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Büddenstedt – Geschichte einer Bergbaugemeinde und ihrer Ortsteile Büddenstedt, Offleben und Reinsdorf-Hohnsleben

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Vorlage:In Bearbeitung Büddenstedt – Geschichte einer Bergbaugemeinde und ihrer Ortsteile Büddenstedt, Offleben und Reinsdorf-Hohnsleben von Joachim Schmid beschreibt die Geschichte der Bergbaugemeinde und ihrer Ortsteile, die 2006 von der Gemeinde Büddenstedt herausgegeben wurde. Dieser Artikel hat das Ziel, die gesamte Chronik als enzyklopädischen Artikel abzubilden und wird lediglich an die neue Rechtschreibung angepasst.

Geschichte Büddenstedts, Offlebens, Reinsdorfs und Hohnslebens von den Anfängen bis zur Gegenwart

Geographische Lage und Landesnatur

Die Großlandschaften

Die natürlichen Landschaftsräume im Gebiet zwischen Aller-Niederung und Großem Bruch

Außerordentlich vielgestaltig präsentiert sich die Landschaft zwischen der breiten Aller-Niederung im Norden und der westöstlich verlaufenden Quersenke des Großen Bruches im äußersten Südosten Niedersachsens. Hier wechseln langgestreckte bewaldete Höhenzüge mit breiten Mulden, Moor- und Bruchgebiete mit trockenen Sandflächen, saftige Wiesen und Weiden mit ertragreichen Ackerfluren: das Braunschweiger Land. Höchst bedeutsam für dessen naturräumliche Gliederung ist die auf der Linie Peine–Braunschweig–Helmstedt nordwärts endende Lößverbreitung, die eine physisch-geographische Zweiteilung des Landes festlegt.[1][2]

Nördlich dieser Lößgrenze beginnt die lehmig-sandige Teillandschaft des Nordbraunschweigischen Platten- und Hügellandes, in dem ausgedehnte Grünlandflächen die hier naturbedingte Hinwendung zur Viehwirtschaft anzeigen. Wert und Ertragsfähigkeit der landwirtschaftlichen Nutzflächen differieren entsprechend der überaus unterschiedlichen Ausgangsgesteine für die durchweg ärmeren Böden und sind verbreitet nur mittlerer Güte. Mit den überall anzutreffenden größeren und kleinen Waldungen ergibt sich das Bild einer geradezu parkartigen Landschaft. Südlich der Lößgrenze bis zum weiten, versumpften Urstromtal des Großen Bruchs erstreckt sich das Ostbraunschweigische Lößhügelland (Börde), Teilgebiet des natürlichen Großraums Nördliches Harzvorland. Die Gegend wird hier von ausgedehnten Ackerfluren bestimmt. Diese Lößbörde, die sich ins Hildesheimische und Magdeburgische fortsetzt, ist sowohl in ihrem landschaftlichen Erscheinungsbild als auch hinsichtlich ihres strukturellen Aufbaues auf das engste mit dem Harzvorland verwandt.[3][4][5][6][7]

Das Ostbraunschweigische Lößhügelland

Seit der Vorzeit hat sich die Lößbörde hinsichtlich ihrer natürlichen Ausstattung für Siedlung und Landwirtschaft vorteilhaft ausgewirkt. So ist das Ostbraunschweigische Lößhügelland auch heute ein äußerst wertvolles, intensiv ackerbaulich genutztes Gebiet mit besten Schwarzerde- und Parabraunerde-Ackerböden, die zu den besten ganz Mitteleuropas gehören. Der überwiegend von Kreidesteinen gebildetete Untergrund ist von einer bis zu 2 Meter mächtigen Lößdecke überzogen, wobei der ursprünglich hellgelbe Löß durch Verwitterung in einen schwarzbraunen, mehr oder weniger entkalkten Lößlehm von unbegrenzter Wasseraufnahmefähigkeit und bester Bearbeitungsmöglichkeit verwandelt ist. Böden dieser Güte finden sich insbesondere im südlichen Bereich des Ostbraunschweigischen Hügellandes in der weitgehend entwaldeten Ackerbauregion zwischen Jerxheim und Offleben, gefolgt von einem Streifen mäßig entarteter Schwarzerde bis zur Höhe von Esbeck, von wo nach Norden die Degradierung des Bodens stark zunimmt und schließlich auf der Breite von Helmstedt – der Lößgrenze – ganz in braunen Waldboden übergeht. Es dominiert der Anbau von Weizen, Zuckerrüben und Gerste, Grünland ist nur wenig vorhanden. Die insgesamt ausgewogene Landschaft wurde teilweise durch den seit rund anderthalb Jahrhunderten betriebenen Kohlenbergbau empfindlich gestört. So hat die im Großtagebau betriebene Ausbeutung der reichen Braunkohlenlager zwischen Esbeck und Schöningen diese alte Agrarregion in ein riesiges Industriegebiet verwandelt.[8][9][10][11][12][13]

