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Stadtarchiv Helmstedt

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Das Stadtarchiv Helmstedt ist das „Gedächtnis der Stadt Helmstedt“.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Ratsarchiv wird erstmalig 1301 erwähnt. Im Stadthaus befand sich eine verschließbare Lade, „der Stadt Kisten“, in der alle wichtigen Unterlagen des Rates aufbewahrt wurden. 1491 verfasste der Benediktinermönch Henning Hagen die erste Chronik der Stadt. Er verzeichnete unter anderem Urkunden und versah jedes Exemplar mit einer kurzen Inhaltsangabe. In den folgenden Jahrhunderten verblieb das Archiv im Stadthaus. Der Bestand wuchs und geriet immer wieder in Unordnung. Im 16. und 17. Jahrhundert war das Ratsarchiv im Syndikatshaus am Papenberg untergebracht und wurde von dem jeweiligen Stadtsyndikus verwaltet. Schließlich kehrte es wieder ins Rathaus zurück. Bürgermeister Lichtenstein kümmerte sich im 18. Jahrhundert persönlich um das Archiv. 1839 wurde die Urkundensammlung von dem späteren Wolfenbütteler Oberbibliothekar Dr. Ludwig Konrad Bethmann neu erfasst.[1]

Eine völlige Neuordnung der gesamten bis dahin gesammelten Verwaltungsakten erfolgte in den Jahren 1843 bis 1846 durch den Landesarchivregistrator Ehlers. Das Archiv war zu dieser Zeit im zweiten Stock des Rathauses untergebracht. In den letzten Kriegsjahren wurde es in die Kellerräume des Rathauses ausgelagert, nach Kriegsende erfolgte die Unterbringung auf dem Dachboden. Während dieser Zeit wurden die Archivalien durch Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen zum Teil erheblich beschädigt. Mitte der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde das Stadtarchiv in die Kellerräume des neu erbauten Hallenbades verlegt, wo die Magazine wiederum einen äußerst ungünstigen Standort hatten. Mit dem Umzug 1994 in das erste Stockwerk des ehemaligen Kaiserlichen Postamtes fand das Helmstedter Stadtarchiv endlich eine angemessene Bleibe. Ein Kilometer Archivgut ist hier auf einer Fläche von 380 m² untergebracht.[1]

Am 20. Januar 2011 spendete der Lions Club Helmstedt dem Stadtarchiv einen 1.500 Euro teuren und dringend benötigten Hochleistungsscanner für die dauerhafte Archivierung von historischen Fotos.

Archivare[Bearbeiten]

  • Ilse Moshagen-Siegl (seit 1. Februar 2017)
  • Melsene Bittó (1. Januar 2002 bis 30. September 2016)

Aufgaben[Bearbeiten]

Das Niedersächsische Archivgesetz von 1993 legt die Aufgaben und Arbeit der Kommunalarchive fest. Danach ist die Stadt Helmstedt verpflichtet, das Archiv zu unterhalten und städtisches Schriftgut regelmäßig an das Archiv abzugeben. Die Kernaufgaben sind die Sicherung und Erweiterung des Bestandes. Weitere Aufgaben sind die Beantwortung und Bearbeitung von Anfragen, die ein breites Spektrum haben. Schwerpunkte sind die Familienforschung, Erbenermittlung sowie Stadt- und Universitätsgeschichte. Die Quellen des Archivs werden unter anderem für Doktorarbeiten und sonstige wissenschaftliche Arbeiten und Facharbeiten, für die Erstellung von Festschriften, für Vorträge und Artikel für Zeitungen und Zeitschriften benutzt.[1]

Nutzung[Bearbeiten]

Bei Nachweis eines berechtigten Interesses kann das Archiv von jedermann benutzt werden. Von der Benutzung ausgeschlossen sind im Archiv aufbewahrte Unterlagen, die wegen Beschädigung oder aus Gründen des Datenschutzes gesperrt sind.[1]

Bestand[Bearbeiten]

Städtisches Schriftgut
  • Akten und andere Dokumente (ab 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart)
  • Urkunden (13.–16. Jahrhundert)
  • Unterlagen des Standesamtes
  • Archive der eingemeindeten Orte
  • Kirchenbücher
  • Adressbücher
  • Häuser- und Bürgerbuch
Sammlungen
  • Zeitungen (ab Mitte 18. Jahrhundert)
  • Zeitschriften
  • Karten
  • Fotos
  • Filme
  • Plakate
Nachlässe, Vereins- und Firmenarchive
Bibliothek

Anschrift[Bearbeiten]

Stadtarchiv Helmstedt
Stadtarchivarin Ilse Moshagen-Siegl
Poststraße 2
38350 Helmstedt

Tel. 05351 40568
Fax. 05351 40568
E-Mail: archiv@stadt-helmstedt.de

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Stadt Helmstedt, Die Geschichte des Helmstedter Stadtarchivs, (Website der Stadt Helmstedt, 13. Dezember 2008).