Alversdorf: Unterschied zwischen den Versionen
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== Geschichte == | == Geschichte == | ||
[[983]] | Die Ortschaft Alversdorf wurde erstmals im Jahr [[983]] unter der Bezeichnung ''Adalgerasthorpa'' urkundlich erwähnt. | ||
Für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Einwohner wurde [[1924]] ein Denkmal errichtet. | |||
[[ | Bereits Anfang der 1920er-Jahre entstanden erste Planungen zum späteren Abbruch des Dorfes. Ab [[1943]]/[[1944]] war der Bau neuer massiver Gebäude nicht mehr gestattet. | ||
Im Jahr [[1938]] wurde beim Torfabbau im Moor bei Alversdorf das Geweih eines Riesenhirsches (''Megaloceros hibernicus'') entdeckt, einer während der mittleren und jüngeren Eiszeit in Europa verbreiteten Art.<ref>https://www.facebook.com/photo?fbid=3287265824694362&set=pcb.2099837720160040</ref> Das Fundstück befand sich zeitweise als Leihgabe des [[Kreis- und Universitätsmuseum Helmstedt|Kreis- und Universitätsmuseums Helmstedt]] im Jagdschloss Springe. | |||
Während des Zweiten Weltkriegs befand sich im Norden Alversdorfs ein Barackenlager, das als Arbeitslager für Kriegsgefangene genutzt wurde. Nach Kriegsende fanden dort Flüchtlingsfamilien Unterkunft. In der unmittelbaren Nachkriegszeit verfügte das Dorf bei einer Einwohnerzahl von rund 2.000 über verschiedene Einrichtungen, darunter einen Friseur, einen Arzt, einen Bäcker, eine evangelische [[Dorfkirche (Alversdorf)|Kirche]] sowie ein Hallenbad, das von den [[Braunschweigische Kohlen-Bergwerke|Braunschweigischen Kohlen-Bergwerken]] errichtet worden war. Im Barackenlager befanden sich zudem eine Drogerie und ein Juwelier.<ref name="Erinnerungen an das Leben im Barackenlager">Nina Krake: [https://www.braunschweiger-zeitung.de/helmstedt/article150472597/Erinnerungen-an-das-Leben-im-Barackenlager.html ''Erinnerungen an das Leben im Barackenlager'']. In: ''Braunschweiger Zeitung/[[Helmstedter Nachrichten]]'', 28. Januar 2010. Abgerufen am 28. Januar 2010.</ref> | |||
Infolge der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa zwischen [[1945]] und [[1950]] stieg die Einwohnerzahl von 798 ([[1939]]) auf 2.294 ([[1950]]), darunter 964 Heimatvertriebene.<ref name=Gemeindeverzeichnis1970bis1982 /> | |||
Seit [[2006]] | Das Hallenbad stand der Bevölkerung kostenlos zur Verfügung. Vermutlich wurde es als soziale Maßnahme der Braunschweigischen Kohlen-Bergwerke errichtet, da die benachbarte Brikettfabrik erhebliche Verschmutzungen verursachte und viele Haushalte noch nicht über Warmwasserversorgung verfügten. Das Bad wurde mit Abwärme aus den umliegenden Industrieanlagen wie der Brikettfabrik, dem Schwelwerk und dem Kraftwerk Offleben beheizt. Auch Schulklassen und Sportvereine aus [[Helmstedt]] nutzten die Einrichtung, wodurch das Dorf überregionale Bedeutung erhielt. Das [[Julius-Bad]] in Helmstedt wurde erst [[1976]] eröffnet. Das Hallenbad in Alversdorf schloss am 29. März [[1974]].<ref>{{Webarchiv|url=https://www.helmstedt.de/magazin/artikel.php?artikel=1519&menuid=625&topmenu=625&date=2013-06-26 |wayback=20180225205936 |text=Geschichte 1970 bis 1979 auf Internetpräsenz des Landkreises Helmstedt }}, auf helmstedt.de, abgerufen am 25. Februar 2018.</ref> | ||
Mit der Eröffnung des Tagebaus Alversdorf [[1962]] begann der strukturelle Wandel der Region. Der Abriss des Dorfes setzte [[1967]] ein. Am 6. Juni [[1961]], dem Tag der Volkszählung, lebten noch 1033 Menschen in der Gemeinde; am 27. Mai [[1970]] waren es nur noch 419.<ref name=Gemeindeverzeichnis1970bis1982 /> | |||
Am 1. April [[1971]] wurde die politische Gemeinde Alversdorf aufgelöst. Das Gemeindegebiet wurde aufgeteilt: Der Hauptteil fiel an die Stadt [[Schöningen]], kleinere Flächen an [[Neu Büddenstedt]], [[Offleben]] und [[Reinsdorf]].<ref name=Gemeindeverzeichnis1970bis1982>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): ''Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982.'' W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 271.</ref> | |||
Die über 800 Jahre alte [[Dorfkirche (Alversdorf)|Dorfkirche]] wurde am 11. Juli [[1972]] mit einem letzten Gottesdienst verabschiedet.<ref>{{Webarchiv|url=https://www.helmstedt.de/magazin/artikel.php?artikel=1519&menuid=625&topmenu=625&date=2013-06-26 |wayback=20180225205936 |text=Geschichte 1970 bis 1979 auf Internetpräsenz des Landkreises Helmstedt }}, auf helmstedt.de, abgerufen am 25. Februar 2018.</ref> Am 24. Juli desselben Jahres wurden die [[1950]] gegossenen Glocken mitsamt Eisengerüst vom Turm entfernt und zur [[Clus-Kirche (Schöningen)|Clus-Kirche]] nach [[Schöningen]] gebracht, wo sie in den neu errichteten Kirchturm eingebaut wurden.<ref>[http://www.clus-kirche.de/Die-Alversdorfer-Glocken-und-der-Turm.433.0.html ''Die Alversdorfer Glocken und der Turm'']. In: ''Website der Clus-Kirche Schöningen''. Abgerufen am 3. April 2011.</ref> Auch die Kirchenfenster gelangten dorthin, während die Orgel nach [[Offleben]] überführt wurde. Noch im selben Jahr wurde die Kirche abgerissen. | |||
Am 6. Februar [[1974]] wurde das letzte Wohnhaus des Ortes abgerissen.<ref>{{Webarchiv|url=https://www.helmstedt.de/magazin/artikel.php?artikel=1519&menuid=625&topmenu=625&date=2013-06-26 |wayback=20180225205936 |text=Geschichte 1970 bis 1979 auf Internetpräsenz des Landkreises Helmstedt }}, auf helmstedt.de, abgerufen am 25. Februar 2018.</ref> | |||
Seit [[2006]] organisiert ein Orga-Team in zweijährigem Rhythmus ein Treffen ehemaliger Bewohner, bei dem Erinnerungen ausgetauscht werden.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/helmstedt/article236422427/Alversdorf-dem-Bagger-geopfert-lebt-in-den-Herzen-weiter.html |titel=Alversdorf – dem Bagger geopfert, lebt in den Herzen weiter |autor=mb/red |werk=Braunschweiger Zeitung / [[Helmstedter Nachrichten]] |datum=2024-06-10 |abruf=2024-06-13}}</ref><ref>{{Internetquelle |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/niedersachsen/helmstedt/article406551598/im-herzen-seiner-ehemaligen-einwohner-lebt-alversdorf-weiter.html |titel=Im Herzen seiner ehemaligen Einwohner lebt Alversdorf weiter |autor=Markus Brich |werk=Braunschweiger Zeitung |datum=2024-06-10 |abruf=2024-06-13}}</ref> | |||
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