drei Bereiche auf einer Ebene: Kinder- und Jugendbücherei, Erwachsenenbücherei und die sogenannte Mediothek, in der man Schallplatten und Kassetten anhören konnte. Seit dem 1. Januar [[1981]] ist die Stadtbücherei Mitglied im Deutschen Bibliotheksverband e. V. Außerdem ist sie Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Bibliotheken in Südostniedersachsen. Von [[1981]] bis [[1986]] konnte der Bücherbestand von 27.112 auf 31.571 aufgestockt werden, von [[1987]] bis [[1991]] nochmals auf 35.166. Als im Frühjahr [[1989]] Wolfgang F. Berg die Leitung der Bücherei in Wesel übernahm, wurde seine Stelle nicht wieder ausgeschrieben sondern intern in der Stadtverwaltung mit [[Erwin Fronhöfer|Erwin O. Fronhöfer]] besetzt. Leicht zugängliche Regale in übersichtlicher Aufstellung prägen bis heute das Bild der Bücherei an der [[Stobenstraße]]. Das „Rätsel des Monats“ ist eine Aktion die ebenfalls bis heute Bestand hat. Sie war ursprünglich dazu eingeführt worden, dass die jungen Leser sich selbstständig in der Bücherei orientieren können. Seit dem 1. Juni [[1996]] befindet sich die zunächst für ein Jahr auf Initiative des damaligen Stadtdirektors [[Lothar Wien]] an anderem Ort getestete Artothek in den Räumen der Stadtbücherei. Am 14. März [[1998]] wurde erstmals ein Bücherflohmarkt ausgerichtet, bei dem ausgesondete und gespendete Bücher verkauft wurden. Bis heute wird dieser Flohmarkt zweimal jährlich veranstaltet. | Während der Bücherbestand und die Zahl der Ausleihen stetig anstiegen, begann [[1979]] die Planung zur Unterbringung der Stadtbücherei im Gebäudekomplex des [[Bürgerhaus Helmstedt|Bürgerhauses]]. Zum 1. Februar [[1980]] wurde die bisherige Leiterin der Bücherei, Elli Bader, in den Ruhestand entlassen. Bader war am 1. Dezember [[1945]] als Mitarbeiterin eingestellt worden bis sie ab Dezember [[1949]] die Leitung der Bücherei übernahm. Ihr unmittelbarer Nachfolger wurde der Diplom-Bibliothekar Wolfgang F. Berg. Mitte August [[1980]] wurde der Ausleihbetrieb an der [[Neumärker Straße]] eingestellt, da die für die Stadtbücherei vorgesehenen neuen Räumlichkeiten bezugsfertig waren. Alle Umzugsarbeiten konnten pünktlich erledigt werden, so dass am 5. Oktober eine völlig neue Stadtbücherei der Bevölkerung vorgestellt werden konnte. Diese umfasste nun drei Bereiche auf einer Ebene: Kinder- und Jugendbücherei, Erwachsenenbücherei und die sogenannte Mediothek, in der man Schallplatten und Kassetten anhören konnte. Seit dem 1. Januar [[1981]] ist die Stadtbücherei Mitglied im Deutschen Bibliotheksverband e. V. Außerdem ist sie Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Bibliotheken in Südostniedersachsen. Von [[1981]] bis [[1986]] konnte der Bücherbestand von 27.112 auf 31.571 aufgestockt werden, von [[1987]] bis [[1991]] nochmals auf 35.166. Als im Frühjahr [[1989]] Wolfgang F. Berg die Leitung der Bücherei in Wesel übernahm, wurde seine Stelle nicht wieder ausgeschrieben sondern intern in der Stadtverwaltung mit [[Erwin Fronhöfer|Erwin O. Fronhöfer]] besetzt. Leicht zugängliche Regale in übersichtlicher Aufstellung prägen bis heute das Bild der Bücherei an der [[Stobenstraße]]. Das „Rätsel des Monats“ ist eine Aktion die ebenfalls bis heute Bestand hat. Sie war ursprünglich dazu eingeführt worden, dass die jungen Leser sich selbstständig in der Bücherei orientieren können. Seit dem 1. Juni [[1996]] befindet sich die zunächst für ein Jahr auf Initiative des damaligen Stadtdirektors [[Lothar Wien]] an anderem Ort getestete Artothek in den Räumen der Stadtbücherei. Am 14. März [[1998]] wurde erstmals ein Bücherflohmarkt ausgerichtet, bei dem ausgesondete und gespendete Bücher verkauft wurden. Bis heute wird dieser Flohmarkt zweimal jährlich veranstaltet. | ||