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Essenrode: Unterschied zwischen den Versionen

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Seit 2011 war [[Birgit Brendes]] ([[SPD]]) Bürgermeisterin des Ortes, nachdem [[Hartmut Discher]] als vorheriger Amtsinhaber nicht mehr zur Wahl angetreten war. Er hatte das Amt 15 Jahre inne. Brendes' Stellvertreter war [[Gernot Bosse]] ([[CDU]]).
Seit [[2011]] war [[Birgit Brendes]] ([[SPD]]) Bürgermeisterin des Ortes, nachdem [[Hartmut Discher]] als vorheriger Amtsinhaber nicht mehr zur Wahl angetreten war. Er hatte das Amt 15 Jahre inne. Brendes' Stellvertreter war [[Gernot Bosse]] ([[CDU]]).
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=== Wappen ===
=== Wappen ===

Aktuelle Version vom 26. Mai 2026, 04:59 Uhr

Essenrode
Gemeinde Lehre
Wappen der Ortschaft Essenrode
Koordinaten 52° 22′ N, 10° 38′ OKoordinaten: 52° 22′ 12″ N, 10° 38′ 10″ O
Höhe 92 m ü. NHN
Fläche 10,07 km²
Einwohner 1205 (1. Sep. 2020)
Bevölkerungsdichte 120 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Juli 1972
Eingemeindet nach Lehre
Postleitzahl 38165
Vorwahl 05301
Essenrode (Niedersachsen)
Essenrode (Niedersachsen)

Lage von Essenrode in Niedersachsen

Essenrode ist ein Ortsteil der Gemeinde Lehre im Landkreis Helmstedt in Niedersachsen in Deutschland.

Geografie

Geografische Lage

Essenrode liegt etwa 14 km südwestlich von Wolfsburg, 12 km nördlich von Braunschweig und 16 km südöstlich von Gifhorn. Die Entfernung zur Kreisstadt Helmstedt beträgt rund 34 km. Essenrode liegt nördlich der Bundesautobahn 2 und westlich der Bundesautobahn 39. Nach Norden hin ist die Landschaft durch Ackerbau bestimmt, südlich von Essenrode liegen ausgedehnte Waldflächen. Unmittelbar benachbarte Ortschaften sind – beginnend im Norden, im Uhrzeigersinn – Allenbüttel, Wettmershagen, Jelpke, Klein Brunsrode, Groß Brunsrode, Wendhausen und Grassel.

Dorfstruktur

Essenrode ist ein Ort mit ländlich geprägtem Dorfkern und modernen Wohngebieten. Im Zentrum des Ortes befindet sich das Herrenhaus Essenrode, weiter westlich, umgeben von einem alten Friedhof, die St.-Johannes-Kirche. 1996 hatte Essenrode rund 1100 Einwohner.[1]

Geschichte

St.-Johannes-Kirche

Essenrode wurde um 900 als Rodungsdorf errichtet. Die St.-Johannes-Kirche wurde vermutlich im 12. Jahrhundert erbaut und um 1400 erweitert.[2] 1196 wurde Essenrode erstmals urkundlich als Ezzenrod erwähnt. 1248 wurde die Essenroder Gemeinde aus dem Parochialverband Wettmershagen ausgegliedert. 1326 wurde Widukind von Garssenbüttel mit dem Gut Essenrode belehnt; zugleich hatte sie das Patronat über die Kirche. Die erste Essenroder Schule wurde 1611 von Hartwig von Garssenbüttel eingerichtet,[3] der 1625 kinderlos starb und damit der letzte Lehnsherr seiner Linie war. Im selben Jahr zündeten dänische Soldaten im Rahmen des Dreißigjährigen Krieges das Dorf an, sodass die Hälfte der Häuser zerstört wurde. Lehnsnachfolger wurde für rund 200 Jahre die Familie von Bülow. 1738 war Baubeginn für das Herrenhaus Essenrode, ein barockes Gebäudes, das von einem kleinen Englischen Landschaftsgarten umgeben ist und bis heute den Mittelpunkt des Ortes bildet. 1750 wurde der spätere preußische Reformer Karl August von Hardenberg, dessen Mutter eine geborene von Bülow war, auf dem Rittergut geboren. Ab 1772 wurden die Essenroder Bauern aus der Gutsabhängigkeit entlassen, rund 50 Jahre, bevor die Gutsabhängigkeit in den meisten Teilen Deutschlands aufgehoben wurde.