Kleinräumigere Landschaftsteile des Ostbraunschweigischen Lößhügellandes sind dessen südlicher Abschluss, das Feuchtgebiet des Großen Bruchs, das sich nördlich anschließende Jerxheimer Hügelland, die Schöppenstedter Mulde oberhalb der Asse, der bewaldete Höhenzug des Elms und die diesem nach Osten vorgelagerte Helmstedter Mulde, die in ihrem äußersten Südosten von den Gemarkungen der Ortschaften Neu Büddenstedt, Offleben und Reinsdorf-Hohnsleben eingenommen wird.[14][15][16]

Das alte Bauerndorf Büddenstedt in der Helmstedter Mulde, erstmalig 1121 als Badenstedi urkundlich erwähnt. Im Jahre 1874 eröffnete die neugegründete Aktiengesellschaft Braunschweigische Kohlen-Bergwerke bei Runstedt und Alversdorf die ersten Tagebaue. Von nun an wurde die bis dahin nur wenig veränderte bäuerliche Landschaftsbild dieser Region zunehmend vom Braunkohlenbergbau bestimmt. Der beständig nach Nordwesten wandernde Alversdorfer Tagebau Treue erreichte 1940 auch das auf Braunkohle stehende Dorf Büddenstedt, das in den folgenden neun Jahren Gehöft für Gehöft mitsamt Kirche und Schule beseitigt wurde, nachdem einige Kilometer ostwärts auf kohlefreiem Untergrund die Siedlung Neu Büddenstedt erbaut worden war.

Die Teillandschaft

Die Helmstedter Mulde

Zwischen Elm und Lappwald erstreckt sich auf einer Länge von mehr als 30 Kilometern und einer Breite von bis zu 15 Kilometern die Helmstedter Mulde, in der Längsachse von den schmalen Barneberger Höhen zweigeteilt. Die Lößgrenze auf der Linie von Helmstedt gliedert die Mulde in ein kleineres Sandgebiet im Nordosten und ein größeres Lößgebiet im Südosten.[17][18][19][20]

Der Tagebau Treue der Braunschweigischen Kohlen-Bergwerke, 1965. Wo bis in die vierziger Jahre das Dorf Büddenstedt gestanden hatte, erstreckte sich die folgenden Jahrzehnte die Industrielandschaft des Tagebaufeldes III westlich der Siedlung Neu Büddenstedt. Dieser Tagebau war mehr als einen Kilometer breit und über hundert Meter tief. Durch Großraumbagger wurden die über dem Treueflöz liegenden Deckschichten abgeräumt und durch elektrische Grubenzüge nach der Kippe auf der anderen Grubenseite gebracht. Dabei wurde peinlich darauf geachtet, daß der erste Schnitt mit dem Mutterboden zuletzt aufgeschüttet wurde, um die Rekultivierung des Landes zu ermöglichen. Die von Schaufelradbaggern abgebaute Kohle ging zur Aufbereitungsanlage nach Neu Büddenstedt, von wo sie den Brikettfabriken, Elektrizitätswerken und dem Schwelwerk zugeführt wurde.

Einzelnachweise

  1. RÖHR, Landschaft zwischen Elm, Lappwald und Jerxheimer Hügelland, S.14
  2. MEIBEYER, Das Braunschweiger Land als Naturraum, S.10f.
  3. MITTELHÄUSSER, Die Natur des Landes, S.101
  4. MEYNEN, Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands, S.774ff., 942
  5. ROESCHMANN, Böden, S.39
  6. POHLENDT, Allgemeine Charakterisierung, S.6
  7. MEIBEYER, Die Landesnatur. Territorium – Lage – Grenzen, S.30f., 41, 44.
  8. MITTELHÄUSSER, S.102f.
  9. ROESCHMANN, S.39
  10. SCHÖDER, Landschaft und Siedlung im nördlichen Harzvorland in vor- und frühgeschichtlicher Zeit, S.37
  11. POHLENDT, S.6
  12. Röhr, S.14
  13. BATH/EBINGER/WICHERT, S.8.
  14. POHLENDT, S.4
  15. RÖHR, Landschaftskunde des Kreises Helmstedt, S.41f.
  16. BODE, Das Elmgebiet, S.5.
  17. POHLENDT, S.6
  18. MÜLLER, Ostfälische Landeskunde, S.411f.
  19. BENZE, Beiträge zur Siedlungsgeographie der Helmstedter Mulde, S.1,7
  20. SCHMIDTS, Elm – Lappwald – Asse, S.5.