Emil Neddermeyer

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Emil Otto Hermann Neddermeyer (* 28. November 1894 in Helmstedt; † 25. März 1951 ebenda) war ein deutscher Gewerkschaftsfunktionär und Politiker (SPD). Er war 1946 erster Nachkriegsbürgermeister der Stadt Helmstedt im Landkreis Helmstedt in Niedersachsen in Deutschland und von 1949 bis 1951 Oberkreisdirektor des Landkreises.

Leben

Neddermeyer wurde am 28. November 1894 in Helmstedt geboren. Nach einer Ausbildung zum Dachdecker arbeitete er zunächst in diesem Beruf. Seine berufliche Laufbahn wurde durch die Teilnahme am Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 unterbrochen. Infolge eines Arbeitsunfalls erlitt er eine bleibende Gehbehinderung und absolvierte anschließend eine Umschulung zum Kaufmann.

Ab 1925 war Neddermeyer beim Helmstedter Konsum-Verein tätig, zunächst als Verkaufsstellenleiter. Von 1929 bis 1945 arbeitete er dort als Lagerhalter. Gewerkschaftlich engagierte er sich im Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund (ADGB), dessen Ortsvorsitz er von 1923[1] oder 1925[2] bis 1929 innehatte. Von 1925 bis 1933 war er zudem Vorsitzender des Helmstedter Ortsvereins der SPD. Seit Anfang 1928 gehörte er der Stadtverordnetenversammlung an.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und der damit verbundenen Gleichschaltung kommunaler Gremien verlor Neddermeyer 1933 sein Mandat. Im selben Jahr wurde er mehrfach festgenommen und verhört. 1942 erfolgte eine erneute Inhaftierung, die 22 Monate dauerte. Von August bis September 1944 war er im Zuge der Aktion Gitter im Gestapo-Sonderlager 21 nahe Hallendorf in der Stadt Salzgitter inhaftiert.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beteiligte sich Neddermeyer am Wiederaufbau der örtlichen Parteistrukturen und wirkte an der Neugründung des SPD-Ortsvereins Helmstedt mit. Die britische Militärregierung berief ihn zum Dezernenten beim Wirtschafts- und Ernährungsamt des Landkreises. Am 21. April 1946 wählte ein von der Militärregierung eingesetzter Gemeinderat ihn zum ersten Bürgermeister der Stadt nach Kriegsende; Stellvertreter wurde der Rechtsanwalt und SPD-Politiker Wilhelm Abry. Beide übten das Amt bis zum 2. Oktober 1946 aus.

Anschließend war Neddermeyer als Vertreter des Oberkreisdirektors Richard Voigt tätig und folgte diesem im Oktober 1949 im Amt nach. Diese Funktion bekleidete er bis zu seinem Tod am 25. März 1951. Während seiner Amtszeit befasste er sich unter anderem mit Maßnahmen zur Verringerung der Wohnungsnot, der Erweiterung des Krankenhauses sowie der Förderung der Einrichtung des Kreisaltersheims Mariental.[3]

Literatur

  • Brage Bei der Wieden, Henning Steinführer (Hrsg.): Amt und Verantwortung. Träger kommunaler Selbstverwaltung im Wirkungskreis der Braunschweigischen Landschaft. Appelhans, Braunschweig 2015, ISBN 978-3-944939-10-0, S. 148–149 und 630–632.
  • Rolf Volkmann: Neddermeyer, Emil Otto Hermann. In: Horst-Rüdiger Jarck, Günter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 19. und 20. Jahrhundert. hrsg. im Auftrag der Braunschweigischen Landschaft e. V. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1996, ISBN 3-7752-5838-8, S. 437.

Einzelnachweise

  1. Rolf Volkmann: Neddermeyer, Emil Otto Hermann. In: Horst-Rüdiger Jarck, Günter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 19. und 20. Jahrhundert. hrsg. im Auftrag der Braunschweigischen Landschaft e. V. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1996, ISBN 3-7752-5838-8, S. 437.
  2. Brage Bei der Wieden, Henning Steinführer (Hrsg.): Amt und Verantwortung. Träger kommunaler Selbstverwaltung im Wirkungskreis der Braunschweigischen Landschaft. Appelhans, Braunschweig 2015, ISBN 978-3-944939-10-0, S. 631.
  3. Brage Bei der Wieden, Henning Steinführer (Hrsg.): Amt und Verantwortung. Träger kommunaler Selbstverwaltung im Wirkungskreis der Braunschweigischen Landschaft. Appelhans, Braunschweig 2015, ISBN 978-3-944939-10-0, S. 632.