Am 3. Januar 1832 wurde in Gifhorn der Häusling Johann Heinrich Achilles aus Essenrode, 45 Jahre alt, wegen Raubmordes, begangen im Eyßel an dem 20 Jahre alten Böttchergesellen Julius Heinrich Ernst Friedrich Bormann aus Essenrode, enthauptet.[4]

1837 wurde das Gut an die Familie von Lüneburg verkauft,[1] die bis heute das Gut besitzt. Ab 1885 gehörte Essenrode zum neugebildeten Landkreis Gifhorn.

Bis 1950 war die Landwirtschaft der Haupterwerbszweig; daneben gab es zahlreiche Handwerker. Heute arbeiten die meisten Einwohner in den umliegenden Großstädten Braunschweig und Wolfsburg. 1963 wurde eine Volkshochschule gegründet.[5]

Die Essenroder evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Johannes gehört, anders als die Gemeinden der anderen sieben Ortschaften Lehres, zum Kirchenkreis Gifhorn des Sprengels Lüneburg der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Im Jahre 2014 wurde im Neubaugebiet Essenrode-West eine neue Straße namens Schwester-Ella-Weg angelegt. Dies ist die erste nach einer Frau benannte Straße innerhalb der Gemeinde Lehre. Benannt wurde die Straße nach Ella Sonntag, die 36 Jahre lang als Diakonisse in Essenrode tätig war. Sie versorgte in der Zeit des Nationalsozialismus Zwangsarbeiter nach Misshandlungen medizinisch und zog damit den Ärger der örtlichen Nazis auf sich.[6]

Seit 2024 bildet Essenrode gemeinsam mit den Ortschaften Flechtorf, Lehre und Wendhausen die Dorfregion Schunter-Riede,[7] die in das Dorfentwicklungsprogramm des Landes Niedersachsen aufgenommen wurde.[8] Als Teil der Region Elm-Schunter ist Essenrode zudem offiziell in das Förderprogramm LEADER der Europäischen Union eingebunden.[9]

Im Jahre 2025 setzte sich Essenrode im Rahmen des Wettbewerbs Unser Dorf hat Zukunft auf Kreis- und Regionsebene durch und wurde als eines von fünf Dörfern für die Teilnahme am Landesentscheid nominiert.[10][11]

Eingemeindungen

Im Rahmen der niedersächsischen Verwaltungs- und Gemeindereform wurde Essenrode, das bis dahin als selbstständige Gemeinde zum Landkreis Gifhorn gehört hatte, am 1. Juli 1972 nach Lehre eingemeindet.[12] Die Gemeinde Lehre wurde am 1. März 1974 dem Landkreis Helmstedt zugeschlagen.

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahlen blieben bis 1945 etwas unter 550, während andere Orte in der Umgebung wie Gifhorn und Fallersleben durch eine Eisenbahnanbindung und Industrieansiedlung schnell wuchsen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs siedelten sich zahlreiche Menschen in Essenrode an, so dass die Einwohnerzahl bis 1996 auf 1100 stieg.[1]

Politik

Ortsrat

Ortsrat Lehre-Essenrode 2021–2026[13]
  
Insgesamt 7 Sitze

Bürgermeister

Seit 2021 ist Ulrich Nehring (SPD) Ortsbürgermeister und ist Nachfolger von Jens Schubert (GRÜNE), der von 2016 bis 2021 das Amt inne hatte. Seine Stellvertreterin ist Dina Schulze-Latta (WGE).[14]

Seit 2011 war Birgit Brendes (SPD) Bürgermeisterin des Ortes, nachdem Hartmut Discher als vorheriger Amtsinhaber nicht mehr zur Wahl angetreten war. Er hatte das Amt 15 Jahre inne. Brendes' Stellvertreter war Gernot Bosse (CDU).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sport

Wirtschaft und Infrastruktur

Öffentliche Einrichtungen

Essenrode verfügt über eine Freiwillige Ortsfeuerwehr.

