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Schunter

aus Helmstedt-Wiki, der freien Enzyklopädie über den Landkreis Helmstedt
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Die Schunter ist ein Fluss in Niedersachsen. Von ihrer Quelle bei Räbke am Höhenzug Elm bis zu ihrer Mündung in die Oker zwischen Groß Schwülper und Walle nahe Braunschweig hat sie eine Länge von 57 km.

Quelle[Bearbeiten]

Die Quelle der Schunter liegt am Nordostrand des Elm etwa einen Kilometer oberhalb von Räbke in einem Waldgelände mit der Bezeichnung Albrechtsholz. Sie befindet sich südöstlich der Straße Elm-Räbke in Höhe des Wohnhauses „Zur Schunterquelle“ und des Ferienhaus-Parks in einer talartigen Bodensenke. Der Bach tritt in einem Graben an zwei Stellen recht unscheinbar hervor. Seine Schüttung ist aber stark, denn schon nach wenigen Metern hat die Schunter bis zu 2 m Breite und führt eine größere Wassermenge. In früheren Jahrhunderten begann die wasserwirtschaftliche Nutzung durch Mühlen nahe der Schunterquelle. Für die Papiermühlen während des 18. und 19. Jahrhunderts in Räbke war sauberes Quellwasser wichtig.

Verlauf[Bearbeiten]

Die Schunter fließt von ihrer Quelle zunächst in östliche Richtung und mitten durch Räbke, dann nach wenigen Kilometern bis Süpplingenburg in nördlicher Richtung. Danach biegt sie bis Flechtorf nordwestlich ab. Von hier verläuft sie weiter nach Südwesten über Hondelage und Querum bis Braunschweig, wo die Wabe einmündet. Nordwestlich von Braunschweig mündet die Schunter zwischen Groß Schwülper und Walle nach einem Weg von 57 km und einer überwundenen Höhendifferenz von etwa 114 m in die Oker. Das mittlere Gefälle beträgt 0,2 %.

Bei Flechtorf entstand im 13. Jahrhundert in der Schunteraue zwischen zwei Flussarmen die Burg Campen. Im nördlichen Stadtbereich von Braunschweig, dem Stadtbezirk Schunteraue, entstand 1937 die Schuntersiedlung. Sie ist ein kleines Stadtviertel von etwa 15 Straßen nahe der Schunter.

Name[Bearbeiten]

781 wird der Fluss als Schuntra erwähnt, 803 heißt er Scuntra. Der Name könnte auf das alt-slawische Wort Sukatora zurückzuführen sein, was bedeutet: mit vielen Winkeln, wohl ein Hinweis auf den windungsreichen Flussverlauf. Eine weitere Namensdeutung lässt sich auf das altnordische Wort scunda zurückführen. Dies bedeutet soviel wie: eilen, rasch fließen.

Schifffahrt[Bearbeiten]

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts gab es andauernde und zeitweise erfolgreiche Bemühungen im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel, die Schunter für die Flösserei von Brennholz aus dem Elm und dem Dorm zu nutzen sowie für den Transport anderer Güter wie Bauholz und Steine schiffbar zu machen - die bis zum Bau von Eisenbahnen hierfür wirtschaftlichste Transportweise.

Im Mai 1746 wurde versuchsweise Brennholz, das in Braunschweig knapp war, aus dem Dorm vom ostwärts Lehre gelegenen Campen (Rotenkamp) schunterabwärts bis Braunschweig geflößt; zuvor war schon ein Versuch mit Holz aus dem Elm von Süpplingen aus erfolgreich gewesen. Herzog Karl I. beauftragte daraufhin seinen Landbaumeister Martin Peltier de Belfort mit der Projektierung der durchgehenden Schiffbarmachung der Schunter von Braunschweig bis an den Elm, die noch 1746 bewilligt wurde. Die sechs für den Einsatz auf der Schunter gebauten Schiffe waren 11,50 Meter lang, 1,70 Meter breit und 0,60 Meter tief.

Im Januar 1748 war die Schunter von Braunschweig bis Frellstedt auf eine Breite von 2,90 Meter ausgebaut. 1758 wurde dem Rittergut Beienrode das Recht zugestanden, auf der Schunter ein eigenes Schiff ohne Zahlung von Zoll und Schleusengeld zu unterhalten; auch erhielt das Gut wie zuvor schon das weiter schunterabwärts gelegene Rittergut Hattorf einen eigenen Stapelplatz in Braunschweig.

Schifffahrt und Flößerei florierten nur bis in die siebziger Jahre des 18. Jahrhunderts und endeten schließlich 1788. Im Sommer 1803 wurden die Bemühungen durch die Landesherrschaft endgültig aufgegeben.


Literatur[Bearbeiten]

  • Theodor Müller: Schifffahrt und Flößerei auf der Schunter im 18. Jahrhundert. In: Forschungen zur Braunschweigischen Geschichte, 1954, 135-159
  • Gunhild Ruben: Herzog Karl I. und der Schifffahrtskanal vom Elm nach Braunschweig. Braunschweig 2002
  • Uwe Kleineberg: Chronik 975 Jahre Wenden. Braunschweig 2006, S.135ff

Weblinks[Bearbeiten]

Quelle[Bearbeiten]

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