Emmerstedt: Unterschied zwischen den Versionen

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<!--=== Nachbargemeinden ===-->
<!--=== Nachbargemeinden ===-->
=== Ortsgliederung ===
=== Ortsgliederung ===
Emmerstedt gliedert sich in drei Ortsteile:
Emmerstedt gliedert sich in drei Bereiche:
* Kerndorf (der älteste Teil und Neubaugebiete)
* Kerndorf (der älteste Teil und Neubaugebiete)
* Rottensiedlung (westlich des Kerndorfes)
* [[Rottensiedlung]] (westlich des Kerndorfes)
* [[Windmühlenberg (Stadtviertel)|Windmühlenberg]]
* Ortsteil [[Windmühlenberg]]
<!--=== Klima ===-->
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=== Klima ===
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== Geschichte ==
== Geschichte ==
=== Ur- und Frühgeschichte ===
=== Ur- und Frühgeschichte ===
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Ein Markstein in der Ortsgeschichte war die Eröffnung der Braunkohlegruben zwischen [[Barmke]] und Emmerstedt. Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts wurde auf dem Gelände des heutigen [[Emmateich]]es, jenes durch den Braunkohleabbau entstandene Senkungsgebiet, Torf im sogenannten ''Pieperschen Moor'' angebaut. Über den Anfang des Torfstechens geben die Akten keinen Aufschluss. Sie fangen 1744 an und enden 1807 (Staatsarchiv Wolfenbüttel, FindNr. 50, Neu4, Nr. 8582). Im Jahre 1749 wurde ein Torfmagazin angelegt, 1763 stellt man Überlegungen an, weitere Flächen des Torfmoores zu entwässern zur Erweiterung des dortigen Torfstiches wegen des vermehrten Torfverbrauches des Salzwerkes Schöningen.<ref name="Festschrift zur 825-Jahrfeier"/>
Ein Markstein in der Ortsgeschichte war die Eröffnung der Braunkohlegruben zwischen [[Barmke]] und Emmerstedt. Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts wurde auf dem Gelände des heutigen [[Emmateich]]es, jenes durch den Braunkohleabbau entstandene Senkungsgebiet, Torf im sogenannten ''Pieperschen Moor'' angebaut. Über den Anfang des Torfstechens geben die Akten keinen Aufschluss. Sie fangen 1744 an und enden 1807 (Staatsarchiv Wolfenbüttel, FindNr. 50, Neu4, Nr. 8582). Im Jahre 1749 wurde ein Torfmagazin angelegt, 1763 stellt man Überlegungen an, weitere Flächen des Torfmoores zu entwässern zur Erweiterung des dortigen Torfstiches wegen des vermehrten Torfverbrauches des Salzwerkes Schöningen.<ref name="Festschrift zur 825-Jahrfeier"/>


Im Jahr 1794 reichte der Theologiestudent und spätere Unternehmer [[Johann Koch|Johann Moritz Friedrich Koch]] ein Gesuch an den Braunschweiger Herzog Carl Wilhelm Ferdinand, in der Emmerstedter Feldmark Braun- und Erdkohlen graben zu dürfen und zwar dort, wo die Helmstedter Töpfer ihren Ton holen, ein. Gemeint sind das Gebiet ''Am Schwarzen Berg'' und das heutige Wohngebiet Tonwerke/[[Windmühlenberg (Stadtviertel)|Windmühlenberg]].<ref name="Festschrift zur 825-Jahrfeier"/>
Im Jahr 1794 reichte der Theologiestudent und spätere Unternehmer [[Johann Koch|Johann Moritz Friedrich Koch]] ein Gesuch an den Braunschweiger Herzog Carl Wilhelm Ferdinand, in der Emmerstedter Feldmark Braun- und Erdkohlen graben zu dürfen und zwar dort, wo die Helmstedter Töpfer ihren Ton holen, ein. Gemeint sind das Gebiet ''Am Schwarzen Berg'' und dem Emmerstedter Ortsteil [[Windmühlenberg]].<ref name="Festschrift zur 825-Jahrfeier"/>


