Runstedt: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Runstedt''' war ein Ortsteil der Stadt [[Helmstedt]].
{{Infobox Ortsteil einer Gemeinde
| Ortsteil              = Runstedt
| Alternativname        =
| Gemeindeart            = Stadt
| Gemeindename          = Helmstedt
| Alternativanzeige-Gemeindename =
| Ortswappen            =
| Ortswappen-Beschreibung=
| Breitengrad            = 52.194621
| Längengrad            = 10.972539
| Bundesland            = Niedersachsen
| Höhe                  =
| Höhe-bis              =
| Höhe-Bezug            =
| Fläche                =
| Einwohner              =
| Einwohner-Stand-Datum  =
| Eingemeindungsdatum    = 1960-04-01
| Eingemeindet-nach      = [[Helmstedt]]
| Postleitzahl1          =
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| Vorwahl1              =
| Vorwahl2              =
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| Lagekarte-Beschreibung =
| Poskarte              = Deutschland Niedersachsen
}}
[[Datei:Runstedt Luftaufnahme.jpg|mini|Luftaufnahme von Runstedt]]
'''Runstedt''' war ein Ortsteil der Kreisstadt [[Helmstedt]] im [[Landkreis Helmstedt]] in Niedersachsen in Deutschland, der von [[1958]] an dem [[Helmstedter Braunkohlerevier|Braunkohleabbau]] weichen musste. Runstedt an einem neuen Standort nördlich von [[Neu Büddenstedt]] oder im Bereich [[Wolsdorf]]/[[Frellstedt]] wieder zu errichten, wurde nicht umgesetzt.<ref>Heinz Pohlendt: ''Der Landkreis Helmstedt'', Bremen-Horn 1957, Seite 301</ref> Zu Runstedt gehörte auch der 1 km südöstlich des Dorfes Runstedt gelegene Wohnplatz [[Trendelbusch]].


== Geografie ==
Runstedt befand sich etwa 3 km östlich der heutigen Gemeinde [[Wolsdorf]] zwischen [[Elz]] und [[Eitz]] nördlich der früheren [[Brikettfabrik Trendelbusch]].<ref name="BZ30072023">{{Internetquelle |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/helmstedt/article239064061/Das-abgebaggerte-Runstedt-soll-nicht-in-Vergessenheit-geraten.html |titel=Das abgebaggerte Runstedt soll nicht in Vergessenheit geraten |autor=Dirk Fochler |werk=Braunschweiger Zeitung |datum=2023-07-30 |abruf=2025-11-10}}</ref><ref>{{Internetquelle |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/helmstedt/article239025351/Das-Dorf-Runstedt-ist-verschwunden-doch-die-Erinnerung-lebt.html |titel=Das Dorf Runstedt ist verschwunden – doch die Erinnerung lebt |autor=Markus Brich |werk=Braunschweiger Zeitung |datum=2023-07-25 |abruf=2025-11-10}}</ref>
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=== Geografische Lage ===
=== Geologie ===
=== Ausdehnung des Gemeindegebiets ===
=== Nachbargemeinden ===
=== Gemeindegliederung ===
=== Klima ===
-->
== Geschichte ==
== Geschichte ==
Runstedt war ein altes Dorf südwestlich von Helmstedt, die Gemarkung beider Siedlungen grenzten hier aneinander. Nachdem feststand, dass das Dorf wegen des fortschreitenden Kohleabbaus durch die [[Braunschweigische Kohlen-Bergwerke|Braunschweigischen Kohlen-Bergwerke]] abgebrochen werden würde, wurden ein Teil der Runstedter Gemarkung und die Dorfstätte nach Helmstedt eingemeindet, so dass Runstedt seit dem 1. April 1960 einen Ortsteil von Helmstedt bildete. Eine gewisse Selbständigkeit in der Verwaltung war bis Ende 1965 vorhanden. Da aber nur noch wenige Häuser bewohnt waren, wurde dies zum 1. Januar 1966 aufgegeben. Dann wurden die letzten Häuser abgerissen, und die Bagger beseitigten das Deckgebirge und schürften auch bald die Kohle.<ref>[[Robert Schaper]]: ''Die Helmstedter Straßen – Ihre Entstehung, Lage und Benennung'', (3. vermehrte Auflage, Manuskript, 1986).</ref>
Im Mittelalter befand sich hier ein Festes Haus, welches Stammsitz der sich danach benennenden Adelsfamilie von Rundstedt war.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.der-loewe.info/auf-zu-den-verschwundenen-orten |titel=Auf zu den verschwundenen Orten |autor=Ralph-Herbert Meyer |werk=Der Loewe – Journal der Braunschweigischen Stiftungen |datum=2018-07-09 |abruf=2024-11-01}}</ref>