Bildung

In Essenrode gibt es eine Grundschule und eine Kindertagesstätte.

Verkehr

Essenrode liegt an der Landesstraße Wendhausen–Wettmershagen und der Landesstraße von Essenrode nach Braunschweig-Querum sowie einer Kreisstraße, die von Essenrode nach Klein Brunsrode führt. Busverbindungen (am Wochenende als Anruf-Linien-Taxi) führen nach Braunschweig-Rühme sowie an Schultagen nach Lehre und Flechtorf sowie nach Wolfsburg bzw. Groß Brunsrode.

Seit 24. Januar 2022 verbindet flexo ein On-Demand-Verkehr mit barrierefreien Kleinbussen, Essenrode mit den anderen Ortschaften der Gemeinde Lehre.[15] Das Angebot wurde am 1. April 2023 um Haltestellen (flexo stops) im Braunschweiger Stadtteil Hondelage erweitert.[16]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Orts

Literatur

  • Hartmut Bosse: Essenrode – 800 Jahre urkundliche Erwähnung 1196–1996. Selbstverlag, Essenrode 1996

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c Geschichte Essenrodes (Memento vom 22. Dezember 2015 im Internet Archive)
  2. Geschichte der St. Johannes-Kirche, abgerufen am 29. Mai 2023.
  3. HKLH, Artikel Essenrode, abgerufen am 29. Mai 2023
  4. Vgl. Blazek, Matthias: Die Hinrichtungsstätte des Amtes Meinersen – Eine Quellensammlung, Stuttgart: ibidem 2008, S. 6, ISBN 978-3-89821-957-0.
  5. Bestandsaufnahme des Ortes 1996 (Memento vom 8. Januar 2005 im Internet Archive), abgerufen am 5. September 2012.
  6. Erstmals weiblicher Straßenname – Straße im Essenroder Neubaugebiet heißt jetzt Schwester-Ella-Weg (Memento vom 23. Januar 2019 im Internet Archive), abgerufen am 29. Mai 2023.
  7. Gemeinde Lehre: Dorfentwicklung "Schunter-Riede". Abgerufen am 21. Mai 2026.
  8. Dorfentwicklungsprogramm | Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Archiviert vom Original am 13. Februar 2026; abgerufen am 21. Mai 2026.
  9. LEADER-Region Elm-Schunter – Gemeinde Cremlingen | Königslutter am Elm | Gemeinde Lehre | Samtgemeinde Nord-Elm | Samtgemeinde Sickte. 8. Mai 2026, abgerufen am 21. Mai 2026.
  10. Vorentscheid zum Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gibt Einblick in die Zukunftsperspektiven der Gemeinden. Abgerufen am 21. Mai 2026.
  11. Heckenbeck und Gielde vertreten die Region beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ | Amt für regionale Landesentwicklung Braunschweig. Archiviert vom Original am 10. Februar 2026; abgerufen am 21. Mai 2026.
  12. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 267 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  13. Wahl des Ortsrates 12.09.2021 - Gemeinde Lehre - Essenrode
  14. Dirk Fochler: Neuer Essenroder Ortsbürgermeister will Dialog mit Bürgern. 3. November 2021, abgerufen am 13. November 2021.
  15. flexo. Abgerufen am 19. August 2025.
  16. Pressemeldung: Mehr flexo in der Gemeinde Lehre: Kleinbusse fahren jetzt auch nach Wendhausen und Hondelage. Abgerufen am 19. August 2025.