1806 kaufte Koch das ''Piepersche Torfmoor'' auf dem ''Sachtleben'', um den Torf und die darunter liegende Alaunerde zur Vitriolgewinnung zu nutzen. Der Ankauf der nahe gelegenen ''Brunsohle'', ein altes einsames Landgasthaus, dessen Gebäude schon sehr schadhaft waren und dem Einsturz drohten, scheiterte allerdings am zu niedrigen Kaufpreisangebot. Die Gebäude gingen an das [[Kloster Mariental]], Pächter wurde der Gastwirt Schmidt.<ref name="Festschrift zur 825-Jahrfeier"/>
1806 kaufte Koch das ''Piepersche Torfmoor'' auf dem ''Sachtleben'', um den Torf und die darunter liegende Alaunerde zur Vitriolgewinnung zu nutzen. Der Ankauf der nahe gelegenen ''Brunsohle'', ein altes einsames Landgasthaus, dessen Gebäude schon sehr schadhaft waren und dem Einsturz drohten, scheiterte allerdings am zu niedrigen Kaufpreisangebot. Die Gebäude gingen an das [[Kloster Mariental]], Pächter wurde der Gastwirt Schmidt.<ref name="Festschrift zur 825-Jahrfeier"/>
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==== Rottlande ====
==== Rottlande ====
Im Jahr 1998 entschied die Stadtverwaltung, im Norden der Ortslage Emmerstedt ein neues Baugebiet zu erschließen und bauwilligen Neubürgern rund 50 Bauplätze anzubieten. Die Straßennamen [[Haspelweg]] und [[Spindelweg]] sollten an die alte Leinewebertradition erinnern, die seinerzeit zahlreichen Bewohnern im Dorf ein bescheidenes Einkommen ermöglichte. Die Flurbezeichnung [[Im Rottlande]], die der Ringstraße in diesem Baugebiet ihren Namen gab, weist auf die Rodung des ursprünglich hier vorhandenen Waldes (Stühholz) hin, der in grauer Vorzeit bis an die nördliche Ortsgrenze heranreichte und wohl auch als Hudewald genutzt wurde, heißt doch die nördlich der [[Lüneburger Heerstraße]] angrenzende Flur ''Fewelsberg'', was eben dieser Bedeutung entspricht. Eine ehemalige Obstwiese, nunmehr als Grünanlage ausgewiesen und ein Kinderspielplatz auf dem zuvor hier gelegenen Schießstand bieten der jungen Generation Freizeitmöglichkeiten abseits der Hauptverkehrsstraßen.<ref name="Festschrift zur 825-Jahrfeier"/>
Im Jahr 1998 entschied die Stadtverwaltung, im Norden der Ortslage Emmerstedt ein neues Baugebiet zu erschließen und bauwilligen Neubürgern rund 50 Bauplätze anzubieten. Die Straßennamen [[Haspelweg]] und [[Spindelweg]] sollten an die alte Leinewebertradition erinnern, die seinerzeit zahlreichen Bewohnern im Dorf ein bescheidenes Einkommen ermöglichte. Die Flurbezeichnung [[Im Rottlande]], die der Ringstraße in diesem Baugebiet ihren Namen gab, weist auf die Rodung des ursprünglich hier vorhandenen Waldes (Stühholz) hin, der in grauer Vorzeit bis an die nördliche Ortsgrenze heranreichte und wohl auch als Hudewald genutzt wurde, heißt doch die nördlich der [[Alte Lüneburger Heerstraße|Lüneburger Heerstraße]] angrenzende Flur ''Fewelsberg'', was eben dieser Bedeutung entspricht. Eine ehemalige Obstwiese, nunmehr als Grünanlage ausgewiesen und ein Kinderspielplatz auf dem zuvor hier gelegenen Schießstand bieten der jungen Generation Freizeitmöglichkeiten abseits der Hauptverkehrsstraßen.<ref name="Festschrift zur 825-Jahrfeier"/>


==== Kreipke ====
==== Kreipke ====
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Hergeleitet von der einstmals bekannten Gaststätte gleichen Namens entstand hinter diesem Anwesen ein kleines Baugebiet. Bereits Ende 1979 wurden die ersten Grundstücke in Vorbereitung auf den geplanten Wohnungsbau verkauft. Im Juli 1980 wurde mit dem Straßenbau begonnen, die Erschließung der Baugrundstücke erfolgte dann ab Juni 1981.<ref name="Festschrift zur 825-Jahrfeier"/>
Hergeleitet von der einstmals bekannten Gaststätte gleichen Namens entstand hinter diesem Anwesen ein kleines Baugebiet. Bereits Ende 1979 wurden die ersten Grundstücke in Vorbereitung auf den geplanten Wohnungsbau verkauft. Im Juli 1980 wurde mit dem Straßenbau begonnen, die Erschließung der Baugrundstücke erfolgte dann ab Juni 1981.<ref name="Festschrift zur 825-Jahrfeier"/>


Zwischen Steinberg – mit 143,5 m die höchste Erhebung in der Emmerstedter Flur – und dem Wohngebiet [[Windmühlenberg]] gelegen, wurde ab 1994 ein Industriegebiet erschlossen. Die Straßennamen [[Am Lohen]], [[Steinbergstraße]] und [[Kaisergraben]] haben Bezug zu den angrenzenden Flurbezeichungen.<ref name="Festschrift zur 825-Jahrfeier"/>
Zwischen Steinberg – mit 143,5 m die höchste Erhebung in der Emmerstedter Flur – und dem Emmerstedter Ortsteil [[Windmühlenberg]] gelegen, wurde ab 1994 ein Industriegebiet erschlossen. Die Straßennamen [[Am Lohen]], [[Steinbergstraße]] und [[Kaisergraben]] haben Bezug zu den angrenzenden Flurbezeichungen.<ref name="Festschrift zur 825-Jahrfeier"/>


=== Herkunft des Ortsnamens ===
=== Herkunft des Ortsnamens ===