{{Vorlage:Navigationsleiste Stadtviertel von Helmstedt}}
Das Dorf Rundstedt wurde [[983]] erstmals in einer Urkunde des [[Kloster St. Ludgeri|Klosters St. Ludgeri]] erwähnt.<ref name="Campus38">{{Internetquelle |url=https://campus38.de/runstedt-ein-tausendjaehriges-dorf-stirbt-aus/ |titel=Runstedt – Ein tausendjähriges Dorf stirbt aus |autor=Maren Schartner |werk=Campus38 – Junger Journalismus aus der Ostfalia |datum=2024-06-20 |abruf=2024-10-30}}</ref>
 
[[1755]] hatte das Dorf etwa 250 Einwohner:innen. Auf 23 Hofstellen wurde Landwirtschaft betrieben und es gab viele kleine Handwerksbetriebe. Ein Feuer, das durch ein Blitzgewitter ausgelöst wurde, zerstörte [[1770]] das halbe Dorf.<ref name="Campus38" />
 
In den frühen 1950er-Jahren erfolgte die erste Ersatzbeschaffung bzw. Umsiedlung für Landwirte im Zuge des Kohletagebaus. [[1954]] waren bereits neun von zehn großen Höfen umgesiedelt.<ref name="Campus38" />
 
Von [[1958]] bis [[1968]] erfolgte der Abriss des Dorfes weil es sich auf abzubauender Kohle befand. Seit dem 1. April [[1960]] bildete Runstedt einen Ortsteil von [[Helmstedt]]. Eine gewisse Selbständigkeit in der Verwaltung war bis Ende [[1965]] vorhanden. Da aber nur noch wenige Häuser bewohnt waren, wurde dies zum 1. Januar [[1966]] aufgegeben.<ref>{{Literatur |Autor=[[Robert Schaper]] |Titel=Die Helmstedter Straßen – Ihre Entstehung, Lage und Benennung |Auflage=3 |Verlag= |Ort=Helmstedt |Datum=1986 |ISBN= |Seiten= }}</ref> [[1964]] entstand der Film ''Runstedt – Dorf auf Kohle'', im gleichen Jahr wurde die [[Dorfkirche (Runstedt)|Kirche]] abgerissen. Am 24. Oktober [[1972]] wurde mit der Mühle das letzte Gebäude von Runstedt abgerissen<ref>{{Webarchiv|url=https://www.helmstedt.de/magazin/artikel.php?artikel=1519&menuid=625&topmenu=625&date=2013-06-26 |wayback=20180225205936 |text=Geschichte 1970 bis 1979 auf Internetpräsenz des Landkreises Helmstedt }}, auf helmstedt.de, abgerufen am 25. Februar 2018.</ref>.
 
=== Eingemeindung ===
[[Datei:Gedenkstein Runstedt.jpg|mini|Gedenkstein Runstedt]]
[[Datei:Runstedt Dorfkirche und Schule (Ende der 1950er Jahre).jpg|mini|[[Dorfkirche (Runstedt)|Kirche]] und Schule (Ende der 1950er-Jahre)]]
Am 1. April [[1960]] wurde Runstedt nach [[Helmstedt]] eingemeindet.
 
=== Gegenwart ===
* Die Fahne des Bergmannsvereins wird in [[Esbeck]] von den dortigen ehemaligen Bergmännern aufbewahrt.<ref name="BZ30072023" />
* [[2009]] wurde ein Gedenkstein zur Erinnerung an das ehemalige Dorf eingeweiht<ref name="OA">{{Internetquelle |url=https://www.outdooractive.com/de/poi/braunschweiger-land/runstedt-gedenkstein/50854347 |titel=Runstedt Gedenkstein |autor=Thomas Kempernolte |hrsg=Outdooractive  |abruf=2024-11-11}}</ref>, auf dessen Tafel folgender Text<ref>https://www.hallo-helmstedt.de/?seite=runstedt</ref> zu lesen ist:
::''Zur Erinnerung an Runstedt''
::''Das Dorf zwischen Elz und Eitz – 1000-Jahr-Feier im Jahre 1950''
::''Kirche aus dem Jahre 1822 – Volksschule mit Lehrerhaus''
::''Alte Holländer-Windmühle erbaut 1866 an der Straße nach Wolsdorf''
::''12 Handwerksbetriebe – 2 Gastwirtschaften''
::''8 Landwirtschaftliche Betriebe – 706 ha Runstedter Feldmark''
::''Umsiedlung der Bevölkerung von 1950 bis 1966''
::''Abbruch der Gebäude und Abbau der Braunkohle''
::''Ende 2008 Rekultivierung der Tagebauflächen''
* Informationen zu Runstedt finden sich heute im [[Heimatmuseum Büddenstedt|Heimatmuseum]] in [[Reinsdorf]].<ref name="OA" />
 
