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Gerbergasse

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Die Gerbergasse (früher Faule Gasse) ist eine Straße in der Altstadt in der Kreisstadt Helmstedt. Sie verläuft zwischen Juliusplatz und Ziegenmarkt.

Geschichte[Bearbeiten]

Im 16. Jahrhundert war diese Straße zwischen den Grundstücken an der Schuhstraße und Bötticherstraße vom Juliusplatz bis zum Langen Steinweg durchgeführt. Die Albrechtstraße bestand noch nicht; dem Verlauf der Straße entspricht aber die heutige Gerbergasse.[1]

Der Name Faule Gasse weist auf den Faulen Bach hin, der hier verlief und der den Gerbern als Fellwäsche diente. Dort hinein flossen damals auch die sehr umweltschädlichen Abwässer der Gerber. Diese verarbeiteten rohe Tierhäute zu Leder. Dabei wurde in einer Gerberei (Lederfabrik) durch den Einsatz von Gerbstoffen das Hautgefüge stabilisiert und damit Leder hergestellt. Der Name ist 1493, 1650 und 1764 bezeugt.[1]

Nachdem die Spinnerei Hampe (im Volksmund: Alte Spinnerei) ihren Betrieb in neu erbaute Gebäude in das Industriegebiet Helmstedt-Emmerstedt verlagert hatte, waren die alten Betriebsgebäude zwischen Juliusplatz und Albrechtstraße abgerissen worden. Hier entstanden Neubauwohnungen. Dieses Gebiet wurde zunächst als Sanierungsgebiet ausgewiesen. Dadurch konnte die alte Verbindung zwischen den genannten Straßen wieder geöffnet werden, die die Firma Hampe durch ein Eisengitter hatte verschließen lassen. Der damalige Stadtarchivar Robert Schaper setzte sich dafür ein, den alten häßlichen nicht wieder aufleben zu lassen, sondern diesen Fußgängerweg Gerbergasse zu nennen. Um 1500 hieß diese Verbindung, die damals über die - allerdings später entstandene - Albrechtstraße hinaus führte, schon Gerbergasse. Der Rat verschloss sich diesen Argumenten nicht und beschloss am 15. Dezember 1977, diesen Weg Gerbergasse zu nennen.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Robert Schaper: Die Helmstedter Straßen – Ihre Entstehung, Lage und Benennung, (3. vermehrte Auflage, Manuskript, 1986).