=== Religionen ===
Die Mehrzahl der Einwohner und die Kirche waren evangelisch-lutherisch. Die kleine [[Dorfkirche (Runstedt)|Kirche]], die sich in der Ortsmitte befand, wurde [[1822]] errichtet und verfügte über einen Turm in Form eines Dachreiters. [[1960]] wurde die Kirchengemeinde Runstedt aus dem Pfarrverband Wolsdorf herausgenommen und um ein Teilgebiet der Stadt [[Helmstedt]] erweitert, aus ihr entstand in den 1960er-Jahren die Kirchengemeinde [[St. Thomas (Helmstedt)|St. Thomas]] in Helmstedt. Am 14. Juni [[1964]] fand in der Runstedter [[Dorfkirche (Runstedt)|Kirche]] der letzte Gottesdienst statt, und noch im gleichen Jahr wurde sie abgerissen. Die ebenfalls aus dem Jahr [[1822]] stammende Bronzeglocke fand einen neuen Platz in der Klosterkirche [[Kloster St. Marienberg#Klosterkirche St. Marienberg|St. Marienberg]] in [[Helmstedt]].
 
Die nächstliegenden katholischen Kirchen befanden sich in [[Wolsdorf]] (seit [[1914]]) und [[Helmstedt]].
 
=== Einwohnerentwicklung ===
{| class="wikitable"   
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! Jahr
! Einwohner
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| … || align="right" | …
|-----
| [[1755]] || align="right" | {{nts|250}}
|-----
| … || align="right" | …
|-----
| [[1910]] || align="right" | {{nts|1058}}
|-----
| … || align="right" | …
|-----
| [[1925]] || align="right" | {{nts|877}}
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|-----
| [[1933]] || align="right" | {{nts|735}}
|-----
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|-----
| [[1939]] || align="right" | {{nts|703}}
|-----
| … || align="right" | …
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== Politik ==
=== Gemeinderat ===
=== Bürgermeister ===
=== Wappen ===
=== Gemeindepartnerschaften ===
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== Kultur und Sehenswürdigkeiten ==
=== Theater und Museen ===
=== Musik ===
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=== Grünflächen und Naherholung ===
=== Sport ===
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=== Kulinarische Spezialitäten ===
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== Wirtschaft und Infrastruktur ==
=== Unternehmen ===
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== Persönlichkeiten ==
=== Ehrenbürger ===
=== Söhne und Töchter der Gemeinde ===
=== Personen, die in dieser Gemeinde gewirkt haben ===
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== Literatur ==
* Hermann Kleinau: ''Zur Geschichte der Höfe des Dorfes Runstedt (Lkr. Helmstedt) und ihrer Ländereien''
* Anneliese Perkampus: ''Kindheit in Runstedt.'' In ''Kreisbuch 2012'' des Landkreises Helmstedt
 
== Siehe auch ==
* [[Helmstedter Revier]]
* [[Braunschweigische Kohlen-Bergwerke]]
 
== Weblinks ==
* [https://www.georg-calixt-helmstedt.de/thomas0/namenspatron-st-thomas Geschichte der Kirchengemeinde]
* [https://www.ardmediathek.de/video/nordschau/dorf-runstedt-muss-braunkohletagebau-weichen-tlw-stumm/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS8yMDhhMDI4OC0zYzNlLTQwYmUtYWM1NC00OTUzNTM3OTc0MjE ''Dorf Runstedt muss Braunkohletagebau weichen'']. In: NDR Nordschau. 6. Januar 1959. Video (3:31).


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references/>
<references/>


[[Kategorie:Ehemaliger Ort in Helmstedt]]
[[Kategorie:Wüstung im Landkreis Helmstedt]]
[[Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Helmstedt)]]